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Daggis Leben - Notizen aus der Vorstadt

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Samstag, November 10, 2007

Kampf der Sonnendecks

Wer viel arbeitet, braucht auch viel Erholung. Daher gibt es nun einen (nicht ernst gemeinten) Wettbewerb unserer "Refugien" und deren Sonnendecks.

bildbeschreibung

Während wir den diesjährigen Sommer vor einer Woche im Piemont bei Stefan und Carina verabschiedet haben und dort nochmal ausgiebig Sonne tanken konnten, haben wir (dank Angebot von Condor) uns heute kurzfristig entschieden, auch unseren zweiten "Wohlfühlort" (Daggis erster Eindruck war Paradies) noch einmal zu besuchen und einen Flug nach Goa in die Villa Rivercat gebucht. So haben wir den direkten Vergleich. Das hat auch noch zwei positive Nebeneffekte: Wir fliehen vor dem Nieselwetter und vor dem Kölner Karneval in die Sonne.

bildbeschreibung

Jetzt muss der Februar nur noch kommen....

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Dienstag, November 06, 2007

Piemont - ein erster Rückblick

Wir sind wieder da! Das Bild unten zeigt, wie es war: perfekt.*

Wir hatten Sonne, konnten auf dem Balkon frühstücken, dann auf der Terrasse lesen und am Abend dann die ausgezeichneten Menüs geniessen (und hin und wieder waren auch die Katzen da). Leider konnten wir nur 4 Tage ausspannen, aber wir kommen wieder, denke ich.

bildbeschreibung

Nochmals vielen Dank an Carina und Stefan für das schöne Hochzeitsgeschenk in der Cascina Grassi!

Die beiden haben übrigens noch eine zweite Webseite mit generellen Infos zum Piemont (vor allem für die Region um Bubbio), die ich sehr interessant finde, hier sind auch zwei der vier Restaurants zu finden, die wir besucht haben:
- das Casa nel Bosco (unser viertes Besuch)
- das Madonna de la Neve (dreimal besucht)

---
* Keine Sorge, die Tatsache, dass wir auf dem Bild relativ weit auseinander sitzen, deutet nicht auf eine sich langsam anbahnende Entfremdung nach gerade mal dreimonatiger Ehe hin, sondern hat lediglich damit zu tun, dass die besten Sonnenplätze nicht direkt nebeneinander lagen.

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Dienstag, Oktober 30, 2007

Wir kommen wieder, keine Frage (reloaded),

sind die nächsten Tage aber erst einmal hier und werden einiges von dem hier vertilgen - und zwar (eventuell) da, dort und auch noch da.

Cascina Grassi
Cascina Grassi, Bubbio, Piemont

Vielen Dank auch noch auf diesem Weg an Carina und Stefan von der Cascina Grassi für dieses überraschende und großzügige Hochzeitsgeschenk.

Das sind gewissermassen unsere dritten Flitterwochen.

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Samstag, Oktober 13, 2007

Ganz Paris ist im Rugbyfieber

Das war auch unser Eindruck des letzten Parisbesuchs - überall konnten wir Flaggen der Teams sehen (bei uns im Viertel vor allem Irland, Frankreich und All Blacks), in den Läden waren Rugby-Shirts und Bälle in der Deko zu finden (selbst in den teuren Einkaufsmeilen). Die Süddeutsche hat das auch gemerkt und neben der Berichterstattung im Sportteil gab es sogar einen Artikel im Feuilleton über die Rugby-WM und die "echten Männer" in dem Sport.

Echte Männer, wie Sebastien Chabal.



Aber zuerst noch ein paar Worte zu unserem Spiel/unserem Rugbyfieber:

Ich bin Rugbyfan seit der WM 1999, die All Blacks mit dem damaligen Superstar Lomu haben mir da sehr gut gefallen und so bin ich "Teilzeit-Rugby-Fan", immer zur WM. Zudem hatte ich ja bei meinem zehnjährigen Abitreffen festgestellt, dass ich eine Spielerin der dt. Rugby-Frauennationalmannschaft kenne.

Wir hatten Karten für Tonga gegen England - der besondere Reiz des Spieles war, dass es ein Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale war. Darüber hinaus war das Stadion gefüllt mit englischen Fans, die das Spiel zu einem Heimspiel für England machten. Die neutralen Zuschauer waren eher auf der Seite Tongas (underdog, Frankreichs Antipathie gegenüber den Engländern), auch in unserem Block war dies zu beobachten - wir saßen zwischen Engländern und Franzosen. Leider haben die Engländer gewonnen (bei allesaussersport gibt es einen schönen Spielbericht - generell findet Ihr da eine wirklich gute Berichterstattung zur Rugby-WM). Wir waren auch für den Underdog.

Was fiel mir sonst während des Spiels auf:
Den Kriegstanz vor Spielbeginn fand ich ganz beeindruckend, auch wenn die Engländer ihre "Rugby-Nationalhymne" dabei singen mussten.

Daneben ist vor allem Herr Wilkinson aufgefallen. Das ist der englische Rugby-Nationalheld, dem sie den letzten Titelgewinn verdanken, aber wir (und auch die "neutralen" Fans konnten ihn nicht ernst nehmen:
Bei jedem Kickversuch hat er eine Konzentrationsphase, bei dem (nicht nur uns) der Gedanke/die Furcht aufkommt, dass er unter einer aktuen Lebensmittelvergiftung leidet (man sieht dazu noch, dass beim Rugby - anders als beim Fussball - Spieler auch gerne während des Spiels auf dem Platz behandelt werden)...

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England hat - wie schon gesagt - das Spiel gewonnen und danach auch noch (zur Freude meiner englischen Kollegen) Australien ausgeschaltet, so dass es heute (live im DSF) ein Halbfinale England gegen Frankreich (die völlig überraschend "mein Team" Neuseeland eliminiert habe) kommt. Wer also mal Wilkinson oder Chabal (oder Rugby generell) sehen will, sollte reinschauen.

Beim Verlassen des Stadiums habe ich mir übrigens gewünscht, die Durchsetzungskraft eines Spielers zu haben - die ganze Metro-Station war das perfekte Beispiel für ein Gedränge:

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Mittwoch, Oktober 03, 2007

Ganz Paris ist

eine Patisserie.

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Dienstag, Oktober 02, 2007

Ganz Paris ist

im Rugbyfieber und hat Tonga angefeuert (fast ganz Paris, bis auf die englischen Fans). Leider erfolglos.

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Montag, Oktober 01, 2007

Ganz Paris...

ist königlich.

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Sonntag, September 30, 2007

Ganz Paris...

ist eine Einkaufstüte (sagt Daggi. Ich denke eher, eine Einkaufsmeile).

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Samstag, September 29, 2007

Ganz Paris...

ist eine Pfütze.

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Mittwoch, September 12, 2007

Paris (Tag 4)
4. August 2007

Unser heutiger Spaziergang führte uns zunächst zu der sehr eleganten, unglaublich teuren Place Vendôme, die mit ihren schönen Stadtpalästen ausgesprochen vornehm wirkte. Beeindruckend war auch die Zahl der schwarzen Limousinen vor den vielen Edelboutiquen und die jeweils neben den Limousinen und vor den Boutiquen stehenden Kleiderschränke Sicherheitsleute.

Da unser Geldbeutel ein Shoppen in diesen schicken Boutiquen leider nicht zuließ, beschränkten wir uns auf die sogenannten Grands Magasins, die großen Kaufhäuser Printemps und La Fayette am Boulevard Haussmann, die praktischerweise dicht nebeneinander liegen.

Das Kaufhaus Printemps fand ich allerdings ziemlich doof. Da werben sie mit Prozenten für Touristen, aber die Mitarbeiter selber wissen gar nichts davon, was einmal zu lästigen Diskussionen führte und uns außerdem viel Zeit kostete, da wir treppauf und treppabwärts geschickt wurden, bis wir schließlich die Prozente abgerechnet bekamen. Bei Isabel Marant hatte ich einige schöne Sachen gesehen, die ich gerne anprobieren wollte. Aber auch mehrmaliges Nachfragen und langes Warten half nicht - niemand hielt es für nötig, mir die bestens gesicherten Kleidungsstücke zum Anprobieren zu geben, so dass ich schließlich die Lust verlor. Zum Anprobieren von Winterkleidung war es ohnehin viel zu warm.

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Ich hatte mich in der Tat beim Wetter ordentlich vertan und hatte daher viel zu viele langärmlige Oberteile und sogar einen dicken Pulli mit, dafür aber nur zwei T-Shirts, die ich mir bei diesen Temperaturen nun gut einteilen mußte. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, so stilvoll und schick wie die Pariserinnen durch die Gegend zu laufen. Stattdessen trug ich verschwitzte T-Shirts.

Auch schön.

Gegen später bummelten wir noch durch ein paar Passagen, die für Paris sehr typisch sind, aber das Wetter war zu schön, so dass wir es vorzogen, draußen die Straßen und Boulevards entlang zu laufen.

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Unser letzter Abstecher für heute führte uns zum Friedhof Père Lachaise im Osten von Paris. Direkt davor gab es für mich allerdings noch eins der besten Crêpes und für Daniel ein großes Eis. Auf dem Friedhof schauten wir uns die Gräber der vielen Berühmtheiten an, die auf diesem Friedhof begraben sind: Edith Piaf, Jim Morrison, Oscar Wilde, Frédéric Chopin und etliche mehr. Ein etwas makabres Freizeitvergnügen, aber der Friedhof war dennoch beeindruckend mit seinen dichtgedrängten Gräbern und den vielfach sehr ausgefallenen Grabsteinen und Denkmälern.

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Abends waren wir in Montparnasse im La Coupole (Empfehlung von Tobi) essen. Auf dem Weg zum Restaurant kamen wir auch an einer Haltestelle mit einem dieser schnellen Laufbänder vorbei. Ich hätte das natürlich liebend gerne ausprobiert, aber leider war es nicht in Betrieb, so dass mir Ankes Erfahrungen erspart blieben.

Nach dem Essen starteten wir unseren 2. Versuch, den Eiffelturm hochzufahren, aber leider war es selbst zu später Stunde immer noch viel zu voll. Ich habe grundsätzlich keine Probleme mit Höhenangst, aber ich glaube, der riesige Eiffelturm mit seinen 300 m, 1400 Treppenstufen und seinem vermeintlich filigranen Bauwerk wäre auch für mich noch eine Herausforderung, so dass ich da unbedingt mal hoch muß.

Auf unserem Weg durch den Park zurück zur Metrostation fand Daniel einen kleinen Eiffelturm-Schlüsselanhänger, den einer dieser penetranten Straßenhändler verloren haben mußte.

Der hängt jetzt als kleines Parissouvenir an meinem Schlüsselbund.

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Dienstag, September 11, 2007

Oh, Champs-Elysées! (Tag 3)
3. August 2007

Für heute hatten wir einen Besuch im Louvre eingeplant, wobei ich im Nachhinein finde, dass der Ausdruck 'Museum' das ganze nicht wirklich trifft. Der Louvre ist eher eine Ansammlung von Museen und die Fülle an Gemälden und Ausstellungsstücken erschlug mich schon, als ich den ersten Gang betrat. Ich denke, dass wir überhaupt nur einen Bruchteil der verschiedenen Werke bewußt gesehen haben, aber das Gefühl, mehr über die verschiedenen Epochen oder die verschiedenen Exponate wissen zu wollen, wie ich es von anderen Museen kenne, konnte sich mir bei der Masse einfach nicht einstellen. Irgendwann hatte ich nur noch genug von der Kunst.

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Schade eigentlich.

Für einen 'sinnvollen' Louvrebesuch sollte man sich wahrscheinlich von vorne herein ganz gezielt auf einzelne Werke konzentrieren oder einfach mehrere Tage einplanen und sich intensiv mit dem Museum beschäftigen. Für das eine waren wir nicht gut genug vorbereitet, für das andere fehlte uns die Zeit.

Nichtsdestotrotz hat mich das Museum beeindruckt, die Pyramide am Haupteingang fand ich wunderschön, insbesondere auch den Teich davor, der mir durch sein verschlungenes Becken manchmal das Gefühl vermittelte, dass die Touristen davor im Wasser saßen. Und die prächtigen Gebäude ansich haben natürlich auch großen Eindruck auf mich gemacht. Gerade diese Weite und Großzügigkeit sind es, was mir an Paris so gut gefällt. Als wir das Museum wieder verließen, war es draußen mittlerweile richtig heiß geworden ? auf diese Temperaturen war ich leider schlecht vorbereitet, so dass ich verzweifelt von einem Schattenfleck zum nächsten schlich. Im Jardin des Tuileries war das nicht überall so einfach, nur wenige Bäume säumten die weitläufigen Wege. Die wurden allerdings liebevoll gepflegt und symmetrisch beschnitten.

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Wir spazierten am Place de la Concorde vorbei, der mich aber wenig beeindruckte, für mich war das einfach ein riesiger Verkehrsknotenpunkt mit viel zu vielen Autos, Bussen, Motorrädern und Fußgängern. Auch beim Bummeln entlang der (den?) angrenzenden Champs Elysées stellte sich bei mir nicht die gleichen Begeisterung ein wie in den kleinen Vierteln und hübschen Straßen am linken Seineufer.

Während eines kurzen Besuchs bei Gap stellte Daniel fest, dass er seinen Geldbeutel vermißte, was unsere Stimmung doch ein wenig angespannt werden ließ. Wir schauten uns zwar noch den nahegelegenen Arc de Triomphe an, aber wirklich entspannt waren wir dabei nicht mehr, außerdem waren mir hier viel zu viele Touristen. Für mich war das nicht unbedingt die schönste Ecke von Paris. Wir beschlossen daher, zurück ins Hotel zu fahren, wo wir zum Glück auch den Geldbeutel wiederfanden.

So zogen wir anschließend nochmal los Richtung La Défense, aber auch diesen Teil der Stadt fand ich wenig beeindruckend, auch wenn er natürlich einen ausgeprägten Kontrast zum alten Paris im Hausmann-Stil darstellte mit seinen modernen Bürogebäuden. Wir fuhren noch mit dem Aufzug auf das Dach von Grande Arche, da man von dort oben die Stadt gut sehen können sollte. Allerdings war das Dach nur zu einem kleinen Teil begehbar und mit einem Zaun gesichert, der einem ziemlich die Sicht versperrte.

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Anschließend fuhren wir zurück zum Boulevard Hausmann und liefen am schönen Gare St. Lazare vorbei zu einem kleinen Galetterestaurant ganz in der Nähe. Daniel kannte das Restaurant und lockte meine müden Füße mit der Aussicht auf eine feine Galette beharrlich weiter. Leider war das Restaurant im August geschlossen, ein Umstand, den ich als ausgesprochen ärgerlich empfand, zumal das in Paris wirklich noch schlimmer ist als in Köln-Dellbrück, wo auch alle guten Geschäfte im Sommer Ferien machen.

So fuhren wir unverrichteter Dinge mit der Bahn weiter zur Haltestelle Blanche. Unser Weg führte uns weiter am Moulin Rouge vorbei, das eigentlich kaum zu übersehen wegen all der Touristen und der großen roten Windmühle. Ich schaffte es aber trotzdem, da ich viel zu viel zu schauen hatte.

Da ich mittlerweile viel zu k.o. warDa es mittlerweile schon zu spät war, um nach Montmartre zu laufen fuhren wir noch ein Stück mit der Straßenbahn weiter zur nächstgelegenen Haltestelle und von dort mit der Seilbahn weiter den Berg hinauf Richtung Sacré Coeur. Montmartre fand ich wieder wunderschön mit der herrlichen Aussicht und den bezaubernden Häusern - hier würde ich gerne wohnen und jeden Tag von der Treppe vor der Sacré Coeur auf die Stadt hinunterschauen.

Auf den Treppenstufen vor der Kirche hatten sich etliche Touristen versammelt, ein sehr buntes Volk, ähnlich wie teilweise in Berlin. Mir fällt immer wieder auf, dass ich in Großstädten größere Touristenansammlungen nicht als ganz so furchtbar empfinde wie z. B. auf Gran Canaria.

Für das Abendessen hatten wir ein kleines Restaurant ausgesucht, das Le jardin des Pâtes am Boulevard Arago, in dem frische Pastagerichte angeboten wurden. Eigentlich ein nettes Restaurant mit sehr freundlicher Bedienung, die allerdings irgendwann leider den Überblick verlor und mehrere nach uns gekommenen Gäste vor uns bediente. Als wir schließlich nachfragten, war ihr das ausgesprochen unangenehm.

Den Salat gab es daher umsonst.

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Mittwoch, August 22, 2007

Paris liegt an der Seine (Tag 2)
02. August 2007

Unser Hotelzimmer war so winzig, dass ich beim Aufstehen aufpassen mußte, nicht mit dem Kopf gegen die Wand oder den Nachttisch zu stoßen. Dafür war aber der Blick vom ebenfalls winzigen Balkon tagsüber wirklich schön und das Wetter auch gut genug, um draußen zu sitzen.

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Nachdem wir endlich mal wieder richtig ausgeschlafen und anschließend in einer nahegelegenen Boulangerie frische Brioches und anderes süßes Zeug eingekauft hatten, machten wir uns zu unserem ersten Stadtspaziergang auf. Nachts hatte es geregnet, aber nun schien wieder die Sonne und es war angenehm warm. Auch bei Tageslicht begeisterte mich unser Viertel ungemein, das Flair der kleinen Cafés, der hübschen Stadthäuser, der verwinkelten Straßen und kleinen Gassen faszinierten mich sofort. Auf unserem Weg zum Jardin du Luxembourg besichtigten wir zunächst das Panthéon, zuerst von innen und anschließend auch von oben im Rahmen einer kleinen Führung hinauf aufs Dach. Oben gefiel es mir wie immer am besten, da ich so überhaupt erstmal eine Vorstellung von der Größe einer Stadt bekomme und mir eine gute Übersicht verschaffen kann, um mich in den vielen kleinen Straßen nicht völlig zu verlaufen.

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Die Krypta des Panthéon fand ich weniger beeindruckend, da ich etliche der toten Franzosen gar nicht kannte die meisten Gräber verschlossen oder eingemauert waren.

Nach dem Besuch des Panthéons spazierten wir durch den Jardin du Luxembourg. Hier herrschte lebhafter Trubel, allerdings vermutete ich, dass der Großteil der hier Anwesenden Touristen waren und nur ganz wenige Pariser Einwohner, die hier bei Sonnenschein ihre Mittagspause verbrachten. An der derzeit eingerüsteten Kirche St. Sulpice vorbei spazierten wir durch St. Germain des Prés. Von den winzigen Gassen, Boutiquen und Feinkostläden war ich sofort bezaubert - genau so hatte ich mir Paris immer vorgestellt. Normalerweise ein großer Freund der italienischen Küche konnte ich mir durchaus vorstellen, mich auch mit der französischen anzufreunden. Um das zu testen, gab es als Mittagssnack gleich mal eine Quiche Lorraine in einer kleinen, hübschen Brasserie ? ausgesprochen lecker!

Marcolini hatte allerdings Sommerpause, sehr ärgerlich.

Von St. Germain aus überquerten wir den Pont Neuf und begaben uns auf der Ile de la Cité direkt zur Kirche Notre Dame? eine Idee, die mit uns noch zig andere Touristen hatten. Das Gedränge in der Kirche war enorm, besonders andächtige Stimmung herrschte in der Kirche nicht. Die Kirche selber war gewaltig, insbesondere die farbenprächtigen großen Rosetten fand ich schön. Sie erinnerten mich an die bunten Kaleidoskope, die ich als Kind zum Spielen hatte.

bildbeschreibung

Nach der Notre Dame wollten wir eigentlich noch die direkt in der Nähe gelegene Kirche St. Chapelle besichtigen, aber in Anbetracht der 7,50 Euro pro Person unterließen wir diesen Besuch.

Irgendwie war das Laufen in Paris anstrengend, was vielleicht mit den vielen Treppen in den Metroaufgängen zu tun hatte. Vielleicht lag es aber auch einfach an den anstrengenden Tagen, die hinter uns lagen. Auf jeden Fall war uns beiden am späten Nachmittag nach einer kleinen Mittagspause, so dass wir uns für ca. 1 ½ h in unserer Besenkammer in unserem Hotelzimmer eine Runde aufs Ohr legten.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum ausgewählten Restaurant für diesen Tag in St. Germain des Prés, dem L?Atelier de Joel Robuchon*, einem sehr guten Restaurant, das wir für unser gemeinsames Hochzeitsessen zu zweit vorgesehen hatten. Vorab bummelten wir aber noch ein wenig durch die hübschen Straßen, betraten den einen oder anderen Laden und ich hätte gerne mal wieder jemanden mit einer Platin-Kreditkarte bei mir gehabt, der mir meine tausend Wünsche erfüllt.

Immerhin erstanden wir ein paar ausgefallene Magneten für unseren Kühlschrank.

Das L?Atelier war ein außergewöhnliches Restaurant. Zur Tür kam man überhaupt nur herein, wenn sie einem von innen geöffnet wurde. Einen Tisch reservieren kann man grundsätzlich nur für 11.30 Uhr oder für 18.30 Uhr, so dass es noch relativ früh war. Das Restaurant war dennoch schon voll besetzt. Die Einrichtung war ganz in schwarz und dunklem Holz gehalten, als Dekoration wurden Zitronen, Paprika, Nudeln und andere Lebensmittel genutzt, von denen ich zumindest von weitem nicht erkennen konnte, ob sie echt waren oder nicht. Man saß ähnlich wie in einer Sushibar auf bequemen Barhockern direkt an der Theke, wo einem von seinem persönlichen Kellner das Essen und die Getränke serviert wurde. Gekocht wurde direkt vor unseren Augen - und das sah wirklich dreimal eleganter aus als zuhause.

Zur Feier des (vorausgegangenen Hochzeits-)Tages entschieden wir uns beide für das Degustationsmenü, das einige geschmackliche Highlights (Ei in Pfifferlingcreme mit Spinat, den sogar Daniel aß, obwohl er Spinat eigentlich haßt) und köstliche Neuheiten (warme Entenleber mit Kirschen) für uns bereit hielt. Zum Abschluß gab es eine herrliche Fruchtcreme mit feinster Schokolade drunter, von der ich liebend gerne noch einen Löffel extra bekommen hätte.

Rundum satt und zufrieden verließen wir nach dem guten Essen das schöne Lokal und da es regnete, beschlossen wir, damit auch den Tag ausklingen zu lassen.

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* Achtung, diese Seite ist erstaunlicherweise komplett auf japanisch - wo sich Franzosen doch so ungern mit Fremdsprachen beschäftigen.

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Sonntag, August 19, 2007

Auf dem Weg nach Paris (Tag 1)
01. August 2007

Nach der Hochzeit hatten wir unser Patenkind noch für zwei Tage zu Besuch. Unser Weg nach Paris führte uns daher zunächst über Stuttgart, um dort die Kleine wieder in die Obhut ihrer Mama zu übergeben. Daniel und ich machten uns anschließend weiter auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen.

Nach einem kurzen Bummel durch den Dutyfreeshop beschloß ich, dass man am Flughafen Charles de Gaulle viel besser shoppen kann und beschränkte mich daher nur auf das Nötigste.

Am frühen Abend flogen wir nach Paris, wo wir pünktlich gegen 20.00 Uhr ankamen. Da wir noch Zugtickets kaufen sowie Fotos für die Wochenkarte machen mußten und die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt von Paris recht lang dauerte, war es bereits 22.00 Uhr bis wir in unserem Hotel ankamen. Schon der erste Anblick der Stadt bezauberte mich. Es war noch sommerlich warm, die Leute saßen draußen in den Straßencafés oder bummelten durch die Stadt, die Atmosphäre war entspannt und das Quartier Latin, in dem sich unser Hotel befand, war genauso wie ich es mir vorgestellt hatte - nur selber dort zu sein war natürlich etwas ganz anderes, als in Büchern darüber zu lesen.

Unser Hotel, das Hotel Familia lag zentral mitten im Quartier Latin und war mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Der Mitarbeiter, der an diesem Abend Dienst hatte, stand draußen auf der Straße und unterhielt sich mit einem Bekannten vom Nachbarshotel. Er war ausgesprochen freundlich und sprach sogar deutsch, aber ich ließ es mir nicht nehmen, ihm sämtliche französischen Brocken hinzuwerfen, die mir auf die Schnelle einfielen und irgendwie ins Gespräch paßten. Unser Zimmer lag im 5. Stock - mit Aufzug - und hatte einen dieser winzigen Balkone, wie man sie an den schönen alten Stadtpalästen häufig sehen kann. War schon klar wo ich sitzen würde, wenn wir im Hotel waren - drinnen war ja sowieso kaum Platz. Das Zimmer selbst war alt und winzig, aber irgendwie hatte das Hotel dennoch seinen Charme.

Da es draußen noch so schön und wir noch nicht besonders müde waren, beschlossen wir, lediglich unser Gepäck im Hotel abzustellen und gleich wieder loszuziehen, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen.

Mit der Straßenbahn fuhren wir bis zur Haltestelle La Motte Picquet Grenelle und liefen von dort zu Fuß zum bunt beleuchteten Eiffelturm, eigentlich ein eher kitschiges Spektakel, aber dennoch war ich völlig fasziniert vom Anblick des strahlenden Turms, der in Wirklichkeit deutlich größer war als in meiner Vorstellung. Offensichtlich wurden nicht nur Touristen davon angelockt sondern es hatten sich auch einige Pariser auf Decken und mit Speisen und Getränken versorgt in der kleinen Parkanlage vor dem Turm gemütlich gemacht.

Wahnsinnig gerne wäre ich mit dem Fahrstuhl auf den Eiffelturm hinaufgefahren, aber leider war es für eine Auffahrt schon zu spät, so dass wir lediglich unter dem Turm hindurchbummelten, dabei die nervenden Händler mit ihren umherkreisenden Spielflugzeugen und anderem Nippes möglichst ignorierten und an der Seine entlang wieder zurück zur Haltestelle spazierten. Ich war völlig fasziniert von der lebendigen Atmosphäre der Stadt.

Wieder im Hotel angekommen, fiel ich voll mit neuen Eindrücken relativ schnell ins Bett und selbst unsere geräuschvollen Nachbarn, die man durch die dünnen Wände sehr gut hörte, konnten mich nicht vom Schlafen abhalten.

Stattdessen träumte ich von meiner neuen Lieblingsstadt.

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Mittwoch, Mai 23, 2007

Indienbilder und Zooomr

Auf die Schnelle:
Leider gehen derzeit die Bilder bei Zoomr in den Indienberichten nicht. Ich hoffe aber immer noch, dass selbst nach der Umstellung dort die Links noch gültig sind.

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Montag, Mai 07, 2007

Wieder ab nach Hause
Freitag, 22. Dezember 2006

Da unser Flug über Dubai nach Düsseldorf sehr froh ging, mußten wir schon um 0.30 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen, hatten aber dennoch vorher ein paar Stunden im Hotel geschlafen, um einigermaßen fit zu sein.

Der ausgesprochen bizarre Taxifahrer - ein alter Mann mit sehr langem Bart in einem alten, klapprigen Taxi - wartete pünktlich vor unserem Hotel. Unser Gepäck wurde liebevoll mit einer Schnur festgebunden, da sich der Kofferraum nicht mehr schließen ließ.

Am Flughafen wartete eine unglaublich lange Schlange auf uns, in die wir uns einreihten, ohne eigentlich zu wissen, worauf wir warten mußten. Schließlich saßen wir aber doch im Flugzeug.

Der Flug zurück war unspektakulär, alles verlief reibungslos inklusive Umsteigen in Dubai, wo wir leider nur ganz wenig Zeit zum Shoppen hatten.

Und was haben wir in Düsseldorf als allererstes gemacht als wir am Flughafen ankamen?

Zeitungen und Schokoriegel gekauft :-)

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Freitag, Mai 04, 2007

Letzter Tag in Indien
Donnerstag, 21. Dezember 2006

Auch heute standen wir wieder zeitig auf und waren daher bereits um 9.00 Uhr unterwegs. Auf das wirklich kaum empfehlenswerte Frühstück im Hotel hatten wir diesmal verzichtet und uns stattdessen von einem muffeligen Kellner ein paar Muffins für unterwegs einpacken lassen.

Der Colaba Causeway wurde um diese Uhrzeit erst langsam wach, viele Geschäfte hatten noch zu, so auch das Inshalla Mashalla, wo wir mal vorbeischauen wollten. So bummelten wir gemütlich weiter zum Taj und kauften dort Tickets für Elephanta Islands. Wir kauften extra Deluxe Tickets zu einem höheren Preis, da sie eine geführte Tour beinhalten sollten. Das sollte sich später aber als falsche Aussage herausstellen, denn anschließend machte keiner mehr einen Unterschied zwischen den verschiedenen Tickets. Ich muß ehrlich sagen, dass ich noch nie so oft das Gefühl hatte, so offensichlich übers Ohr gehauen zu werden wie in Mumbai, aber auch wenn dieser unangenehme Eindruck irgendwo im Hinterkopf blieb, wollte ich mich nicht ärgern. Die Beträge sind aus unserer Sicht ja doch sehr überschaubar.

bildbeschreibung

Die ca. 1-stündige Fahrt nach Elephanta Island in einem alten Kahn bei schönem Wetter war sehr beschaulich. In meinem gesamten Indienurlaub waren mir bewusst vielleicht so 10 deutsche Touristen über den Weg gelaufen. Als wir gerade auf dem Boot Platz genommen hatten und noch einen Blick auf das Gateway of India und das Taj warfen, hörten wir uns gegenüber eine männliche Stimme in breitestem Schwäbisch: ?Hannelore, willsch Du noch a Foddo macha??

Auf Elephanta Island angekommen fielen gleich wieder alle möglichen Händler und Verkäufer über uns her: Alte Frauen, die extra zerbeulte Blechtöpfe auf dem Kopf balancierten, um von uns gegen Geld fotografiert zu werden, zahlreiche Straßenhändler, die an ihren reichbestückten Verkaufsständen jede Menge Tand und Nippes verkaufen wollten, Kinder, die sich als Guide für die Insel anboten ... nur unser eigentlich schon bezahlter Guide war nirgends zu sehen. Die Strecke bis zum Eingang der Höhlen fährt eine kleine Bahn, die dabei einen Höllenlärm macht und kaum schneller ist als zu Fuß. Den Hinweg liefen wir, da die Bahn schon voll war. Überall konnte man kleine Snacks kaufen, gegrillte Maiskolben, Nüsse oder Zuckerrübensaft, aber darauf verzichteten wir lieber. Zu den Höhlen selber ging es noch gut 100 Stufen bergauf. Dass die Touristen hier automatisch langsamer wurden, hatten findige Verkäufer wieder für ihre Zwecke ausgenutzt: Dicht an dicht standen die Verkaufsstände die gesamten Treppen hinauf, hier wurde wieder alles verkauft, was man braucht oder auch nicht.

bildbeschreibung

Oben angekommen schauten wir uns die 2500 Jahre alten Höhlen an. Leider hatten die Portugiesen einige der Skulpturen zerstört, da sie sie als Ziele für ihre Schießübungen genutzt hatten. Aber es war trotzdem noch einiges zu erkennen. Erstaunlich, was man schon vor so vielen Jahren mit einfachstem Werkzeug gebaut hatte. Um die Inseln herum tummelten sich jede Menge Affen, zahlreiche Hunde und auch viele Touristen.

Zurück fuhren wir mit der Bahn, unter anderem um all die lästigen Verkäufer und insbesondere die alten Frauen mit ihren Blechtöpfen abzuschütteln. An der Ablegestelle angekommen erwischten wir auch direkt ein Boot und konnten ohne Pause zurück nach Mumbai fahren. Die Rückfahrt habe dann nicht nur ich fast vollständig verschlafen.

Wieder auf dem Festland angekommen, schauten wir kurz im Cottage Industrie Emporium vorbei, kauften ein paar Kleinigkeiten für die Familie zuhause und staunten über das umständliche und bürokratische Verfahren, nach dem man jeden einzelnen Gegenstand bezahlen muß: Zuerst bringt man den gewählten Artikel dem zuständigen Verkäufer (und davon gab es einige, so dass man erstmal den richtigen ausfindig machen mußte). Dieser stellt den 1. Beleg aus und schickt einen an die zuständige Kasse zum Bezahlen. Dort sitzt der nächste Inder und trägt genau in ein Buch ein, was man gekauft hat und was es kostet. Der Eintrag wird ordentlich gestempelt und signiert. Um die jeweiligen Posten säuberlich voneinander zu trennen, unterstreicht er das ganze mit einem großen Lineal. Beleg Nr. 2 wird ebenfalls sehr ordentlich mit dem Lineal vom Schreibblock abgetrennt und gegen Bezahlung dem Kunden ausgehändigt. Der gekaufte und schon bezahlte Artikel wird aber noch nicht herausgegeben, da er ja noch verpackt und abgehakt werden muß. Dazu geht man an die Ausgabestelle, an der Inder Nr. 3 Päckchen sortiert und gegen Rückgabe des Belegs Nr. 2 auch aushändigt. Vorher prüft er aber genau, ob Beleg und seine Liste bzw. der Vermerk auf dem Paket auch übereinstimmen. Anschließend wird das ausgehändigte Paket von der Liste abgehakt.

Da Daniel und ich bei zwei verschiedenen Verkäufern einkauften, durchliefen wir diese Prozedur übrigens zweimal...

Am Wellington Circle wollten wir im Restaurant Khyber ein kleines Mittagessen einnehmen, was dann aber doch deutlich größer ausfiel, da die Portionen sehr reichhaltig waren. Das Essen war ausgesprochen lecker, es gab noch ein letztes Mal PomFred für mich, diesmal die orientalische Variante mit Joghurt-Minz-Soße, für Daniel ein unglaublich zartes Hähnchen.

Anschließend schlenderten wir die Mahatma Ghandi Road entlang, nein eigentlich ist schlendern nicht der richtige Ausdruck, denn es ist doch automatisch mehr ein Hetzen und Eilen und Sich-zwischendurch-schieben, die Stadt ist doch unglaublich trubelig. Die Straßen waren gesäumt von winzigen Geschäften, Buchläden verkauften jede Menge Bücher auf engstem Raum, dazwischen sah man auch mal einen Blumen-, Friseur- oder Computerladen, dazwischen konnte man immer wieder verschiedenste kleine Snacks kaufen, auf der Straße wurden Nüsse in einem Topf mit Kohle geröstet oder Zuckerrohr zu Saft gepresst. Ich schwanke ständig, ob mir dieses Treiben wirklich gefiel oder mich doch eher nervte.

Im Strand Bookstore stöberten wir ausgiebig nach günstigen Büchern und nahmen einiges an englischer Reiselektüre mit, einige Zeit verbrachten wir außerdem in The Bombay Store, einem schönen Laden, der alle möglichen Souvenirs verkauft, aber auch nicht mehr wirklich billig ist.

Und weiter ging es Richtung Norden zum Victoria Terminus, da wir uns den schönen Bahnhof mal von der Nähe ansehen wollten. Hier waren wirklich Massen von Menschen unterwegs, die hier rein- und rauswuselten, es war kaum durchzukommen. Da wir uns von außen gar nicht richtig vorstellen konnten, dass hier wirklich ein Bahnhof ist, warfen wir auch einen kurzen Blick in den Bahnhof hinein. An und für sich ist Victoria Terminus ähnlich aufgebaut wie jeder andere Bahnhof, ein Kopfbahnhof, an dessen Ende sich einige kleine Läden befinden, die Snacks und andere Dinge verkaufen, die man möglicherweise für die Reise braucht. Aber das Treiben war wirklich atemberaubend und die unglaublich alten Züge sahen nicht gerade vertrauenerweckend aus.

bildbeschreibung

Gleich neben dem Bahnhof befindet sich das prächtige Rathaus. Das ganze Viertel besteht noch aus sehr schönen, alten Gebäuden im viktorianischen Stil, die zum Großteil auch noch wirklich gut erhalten sind.

Auf dem Rückweg zum Hotel schauten wir noch kurz im Inshalla Mashalla vorbei, aber dieser Laden mit seinen tausend verschiedenen Düften raubte mir bereits beim Betreten komplett den Atem. Wie soll man bei diesem betäubenden Duft noch irgendeinen Geruch erkennen geschweige denn den passenden für sich selbst herausfinden? Ich hatte das Gefühl, meine Nase sei schlimmer verstopft als bei der ärgsten Erkältung und daher verließen wir den Laden nach wenigen Minuten wieder, ohne etwas zu kaufen.

Danach merkte ich doch, dass mir Hitze, Gedränge und Lärm ziemlich zu schaffen machten, ich war ehrlich ziemlich genervt und wollte eigentlich zurück ins Hotel, aber irgendwie doch nicht, da es ja unser letzter Tag in Indien war. Aber wahrscheinlich ist es genau dieses Gefühl, was für Mumbai so typisch ist: Es macht einen fertig, aber irgendwie lässt einen die Stadt doch nicht ganz unberührt. Mit diesem Gefühl machte ich mich mit Daniel zum Koffer packen auf den Weg zurück ins Hotel.

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Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zooomr (auf den folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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Montag, April 30, 2007

Ein 1. Eindruck vom Mumbai
Mittwoch, 20. Dezember 2006

Das Frühstück im Ascot Hotel war ausgesprochen karg und der Tisch sehr lieblos gedeckt, so dass wir uns mit kaltem Toast begnügten. Um 10 Uhr wartete ein Fahrer auf uns für eine Fahrt durch die Stadt. Nach der gestrigen Autofahrt ohne Klimaanlage war ich heute sehr froh, in einem klimatisierten Fahrzeug zu sitzen. Die Freude war allerdings nicht von allzu langer Dauer, denn offensichtlich hatte man nur die Wahl zwischen 40 oder 15° im Auto. Selbst auf mehrmaliges Bitten gegenüber dem Fahrer, die Klimaanlage herunterzudrehen, veränderte sich die Temperatur kaum, lediglich das Gebläse lies nach. Im Auto war es die ganze Fahrt über eisig kalt, allerdings hatte ich im Vergleich zu gestern heute wenigstens nicht das Gefühl, ich müsste sterben vor Hitze. Aber jedes Mal wenn ich aus dem Auto ausstieg, beschlug mir die Brille wie sonst nur wenn ich im Winter nach einem 15minütigen Fußmarsch ins Büro komme.

Während der Fahrt kamen wir auch am Victoria Terminus vorbei, einem sehr schönen, beeindruckenden Bau aus der Kolonialzeit. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass sich dahinter ein Bahnhof verbergen sollte.

Der Fahrer fuhr auch an den Dobi Ghats vorbei, aber leider konnte ich nicht allzuviel sehen, und es gab auch keine Möglichkeit zum Halten oder Aussteigen. So sahen wir auch Haji Ali?s Tomb leider nur im Vorbeifahren. Anschließend setzte uns der Fahrer bei den Hanging Gardens ab, einem Platz für Verliebte, die hier ganz offensichtlich auch in großer Zahl unterwegs waren. Hier befanden sich die einzigen Toiletten, für die wir während unseres Indienaufenthaltes etwas bezahlen mussten, aber leider waren es gleichzeit auch die ekligsten, die mir in der Zeit begegnet waren.

Im Vorbeigehen hörte ich sehr ulkige Geräusche aus einem Baum. Wegen des lauten Pfeifens dachte ich zuerst, das sei ein Vogel, doch plötzlich sah ich ein kleines Streifenhörnchen den Baum entlangklettern. Ich war ganz begeistert, ein Streifenhörnchen hatte ich ja noch nie gesehen, das mußte ich unbedingt fotografieren. Gesagt, getan. Später auf der andernen Seite des Parks sahen wir dann jede Menge der kleinen Nager, es wimmelte geradezu davon und zu überhören waren sie auch nicht. Nun gut, das wusste ich vorher ja noch nicht.

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Auf dem Weg zu den Hanging Gardens kamen wir auch an sehr schönen Wohngegenden vorbei, in dieser Stadt wohl eher eine Ausnahme. Bisher hatte ich nicht so den Eindruck, dass es wie bei uns gute und schlechte Gegenden gibt, sondern dass alles bunt zusammengemischt und daher für Touristen relativ schlecht zu orten ist, wo die guten und wo die schlechten Gegenden sind.

Als wir am Marine Drive entlangfuhren, konnten wir sehr schön die Sonne untergehen sehen. Eigentlich wollten wir zum Courtyard, aber unser Fahrer wollte uns unbedingt zu einem der zahlreichen Artshops fahren. Obwohl wir daran überhaupt nicht interessiert waren, hatten wir kaum eine Chance, seiner Aufforderung zu entgehen, ohne unhöflich zu werden. Auch er hatte für jedes Argument eine passende Antwort, so dass wir schließlich entnervt nachgaben. Immerhin konnten wir zum Courtyard auch zu Fuß laufen.

Der Courtyard war ganz chic mit teuren Geschäften, aber nichts Geeignetes für uns zum Einkaufen. Mittlerweile war es schon dunkel und wir wollten zurück zum Marine Drive, da der abends immer sehr hübsch beleuchtet ist. Für die Fahrt hatten wir wohl das älteste Taxi von ganz Mumbai erwischt, an jedem Speedbump knirschte und knarzte das Auto bedrohlich, aber schließlich erreichten wir dennoch unser Ziel. Der Marine Drive sah im Dunkeln mit seiner Beleuchtung wirklich sehr schön aus, wie eine Perlenkette, woher auch der Spitzname rührt, und ist ganz offensichtlich ein beliebter Treffpunkt. Wie mir A. erzählt hatte, sind Inder nicht gerne alleine unterwegs und so waren richtig viele Leute unterwegs, die entweder gemeinsam am Meer entlang spazierten oder auf der kleinen Steinmauer an der Promenade saßen und sich unterhielten.

Danach wollten wir mit einem Taxi zurück ins Hotel. Erstaunlicherweise weigerten sich die meisten Fahrer, die wir ansprachen, Richtung Garden Road zu fahren. Wir waren nicht sicher, ob sie einfach nicht wussten, wo das ist oder ob sie nicht in diese Richtung fahren wollten, weil die Strecke nicht weit genug ist oder weil dort kaum Touristen aufzutreiben sind. Schließlich fanden wir einen, der aber wieder einen zu hohen Touristenpreis verlangte. Alternativ wollte er uns kostenlos fahren, wenn wir dafür in einen von ihm gewählten Artshop gingen. Ansonsten würde sich die Fahrt für ihn nicht lohnen, da er leer wieder zurück fahren müsse. Darauf hatten wir nun gar keine Lust und beschlossen daher, zu Fuß zum Restaurant zu gehen. Zu Fuß laufen ist allerdings etwas, was die Inder offensichtlich nicht so mögen. Als wir uns Richtung Colaba Causeway durchfragten, erhielten wir immer wieder den Rat, doch ein Taxi zu nehmen, aber als wir klargemacht hatten, daß wir laufen wollten, waren alle immer sehr hilfsbereit, zur Not auch unter Zuhilfenahme weiterer Passanten. Oder man erkundigte sich ungefragt, ob man uns helfen könne, da wir wohl fremd hier seien. Meistens hatten wir gleich mehrere Leute um uns herumstehen, die versuchten, uns den richtigen Weg zu erklären.

Schließlich erreichten wir den Colaba Causeway und fanden dann auch schnell das gesuchte Restaurant, das Indigo, eine Art italienisches Restaurant mit leicht indischem Einschlag. Ein wirklich sehr schönes Restaurant, das auch gut besucht war, mit feinem Essen, allerdings auch nicht ganz billig. Nach dem guten Essen liefen wir auch noch die letzten Meter zurück ins Hotel. Am Causeway selber herrschte ebenfalls noch reges Treiben und heute fiel mir auch auf, dass viele Touristen unterwegs waren, auch noch um diese Uhrzeit.

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Montag, April 23, 2007

Book of Kells
If you have manners you'll never get to see it.
Zitat eines Museumsangestellten in Dublin angesichts der drängelnden Touristen.

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Montag, April 09, 2007

Vom Paradies ins Chaos
Dienstag, 19. Dezember 2006

Da wir heute vor dem Abflug nach Mumbai noch einen Abstecher nach Panjim machen wollten, hieß das morgens früh aufstehen. Nach einem kurzen Frühstück nochmal schnell den verspielten Hund gestreichelt, die letzten Sachen gepackt und ab ging es mit dem Taxi nach Panjim. Der Fahrer war recht redselig und fuhr extra unseretwegen eine Strecke durchs Hinterland, statt über den Highway, so dass wir noch ein wenig von Goa zu sehen bekamen. Der Abschied fiel mir wirklich schwer, hier wäre ich gerne noch länger geblieben.

In Panjim versuchten wir uns an einem kleinen 1-stündigen Stadtrundgang aus unserem Reiseführer, aber die Beschreibung war so schlecht, dass wir nach der Kirche und dem portugiesischen Viertel völlig die Orientierung verloren. Den Marutitempel konnten wir leider nicht mehr finden. Aber das was ich bis dahin vom portugiesischen Viertel gesehen hatte, gefiel mir wirklich gut, insbesondere die vielen kleinen Häuser im portugiesischen Stil, die zum Teil auch noch sehr gut erhalten waren.

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Anschließend bummelt wir noch kurz die 18. Straße entlang, gewissermaßen die Haupteinkaufsstraße von Panjim, aber mir war viel zu heiß und es nervte mich unheimlich, dass ständig jemand an mir herumzog und mir immer wieder Händler irgendwelche dämlichen Trommeln oder sonstigen Kram vor die Nase hielten , den ich weder brauchte noch haben wollte. So kauften wir nur noch ein paar Cashewnüsse und ein kleines Tuk Tuk für meinen autobegeisterten Neffen und anschließend machten wir uns auf den Weg zum Flughafen.

Das Einchecken mit allem Drum und Dran dauerte diesmal tatsächlich nicht länger als eine Viertelstunde, das war Rekord! Dann flog der Flieger auch noch 10 Minuten früher los ? waren wir wirklich in Indien? Ohne irgendwelche Zwischefälle kamen wir in Mumbai an und nahmen uns am Flughafen ein Taxi zum Hotel. Die Taxifahrt war eine meiner schlimmeren Autofahrten: Die Stadt war völlig verstopft und es war viel zu heiß, da wir dachten, wir bräuchten kein Auto mit Klimaanlage, was leider ein Trugschluß war. Unterwegs sahen wir viele Kinder auf den Straßen, die Bücher, Zeitschriften und anderen Kram durchs Autofenster verkaufen wollten. Schon aus diesem Grund empfiehlt es sich, ein Taxi mit Klimaanlage zu wählen. Da bleiben die Fenster nämlich zu und man hat während der Fahrt seine Ruhe.

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Nach der ca. 1,5 stündigen Autofahrt war ich völlig fertig vor lauter Hitze. Unser Hotelzimmer war noch nicht fertig, so dass wir noch einen kleinen Stadtbummel durch Mumbai unternahmen. Ständig wurden wir von Händlern oder bettelnden Frauen angesprochen, die uns zum Teil auch anfaßten oder uns an den Händen oder Ärmeln zogen. Das hasse ich ja wie die Pest, aber hier schien das normal zu sein. Wir wohnten am Colaba Causeway, einer ziemlich chaotischen Einkaufsstraße, überall fuhren Autos kreuz und quer, Bettler waren unterwegs, Straßenhändler an jeder Ecke und alle versuchten sie, mit den Touristen ihr Geld zu machen.

Nach wenigen Minuten zu Fuß standen wir vor dem Gateway of India, einem wirklich imposanten Gemäuer, von dem man einen schönen Blick aufs Meer hat. Direkt daneben liegt das Taj, ein sehr schönes Luxushotel. Ich fragte mich, ob mir Mumbai gefiel und ob ich mir vorstellen könnte in dieser Stadt zu wohnen. Die vielen Leute gingen mir schon nach ein paar Stunden auf die Nerven.

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Im Bookstore des Taj kauften wir noch ein paar sehr günstige indische Zeitschriften. Besonders freute ich mich über die kostenlosen Toiletten, die man auch benutzen konnte, ohne Gast des Hauses zu sein. Diesen Service lernte ich in Mumbai sehr schnell zu schätzen.

Abends wollten wir ins Trishna zum Essen, einem Restaurant, das in Mumbai für seine gute Fischküche bekannt war. Als wir das Hotel verließen, kam ein Junge direkt auf uns zugestürmt und bot uns seine Hilfe bei der Suche nach einem Taxi an. Da direkt vor uns eines der schwarzen Taxis stand, sahen wir zunächst wenig Nutzen in seiner Hilfe. Allerdings sprach der Taxifahrer kein Wort englisch, so dass der Junge immerhin unser gewünschtes Ziel übersetzen konnte. Noch bevor wir überhaupt auf die Idee kamen, ihm dafür ein Trinkgeld zu geben, streckte der Junge schon erwartungsvoll die Hand aus. Der Taxifahrer war nicht nur des Englischen nicht mächtig, er kannte auch das Restaurant Trishna nicht, so dass er eine vorbeilaufende Passantin nach dem Weg fragen musste. Der war das Trishna sehr wohl bekannt und bereitwillig erklärte sie dem Taxifahrer den Weg. Leider hatte dieser die Beschreibung aber nach zwei Straßenkreuzungen schon wieder vergessen und musste erneut fragen. Das ging insgesamt viermal so. Das Restaurant schien in Mumbai wirklich nicht unbekannt zu sein, denn jeder wusste sofort, wo es ist. Eine Passantin machte uns sofort darauf aufmerksam, dass es im Trishna sehr guten Fisch und tolle Meeresfrüche gäbe und wünschte uns einen schönen Abend. Jeder wußte, wohin wir wollten, nur unser Taxifahrer hatte keinen Plan. Zu Beginn der Fahrt dachten wir noch, wie clever es war, einen Festpreis von 100 Rupien mit dem Taxifahrer auszumachen. Zwei Euro schienen uns sehr günstig. Erst als wir auf dem umwegfreien Rückweg mit einem anderen Taxifahrer nur 50 Rupien bezahlen mussten (was wahrscheinlich auch noch Touristenpreis war), wurde uns klar, dass dieser unfähige Taxifahrer auf dem Hinweg auch noch ein richtiges Schnäppchen mit uns gemacht hatte.

Aber egal, das Essen im Trishna war wirklich exzellent und die Portionen so üppig, dass drei Leute davon satt geworden wären, wir konnten unmöglich alles aufessen. Zunächst dachte ich noch, dass es wirklich überflüssig war zu reservieren. Bei unserer Ankunft war das Restaurant völlig leer, wir fast die einzigen Gäste und auf jeden anwesenden Gast kamen ca. drei Kellner. Aber so gegen 20.00 Uhr wurde das Restaurant auf einen Schlag rappelvoll, da waren wir doch sehr froh über unsere Reservierung.

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Mittwoch, April 04, 2007

Ein fauler Tag im Siolim House
Montag, 18. Dezember 2006

Wirklich geglaubt hatte ich es vorher ja nicht, aber das Siolim House* bietet seinen Gästen tatsächlich kostenlosen Internetzugang. Und nicht nur ein schlappes Modem, sondern Breitbandinternet, so dass wir erst einmal ausgiebig mailen konnten. Ansonsten hatten wir diesen letzten Tag in Goa als Relaxtag geplant, den wir daher in erster Linie lesend am Pool verbrachten.

Vor unserer Reise nach Indien hatte ich sehr häufig den Hinweis erhalten, wir sollten bloß gut auf uns aufpassen, Indien sei gefährlich, dort gibt es wilde Tiere, exotische Krankheiten, keine Hygiene und alle hofften, dass wir wieder gesund nach Hause kommen. Nun gut, bisher hatte ich nicht das Gefühl, mir hätte auf unserer Rundreise wirklich etwas Schlimmes passieren können. Selbst der Blutegel im Treehouse war ja mehr eklig als gefährlich gewesen.

Als ich mich nun ganz gemütlich im Garten des Siolim House auf meinen Liegestuhl setzen, diesen aber vorher noch ein Stück weiter nach vorne in die Sonne schieben wollte, klemmte ich mir dabei so heftig die linke Hand ein, dass sie sich in wenigen Sekunden dunkelrot verfärbte und scheußlich wehtat. Das hätte mir in der Tat zuhause genauso passieren können.

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Aber davon mal abgesehen hatten wir einen sehr entspannten Tag am Pool, sonnten uns, lasen oder schwammen ab und zu ein paar Runden durch das kühle Wasser. Daniel vertrieb sich eine Weile die Zeit damit, den quirligen Haushund unermüdlich mit dem Ball quer durch den großen Garten zu jagen. Irgendwann war der Hund so platt, dass er sich kommentarlos zur Abkühlung in den Pool stürzte. Die Selbstverständlichkeit, mit der er das tat, sagte mir, dass das nicht sein erstes Mal gewesen war...

Abendessen gab es für uns an diesem Tag im Siolim. Dafür wurden für die anwesenden Gäste schön gedeckte Tische im Garten neben dem beleuchteten Pool aufgestellt und in dieser angenehmen Atmosphäre schmeckte uns das 3-Gänge-Menü gleich nochmal so gut.

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* Die Inder sagen übrigens Schiolim House, wobei man das erste i fast nicht hören kann.

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Montag, April 02, 2007

Abschied von der Villa, aber noch nicht von Goa
Sonntag, 17. Dezember 2006

Heute hieß es Abschied nehmen von Rinoo und der Villa Rivercat, aber bevor wir endgültig abfuhren, wollten wir noch einmal auf der Terrasse lunchen, da es wieder Garnelen gab. Bis zum Essen lagen wir faul auf der Terrasse, während uns Rinoo noch so einiges erzählte, auch von seiner Zeit in Finnland, von seiner Firma, seiner Tochter und dass er selber 'moody and lazy' sei. Man kann also trotzdem zu Geld kommen :-)



Nach dem Essen fuhren wir mit dem Taxi nach Siolim zum Siolim House, einem liebevoll restaurierten Hotel im alten portugiesischen Stil. Unser Zimmer war ein Traum, wunderschön und sehr groß mit einem tollen Bad, in dem 6 Treppenstufen zur Toilette hinaufführten wie zu einem Thron. Gegessen wurde immer draußen im grünen Innenhof, daneben befand sich ein Swimmingpool und zwei große Hunde gab es ebenfalls. Alles war ganz anders als bei Rinoo, aber uns gefiel es auch hier wirklich ausgezeichnet.



Nachmittags unternahmen wir einen kurzen Ausflug nach Alt Goa. Daniel war im Vorjahr schon mal dort gewesen und wollte mir die Stadt bzw. ihre Sehenswürdigkeiten zeigen.

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Alt Goa war beeindruckend, der gesamte Kirchenkomplex gehört zum Weltkulturerbe. Die alten, sehr gut erhaltenen portugiesischen Kirchen muteten mit ihrem Prunk und Protz zwischen all den Palmen und dem Dschungel drumherum sehr seltsam an. So bot uns Alt Goa ein völlig anderes Bild als wir es bisher von Indien bekommen hatten.

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An allen Ecken konnten wir erkennen, was der Monsun den Sommer über mit den Gebäuden anrichtet. Die Beschriftung vor den Kirchen waren bei Daniel Besuch im Vorjahr alle noch gut lesbar gewesen, während man jetzt nur noch Rudimente erkennen konnte. Diese wurden nun in akribischer Handarbeit wieder neu aufgemalt. Auch Rinoo hatte uns erzählt, dass er sein Haus jedes Jahr aufs Neue streichen muß.

Eigentlich wollten wir anschließend noch einen Abstecher nach Panjim unternehmen, hatten dabei aber vergessen, dass ja Sonntag war und die Geschäfte nicht offen hatten. Der Taxifahrer machte uns netterweise rechtzeitig darauf aufmerksam und so vertagten wir den Ausflug nach Panjim auf unseren Abflugtag nach Mumbai.

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Nun brauchten wir aber einen neuen Plan fürs Abendessen. Uns fiel wieder ein, was Rinoo zu Daniel gesagt hatte: 'Show your darling the Nilaya House' und genau das tat Daniel dann auch. Übernachten kann man im Nilaya als Normalverdiener leider wirklich nicht, die Zimmer kosten ca. 400 $ pro Nacht, aber ein Pineapple Juice und ein Abendessen bei schönem Sonnenuntergang war drin, also beschlossen wir, den Abend im Nilaya zu essen. Ein Taxi brachte uns den Berg hinauf zu diesem außergewöhnlichen Hotel mit seiner grandiosen Aussicht auf die Stadt und das Meer. Daniel hatte letztes Jahr schon einen Nachmittag hier verbracht. Diesmal kamen wir gerade noch rechtzeitig an, um einen wunderschönen Sonnenuntergang von oben zu betrachten. Die Atmosphäre war atemberaubend: Man hörte nur leise die Geräusche der Stadt, alles schien ganz weit weg zu sein, in der Ferne leuchtete das Meer, auf dem noch ein paar große Schiffe unterwegs waren und währenddessen ging am Horizont langsam die glutrote Sonne unter. Postkartenkitsch, aber trotzdem wunderschön. Ich freute mich schon unheimlich auf das Abendessen, zumal der Kellner bereits die Gänge angekündigt hatte: Blue Cheese Tortellini, Prawns with Couscous und icecream with strawberries. Obwohl ich das indische Essen wirklich jeden Tag genossen hatte und wirklich nur einmal etwas serviert bekam, was mir nur mäßig schmeckte, bin ich einfach ein absoluter Pastafan und freute mich daher nach der langen Abstinenz ganz besonders über die Tortellini. Das Essen war sehr, sehr lecker und mir gefiel dieses schöne Hotel ausgesprochen gut. Es war keineswegs protzig, sondern alles sehr geschmackvoll und ich konnte mir gut vorstellen, dass man hier mit dem nötigen Kleingeld ein paar erholsame Tage verbringen kann. Die Bungalows der Gäste waren gar nicht zu sehen, sondern völlig im Dschungel versteckt. Auch hier gab es Tiere, die sich aber ganz anders verhielten als Rinoos Zoo. Die Katze bettelte zwar auch, aber auf eine sehr vornehme, zurückhaltende Art und die beiden Rottweiler waren definitiv nicht zum Streicheln aufgelegt. Zum Essen hatte ich einen Rotwein, den ich zunächst geschmacklich überhaupt nicht einordnen konnte. Er schmeckte völlig anders als jeder Rotwein, den ich bisher getrunken hatte, deutlich herber und überhaupt nicht beerig. Auf meine Frage, was für ein Wein das sei, antwortete der Kellner nur 'Goawine'.

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Sonntag, April 01, 2007

Die Villa Rivercat

Normalerweise ist es Daggis Aufgabe, Reiseberichte zu bloggen - dieser Beitrag wurde mir überlassen/aufgetragen - obwohl ich schon einen Bericht über die Villa gebloggt habe. De facto soll nun eine ultimative Lobhudelei auf die Villa Rivercat kommen, einer von 2 Plätzen (neben der Cascina Grassi im Piemont), wo wir uns sofort "heimisch" fühlten.



Leckeres Essen, ein entspanter Gastgeber und vor allem ein sehr schönes, preiswertes, günstiges (!= billiges) Hotel in einer (noch nicht) überlaufenen Gegend Goas.

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Die Zimmer sind wie das ganze Haus wirklich geschmackvoll eingerichtet, das Essen imer lecker und frisch, mit tollen Rückzugs/Sitzmöglichkeiten im Garten, einer schönen Veranda und der Strand ist auch sehr nah.




Bitte vergesst den obigen Text. Der hat doch nur zur Folge, dass das Hotel überlaufen wird und wir da keinen Platz mehr bekommen, sollten wir nochmals nach Goa wollen. Also, sucht euch lieber eine Hütte am Strand, ohne Strom und mit Kakerlaken :-)

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Samstag, März 31, 2007

Mit dem Scooter durch Goa
Samstag, 16. Dezember 2006

Für den heutigen Tag hatte uns Rinoo einen Scooter organisiert, damit wir noch etwas vom Hinterland von Goa sehen konnten. Meine letzte Fahrt mit einem Scooter war in der Tat schon 16 Jahre her, ich hatte auch nicht unbedingt viel Übung im Fahren und schon gar nicht mit zusätzlichem Ballast in Form von Daniel hinter mir.



Aber immerhin war es ein Scooter mit Automatikschaltung, dass machte die Sache etwas einfacher. Trotzdem bewegten wir uns anfangs kaum schneller als ein Fußgänger, aber mit der Zeit bekam ich etwas mehr Übung und dann klappte es auch super. Es war ein Heidenspaß so querfeldein durch Goa zu fahren, völlig fernab von den Touristenzentren. Wir wollten zuerst nach Fort Terakol und anschließend zum Paradise Beach, Rinoo hatte uns die Strecke genau erklärt. Irgendwann trafen wir auf dem Weg dorthin überhaupt keine anderen Touristen mehr, sondern nur noch die einheimische Bevölkerung. Viele Leute, an denen wir vorbeifuhren, riefen hello und winkten uns zu, insbesondere die Kinder. Manche von ihnen liefen sogar ein Stückchen mit uns mit, riefen uns hinterher und lachten, wenn wir sie letztendlich doch abhängten. Es war ein völlig anderes Gefühl, hier auf diesen Straßen mit dem Scooter zu fahren als mit dem Auto.

Trotz Rinoos Wegbeschreibung mußten wir unterwegs öfter nach dem Weg fragen, was aber kein Problem war. Die meisten Inder verstanden uns und zeigten uns direkt die Richtung, in die wir fahren sollten. Nur Frauen ließen sich nicht ansprechen, sondern gingen einfach weiter. Ich fragte mich, ob sie uns nicht verstanden oder ob es ihnen unangenehm war, von Fremden angesprochen zu werden. Vielleicht gehörte es sich auch einfach nicht, daher hielten wir uns lieber wieder an die männliche Bevölkerung.

Das Hinterland von Goa ist wirklich bezaubernd und sieht ganz anders aus als alles, was wir bisher gesehen hatten. Die Landschaft ist sehr urtümlich, man sieht viele winzige Hütten und dazwischen immer wieder Seen und ab und zu im Vergleich zu Kerala sehr kleine Reisfelder. Manche Straßen waren in einem unglaublich schlechten Zustand, nicht nur unaspaltiert, sondern auch mit riesigen Schlaglöchern versehen. Hier war das Fahren mit dem Scooter wirklich kein Spaß und mit meinen Kontaktlinsen machte mir auch der Staub sehr zu schaffen. Aber die meiste Zeit empfand ich das Fahren unheimlich unbeschwert, was sicher auch daran lag, dass wir weder Helm noch Schutzkleidung trugen und es für uns auch keine wirklich erkennbaren Verkehrsregeln gab. Kein Vergleich zum Fahren in Deutschland.



Mit der Fähre setzten wir nach Fort Terekol über. Fort Terekol liegt ganz oben auf einem Berg, von dem man eine grandiose Aussicht auf das Meer hat. In dem Fort befindet sich auch ein schönes Hotel und laut Rinoo servieren sie dort tollen Icetea. Den haben wir allerdings nicht ausprobiert, wir wollten lieber zum Paradise Beach weiterfahren.

Nach mehrmaligem Nachfragen kamen wir auch endlich dort an, fast hatten wir schon nicht mehr damit gerechnet, den Strand wirklich zu finden. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir schon viel früher zum Meer hätten abbiegen können - offensichtlich hatten wir die Wegbeschreibungen der Inder nicht immer richtig verstanden. Der Strand ist unheimlich lang und völlig touristenfrei. Insgesamt war kaum eine Menschenseele an diesem Strand unterwegs, lediglich in der Ferne sahen wir ein paar Inderinnen mit ihren Kindern. Ich musste unwillkürlich an Maspalamos auf Gran Canaria denken. Was für ein Unterschied.

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Nachdem wir eine Weile die Ruhe und Einsamkeit am Paradise Beach genossen hatten, ging es weiter. Richtig viel Benzin hatten wir nicht im Tank und auch wenn Rinoo gesagt hatte, dass uns zwei Liter locker für den ganzen Tag ausreichen, war uns doch nicht ganz wohl, mit fast leerem Tank durch so weitab gelegene Gegenden zu fahren. So machten wir uns auf die Suche nach einer Tankstelle. Irgendwie mussten ja auch die ganzen anderen Motorräder, Scooter und Tuk Tuks an Benzin kommen. Eine Tankstelle konnten wir allerdings nirgendwo entdecken. Ein Mann, den wir daraufhin ansprachen, erklärte uns, dass der eine oder andere Laden in dem Dorf um die Ecke Benzin verkaufen würde. Also fragten wir uns durch und fuhren dabei mit unserem Scooter mitten durch die engen, mit Fußgängern, Tuk Tuks und anderen Zweirädern vollgestopften Straßen. Es war schon ein ungewöhnliches Gefühl, hier mitten durch zu fahren, aber alle Leute, mit denen wir sprachen, waren ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Schließlich hatten wir uns bis zu besagtem Laden durchgefragt, erkannt hätten wir ihn nicht, denn er sah nicht annähernd wie eine Tankstelle aus, genau gesagt noch nicht einmal wie ein Geschäft, in dem man überhaupt etwas einkaufen kann. Aber dort bekamen wir einen Liter Benzin aus einer Plastikflasche, der Inhalt sah aus wie Lipton Icetea, den uns der Verkäufer in den Tank füllte, 50 Rupien dafür und schon konnten wir weiterfahren, wieder zurück ins Hotel.

Anschließend wollten wir mit der Fähre wieder auf die andere Seite des Flusses übersetzen. Teilweise trafen wir an der Anlegestelle wieder die gleichen Leute wie auf der Hinfahrt. Schon auf der Hinfahrt war mir ein Scooterfahrer aufgefallen, der neben seinem Beifahrer noch zwei Hunde dabei hatte. Wie sich die Hunde dabei auf dem Scooter hielten, war mir ein Rätsel. Aber als wenn das noch nicht genug wäre, transportierte er auf dem Rückweg noch zwei zusammengebundene Schweine auf dem Trittbrett. Dieser Aufzug verursachte allerdings einigen Aufruhr bei den zahlreichen Hunden, die an der Fähranlegestelle herumstreunten. Mit wütendem Gebell rannten sie den Hang hinauf, um dort den Scooterfahrer abzufangen und ihm mit anhaltend wütendem Gebell hinterherzujagen.

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Wieder in der Villa angekommen, entschieden wir uns nach einer kurzen Pause, die Fahrt mit dem Scooter noch eine Weile fortzusetzen und unser Mittagessen im Restaurant La Plage einzunehmen. Rinoo hatte uns dieses französische Fischrestaurant mehrmals ans Herz gelegt und in der Tat war das Essen auch sehr gut. In zwei Wochen in Indien hatte ich bereits soviel Fisch gegessen wie in all den letzten Jahren nicht. Aber langsam gewöhnte ich mich daran, denn der Fisch war immer frisch und sehr lecker.

Nach einer kurzen Lesepause im Hotel packten wir schweren Herzens unsere Sachen zusammen. Abends wollten wir uns Ingos Nightmarket ansehen, der mich allerdings nicht sehr beeindruckt hat: Sehr viel touristischer Nepp mit deutlich überhöhten Preisen und sehr aufdringlichen Händlern.

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Am Eingang bot einer der Händler Daniel ein Holzsspiel an, das Daniel aber nicht brauchte. Nach mehrmaligem erfolglosen Anbieten hatte das auch der Händler verstanden und schwenkte daher kommentarlos auf seine Briefmarkensammlung um. Aber auch dafür zeigte Daniel kein Interesse, so dass der Händler letztendlich noch ein kleines Kamasutra hervorzog.

Diese Verkaufsstrategie hat mich schon fast wieder amüsiert.

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Mittwoch, März 21, 2007

Neue Gäste in der Villa Rivercat
Freitag, 15. Dezember 2006

Obwohl ich eigentlich kein Frühaufsteher bin, fand ich es immer ausgesprochen schön, von den ersten Sonnenstrahlen geweckt zu werden, die schon früh morgens durch die Fenster fielen.

Nach einem kurzen Strandspaziergang und einem kleinen Frühstück gingen wir zum Einkaufen in 'die Stadt' mit anschließendem Besuch des winzigen Internetcafés. Dort lernte ich DSL mal wieder ganz neu zu schätzen: Ist das Surfen im Internet sowieso schon ausgesprochen mühsam und zeitaufwändig, wenn insgesamt vier Rechner an einem Modem hängen, wurde die Geschwindigkeit nochmal drastisch gedrosselt durch einen döseligen Touristen, der unbedingt eine 5 MB-Datei herunterladen mußte, während noch zwei weitere Rechner belegt waren.

Einmal Mailabrufen und Mailschreiben dauerte so ganze 50 Minuten, aber immerhin konnten wir noch ein paar Mumbaitipps ausdrucken, die mir ein indischer Kollege zugeschickt hatte. Der angeschlossene Drucker erweckte zwar zunächst nicht unbedingt den Anschein, als wenn er zwei Seiten am Stück drucken könnte, aber schließlich klappte es doch.

Danach hielten wir wieder Siesta im Garten, die aber plötzlich durch penetrantes Fiepen gestört wurde. Während wir uns noch über die Herkunft dieses Fiepsens wunderten, tauchten neben uns auf einmal zwei winzige schwarze Hundeköpfe auf. Nach einigem Hin und Her hatten es die beiden Welpen auch geschafft, über eine niedrige Stelle des Gartenzauns zu klettern und begannen sofort, fröhlich durch den Garten zu tollen und alles in Beschlag zu nehmen.


Rinoo meinte, dass sicher jemand diese Welpen absichtlich direkt neben seinem Garten ausgesetzt hätte, da bekannt sei, dass es Tieren bei ihm gut geht. Auf unsere Frage, was denn nun mit den Welpen passieren würde, meinte er nur schlicht:
'Well, we`ll keep them.'
Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Und Mary war schon mit Futterschälchen und Flohpulver unterwegs.


Am Abend kam noch ein Bekannter von Rinoo aus Dänemark mit seinem kleinen Sohn vorbei, der gerade eine 1 ½-jährige Weltreise mit seiner vierköpfigen Familie (Frau und 6-jährige Tochter) machte. Das fand ich schon sehr beeindruckend, meines Erachtens gehört dazu viel Mut. Aber insbesondere für die Kinder finde ich es eine großartige Erfahrung und fremde Nationen sind für sie damit nicht mehr fremd. Es war interessant, sich mit ihm zu unterhalten und der Abend war sehr kurzweilig, lediglich immer wieder mal von einem Powercut unterbrochen, so dass wir schließlich ganz gemütlich bei Kerzenlicht auf der Terrasse saßen und plauderten.

Von Rinoo erhielten wir noch ein paar Tipps für die Gestaltung unseres letzten Tages in der Villa Rivercat. Nachdem wir nun drei Tage lang grenzenlos gefaulenzt hatten, wollten wir an diesem Tag doch noch etwas unternehmen, obwohl es mir wirklich schwer fiel. Ich wollte jede Minute hier auskosten, es war einfach zu schön.

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Dienstag, März 20, 2007

Faulenzen nonstop
Donnerstag, 14. Dezember 2006

Früh bei Tagesanbruch wachte ich auf, ich hatte mich immer noch nicht der Zeitverschiebung angepaßt. Die indischen Gäste waren schon deutlich zu hören, ich hatte überhaupt keine Vorstellung, wie viele es überhaupt waren. Das Haus schien plötzlich voll mit Indern zu sein. Als wir uns zum Frühstück unten auf die kühle Terrasse setzten, meinte Rinoo:
'One more day indian family...'
Am Vortag war ich leider während der Abenddämmerung ziemlich von Mücken zerstochen worden, aber wenn man sich in dieser Zeit im Haus aufhält, halten sich auch die Mückenstiche in Grenzen.

Den Tag über lasen Daniel und ich wieder ausgiebig, während wir gemütlich in der Sonne saßen. Erst auf der Terrasse, danach im Garten, nachdem wir uns für einen der zahlreichen Liegeplätze entscheiden konnten. Der Tag war etwas windiger und zunächst nicht ganz so heiß, aber im Laufe des Tages legte die Sonne ordentlich zu. Zum Lunch gab es wieder frische Pancakes und Lemonpie und im Anschluß marschierten wir ca. 2,5 Stunden bei strahlendem Sonnenschein am Strand entlang nach Arambol.

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Bei unserem ausgiebigen Spaziergang beobachteten wir auch die zahlreichen kleinen und teilweise auch größeren Krebse, die sich am Strand tummelten. Einmal erspähten wir einen richtig großen Krebs, der reglos am Rand seines Sandlochs verharrte, solange wir ihn beobachteten. Ich war neugierig und wollte sehen, ob er in seinem Loch verschwindet oder davonläuft, wenn ich auf ihn zugehe. Daher machte ich einen forschen Schritt auf sein Loch zu. Blitzartig zückte der Krebs eine seiner zwei scharfen Scheren, was sehr beeindruckend aussah. Ich zog es vor, ihm lieber aus dem Weg zu gehen.

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Richtung Norden wurde der Strand immer belebter. Während bei uns vor dem Hotel praktisch kaum Leute am Strand unterwegs sind, tummelten sich im Norden jede Menge Touristen und damit auch aufdringliche Händler, die uns permanent etwas verkaufen wollten. Arambol fand ich furchtbar: Zu laut und zu voll, aber mir war es mittlerweile auch zu heiß, um mich durch die engen Straßen zwischen den dichtgedrängten Verkaufsständen hindurchzuzwängen. Trotzdem war es mir ein Rätsel, warum die Leute lieber hierher kamen als weiter nach Süden, wo der Strand viel leerer war. Nach den ruhigen, entspannten Tagen, die wir hinter uns hatten, waren mir das hier viel zu viele Leute.

Nach dem Strandspaziergang stürzten wir uns das erste Mal ins Meer. Es war wirklich herrlich, kaum eine Menschenseele lief bzw. schwamm uns über den Weg, die Wellen waren perfekt und das Wasser flach, angenehm warm, aber doch sehr erfrischend bei der Hitze.

Zum Abendessen hatte Rinoo frische Garnelen mitgebracht, so unglaublich lecker und geschmackvoll, wie ich sie noch kaum gegessen hatte. Hinterher bekamen wir noch etwas Gemüse extra, das Rinoo für die indischen Gäste hatte zubereiten lassen. Entsprechend scharf war es dann auch. Die Garnelen schmeckten nicht nur ausgezeichnet, sondern rochen auch sehr gut, was insbesondere bei den zahlreichen Katzen auf großes Interesse stieß. Nur mit Mühe und mehreren Bücherbarrieren konnten wir die verfressenen Tiere davon abhalten, während des Essens auf unseren Tisch zu klettern.

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Mittwoch, März 07, 2007

In der Villa Rivercat
Mittwoch, 13. Dezember 2006

Am frühen Morgen wurde ich von Meeresrauschen und Vogelzwitschern aufgeweckt. Es war noch nicht richtig hell, die Sonne ging gerade erst auf. Wir hatten ein wirklich schönes Zimmer im obersten Stock der Villa Rivercat, direkt vor der Balkontüre raschelten leise die Kokospalmen.


Nach einer endlich mal wieder ausgiebigen Dusche spazierten Daniel und ich ein wenig ums Haus herum und weiter ins Dorf*, kauften in dem kleinen Supermarkt Getränke ein und verschickten im nebenan gelegenen Internetcafé ein paar Mails an die Verwandschaft zuhause. Anschließend wanderten wir lange am Meer an einem schönen Sandstrand entlang, der im Hintergrund mit Kokospalmen gesäumt war. Dort waren viele winzige Krebse unterwegs, die ganz hektisch auseinanderspritzen, wenn man ihnen zu nahe kam. Der Sand war stellenweise wirklich mit kleinen Krebslöchern übersät und teilweise konnten wir sehen, wie sich die Krebse auch dichter am Wasser blitzschnell im Sand eingruben.


Rinoo hatte uns das nahegelegene Fischrestaurant 'La Plage' empfohlen, das wollten wir uns mal ansehen. Allerdings hatten wir nicht genügend Geld dabei und wegen eines Stromausfalls waren auch nicht alle Gerichte verfügbar (vielleicht waren in dem Moment auch nicht alle zu empfehlen). Rinoo hatte uns erzählt, dass einige seiner Gäste üble Lebensmittelvergiftungen inklusive Krankenhausaufenthalt gehabt hätten, da das Essen am Strand schlechter geworden sei. Gerade die billigen Stände benutzten häufig altes, schlechtes Öl, das Eis in den Getränken wäre aus Leitungswasser gemacht und der Fisch sei teilweise verdorben und ungenießbar. So verließen wir uns lieber auf Rinoos Empfehlungen, denn auf eine Lebensmittelvergiftung waren wir wirklich nicht scharf.

Die Sonne schien herrlich und mir fiel auf, dass einige ausländische Touristen mit kleinen Kindern unterwegs waren. Für Kinder mußte dieser Strand das reinste Paradies sein.

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Nachdem es nun mit dem Essen im 'La Plage' diesmal nicht geklappt hatte, gab es wieder ein leckeres, frisch zubereitetes Mittagessen in der Villa. Anschließend ging es ab in den Garten zum Lesen und Relaxen. Nachdem ich einige Mühe hatte, zwischen all den zur Verfügung stehenden Liegeplätzen den mir angenehmsten herauszufinden schlief ich letztendlich in der großen Hängematte tief und fest ein und fühlte mich anschließend deutlich fitter als vorher. Am frühen Abend beschlossen wir, uns den Sonnenuntergang vom Strand aus anzuschauen - ein wirklich schönes Schauspiel und ich genoß die ausgesprochen friedliche Stimmung hier.

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In der Villa Rivercat waren mittlerweile indische Gäste eingetroffen, die meiner Meinung nach hier gar nicht so recht hinpassten. Rinoo erzählte uns später, dass offensichtlich der Sohn übers Internet die Zimmer für die Familie gebucht hätte, aber alle etwas völlig anderes erwartet hätten. Rinoo schien sich darüber sehr zu amüsieren. Die Gäste wollten unbedingt Zimmer im 5. Stock, den es in der Villa aber gar nicht gibt. Rinoo erzählte uns auch, dass es Inder immer laut und hektisch haben möchten, doch dafür war die Villa natürlich der völlig falsche Ort. Die indischen Gäste wollten natürlich auch viel schärferes Essen, aber in der Villa Rivercat ist man da eher auf europäische Touristen eingestellt und kocht nicht so scharf. Da die Gäste auch eine gehbehinderte Frau ohne Beine dabei hatten, war der nicht vorhandene Fahrstuhl allerdings wirklich ein Problem. Die Frau hatte keinen Rollstuhl, sondern bewegte sich auf dem Boden mit den Armen vorwärts. Das war in der Tat ein sehr ungewöhnlicher Anblick, mir kam sie vor wie ein Hund. Zu allem Überfluß gab es im Gegensatz zu einem großen Ressort auch keinen Pool. Rinoo meinte:
'Das ist der Nachteil des Internets - man weiß nicht, wer da bucht.'
Abends gab es frischen Pomfret zum Dinner, der ausgezeichnet schmeckte und mit einer kleinen brennenden Kerze sehr hübsch dekoriert war. Zum Nachtisch gab es eine Art frittierte Bananen, die wir in ähnlicher Form schon auf dem Hausboot gegessen hatten. Nach dem Essen gesellte sich Rinoo zu uns und unterhielt sich eine ganze Weile mit uns. Ich war sehr angetan von diesem Mann, der genauso war wie ihn mir Daniel letztes Jahr bei seinem ersten Besuch geschildert hatte.

Schließlich gingen Daniel und ich auf unser Zimmer. Auf dem Schreibtisch stand ein kleiner Elefant aus Stein und daneben saß ein Frosch, der uns beiden bisher noch gar nicht aufgefallen war. Während Daniel überlegte, ob der Frosch echt sei, war ich mir sehr sicher, dass wir ihn bisher nur noch nie beachtet hatten. Immerhin stehen in der Villa ja allerhand Steinfiguren herum. Etwas verunsichert war ich aber doch, so dass ich den Frosch eine Weile beobachtete. Als er sich schließlich doch bewegte, war die Sache klar: Eine Steinfigur war das nicht. Mit einem echten Frosch wollten wir aber nur ungern das Zimmer teilen, also bat ich daraufhin Rinoo und Mary um Rat. Beide lachten und Mary kam uns mit einer Zeitung zu Hilfe. Aus sicherer Entfernung beobachtete Daniel unsere etwas ungeschickten Versuche, den Frosch mit einer Zeitung dingfest zu machen. Doch so leicht wollte der sich nicht einfangen lassen. Stattdessen warf er sich lieber Daniel mit einem beherzten Sprung an die Brust, worauf dieser erst einmal bis auf weiteres mental außer Gefecht gesetzt war. Nach noch ein paar weiteren wilden Sprüngen durch unser Zimmer gelang es Mary und mir schließlich, den an der Gardine hängenden Frosch aus dem Fenster zu schubsen. Mit einem gewagten Hechtsprung hopste dieser über das Balkongeländer, worauf Mary mit ihrem gediegenen britischen Akzent ganz trocken meinte:
'Goodbye froggy. I think you jumped a little bit too far.'
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* Dorf ist eigentlich schon zuviel für die Ansammlung von ein paar winzigen Geschäften und ein paar Hotels.

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Montag, Februar 19, 2007

Auf dem Weg ins Paradies
Dienstag, 12. Dezember 2006

Als mitten in der Nacht unser Weg klingelte, war der Generator noch nicht eingeschalten, so dass wir uns zunächst im Schein von Taschenlampen und Kerzen ankleiden mußten. Ich war ja noch ein wenig skeptisch, ob mit dem Fahren alles so klappen würde, wie wir es am Vortag mit dem Manager abgesprochen hatten und ob Sabu wirklich unten an der Straße auf uns warten würde. Aber pünktlich um 3.30 Uhr sprang der Generator an und alle fünf Mann des Hotels waren wach. Zwei von ihnen, um unser Gepäck zum Auto zu tragen, zwei um uns ins Tal zu fahren und der Manager selber, um uns zu verabschieden. Alles klappte reibungslos. Die Fahrt im Dunkeln ins Tal war wieder spektakulär und ich überlegte, ob diesmal bergrunter statt dem Getriebe vielleicht die Bremse versagen würde. Wir erreichten aber ohne irgendwelche Zwischenfälle um 4.30 Uhr die verabredete Stelle, wo der gute Sabu bereits auf uns wartete. Er war mindestens genauso müde wie wir und auch das Fahren im Dunkeln offensichtlich nicht gewohnt, was man seinem Fahrstil anmerken konnte. Er fuhr deutlich langsamer als sonst, die Hupe kam im Dunkeln allerdings genauso oft zum Einsatz wie tagsüber.

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Ich war überrascht, wie viel hier auf dem Land um diese frühe Uhrzeit schon los war. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass es überall noch dunkel und daher alles noch ganz ruhig ist. Aber es waren zahlreiche Busse und auch schon etliche Fußgänger unterwegs. Als wir nach langer Fahrt endlich den winzigen Flughafen von Calicut erreichten, war es bereits hell.

Am Flughafen wurde uns mitgeteilt, dass unser Gepäck nicht bis Goa durchgecheckt werden könne, sondern dass wir es in Mumbai abholen und noch mal neu einchecken müssten. Außerdem müssten wir dort vom internationalen zum nationalen Flughafen wechseln. So etwas Blödes war mir noch selten beim Fliegen passiert und dieser Umweg kostete uns natürlich deutlich mehr Zeit als geplant.

Einigermaßen pünktlich erreichten wir den internationalen Flughafen von Mumbai. Der Flughafen war aus meiner Sicht eine Katastrophe: Völlig unübersichtlich, es gab kaum vernünftige Wegbeschreibungen und die, die wir fanden, waren auch noch falsch. Zwar standen überall Securityleute herum, die die Passagiere weiterleiteten, aber das trug eher zum allgemeinen Durcheinander bei als das es half und daher wußten wir schließlich überhaupt nicht mehr, wo wir eigentlich hinsollten. So standen wir schließlich am entgegengesetzten Ende des Flughafens am völlig verkehrten Gepäckband und lediglich ein sehr wütend schimpfender Inder* machte uns mit seinem Gezeter gegenüber einem Flughafenmitarbeiter darauf aufmerksam, dass auch wir hier völlig falsch waren. Während uns langsam die Zeit davonlief, machten wir uns also eiligst auf zum entgegengesetzten Ende des Flughafens. Unser Gepäck stand bereits da, an dem kostenlosen Bustransfer zum nationalen Flughafen hatte sich allerdings schon eine lange Schlange gebildet.

Als der nächste Shuttle endlich eintraf, war der Bus voll bevor wir überhaupt einsteigen konnten, so dass wir weiter warten mussten. Als wir nach langem Warten doch noch endlich am richtigen Flughafen ankamen, flitzten wir sofort los, um Gepäckabgabe und Securitycheck zu erledigen, bis uns der Mann bei der Gepäckabgabe sagte, dass unser Flug sowieso eine Stunde Verspätung hätte. Aus der einen Stunde wurden schließlich vier, die wir somit auf dem Mumbaier Flughafen verbrachten. Aufgrund starken Nebels über Delhi hatten sämtliche Maschinen von und nach Delhi starke Verspätung bzw. konnten nicht starten oder landen.

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Die vier Stunden am Mumbaier Flughafen waren so ziemlich das Nervigste, was uns in diesem Urlaub passiert ist. Es war unglaublich laut, ein Geschrei und Gedränge, überall klingelten Mobiltelefone, die anderen Passagiere riefen durch die Gegend, fuchtelten und gestikulierten wild mit den Händen, Kinder schrien ohrenbetäubend, so dass ich mich kaum auf mein Buch konzentrieren konnte. Immerhin hatten wir zwei der knappen Sitzplätze im Wartesaal ergattert und mußten wenigstens nicht stehen oder auf dem schmutzigen Boden sitzen. Zwischendurch fiel immer wieder der Strom aus und die Anzeigetafel mit den Flugzeiten war für eine ganze Weile überhaupt nicht mehr funktionsfähig.

Richtig los ging das Gedränge, als gleichzeitig mit unserer Maschine der Securitycheck für zwei weitere Maschinen begann. Beim Securitycheck waren Frauen und Männer immer hübsch gedrängt und ich konnte es kaum fassen, wie rücksichtslos sich die indischen Frauen vordrängelten. Ich hatte schon Sorge, mir könnte mein Rucksack abhanden kommen, der den Securitycheck deutlich schneller passierte als ich.

Aber endlich saßen wir im Flugzeug nach Goa und konnten erleichtert aufatmen. Als wir in Goa ankamen, hatte ich den Eindruck, eine völlig andere Welt zu betreten. Auf dem Flughafen waren diesmal die nichtindischen Touristen deutlich in der Überzahl. Der Flughafen war klein und übersichtlich und während ich mit unserem Gepäck auf Daniel wartete, der ein Taxi organisieren wollte, erschien mir das Treiben um mich herum wie ein wildgewordener Hühnerhaufen. Der kleine Flughafenshuttle hatte vorne auf der Ablage eine Art Hausaltar liebevoll dekoriert mit Ganesha und Jesus in friedlicher Koexistenz neben einem glimmenden Räucherstäbchen, das das gesamte Taxi in eine esoterische Rauchwolke einhüllte.

Schon auf der etwa 1 ½ stündigen Fahrt zu unserem Hotel fiel mir auf, dass hier in Goa alles völlig anders war als Kerala. Auf den Straßen ging es deutlich trubeliger zu. Trotz der Dunkelheit herrschte überall noch lebhaftes Treiben und zahlreiche junge Leute waren noch mit Motorrädern oder -rollern unterwegs. In Kerala dagegen war es in der Regel mit Einbruch der Dunkelheit überall sehr still geworden. Landleben eben.

Nach der langen Reise war ich sehr froh, als wir endlich die Villa Rivercat erreichten, in der Daniel schon im Vorjahr ein paar schöne Tage verbracht hatte. Als ich das mit Lampions und Kerzen beleuchtete Haus inmitten lauter Kokospalmen betrat, kam ich mir vor wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Der Anblick war bezaubernd und die Villa erschien mir wie eine Oase der Ruhe und Entspannung. Von Rinoo, dem Hotelbesitzer, und seiner Lebensgefährtin Mary wurden wir sehr freundlich begrüßt.

Den Rest des Abends verbrachten wir auf der wunderschönen Terrasse bei Kerzenlicht, es gab noch ein leckeres Abendessen mit Apfel- und Zitronenquarkkuchen zum Nachtisch. Eine von Rinoos zahlreichen kleinen Katze war direkt neben uns nach einer ausgiebigen Katzenwäsche tief und fest eingeschlafen. Rinoo selber setzte sich später noch für einen Moment zu uns und erzählte von der dänischen Hochzeit, die er im Vorjahr in der Villa ausgerichtet hatte. Während wir uns unterhielten, streunten seine Hunde und Katzen zum ersten Kennenlernen an uns vorbei. Alles wirkte unheimlich friedlich und ruhig.

Erst spät gingen wir zu Bett. In der Nacht konnten wir das Meer hinter der Villa rauschen hören. Ab und zu bellte leise ein Hund.

Ich hatte das Gefühl, ich war im Paradies angekommen.

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* Übrigens der erste und einzige, den ich während unseres Urlaubs zu Gesicht bekam.

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Sonntag, Februar 18, 2007

Ein Tag im Green Magic Resort
Montag, 11. Dezember 2006

Die Geräuschkulisse nachts im Green Magic Resort war einfach unglaublich. Das Rauschen des Baches war ohrenbetäubend, dazu kamen noch die Zikaden, deren Zirpen schlagartig bei Tagesanbruch einsetzte, als hätte sie jemand mit einem Schalter aktiviert. Während Daniel noch fest schlief, hörte ich am frühen Morgen schon Affen kreischen, zahlreiche Vögel zwitschern und dazu noch die Geräusche anderer Tiere, die ich nicht kannte.

Ausgeschlafen und bei Tageslicht sah am nächsten Tag alles schon wieder ganz anders aus als am Abend davor. Die Sonne schien, der Bach rauschte, die Vögel zwitscherten und ich hatte trotz der Kälte einigermaßen gut geschlafen.

Die Lage des Resorts war einmalig, grün soweit das Auge reichte, fernab von jeglicher Zivilisation. Andere Häuser oder gar ein Dorf waren weit und breit nicht zu sehen. Stattdessen konnten wir Giant Squirrels beobachten, die von Baum zu Baum hüpften. Der Himmel war strahlend blau und das Personal sehr freundlich.

Aber nichtsdestotrotz - ich bin ein verweichlichter Städter und freute mich daher sehr über die beiden amerikanischen Touristen aus Philadelphia. Mir schienen Tara und Mike in diesem Moment Gleichgesinnte, vielleicht sogar Leidensgenossen, mit denen ich mein mulmiges Gefühl teilen wollte, das mich seit unserer Ankunft am Vortag nicht gänzlich verlassen hatte. Oder von denen ich mir einfach nur Verständnis erhoffte. Hätten die Bus- und Taxifahrer nicht gestreikt, wären die Zwei schon einen Tag früher abgereist. Sie bewohnten das 2. Baumhaus, ca. 10 Minuten Fußmarsch vom Haupthaus entfernt. Als ich sie fragte, ob man die Strecke zu Fuß laufen könnte, bejahten sie das. Man müsse nur gut aufpassen wegen der vielen Blutegel, die im Gras unterwegs seien, und unbedingt feste Schuhe tragen. Tara erzählte uns außerdem, dass sie bereits ein Blutegel am Knie erwischt hätte.

Wie eklig!

Während Tara erzählte und uns ihren Biß zeigte, erblickte ich einen dicken Blutegel, der langsam und schwerfällig direkt vor mir über die Terrasse robbte und dachte so bei mir:
Der ist aber ganz schön fett...!
Just in dem Moment bemerkte ich meinen blutenden Fuß und stellte mit blankem Entsetzen fest, dass sich dieses wiederliche Vieh offensichtlich an meinem Zeh verköstigt hatte. Ich dachte in dem Moment nicht daran, dass sich mein Fuß vielleicht irgendwie entzünden könnte, es tat auch nicht weh, im Gegenteil, ich hatte von dem Biß überhaupt nichts mitbekommen. Aber ich fand die Tatsache so unglaublich ekelhaft, dass sich ein Blutegel an meinem Zeh festgesaugt und dass ich das noch nicht einmal bemerkt hatte. Meine Stimmung sank wieder rapide in den Keller. In diesem Moment wollte ich nur noch nach Hause in mein warmes, kuscheliges Bett, um mir dort die Decke über den Kopf zu ziehen.

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Stattdessen saß ich im indischen Niemandsland mit einem blutenden Fuß und einem betrunkenen Blutegel, der gemächlich davontorkelte, bis ihn Daniel von der Veranda kickte. Aber Tara beruhigte mich, ein solcher Biß sei gar nicht schlimm, sondern einfach nur eklig. Und allein die Tatsache, dass sie und ihr Mann (immerhin ein Arzt) genauso paranoid reagierten wie wir, beruhigte mich wieder ein wenig. Ich hatte das Gefühl, dass wenigstens die beiden nachvollziehen konnten, wie es mir ging. Mir fehlte vielleicht nur ein wenig die amerikanische Leichtigkeit.

Für eine Nacht hatte auch ein Mitarbeiter eines indischen Reiseveranstalters aus Mumbai im Baumhaus übernachtet (das wir ja gekündigt hatten, sonst hätte er über uns im 2. Stock schlafen müssen). Der Hotelmanager wollte ihm die gesamte Anlage zeigen und nahm uns und die beiden Amerikaner gleich mit. Die Anlage war deutlich größer als ich gedacht hatte. Es gehörten noch mehrere sehr hübsche Häuschen dazu, allerdings schien allem hier die Feuchtigkeit des Dschungels ziemlich zu schaffen zu machen. Von einem der Häuschen hatte man eine geradezu grandiose Sicht ins Tal. Diese Seite des Hauses bestand aus einer riesigen Fensterfront, die sich vollständig öffnen ließ. So bot sich einem ein herrlicher Blick hinab ins Tal und der Dschungel lag direkt vor der Tür.

Wir fuhren den Vormittag über alle zusammen mit dem Jeep über die holprige Straße von Haus zu Haus und ich fand es sehr angenehm und amüsant, in der Zeit mit den Amerikanern zu plaudern, die von ähnlichen Erlebnissen berichteten wie wir. Die Landschaft war atemberaubend, wir sahen einen Stsmm wilder Bienen, Orchideen wuchsen wie Unkraut einfach so am Baum. Es war kaum zu glauben, wenn man nur daran denkt, wie sie bei uns gehätschelt werden müssen, damit sie blühen.

Vorsorglich hatten wir uns für diesen Ausflug wegen der vielen Blutegel eigene Anti-Leech-Socken gebastelt.

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Zum Schluß wollten Tara und Mike uns und dem Mann von der Reiseagentur noch das Baumhaus zeigen, in dem sie übernachtet hatten. Ich war mir nachher nicht sicher, was ich wirklich schlimmer gefunden hätte: Unseren Lift, auf den wir nur bedingt Einfluß hatten oder die schaukelnde Hängebrücke, die zu dem 2. Baumhaus führte und die man natürlich auch im Stockfinstern überqueren mußte. Dieses Baumhaus war noch deutlich abgeschiedener als unseres, bei dem ich trotzdem schon das Gefühl gehabt hatte, wir seien ganz allein auf der Welt. Die beiden Amerikaner beschlossen ebenfalls, die letzte Nacht in einem der Häuschen am Boden zu verbringen und hofften, dass am nächsten Tag auch der Streik wieder vorbei sein würde.

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Den Rest des Tages verbrachten wir in erster Linie lesend auf der Veranda. Der Ausblick, den wir dabei in das grüne Tal hatten, war unheimlich schön. Abends veranstalteten unsere Gastgeber für uns vier Gäste ein Candlelightdinner auf der Veranda, bei dem alle elektrischen Lichter ausgeschaltet und stattdessen jede Menge Kerzen und Öllampen auf der gesamten Veranda verteilt wurden. So wurde es ein wirklich schöner Abend, an dem wir uns sehr nett mit den Amerikanern unterhalten konnten. Die beiden entsprachen übrigens überhaupt nicht den Klischeeamerikanern, die ich bisher in der Regel kennengelernt hatte, aber die trifft man wahrscheinlich auch nicht unbedingt im indischen Dschungel.

Da wir sehr früh in der Nacht aufstehen mussten, um in Calicut unseren Flug zu erreichen (3.30 Uhr), gingen Daniel und ich recht zeitig zu Bett und verbrachten eine weitere Nacht in klammen Laken.

Letztendlich kam ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass mir der Tag im Green Magic Resort sehr gut gefallen hatte, die beiden Nächte allerdings weniger. Insgesamt war es eine interessante Erfahrung für mich und ich würde das Resort auch durchaus weiterempfehlen. Allerdings denke ich auch, dass man etwas besser vorbereitet sein sollte, als wir das waren und in etwa wissen sollte, was einen hier erwartet.

Denn ein normales Hotel ist das Green Magic Resort ganz sicher nicht.

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Montag, Januar 29, 2007

Im Baumhaus oder Wie hoch sind eigentlich 20 Meter?
Sonntag, 10. Dezember 2007

Als wir mit dem ausgetauschten Jeep endlich im Green Magic Resort in Vythiri ankamen, verschlug es mir beim Anblick des Baumhauses erst einmal die Sprache. Aus der Nähe sah es doch deutlich zusammengeschusterter aus als ich gedacht hatte. Davon mal abgesehen wurde mir erst jetzt richtig bewusst, wie hoch 20 Meter wirklich sind. Der kleine Lift zum Baumhaus schaukelte friedlich im Abendlicht und ich fühlte mich zum ersten Mal an diesem Tag wirklich unbehaglich.

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Ein Seitenblick auf Daniel zeigte mir, dass es ihm nicht anders ging.

Zwei Mann zogen uns die 20 Meter nach oben, mit einer zweiten Fuhre folgte unser Gepäck. Oben angekommen, schauten wir uns ein wenig ratlos an und begannen dann sehr vorsichtig, das Baumhaus genauer zu erkunden. Ich habe wirklich noch nie unter Höhenangst gelitten und mir wird auch normalerweise nicht schwindelig, wenn ich aus großer Höhe nach unten schaue. Aber dieses Baumhaus war doch noch ganz anders. Es gab insgesamt drei Stockwerke. Unten befand sich auf einer großzügigen Plattform in der Mitte ein Schlafraum, an den das Badezimmer grenzte. Drumherum gab es eine Art Veranda mit Sitzgelegenheit. Alles war offen, lediglich das Schlafzimmer war mit Wänden abgetrennt und hatte eine Tür. Die Dusche befand sich quasi direkt im Freien, was ja eigentlich auch gar nicht schlimm gewesen wäre, wenn es dahinter nicht 20 Meter abwärts gegangen wäre. Im 2. Stock befand sich ein weiteres Schlafzimmer mit Badezimmer und darüber noch eine winzige Sitzecke. Daniel ging gar nicht erst nach oben. Ich schaute mir noch das zweite Zimmer an und warf einen Blick in den 3. Stock, danach war es beschlossene Sache, dass wir dort auf keinen Fall schlafen würden. Die winzige Wendeltreppe war abenteuerlich und bei jedem Schritt bogen sich die Bodenplatten bedenklich durch. Außerdem hatte sich Daniel schon an der deutlich größeren Wendeltreppe auf dem Hausboot den Kopf blutig geschlagen.

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Im Baumhaus gab es elektrisches Licht, allerdings wurde der Generator dafür erst um 18.00 Uhr an- und gegen später wieder abgestellt. Für die Zeit dazwischen gab es entweder Tageslicht oder Kerzen. Um 20.00 Uhr wollte man uns wieder zum Essen herunterholen. Auf meine Frage, wie wir uns denn bemerkbar machen könnten, erklärte uns der Hotelmanager, wir sollten einfach laut rufen.

Mit sehr mulmigem Gefühl saßen Daniel und ich nun da oben in unserem Baumhaus und überlegten, was wir tun sollten. Wir waren uns beide nicht sicher, ob uns das alles so richtig gefiel. Um uns herum war es stockfinster, lediglich die Terrasse mit der Küche 20 Meter unter uns war spärlich beleuchtet. Langsam begannen sich auch immer mehr Insekten für uns zu interessieren, dazu wurde es richtig kalt, so dass ich sehr froh war über meine Winterjacke, die ich auf der Fahrt zum Düsseldorfer Flughafen getragen hatte.

Nach zwei sehr langen Stunden war Essenszeit, allerdings schien sich unten nichts zu rühren. Aber lautes Rufen sollte ja ausreichen. Also rief ich. Erst laut. Dann lauter. Ich war müde, kaputt, ich hatte ein ausgesprochen flaues Gefühl im Magen, dazu all die Insekten um mich herum . Ich wollte einfach nur noch festen Boden unter den Füßen haben. Auf meine ersten Rufe konnte ich überhaupt keine Reaktion auf der Veranda erkennen. Vermutlich wurde jedes Geräusch vom lauten Rauschen des Baches geschluckt. Nach immer lauterem Rufen - ich klang schon deutlich gereizter - antwortete mir unten jemand, allerdings konnte ich praktisch nichts verstehen. Und erst recht konnte ich nicht erkennen, ob sich jemand in Richtung Lift bewegte.

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Richtig Panik bekamen Daniel und ich, als wir nun vor dem wenig vertrauenerweckenden Lift standen und beide nicht wußten, ob da unten wirklich jemand war, der uns herunterlassen bzw. den Lift halten würde. Spätestens in dem Moment war uns wohl klar, dass wir nicht im Baumhaus übernachten konnten. Selbst als ich ein Rucken an dem Liftseil bemerkte, war ich nicht hundertprozentig sicher, ob da jemand an dem Seil zog, um auf sich aufmerksam zu machen, oder ob es lediglich der Wind war, der das Seil in Bewegung versetzte. Ein wirklich unangenehmes Gefühl und der Gedanke an die 20 Meter abwärts machte es nicht besser.

Als wir endlich unten waren, fragten wir den Manager, ob wir das Treehouse gegen ein normales Zimmer eintauschen könnten. Zum Glück war das kein Problem und insgeheim vermutete ich, dass wir nicht die ersten Gäste waren, die sich ein wenig überschätzt hatten. Auf jeden Fall waren wir beide wirklich sehr erleichtert. Richtig aufatmen konnten wir aber erst, als wir nach dem sehr leckeren Essen auf der Veranda mit unserem Gepäck das neue Appartment betraten.

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Freitag, Januar 26, 2007

Mit dem Bähnchen Mit dem Auto nach Ooty
Sonntag, 10. Dezember 2006

Um 7.00 Uhr machten wir uns mit Sabu auf den Weg nach Ooty. Unser Weg führte uns wieder durch wunderschöne Landschaft, die Straßen gingen steil bergauf, aber trotzdem fuhren die Busse in einem mörderischen Tempo.

ooty

Das war wirklich noch viel schlimmer als in Italien. Vor jeder Kurve wird einfach langanhaltend gehupt, ob man etwas sehen kann oder nicht und ein Bus wird trotzdem überholt. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie der Verkehr in Indien funktioniert, aber in Teilen ist es wohl mehr ein Miteinander als ich das von Deutschland kenne. Will man beispielsweise einen Bus oder LKW überholen, gibt der Busfahrer Handzeichen, ob man fahren kann oder nicht. Kommt ein überholendes Auto in Bedrängnis, da unerwarteter Gegenverkehr auftaucht, hält nicht etwa der Überholende, sondern die beiden anderen Fahrzeuge bremsen ab, damit der Überholvorgang durchgeführt werden kann. Gehupt wird in der Regel nicht (meine ich zumindest), um dem anderen zu signalisieren, wie beschissen sein Fahrstil ist, sondern um jemanden zu warnen oder einen Überholvorgang anzukündigen. An Bussen und LKWs sieht man sehr häufig auch ein Schild Sound horn, da die Fahrer selten in den Rückspiegel oder anderweitig nach hinten schauen.

Sound horn

Und es schert sich auch keiner darum, wenn man mit einem 10-cm-breiten Abstand an ihm vorbeipfeift, das gehört hier dazu. Ich wäre als Fahrer schon längst einem Herzinfarkt nahegewesen und zog es daher vor, gar nicht weiter nach vorne zu schauen, sondern lieber die Landschaft zu genießen.

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In Indien wird ja überlicherweise alles mit Manpower erledigt, da das günstiger ist als viel Technik. So sahen wir zum Beispiel einmal an einer Mautstelle, wie man gleich drei Personen beschäftigen kann: Einer händigte den Passierschein aus, einer kassierte und einer hielt das Stoppschild hoch, bis der Autofahrer bezahlt hatte. Aus meiner Sicht wären auch zum Fahren zwei Personen optimal gewesen: Einer der lenkt (und dabei gelegentlich noch telefoniert) und einer der die Hupe betätigt.


Während der Fahrt nach Ooty teilte uns Sabu mit, dass wir mit dem Auto nicht über die Mainroad fahren konnten, da auch hier eine Brücke eingestürzt war. Sabu wusste aber zum Glück noch einen anderen Weg und konnte uns auf dieser Strecke wieder einiges zeigen, unter anderem die vielen Affen, die sich immer wieder am Straßenrand tummelten.

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In einem kleinen Ort machten wir einen kurzen Zwischenstopp, damit Sabu frühstücken konnte. Wir schlenderten in der Zwischenzeit über den kleinen Markt und kauften für Tobi einen kitschigen Jesuskalender sowie etwas Tee.

Als wir schließlich in Ooty ankamen, war es dort schon ein wenig kühler. Ooty liegt ca. 2200 m hoch, war aber trotzdem noch ohne Jacke gut auszuhalten, zumindest solange die Sonne schien. Nicht ohne Grund war Ooty früher Sommerfrische der Briten. Deren Einfluß war in Teilen auch noch gut erkennbar, z. B. im Botanischen Garten, der sehr hübsch an einem Hang angelegt war. Für Inder war das natürlich etwas Besonderes, daher waren auch nicht wenige indische Touristen unterwegs. Für uns wirkte der Garten dagegen sehr vertraut mit seinen italienischen Gärten, den Geranien und dem gepflegten Rasen. Direkt neben dem Botanischen Garten befand sich ein tibetanischer Markt, auf dem Sabu ein knallbuntes Kuscheltier erstanden hatte. Den zeigte er uns auch gleich ganz stolz und er erzählte uns von seinem kleinen Sohn, für den das Spielzeug gedacht war. In Ooty gab es auch noch einen großen See mit einem kleinen Vergnügungspark davor, hier konnte man Boote mieten und Karusell fahren, außerdem gab es daneben mehrere Essstände, an denen Süßigkeiten und Eis verkauft wurden. Die Karusells sahen wenig vertrauenerweckend aus, aber das schien außer uns niemanden zu stören.

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Hinter Ooty war die Straße wirklich abenteuerlich und Sabu hangelte sich von Schlagloch zu Schlagloch. Da reichte selbst Schlangenlinienfahren nicht aus. Zum ersten Mal hörten wir Sabu beim Fahren leise fluchen. Uns fiel auch auf, wie er während der Fahrt immer wieder an ein kleines Kreuz faßte, dass an einem Rosenkranz am Rückspiegel hing. Anschließend bekreuzigte er sich jedesmal. Ab dem 2. Tag berührte er anschließend auch noch immer das Armaturenbrett, für uns ein recht merkwürdiges Ritual, das wir bis zum Ende unserer Reise nicht ganz durchschaut hatten. Allerdings gab es während unserer gemeinsamen Fahrt durchaus verschiedene Situationen, bei denen auch ich ganz gerne mal das Kreuz berührt hätte.

Unser Weg führte uns wieder durch wunderschöne Teeplantagen hindurch, die oft von wildem Pfeffer unterbrochen wurden. Die Landschaft war wirklich ein Traum und der Kontrast, den die leuchtend rote Erde zu all der grünen Pracht bildete, war einfach nur herrlich, so dass ich die meiste Zeit damit beschäftigt war, aus dem Fenster zu schauen und zu staunen (oder ab und zu ein Nickerchen zu machen). Zwischendurch fuhren wir noch mal durch ein Wildresort, nur leider sahen wir auch hier keine Elefanten, aber immerhin Rehe direkt neben unserem Auto, verschiedenste Affen, Giant Squirrels und Schlangenhäuser. Sabu zeigte uns außerdem Everlasting Flowers, die ewig blühen und außerdem eine Blume, die nur etwa alle 12 Jahre blüht. Er passte immer ganz genau auf, damit er uns das alles zeigen konnte.

Etwa drei Stunden dauerte die Fahrt bis wir an der Stelle ankamen, an der uns ein Jeep vom Green Magic Resort abholen und in einer 30-minütigen Fahrt quer durch den Dschungel zum Treehouse bringen sollte.

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Sabu hatte ab jetzt frei, bis er uns in der Nacht auf Dienstag zum Flughafen bringen musste. Die Übergabe klappte auch reibungslos, aber die Fahrt zum Treehouse war wirklich abenteuerlich. Mittlerweile war es nach 17.00 Uhr und ich hatte schon Sorge, daß wir die Strecke im Dunkeln fahren müssten. Der Weg war teilweise sehr steil und unheimlich holprig und führte immer wieder über wenig vertrauenerweckende Holzbrückchen, die einfach nur wie quergelegte Holzpaletten aussahen und über die wir mit dem schweren Jeep fahren mußten. Aber dem Fahrer und seinem Begleiter war das ganze offensichtlich vertraut.
'Die kennen das und auch der Jeep ist hier sicher schon 1000 mal hochgefahren.'
So dachte ich mir das. Aber 1001 mal ist eben doch einmal zuviel. An einem besonders steilen Stück sprang der Gang heraus, so dass der Fahrer den Jeep ein sehr langes Stück zurückrollen lassen musste, um wieder anfahren zu können. Danach wollte allerdings der 1. Gang nicht mehr so richtig, so dass ab sofort der Beifahrer den Job erhielt, die Gangschaltung gut festzuhalten. Es dauerte danach aber nicht mehr allzu lange, bis das Getriebe ganz schauerliche Geräusche von sich gab, die irgendwann auch die beiden Inder nicht mehr ignorieren konnten. Dieser Jeep war nicht mehr fahrtauglich - zumindest nicht mehr bergauf. So wurde er kurzerhand mit einem von oben entgegenkommenden Jeep des Resorts ausgetauscht, der abreisende Gäste nach unten bringen sollte.

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Runterfahren konnte unser Jeep ja noch. Dazu braucht es schließlich nur funktionierende Bremsen.

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Sonntag, Januar 14, 2007

Mit dem Auto nach Coimbatore
Samstag, 09. Dezember 2006

Der heutige Tag war ohne Programm, da wir etwa 7 Stunden bis nach Coimbatore im Nachbarstaat Tamil Nadu fahren mussten. Dort sollte der Zug nach Ooty abfahren und von dort aus wollten wir weiter ins Treehouse im Green Magic Resort.

Sabu teilte uns allerdings gleich zu Beginn der Fahrt mit, dass es mit der Zugfahrt ein Problem gäbe - eine der Brücken auf der Strecke sei aufgrund des Monsuns eingestürzt und der Zug könne nicht fahren. Er wollte das aber abends in Coimbatore noch genau klären. Letzteres verwunderte mich ein wenig, denn entweder war die Brücke kaputt oder eben nicht. Welche Alternative sollte es sonst geben? Ich fragte mich, ob uns Sabu möglicherweise nur noch ein wenig vertrösten und die schlechte Nachricht so lange wie möglich herauszögern wollte.

Die Strecke nach Coimbatore war zwar sehr lang, aber die meiste Zeit landschaftlich wirklich wunderschön. Wir fuhren durch leuchtend grüne Reisfelder an Bananenplantagen und Weingärten vorbei (die übrigens ganz anders aussehen als bei uns). Im Hintergrund sah man immer die hübschen krummen Kokospalmen, die einen schönen Kontrast zu den Reisfeldern boten. Außerdem gab es jede Menge Zuckerrohrfelder - der Anblick war traumhaft. Als wir Kerala verließen und nach Tamil Nadu kamen, reihte sich an der Straße ein Tempel am anderen. Die Straße erinnerte mich eher an eine einspurige Landstraße bei uns, war aber die Hauptverbindung nach Coimbatore und es war einiges an Verkehr unterwegs. Dazwischen sahen wir immer wieder Pilger, die zu einem Tempel marschierten oder Bauern mit Rinderkarren, Leute, die irgendwelche Sachen auf dem Kopf transportierten, spielende Kinder, dösende Hunde und immer wieder auch kleine Orte. Aber hier wirkte alles gänzlich untouristisch und zum Teil auch wirklich arm, ganz anders als die Orte in Kerala, die wir bisher gesehen hatten. Die Straße säumten viele armselige Wellblechhütten oder Zelte mit stinkenden Abwassergräben davor. Das war wohl Indien von seiner weniger schönen Seite in herrlicher Landschaft versteckt. In den Orten herrschte ein unglaublicher Trubel. Es fuhren jede Menge Busse, die immer in einem unglaublichen Tempo unterwegs waren und man mußte gut aufpassen, um ihnen rechtzeitig auszuweichen.

Markt

Um die Mittagszeit machte Sabu einen kurzen Stopp, um etwas zu essen. Wir verzichteten hier lieber auf einen Lunch und schauten uns stattdessen ein wenig den Ort an. Den haltenden Bussen bzw. den Passagieren wurden von Händlern immer wieder Essenswaren auf Tabletts durch die offenen Fenster angeboten - Nüsse, Ananasstücke, Kokosnüsse etc. Der Gestank war teilweise atemberaubend, insbesondere in der Nähe der Abwasserrinne. Überall lag Unrat herum, aber trotz des schmutzigen Eindrucks, den die Stadt insgesamt machte, waren die Waren an den kleinen Markständen hübsch aufgestapelt. Es gab alles mögliche zu kaufen, die Frauen trugen leuchtende Saris und es herrschte ein buntes Treiben auf der Straße. Auch hier wurden wir wieder sehr neugierig gemustert, angesprochen hat uns aber niemand.

Marmeladenfleck

Als wir uns Coimbatore näherten, veränderte sich auch die Landschaft. Es gab weniger Plantagen, das Umfeld wurde eher städtisch. Während mich in Deutschland und auch im Ausland Städte bisher immer sehr fasziniert hatten, waren es in Indien eher die kleinen Orte, die mir gut gefielen. Die Städte dagegen sind in der Regel laut, schmutzig und hektisch.* So war auch Coimbatore. Im Reisebüro hatte man uns allerdings schon darauf vorbereitet, dass Coimbatore selbst wenig spektakulär sei und da wir vom frühen Aufstehen und der langen Fahrt ohnehin sehr müde waren, hatten wir auch weiter nichts vor, als mal wieder ausgiebig zu duschen, etwas zu essen und anschließend früh ins Bett zu gehen. Sabu infordmierte uns, dass wir - sollte der Zug fahren - um 6.00 Uhr los müssten.
"Sharpish"
Von unserer deutschen Pünktlichkeit war es bisher wohl noch nicht so recht überzeugt.

M

Wie sich herausstellte, fuhr der Zug aber wirklich nicht und wir konnten eine Stunde länger schlafen.

Das Residency (Coimbatores finest hotel) war ein großes indisches Luxushotel, vielleicht nicht ganz nach deutschem Standard, aber die Einrichtung war sehr komfortabel und der ganze übliche Schnickschnack wie Fernseher, Badewanne, Fön etc. war natürlich dabei. Dem Hotel fehlte lediglich das persönliche Flair eines Wildernests, aber insgesamt fand ich es eine Nacht ganz angenehm, all die Annehmlichkeiten nutzen zu können.

Das Personal war unglaublich freundlich und hilfsbereit und der Mann am Empfang sehr zuvorkommend. Ein Nichtraucherzimmer mit Doppelbett war leider erst ab 18.00 Uhr frei, so dass man uns zunächst in ein Zimmer mit zwei Einzelbetten brachte und später unser Gepäck in das andere Zimmer bringen wollte. Da das natürlich unsere Zeit etwas einschränkte und wir solange weder duschen noch uns sonst irgendwie in dem Zimmer ausbreiten konnten, versuchte Daniel, auf das Zimmer mit den zwei Einzelbetten umzubuchen. Das verursachte wohl ein wenig Aufruhr an der Rezeption mit dem Ergebnis, dass zum einen wirklich jeder Bedienstete unsere Zimmernummer wusste und wir zum anderen sofort ein Zimmer mit Doppelbett erhielten - ein Raucherzimmer direkt am Fahrstuhl. Nicht immer ist es einfach, sich verständlich zu machen und irgendwie hatten der Mann am Empfang Daniels Wunsch wahrscheinlich in den falschen Hals bekommen. Für die eine Nacht war uns das dann aber auch egal, zumal wir sowieso todmüde waren und nach dem afghanischen Essen wie ein Stein ins Bett fielen.

M

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).
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* Kochin hat zwar auch über eine Million Einwohner, davon hatten wir allerding mehr oder weniger nur Fort Kochin gesehen, was völlig anders aussieht als der Rest der Stadt.

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Freitag, Januar 12, 2007

Dreimal quer durch Periyar
Freitag, 08. Dezember 2006


Da Winter war wurde es in Indien abends zwar immer sehr zeitig dunkel, aber morgens trotzdem schon früh wieder hell. Die Inder schienen sich mit ihrem Tagesrhythmus dem Tageslicht anzupassen, so dass alle schon immer sehr zeitig wach waren. Für mich war 5.30 Uhr aufstehen dennoch zu früh, auch noch zu früh für ein Frühstück. Ich fragte mich, wie sich Sabu wohl in der Zwischenzeit die Zeit vertrieben hatte und wo er eigentlich immer übernachtete. Daniel machte mich darauf aufmerksam, dass er wahrscheinlich im Auto schlafen würde, was sich später auch bestätigte. Auf der einen Seite war das schon irgendwie merkwürdig, denn immerhin waren wir es ja, wegen denen Sabu im Auto übernachten musste, während wir uns ein geräumiges Hotelzimmer teilten. Auf der anderen Seite konnte er dadurch überhaupt Geld verdienen. Wahrscheinlich hatte ich mit dieser Situation deutlich mehr Probleme als Sabu selber.

Um das Boot für die Bootssafari rechtzeitig zu erreichen, mußten wir so früh los. In das Periyar Wildlife Ressort kam man nur mit einer speziellen Genehmigung hinein, alles andere gilt als Straftat und ab 18.00 abends sind gar keine fremden Autos mehr erlaubt. Die Bootsafari selber hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich war davon ausgegangen, dass wir mit einem kleinen Boot und einer Gruppe von maximal 10 Personen über den See fahren. Aber das Boot war viel größer, fasste sicher 50 Leute, so dass wir es uns mit einigen ausländischen und sehr vielen indischen Touristen teilten. Bevor wir überhaupt ablegen konnten, mussten alle aus den ersten Sitzreihen noch einmal aufstehen und weiter Richtung Heck des Bootes gehen, da das Boot vorne zu schwer war, zu fest am Ufe aufsaß und daher nicht ablegen konnte.

Marmeladenfleck

Von Ruhe konnte bei so vielen Indern keine Rede sein. Immer wenn unser Steuermann die Fahrt wegen eines Tiers verlangsamte, fingen alle ganz aufgeregt zu reden und zu rufen an und standen auf, um sich auf die entsprechende Seite des Boots zu begeben, von der aus man die Tiere besser sehen konnte. Das führte dazu, das sich unser Boot ständig in einer merkwürdigen Schieflage befand und insgeheim fragte ich mich, wie leicht so ein Kahn eigentlich kentern kann.

Allzu spektakulär war unsere Ausbeute an gesichteten Tieren nicht, was bei dem Lärm nicht verwunderte, aber die Fahrt durch das noch nebelverhangene Ressort, in dem sich die Sonne nur allmählich ihren Weg bahnte, war dennoch wunderschön. Wir sahen Wasserotter beim Fischfang, scheue Rehe und sogenannte Barking Deers** im Dickicht, nistende Kormorane auf den vertrockneten Baumspitzen im Wasser*, einige Affen, King Fisher und andere Vögel sowie ein paar Wildschweine. Leider bekamen wir keine wilden Elefanten zu sehen, aber dem Spektakel an Bord war es auch kein Wunder, dass sich alle Tiere verkrochen.

Marmeladenfleck

Nach der Bootssafari hatten wir erst einmal Pause. Als wir wieder im Hotel ankamen war gerade noch Frühstückszeit und da wir nicht wussten, wie gut wir Lunch oder Abendessen in unser heutiges Programm integrieren konnten, kam uns das gerade recht. Eine heiße Tasse Kaffee schien mir nach der Fahrt genau das richtige. Wir waren doch ganz ordentlich durchgefroren, obwohl während der Fahrt nachher die Sonne schien, aber die Luft war doch noch sehr frisch. Außerdem war das Boot auch tropfnaß gewesen vom Tau, so dass während der Fahrt immer wieder Wasser fast wie Regen von der Decke tropfte. Im Wildernest gab es kein typisch indisches Frühstück, sondern Ei mit Toast, Croissants und dazu von der Frau des Chefs selbstgemachte Peanutbutter und Ananasmarmelade. Nach dem Frühstück setzten wir uns zum Aufwärmen auf den großen, sonnigen Balkon und lasen.

Das Personal im Hotel war unheimlich freundlich und zuvorkommend und offensichtlich wurde großer Wert daraufgelegt, dass alles immer ordentlich und sauber war. Sogar die Steine in der Gartenanlage wurden wieder zurechtgerückt, wenn ein paar von ihnen durcheinander geraten waren. Abends wurde die Anlage mit Weihrauch und DET eingeräuchert.
'Against the mosquitos'
wie uns der Manager erklärte. Als ihn Daniel fragte, ob Moskitos hier ein großes Problem seien, erwiderte er:
'Mosquitos only like light skin. So they are no problem for us'
Da er dabei schmunzelte, waren wir uns allerdings nicht ganz sicher, ob das ernst gemeint war.

Für nachmittags war noch eine dreistündige Trekkingtour geplant. Außerdem entschieden wir uns später für eine nächtliche Wanderung mit Wildhütern durch den Park, die ebenfalls etwa drei Stunden dauern sollte. Sabu fand das sehr merkwürdig und er fragte uns, ob wir wirklich freiwilllig sechs Stunden laufen wollten. Zehn Minuten sei seiner Meinung nach das absolute Maxium. Er holte uns aber trotzdem wieder sehr pünktlich um 13.30 Uhr am Hotel ab.

Marmeladenfleck

Diesmal war ich sehr überrascht, dass Daniel und ich nur zu zweit mit dem Guide unterwegs waren, eigentlich hatte ich wieder eine Gruppe erwartet. Zunächst bekamen wir eine Art übergroße Kniestrümpfe, die wir über unsere Hosen und in die Schuhe tragen sollten wegen der zahlreichen Blutegel, die es im Park gerade rund um den See gibt. Der Guide erklärte uns, Blutegel seien ein Problem, insbesondere bei feuchtem Wetter. In einem der kleinen Supermärkte hatte uns die Verkäuferin schon erzählt, dass es eine Woche vorher trotz Trockenzeit überraschend heftig geregnet hatte. Bei solchem Wetter waren die Strümpfe wirklich notwendig, damit einem beim Laufen keine Blutegel erwischten. Ich war froh, dass ich eine lange Hose und meine Trekkingschuhe anhatte und beides sollte sich später noch als sehr sinnvoll erweisen.

Marmeladenfleck

Am Ufer des Sees erwartete uns ein schmales Floß für die Überfahrt zum anderen Ufer. Bei diesem Anblick musste ich an die Münchnerin vom Tempelfest denken, die mir erzählt hatte, dass sie mal in Thailand eine Floßfahrt gemacht hätte bei der ihr Exfreund ins Wasser gefallen sei. Ich war ein wenig besorgt ? Daniel ist ja manchmal so schusselig. Aber obwohl das Boot während der Fahrt schwankte und schon vor dem Ablegen teilweise unter Wasser lag, machten wir unsere Sache gut und blieben ruhig sitzen, während uns unser Guide mit Hilfe eines quer über den See gespannten Seils auf die andere Seite zog. Dort ging es direkt bergauf und ich war schon nach wenigen Metern ziemlich aus der Puste. Unser Guide führte uns querfeldein, zeigte uns Elefantenspuren, Affen, verschiedene Pflanzen, Wildschweine und Malabar Giant Squirrels. Er nahm sich sogar noch die Zeit, für eine bessere Sicht mit uns einen Hügel zu besteigen. Unser Weg führte uns steil bergauf quer durch fast mannshohes Elefantengras, aber von oben hatten wir eine grandiose Sicht auf den Park und konnten sogar noch ein paar Bisons erkennen.*** Da kein Pfad den Berg hinaufführte und das Gelände sehr uneben war, wären für diesen Teil Trekkingsandalen oder leichten Schuhe wirklich nicht zu empfehlen gewesen.

Unser Guide machte uns außerdem auf die Geräusche wilder Hühner (wild chicken) aufmerksam, zeigte uns schwarze Affen mit langen Schwänzen (wir haben leider nicht alle Namen verstanden und kannten bei weitem auch nicht alle Tiere) und Rocketbirds mit sehr langen Schwänzen, führte uns an mehreren Termitenhügeln vorbei und erklärte uns, welche Tiere jeweils die Löcher im Boden gegraben hatten.

Außerdem wies er uns auf verschiedene Tigerspuren hin, die uns selber gar nicht aufgefallen wären. So sahen wir Fußabdrücke im matschigen Untergrund sowie tiefe Kratzspuren an einem Baum, mit denen ein Tiger sein Revier für andere Tiger gut sichtbar markiert. Unser Guide erzählte uns, dass er selber nur zweimal einen Tiger gesehen hätte, da die Tiere Menschen in der Regel viel früher bemerken als umgekehrt. Wenn man doch einmal das Glück hätte, wäre es meistens auch nur ein kurzes Aufblitzen des gestreiften Fells im Gebüsch.

Marmeladenfleck

Auch während dieser Tour bekamen wir also leider keine allzu beeindruckenden Tiere zu sehen, keinen Tiger, keine Elefanten, keinen Bären und ich fragte mich, welches vernünftige Tier sich um diese Uhrzeit und bei diesen Temperaturen überhaupt von der Stelle bewegen würde. Wahrscheinlich zogen sie es alle vor, sich im schattigen Dickicht die Eier zu schaukeln zu verharren und dabei die doofen Touristen zu beobachten, die sich schwitzend durch den Park quälten, was unser Guide natürlich genau wußte, sich aber vermutlich trotzdem noch einen Spaß daraus machte, uns den steilen Berg hochzujagen. Wahrscheinlich hatte man auch nur wegen der Touristen und des besonderen Flairs keine breiten Holzbretter über die Flüsse gelegt, sondern einfach nur schmale Holzstämme darübergelegt, immer in der Hoffnung, daß doch mal ein Tourist ins Wasser fällt. Später brachte uns Rinoo noch auf die Idee, dass natürlich auch die Tigerspuren nur gefälscht seien und dass es dafür extra Stempel gäbe, die für die alles glaubenden Touristen in den Matsch gedrückt werden.

Oder wir hatten einfach nur kein Glück an diesem Tag :-)

Nichtsdestotrotz genossen wir diesen nicht ganz unanstrengenden Spaziergang durch den Park. Anschließend hatten wir nur noch wenig Zeit fürs Abendessen, denn um 6.45 Uhr begann die Nachtführung. Da die großen Restauants alle noch nicht geöffnet hatten, aßen wir daher im kleinen Jungle Palace, das sich erst bei näherem Hinsehen als sehr gemütlich erwies. Die sehr hübsche, ruhige Terrasse war von der Straße aus überhaupt nicht sichtbar, aber der Kellner bot uns gleich die schönen Sitzplätze hinten im Garten an, ganz weg von der belebten Straße mit schönem Blick ins Grüne. Direkt in Sichtweise graste ein Wildschwein. Das Essen war zwar einfach, aber günstig und lecker.

Als wir am vereinbarten Treffpunkt ankamen, war es bereits dunkel. Insgesamt nahmen 10 Touristen an der Führung teil, so dass wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Auf einmal kam mir die Vorstellung, im Stockfinstern durch einen mir unbekannten Park mit wilden Tieren zu laufen, doch sehr unheimlich vor und ich war sehr froh, daß jeder eine kleine Taschenlampe bekam, um sich selbst am Boden den Weg zu leuchten. Nicht ganz so froh war ich über den 2. Wildhüter, der mit einem geladenen Gewehr über der Schulter mit uns mitmarschierte und ich achtete sehr genau darauf, nicht hinter ihm zu laufen. Der Nachthimmel war grandios. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen so klaren Sternenhimmel mit einer solchen Unmenge an Sternen gesehen habe. Um uns herum herrschte aber absolute Finsternis und der Wald war sehr dicht und dunkel, man sah kaum die Hand vor Augen. Die meiste Zeit marschierten wir schweigend durch die Dunkelheit, die Wanderung hatte fast etwas Meditatives. Unser Guide leuchtete immer wieder rechts und links das Gelände ab, einmal auf der Suche nach potentiellen Wilddieben, aber auch um möglicherweise die Augen eines Tieres aufblitzen zu sehen, das er uns dann zeigen konnte.

Als allererstes zeigte uns der Guide einen Schwarm Glühwürmchen, die wirklich hell leuchteten. Es sah wunderschön aus im Dunkeln. Wann hatte ich das letzte Mal Glühwürmchen gesehen? Wir sahen jede Menge Barking Deers, normale Rehe, Wildschweine beim Fressen, hörten Eulen, erfuhren, dass die kleinste Eule den größten Spektakel macht, sahen Frösche, die Nester von fliegenden Ameisen und ein frisch gegrabenes Bärenloch. Ich sah auch noch zwei eklige Blutegel, einen davon an Daniels Schuh. Dass ich ihn vor einem Monsteregel gerettet habe, hat Daniel allerdings nicht nachhaltig beeindruckt.

Während insbesondere die Londoner Gäste die Wanderung ziemlich doof fanden ('no fucking animals'), fand ich diesen Spaziergang unheimlich beeindruckend. Da er in Teilen auch durchs Moor führt, sind feste Schuhe unbedingt notwendig.

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* Das Ressortgebiet war vor gut 100 Jahren geflutet worden. Daher ragten noch jede Menge alter Baumspitzen aus dem Wasser, was es nicht gerade einfach macht, den See mit einem Boot zu befahren, sondern gute Ortskenntnis voraussetzt.
** Heißen so wegen der bellenden Laute, die sie von sich geben.
*** Daniel ist allerdings bis heute überzeugt, dass es Elefanten waren.

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Donnerstag, Januar 11, 2007

Die Gewürzstraße entlang nach Thekkady
Donnerstag, 07. Dezember 2006


An unserem letzten Tag auf dem Hausboot bekamen wir noch ein ausgezeichnetes Frühstück, eine Art Nudeln mit Bananencurry. Deutsche Touristen hatten wohl versucht, Valentin ein paar Worte deutsch beizubringen und so fragte er immer uns immer 'Lekka lekka'? Das erinnerte mich wieder daran, dass Inder alles mehrmals wiederholen beim Sprechen.

Nur noch eine Stunde Fahrt hatten wir heute auf dem Boot, was mir wirklich schwerfiel. Im Nachhinein waren unter anderem gerade die Stunden auf dem Hausboot für mich die entspanntesten. Auch die Crew war unheimlich nett und der Koch freute sich immer ganz besonders, wenn es uns so gut schmeckte.

Schließlich legten wir in Kottayam am Vembanadlake in 2. Reihe an, denn in dem schmalen Kanal standen die Ausflugsboote wirklich dicht gedrängt. Sabu wartete schon auf uns, denn Valentin hatte ihm rechtzeitig Bescheid gegeben, wann wir ankommen. Es war wirklich alles perfekt organisiert. Mit dem Ambassador ging es nun weiter die Gewürzstraße entlang nach Thekkady, eine Fahrt von insgesamt mehreren Stunden, da wir die sehr kurvige und steile Straße hinauf nach Thekkady nicht wirklich schnell fahren konnten. Empfand ich schon den Verkehr in Italien immer als sehr waghalsig kam er mir gerade auf dieser Serpentinenstraße wirklich halsbrecherisch vor. Unterwegs wurde Sabu nicht müde, immer wieder anzuhalten, um uns die verschiedenen Pflanzen zu zeigen, und uns alles zu erklären. Ich hatte ja noch nie Ananas wachsen sehen oder Pfeffer, Gummibäume wuchsen direkt neben Kaffeebäumen und Kakao - hier wuchs wirklich einfach alles. Sabu hatte auch keinerlei Bedenken, auf der Gegenfahrbahn in den engen Serpentinen zu wenden und uns einen großen Jackfruitbaum mit riesigen Früchten zu zeigen, nachdem wir erzählten, dass wir Jackfruits noch nie gesehen hätten.

Tea

Nachdem Sabu an unseren ersten gemeinsamen Tagen eher still gewesen war, hatte ich das Gefühl, er blühte regelrecht auf, während er uns die üppige Vegetation von Kerala zeigte. Die Landschaft war wirklich ein Traum und je weiter wir nach oben kamen, desto grandioser wurde die Aussicht. Als wir schließlich die Teeplantagen erreichten, die wie herrlich grüne Teppiche vor uns lagen und ich vor lauter Begeisterung gar nicht wußte, was ich sagen sollte, meinte Sabu nur lächelnd:
'It's Gods own country.'
Und so wie er es sagte, klang es nicht einfach wie ein platter Werbespruch, sondern genau so war es.

Auf der Fahrt die steilen Straßen hinauf mussten wir mehrmals anhalten, damit Sabu einen Eimer Wasser organisieren konnte. Der Motor seines Ambassadors war von der steilen kurvigen Strecke völlig überhitzt. Um ihn wieder abzukühlen leerte Sabu das Wasser dafür jedes Mal einfach unter die Motorhaube.

MWasser

Auf unserem Programm während der Fahrt nach Thekkady stand auch der Besuch einer Plantage. Nachdem uns Sabu immer neue Felder und Pflanzen am Straßenrand zeigte, dachte ich schon, ich hätte diesen Programmpunkt vielleicht ein wenig überschätzt und wir würden die Plantage nicht wirklich 'besuchen', sondern einfach durchfahren. Aber tatsächlich erreichten wir schließlich eine private Plantage, eine Art großem botanischen Garten, der aber nicht nur für Touristen gedacht war, sondern in dem wirklich Landwirtschaft betrieben, gepflanzt und geerntet wurde. Hier sahen wir sämtliche Gewürze wachsen, die ich sonst nur aus dem Gewürzregal im Supermarkt kenne: Verschiedenste Pfeffer- und Chilisorten, Kardamom, Vanille, Kaffee (arabica und robusta), Zimt* und Muskatnuss**. Wir lernten, dass in Indien von der Banane nicht nur die Frucht, sondern auch die Blüte gegessen wird, außerdem sahen wir Kardamompflückerinnen bei der Arbeit, erfuhren, dass es Baumtomaten gibt, staunten über große Papayas und die berauschende Betelnuß hoch oben in den Palmen und verschiedenste Heilpflanzen, jede Menge Kräuter, Okra, Limone, Ginger und ... und ... und.

Tea

In einem kleinen Laden konnte man Gewürze und Kaffee kaufen. Da ich bei dem kräftigen Zimtgeruch augenblicklich an Crêpes, Pfannkuchen und Milchreis denken mußte, nahm ich sofort ein Päckchen mit, dazu noch eine große Vanillestange und Kaffee. Auf einem Schild an der Ladentüre stand:
'We consider the costumer as a king.

A king never bargains.'
Von der Plantage aus war es nur noch ein kurzes Stück zu fahren bis zu unserer nächsten Station, dem Wildernest, einem kleinen, hübschen Hotel mit verwinkelten, großzügigen Zimmern. Lediglich das Bad war für meinen Geschmack ein wenig lieblos eingerichtet, aber im Vergleich zu einem indischen Bad sicherlich noch sehr komfortabel.

Für abends arrangierte Sabu noch eine ayurvedische Massage für uns. Wie ich feststellen mußte, versteht man in Indien unter einer Ganzkörpermassage offensichtlich wirklich eine Ganzkörpermassage, ganz im Gegensatz zu Ganzkörpermassagen zuhause. Unter den Händen der zierlichen Pria, über und über mit Ayurvedaöl eingeschmiert, kam ich mir dabei vor wie ein übergroßes Walroß, weshalb meine Gefühle dabei stark schwankten zwischen angenehmem Dahinschmelzen und größter Peinlichkeit. Während der Massage kam es zu einem Powercut (meinem ersten in Indien), so daß schlagartig die scheppernde Musik und das Licht ausfielen. was unsere Masseure aber keine Sekunde in der Arbeit einhalten ließ. Offensichtlich war so ein Powercut für sie nichts Ungewöhnliches. Stattdessen wurde nach wenigen Minuten der Generator angeworfen, so daß wir wenigstens gedämpftes Licht hatten.

Anschließend gingen wir ins Cardamom County, wo es abends immer Buffet gab. Im Nachhinein muß ich allerdings sagen, dass meine Kenntnisse der indischen Küche für ein Buffet noch nicht ausreichten. Wahrscheinlich mischten wir uns ganz abstruse Kombinationen zusammen, aber das Essen war dennoch gut, ganz besonders die Jumboprawns. Die mußte man zwar extra bestellen und bezahlen, aber für 125 Rupien (ca. 2 Euro) wirklich ausgesprochen günstig.***

Danach gingen wir recht zeitig ins Bett, da uns Sabu am nächsten Tag schon um 6.15 Uhr für eine Bootssafari abholen wollte.

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* Peinlich, aber ich hatte mir noch nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wo eigentlich der Zimt herkommt. Ich war völlig fasziniert von der Tatsache, dass es sich bei Zimt um simple Baumrinde handelt. Aber als Stadtmensch verzeiht man mir vielleicht die Idee, die Zimtstangen könnten direkt auf Bäumen wachsen.
** Die Muskatnuss fällt praktischerweise einfach vom Baum, wenn sie reif ist, so daß man sie anschließend nur noch einsammeln muß.
*** Unbedingt zuerst bestellen, nicht erst nach dem Buffet ? die zusätzliche Portion ist wirklich zu groß.

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Montag, Januar 08, 2007

Ein weiterer Tag auf dem Hausboot
Mittwoch, 06. Dezember 2006

Am nächsten Morgen, dem Tag nach dem Tempelfest, wurden wir von den Sonnenstrahlen geweckt, die durch die offenen Fenster unserer Kabine hereinschienen. Der Blick auf das glitzernde Wasser und das von Kokospalmen gesäumte Ufer war einfach bezaubernd und so genossen wir ausgiebig die friedliche Atmosphäre auf dem Boot.

Lediglich die fette Kakerlake, die sich die Nacht über in unser Moskitonetz geschlichen hatte und oben an der Decke hing, trübte diese Stimmung einen Moment, bis einer der Crewmitglieder sie netterweise mit der Hand einfing und sie entsorgte. Über die Kakerlake wollte ich dann lieber nicht weiter nachdenken.

bildbeschreibung

Das für 8.00 Uhr angesetzte Frühstück fand dann nach indischer Zeit erst um 8.30 Uhr statt, aber trotz meiner Müdigkeit war ich froh, dass wir so zeitig aufgestanden waren. Die Backwaters wirkten sehr idyllisch und so kitschig das Wort auch klingen mag, hier passte es einfach. Am Ufer herrschte schon reges Treiben: Frauen, die fleißig Wäsche am Fluß wuschen, Kinder auf dem Weg zur Schule und Männer, die schon zeitig mit ihren Booten unterwegs waren. Es war ein unheimlich friedlicher Anblick mit einem wunderschönen Panorama.

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Nach einer kurzen Fahrt legten wir einen Stopp ein, nachdem uns Valentin angeboten hatte, einen traditionellen Kerala-Kindergarten zu besuchen und uns ein für die Backwaters typisches Snakeboat zu zeigen. Wir wurden von einem TukTuk abgeholt, das uns die holprigen Lehmwege entlangfuhr. So konnten wir auch noch einen Blick auf das Hinterland mit seinen unglaublich grünen Reisfelder werfen. Wir fuhren am Wasser entlang auf schmalen Wegen, die uns an den Häusern der Einheimischen vorbeiführten. Zuerst zeigte uns Valentin ein Snakeboat. Er erzählte uns, dass diese Boote für Bootsrennen genutzt werden und dass er selber in einem Team mit einem solchen Boat fährt. Jeder Ort hat ein eigenes Snakeboat mit einem Team, das bei den jährlich stattfindenden Rennen mitfährt. Dabei nehmen ca. 120 Mann auf diesen langen, aber sehr schmalen Booten Platz. Der Steuermann steht vorne und während der Fahrt wird zu 'Hurti-hurti'-Rufen im Takt gerudert. Dazu wird der Takt mit einem langen Stock geklopft. Hatten wir schon in der Nacht davor auf unserem im Vergleich hierzu recht komfortablen Boot Sorge, ins Wasser zu fallen, erschien mir das Fahren mit einem solchen Boot geradezu ein akrobatischer Akt zu sein. Valentin freute sich sichtlich, dass er uns mit dem Boot so beeindrucken konnte.

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Anschließend fuhren wir weiter zu einem kleinen Kindergarten. Valentin hatte mich vorher gefragt, ob wir vielleicht ein paar Kulis oder andere Mitbringsel für die Kinder dabei hätten. Daniel hatte zum Glück schon vorher davon gehört, dass ausländische Werbekulis hier sehr gefragt sind, so dass wir damit und außerdem einer Tüte Gummibärchen ganz gut ausgestattet waren.

Vor dem kleinen Häuschen, dass genau aus einem Raum bestand, lagen die winzigen Kinderschuhe wild durcheinander, innen saßen 23 kleine Jungs und Mädchen im Alter von ca. 3 - 5 Jahren. Ihre Lehrerin erählte uns, dass die Kleinen seit etwa 1 - 8 Monaten im Kindergarten Malayalam lernten. Dabei benutzten sie keine Tafel wie wir das kennen, sondern schrieben die gelernten Buchstaben direkt vor sich in den Sand, was den Vorteil hatte, dass die Lehrerin sofort mit einem langen Stock korrigieren konnte, wenn einer etwas falsch geschrieben hatte. Die etwas größeren Kinder hatten kleine Schiefertafeln und einen Kreidestift, da sie schon etwas besser schreiben konnten. Ich war von dem Prinzip fasziniert, war es doch simpel und schlicht, aber doch zielführend. Etwas Ähnliches hatte ich noch nicht gesehen. In Kerala ist es üblich, dass die Kinder schon sehr früh lesen und schreiben lernen. Die Lehrerin demonstrierte uns, wie die Kinder die Buchstaben lernen, indem sie vorsprach und alle Kinder im Chor nachplapperten. Sicher war da auch mal ein Kind dazwischen, das dabei ein wenig schummelte. Aber alle waren mit beeindruckendem Eifer bei der Sache, was sicher nicht nur daran lag, dass sie nun Besuch hatten, der ihnen staunend beim Buchstabieren zuhörte. Die Kinder reagierten ganz unterschiedlich auf ihre Gäste. Alle zeigten große Neugier, aber manche waren doch mutiger als die anderen. Valentin gab uns schließlich ein Zeichen, die Gummibärchen an die Kinder zu verteilen und wie sich so jedes Kind ein oder (die etwas Mutigeren) zwei Gummibärchen aus der Tüte nahmen und ausgiebig darauf herumkauten und schmatzen, musste ich daran denken, wie ich immer eher gedankenlos eine Handvoll Gummibärchen nehme, dreimal darauf herumkaue um schon die nächste Hand voll aus der Tüte zu holen.

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Zum Abschied winkten uns die Kinder lachend und fröhlich hinterher und wir machten uns wieder auf den Weg zurück. Valentin wollte eigentlich mit dem Bus fahren, der aber nicht kam, wofür sich Valentin gleich mehrmals entschuldigte. Ich erzählte ihm, dass auch wir durchaus unpünktliche Busse kennen, was er gar nicht glauben konnte. Wo die Deutschen doch so als pünktlich gelten. Da der Weg zum Boot aber wirklich nicht weit war, entschieden wir uns für einen kleinen Spaziergang und schlenderten gemütlich bei schönstem Sonnenschein an den Reisfeldern entlang zurück zum Boot, wo schon ein frisch zubereitetes Lunch auf uns wartete.

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Da ich mir auf dem Hausboot nicht ständig meine Haare waschen und fönen wollte, trug ich fast die ganze Zeit ein buntes Kopftuch. Valentin hatte das offensichtlich eine Weile beobachtete, denn in einem ruhigen Moment nahm er mich zur Seite und fragte mich, ob ich keine Haare auf dem Kopf hätte, da man sie nicht sehen könnte. Ich erklärte ihm, dass meine Haare so kurz seien, dass sie unter dem Kopftuch nicht erkennbar wären, was ihn irgendwie nicht recht zufriedenstellte. Später las ich in meinem Buch, dass man in Indien den Prostituierten früher die Haare abgeschnitten hat, um sie auf den ersten Blick erkennen zu können.

Den Nachmittag verbrachten wir alle ganz faul auf dem Boot, lasen, genossen die herrliche Aussicht und liesen uns die unglaublich leckeren gebackenen Bananen unseres Kochs bei einem Kaffee schmecken. Das Essen war wirklich sehr gut und immer frisch, nur der Kaffee war eine herbe Enttäuschung für mich. Da in Indien Kaffee wächst, war ich automatisch davon ausgegangen, er müsse sehr gut und aromatisch sein. Da wurde ich leider schnell eines Besseren belehrt.

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Freitag, Januar 05, 2007

Auf dem Tempelfest
Dienstag, 05. Dezember 2006


Abends nahm uns Valentin zu einem Tempelfest mit, das zu Ehren irgendeiner Göttin abgehalten wurde. Ich schreibe 'irgendeiner', da zum einen die Inder unglaublich viele verschiedene Gottheiten kennen, die unsereins gar nicht alle auseinanderhalten kann, und zum anderen weil es für meine Ohren manchmal ausgesprochen schwer war, alles zu verstehen, was die Inder mit ihrem indischen Akzent erzählten, auch wenn sie in der Regel alles mehrmals wiederholen. Letzteres verwirrte mich zunächst ziemlich, hatte ich doch das Gefühl, ich wirkte ausgesprochen begriffstutzig. Letztendlich gelangte ich aber zu der Überzeugung, dass das dreimalige Wiederholen eines Satzes eben auch nur eine indische Marotte ist.

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Heute war der letzte Tag des Festes, an dem eine Prozession mit Lichterlauf und einem geschmückten Elefanten stattfinden sollte. So fuhren wir gegen 17.00 mit einem kleinen Canalboat (= Nußschale) die Backwaters entlang bis wir zu einem kleineren Kanal kamen, den unser Hausboot nicht hätte passieren können. Am hinteren Ende war der Kanal durch Schlick verstopft (kam mir irgendwie bekannt vor), so dass wir zu Fuß weitergehen mussten. Die meisten Leute, an denen wir vorbeikamen, lächelten freundlich und ich hätte gerne ein paar Worte in ihrer Sprache gekonnt, um sie anzusprechen. Wir passierten den Kanal über eine winzige Brücke, kamen an bereits aufgestellten Öllampen vorbei sowie an einem großen Baldachin, einer Art Tempel. Ich mußte wieder an einzelne Traumschiffsequenzen denken, die mir von früher im Gedächtnis waren, bis wir schließlich an den Anfang der Prozession kamen, wo verschiedene Musiker auf einer großen Bühne sehr laut mit Unterstützung mehrerer Lautsprecher für meine Ohren sehr schräge Musik machten.


Davor saßen und standen jede Menge Leute, wir waren mit Fatima und noch zwei Münchner Frauen von unserem Schwesternboot die einzigen Touristen. Das ganze Spektakel hatte also nicht allzuviel mit Traumschiff zu tun, da es sich nicht um eine Attraktion für Touristen handelt, sondern um eine große Feier der Einheimischen.

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Vor allem die Kinder schauten uns sehr neugierig an, die Mädchen waren eher schüchtern und trauten sich nicht, uns anzusprechen. Die Jungs waren in der Regel mutiger, so dass wir den Abend über sehr häufig erzählten, wie wir heißen, wo wir herkommen, was wir in Indien machen und wo wir noch überall hinfahren werden etc. Am schwierigsten fand ich die Frage, was Indien und Deutschland gemeinsam haben. Mir fiel dazu wirklich nicht viel ein. Schon nach meinen ersten Tagen in Indien hatte ich den Eindruck, dass die indischen Sitten und Gebräuche völlig anders waren als unsere, dass die Sprache sehr fremd, die Menschen im Wesen ganz unterschiedlich, das Essen nicht vergleichbar und auch die Landschaft kaum Parallelen zuließ. Keine sehr befriedigene Antwort für den jungen Inder, der sie mir stellte, und der gerne als Krankenpfleger nach Deutschland gehen wollte.

bildbeschreibung

Die Offenheit und offensichtliche Neugierde der Inder auf alles Fremde faszinierte mich völlig und auch der Gedanke an einen Inder in einem kleinen schwäbischen Dorf ließ keinerlei Parallelen zu. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass er dort so offen begrüßt und angesprochen werden würde wie wir in diesem kleinen Provinzdorf mitten in den Backwaters.

bildbeschreibung

Es dauerte unglaublich lange, bis die Prozession startete, Valentin hatte uns bereits vorgewarnt:
'It will start at 8.00 o´clock, but you know, indian 8 o´clock!'
Und in der Tat verzögerte sich alles bis etwa 9 Uhr, aber für uns war es wirklich ein außergewöhnlicher Anblick. Vorher wurde noch ein Tanz aufgeführt, bei dem nur Männer mit geschmückten Federbüschen auf dem Kopf im Kreis tanzten. Das Ganze sah aus, als würden die Tänzer Blumentöpfe auf dem Kopf balancieren. Ich möchte mich gar nicht lustig machen über andere Sitten, aber der Anblick war für europäische Augen tatsächlich sehr ungewöhnlich und toppte aus meiner Sicht noch die tanzenden Nonnen, die wir mit Tobi in Rom gesehen hatten. Ein unheimlich bizarres Spektakel.

Bizarr war auch das, was mir vom Rest des Abends im Kopf hängenblieb, als die Lichterketten in kleinen Öllämpchen angezündet wurden, die unheimlich hübsch zurechtgemachten Mädchen in Freudengeheul zu Ehren der Göttin ausbrachen, als der über und über mit Gelb, Gold und Silber dekorierte Elefant die Prozession startete und die Jungs mit Fackeln und glitzernden Schirmen hinterherliefen. Die Prozession hielt immer wieder an während des Laufs, um an einzelnen Stationen der Göttin zu huldigen und Opfer darzubringen. Zwischendrin hatten wir kurz Gelegenheit, mit den beiden anderen Gästen aus München zu reden, aber die meiste Zeit wurden wir von den indischen Jungs in Beschlag genommen. Die Mädchen schauten auch meistens sehr neugierig zu uns rüber, waren aber viel zu schüchtern, einfach auf uns zuzugehen, so dass sie sich darauf beschränkten, uns zu beobachten und immer wieder in fröhliches Lachen auszubrechen. In der Hinsicht war dann wirklich kein großer Unterschied mehr zu jungen Teenagern wie wir sie von zuhause kennen.

Einer der Jungs malte uns zu Ehren der Göttin einen gelben Punkt auf die Stirn, außerdem wurden uns von verschiedenen Seiten Wunderkerzen zugesteckt, die wir halten sollten, bis sie abgebrannt waren. Einer der Jungs wollte uns auch noch ganz nach vorne zu der Prozession mitnehmen, wo zu Beginn die Göttin aufgestellt war, bevor sie auf den Elefanten gehoben wurde. Wir sollten nur die Schuhe ausziehen. Aber irgendwie hatten Daniel und ich doch das Gefühl, dass wir dort nicht hingehörten und lehnten daher freundlich ab.

Besonders ich musste den Menschen hier ein sehr ungewohntes Bild geboten haben, da sie sicher nicht allzu oft Touristen zu Gesicht bekamen. Ich war mit Ausnahme von einem kleinen Mädchen die einzige weibliche Person, die Hosen trug, hatte meistens die Hände in den Hosentaschen und wirkte wahrscheinlich ausgesprochen männlich, zumal ich mich mit Daniel unterhielt, mit ihm aus einer Flasche Wasser trank und mich in den Gesprächen nicht diskret zurückhielt.

Gegen später hatten wir den Eindruck, dass Valentine wieder zum Boot zurückwollte, da seine Mannschaft dort noch das Dinner für uns zubereiten sollte. Es war mittlerweile längst dunkel, eine Tatsache, die mich am ersten Tag sehr überraschte, man vergisst hier sehr schnell, dass eigentlich Winter ist und so gegen 17.00 Uhr die Dämmerung einsetzt.

Wir begleiteten die Prozession bzw. den Elefanten noch ein Stück und überholten den Zug, sobald die Straße etwas breiter wurde. Vorher wäre ein Überholen gar nicht möglich gewesen, da der schmale Weg von mit Wasserhyazinthen bedeckten Wasserflächen gesäumt war. Es war ein eigentümlicher Zug, vorneweg der Elefant, dann all die Menschen mit ihren Öllampen und Ölfackeln, in die immer wieder Kokosöl nachgeleert wurde. Daneben gab es ein unglaublich lautes Feuerwerk, das zum Teil direkt unter den Bäumen angezündet wurde.

Am Ende des Weges wartete schon unser winziges Boot auf uns. Auch die zwei Münchnerinnen waren nun dabei und sollten mit uns zurück zu ihrem Hausboot fahren. Im Dunkel in dieser Nussschale durch die Backwaters zu fahren hatte etwas sehr Gespenstisches. Es war Vollmond, so dass man zwar sehr gut sehen konnte, wie sich die Palmen, die den Uferrand säumten, in der völlig ruhigen Wasseroberfläche spiegelten, aber im Wasser selber konnte man kaum etwas erkennen und das Boot wackelte nicht wenig. Zwischendurch hielten wir noch an einem kleinen Häuschen, wo ein anderer Fahrer zustieg. Ein Hund bellte und an der Seite sah man den Kopf einer Kuh durch einen schmalen Spalt in der Stallwand. Zum Ablegen wurden keine Ruder verwendet, sondern lediglich ein langer Stab, mit dem sich der Bootsmann vom Boden abstößt. Erst in der Mitte des Wassers wollte er den kleinen Motor anwerfen, der dabei allerdings mehrmals seinen Dienst versagte. Es war schon eine merkwürdige Situation, mitten im Dunkeln auf einem winzigen Boot und einem Motor, der nicht ansprang. In dem Moment war ich froh, dass unser Reiseleiter ein Mobiltelefon dabei hatte, das auch tatsächlich Empfang hatte.

Letztendlich sprang der Motor aber doch noch an. Ich fand diese nächtliche Bootsfahrt ausgesprochen beeindruckend, trotz der Dunkelheit. Das Spiegelbild der Palmen im Wasser sah wunderschön aus, man hörte lediglich die Geräusche der Tiere, in erster Linie Vögel, außerdem hörte man auch hier noch die Musik der Prozession, die durch das Wasser weitergetragen und durch keinerlei Betonwände abgehalten wurde und somit die Backwaters sehr weitläufig beschallte. Eine sehr unwirkliche Situation, das Wort bizarr ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Aber selbst in der Dunkelheit erkannte unser Bootsmann noch rechtzeitig die drei Fischerboote, die nachts beim Angeln waren, so dass er den Motor abstellte und langsam an ihnen vorbeitrieb. Ich war sicherlich nicht die einzige, die in dem Moment fürchtete, der Motor würde anschließend nicht mehr anspringen. Letztendlich erreichten wir aber die beiden mittlerweile miteinander verankerten Hausboote, in denen die Bootscrew schon mit dem fertigen Essen auf uns wartete.

Danach sanken wir nur noch voll der neuen Eindrücke in unser großes Himmelbett, das glücklicherweise von einem großen Moskitonetz umgeben war, denn Moskitos und anderes Ungeziefer gibt es definitiv in den Backwaters. Noch immer hörten wir die Musik der Prozession, aber in weiter Ferne. Das sanfte Schaukeln des Bootes und die fremden Vogelgeräusche wiegten uns dennoch schnell in den Schlaf.

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Donnerstag, Januar 04, 2007

Nach Allepey zum Hausboot
Dienstag, 05. Dezember 2006

Sabu, unser Fahrer, holte uns morgens um 10.00 Uhr am Hotel ab. Während er wieder sehr pünktlich war, schafften wir es erneut, uns ordentlich zu verspäten und zerstörten damit wahrscheinlich endgültig das Bild von der deutschen Pünktlichkeit.

Auf der Autofahrt nach Allepey hielt Sabu zum Tanken an einer Tankstelle. Benzin fand ich verhältnismäßig teuer und etwas irritiert war ich, dass Sabu nach dem Tanken das Auto mehrmals ordentlich durchschüttelte. Auf meine Frage hin erläuterte er mir, dass so mehr Benzin in den Tank passen würde. Hmm. Entgegen der mir bekannten Autos befindet sich im Ambassador die Tanköffnung hinten im Kofferraum. Vermutlich hält das besser davon ab, den Tankinhalt abzusaugen. Danach fragen wollte ich ehrlich gesagt nicht mehr.

bildbeschreibung

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In Allepey bestiegen wir unser Hausboot. Mir kam unser Urlaub bisher schon sehr unwirklich vor, was sicherlich daran lag, dass es mein 1. Indienaufenthalt war. Die Fahrt auf dem Hausboot hatte aber geradezu etwas Surreales für mich.


Das Boot war wirklich mit allem ausgestattet, was man sich so vorstellen kann, das Bad gefliest mit einem beleuchteten Waschbecken, in unserer großzügigen Kabine stand ein Doppelbett mit Moskitonetz, Fensterscheiben gab es keine, so dass man das Rauschen des Wassers hören konnte, während man im Bett lag.

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Auf dem Boot selber wurden wir beide mit einer frisch aufgeschlagenen Kokosnuss begrüßt. Unser Hausboot war definitiv eins der schönsten auf den gesamten Backwaters und als eines der ganz wenigen Boote mit einem Oberdeck ausgestattet. Dort standen zwei Liegestühle, die wir natürlich sofort in Beschlag nahmen. Unsere Crew bestand aus dem Reiseleiter Valentine, einem Koch (der sich immer ausgesprochen darüber freute, dass uns sein Essen so gut schmeckte) und zwei Steuerleuten. Ausser Valentine hielt sich die Crew insgesamt eher im Hintergrund, aber alle waren unheimlich freundlich zu uns.

Später stieg noch eine weitere deutsche Touristin hinzu, die die nächsten Tage mit uns auf dem Boot verbringen sollte. Als sie uns ihren Namen nannte, verstanden wir beide Fatima, richtig war wohl Martina, aber da sie sich in mancher Hinsicht indischer benahm als mancher echte Inder, blieb es für uns bei Fatima. Als allererstes machte sie uns darauf aufmerksam, dass sie das Essen lieber mit der Hand ißt. Denn von einem Bananenblatt mit Besteck essen?
'Das krieg ich jetzt echt nicht hin.'
Wir schon.

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Während unserer Fahrt veränderte sich die Landschaft eigentlich ständig. Mal fuhren wir an Reisplantagen vorbei, mal wurden die Backwaters schmaler, dann wieder breit wie ein großer Strom, mal war das Ufer dicht von Palmen gesäumt und anschließend hatte man weiten Blick ins Hinterland. Immer wieder sahen wir winkende Kinder, andere Hausboote, die Landschaft war bizarr und exotisch zugleich, wie ich es bisher nur von Bildern und vom Fernsehen her kenne. Manchmal kamen wir auch an kleineren oder größeren Entenansammlungen im Wasser vorbei. Hierbei handelte es sich um Entenfarmen, außerdem sah man immer wieder Ziegen oder Kühe. Alles hier wirkte ausgesprochen ländlich und friedlich.

Inmitten der Idylle erinnerte mich lediglich das ab zu ertönende Handyklingeln an schlechte Jambawerbung.

Einmal sahen wir wie ein Mann am Ufer auf seinem Fahrrad entlang fuhr, der in regelmäßigen Abständen immer 'hooo' rief. Valentine erzählte uns, dass es sich dabei um einen Fischverkäufer handelte, der Fisch verkaufen wollte. So direkt am Wasser war er offensichtlich nicht besonders erfolgreich, da es für die meisten wahrscheinlich einfacher und günstiger war, ihren eigenen Fisch direkt vor der Haustüre zu fangen.

Das Flussufer war rechts und links gesäumt von Kokos- und Bananenpalmen, dazwischen kleine Häuschen, Frauen, die ihre Wäsche im Fluss wuschen, Kinder tollten am Ufer entlang, ab und zu hörte man Hundegebell oder das Schnattern von Enten. Hin und wieder konnte man sehen, wie sich jemand im Fluß die Zähne putzte und immer wieder konnte man Fischer beim Angeln oder bei der Muschelsuche beobachten. Ansonsten hörte man nur das leise Motorgeräusch der Hausboote und ab und zu mal ein kleines Motorboot vorbeiziehen.

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Zur Mittagszeit bzw. genauer während des Essens lag unser Boot immer vor Anker, so daß der Koch das Essen zubereiten und anschließend in Ruhe gegessen werden konnte - zunächst die Gäste und danach die Crew. Ich fragte mich, ob sie für sich separat kochten oder unsere Reste bekamen. Essen gab es reichlich, immer wieder auf einem Bananenblatt serviert, fast immer war Fisch dabei, den unser Koch frisch auf einem der umliegenden Märkte eingekauft hatte, außerdem viel Gemüse und den typischen Keralareis (deutlich dicker und bissfester als der mir bekannte Reis, sehr gut). Valentine gestand uns, dass nur für die deutschen Touristen so mild gekocht wird und die typische Keralaküche eigentlich viel würziger sei.

Während des Essens stand eigentlich fast immer jemand von der Bootscrew in der Nähe, allerdings nicht, um uns beim Essen zu beobachten, sondern um sicherzugehen, dass es uns an nichts mangelt. Auf der einen Seite war es schön, so umsorgt zu werden, auf der anderen Seite machte ich mir Gedanken, dass ich möglicherweise unhöflich wirke, wenn ich etwas ablehne und fragte mich, welchen dekadenten Eindruck wir wohl bei der indischen Crew hinterlasse mochten.

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Mittwoch, Januar 03, 2007

Stadtrundfahrt und Kathakali
Montag, 04. Dezember 2006


Bei Tag hätte ich kaum für möglich gehalten, wie still es hier nachts wird. All die fremden Geräusche des Tages waren nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich weitgehend verstummt, man hörte Grillen zirpen oder mal ein fremdes Tier schreien, manchmal ein Motorrad und das leise Surren der Klimaanlage. Insgesamt war es sehr ruhig.

Bis zum nächsten Morgen. Als wir aufwachten, konnten wir an dem sehr typischen Geräuschpegel erkennen, dass wir direkt neben einer Schule wohnten.

Unser Fahrer Sabu, der uns auch die nächsten Tage begleiten würde, holte uns um 9.30 Uhr vor dem Hotel ab und war (im Gegensatz zu uns und unseren Erwartungen) ausgesprochen pünktlich. Mit dabei war noch ein englischsprechender Reiseführer, der uns die Sehenswürdigkeiten von Fort Kochi zeigen wollte. Mit einem Ambassador ließen wir uns durch die verwinkelten Gassen von Fort Kochi kutschieren, machten dabei verschiedene Zwischenstopps, an denen uns der Reiseführer sämtliche Sehenswürdigkeiten erläuterte. So zeigte er uns als erstes die St. Francis Church mit dem Grab von Vasco de Gama. Die Kirche wirkte auf mich ungewohnt hell und freundlich und es dauerte eine Weile bis ich merkte, dass dieser Eindruck an den weit geöffneten Fensterläden lag. Fensterscheiben gab es gar keine. So sah man von innen direkt in den grünen Kirchhof mit all den blühenden Pflanzen. Ich musste an unsere düsteren Kirchen denken, in die in der Regel kaum ein Strahl Tageslicht gelangt.

kirche


Danach fuhren wir weiter zu den chinesischen Fischernetzen am Hafen von Fort Kochi. War mir am Vortag bei unserem ersten Rundgang noch alles irgendwie beunruhigend fremd erschienen, machte Fort Kochin nach einer einigermaßen durchgeschlafenen Nacht einen völlig anderen Eindruck auf mich. Das Meer leuchtete, der Himmel war strahlend blau, auf den Straßen herrschte ein buntes Treiben und alles wirkte grün und lebhaft. Unser Reiseleiter nahm uns zu einem der großen Fischernetze mit, wo wir selber mal ein Netz aus dem Wasser ziehen konnten. Die meisten Inder, die ich sah, waren eher schmächtig und klein. Es war mir ein Rätsel, wie sie die mit einigen 70 kg schweren Steinen beschwerten Fischernetze scheinbar mühelos aus dem Wasser ziehen konnten. Bei mir sah es dagegen eher unbeholfen und schwerfällig aus.

Weiter ging es zur Santa Cruz Basilica, einer ausgesprochen kitschigen Kirche, die zu bunt und überladen wirkte und die mich lange nicht so faszinierte wie die St. Francis Church. Danach folgten die jüdische Synagoge mit ihren schönen Fliesen und der Dutch Palace, in dem unser Reiseleiter versuchte, uns die verschiedenen Gottheiten (und deren Inkarnationen) des Hinduismus näher zu bringen. Bei der großen Anzahl an Göttern kein einfaches Unterfangen.

dhobi


Zum Schluß besuchten wir noch eine indische Wäscherei, in der alle Tätigkeiten noch mit der Hand gemacht werden und auch das Bügeleisen noch wie zu Großmutters Zeiten mit Glut angeheizt wird. Mir kam zunächst automatisch der Gedanke, wie rückständig das ist, wo man schließlich auch in Indien elektrische Bügeleisen und Waschmaschinen kaufen kann. Aber all diese elektrischen Geräte kosten viel und verursachen hohe Folgekosten. Arbeitskraft dagegen ist unglaublich billig, so dass man ein Hemd für umgerechnet ca. 10 Cent von Hand waschen und bügeln lassen kann. Und dieses Hemd ist anschließend so ordentlich gebügelt wie ich es selber noch nie hinbekommen habe.

dhobi


Wie befürchtet lotste uns unser Reiseleiter zum Schluss noch in einen weiteren Souvenirladen, wo er höchstwahrscheinlich Provisionen erhielt, sofern seine Touristen dort etwas einkaufen. Genau wie gestern empfand ich auch hier das Stöbern bzw. Einkaufen als sehr unangenehm. Man muss schon eine ausgesprochene Hartnäckigkeit an den Tag legen, um sich von den zumindest aus meiner Sicht unglaublich penetranten Verkäufern nicht zum Kaufen nötigen zu lassen. Ein simples Nein wurde auch in diesem Geschäft überhaupt nicht wahrgenommen bzw. es wurde genauestens gefragt, warum wir nichts kaufen wollten. Ausflüchte nutzten gar nichts, da der Verkäufer immer noch ein Gegenargument parat hatte. Selbst die Aussage, wir bräuchten die Sachen nicht, ließ er nicht gelten:
'Man kauft nicht, weil man etwas braucht, sondern weil es Freude macht'.
Mein armer Daniel wirkte auf die Verkäufer wahrscheinlich immer wie ein Mann, der zu geizig ist, seiner Freundin ein Geschenk zu machen. Dabei weiß ich natürlich, dass das überhaupt nicht stimmt.

Nach der Stadtführung hatten wir dann ein paar Stunden Zeit zu unserer freien Verfügung bis wir nachmittags von Sabu zu einer Bootstour abgeholt wurden. Als wir aber am Hafen von Fort Kochi ankamen, musste Sabu allerdings feststellen, dass unser Boot im Schlick festsaß und daher nicht ins Wasser gezogen werden konnte. Also fuhr uns Sabu auf die andere Seite des Sees zum Hafen von Ernakulam, der Schwesternstadt von Kochi auf dem Festland.

Die Fahrt dorthin führte direkt durch den Feierabendverkehr und ich bekam mal einen richtigen Eindruck, wie man in Indien Auto fährt. Für eine Autofahrt in Mumbai reichte meine Vorstellungskraft danach gar nicht mehr aus, denn eigentlich war ich der Meinung, dass es schlimmer gar nicht mehr geht. Auf einem Motorrad sitzen in der Regel mindestens zwei Personen, die Frau sitzt meistens hinten, aber im Damensitz, so daß ich mich insgeheim fragte, ob sie in Rechtskurven nicht eigentlich hintenüber vom Motorrad fallen müsste. Vielfach sitzen noch 1/2 Kinder mit auf dem Motorrad, entweder irgendwo dazwischen oder noch vor dem Fahrer. Oder es wird irgendetwas Großes transportiert. Meine bisherigen Vorstellungen, was auf einem Motorrad oder Scooter so alles Platz hat, wurden völlig über den Haufen geworfen. In Indien herrscht grundsätzlich Linksverkehr. Grundsätzlich sage ich, weil meines Erachtens der normale Inder einfach dort fährt, wo er Platz findet, ganz egal, ob das nun links oder rechts auf der Straße ist. Vielfach ist das auch einfach in der Straßenmitte. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn ständig Autos direkt auf einen zufahren. Und während Sabu auf der Fahrt nach Ernakulam ständig nach rechts und links auf irgendwelche sehenswerten Dinge zeigte, hielt ich den Blick in der Zwischenzeit lieber geradeaus auf die Straße gerichtet.

Einer musste das ja tun.

Die Situation auf der anderen Seite war allerdings die gleiche ? zuviel Schlick durch Ebbe und daher keine Möglichkeit, Boote ins Wasser zu lassen. Nun könnte man natürlich sagen, dass sich Sabu das hätte denken können. Man könnte natürlich auch sagen, dass man das besser hätte organisieren können. Aber schließlich waren wir in Indien, über solche Dinge sollte man sich hier nicht ärgern und damit taten wir das auch nicht, sondern übten uns in Gelassenheit. So fuhr uns Sabu wieder mitten durch den Feierabendverkehr von Ernakulam zurück nach Fort Kochi. Und als Entschädigung für die entgangene Bootsfahrt bekamen wir Tickets für eine Kathakali-Aufführung.

strand


Leider hatte ich mich in Bezug auf meinen Jetlag etwas überschätzt, so dass mir auf der Stelle die Augen zufielen bei der für meine Ohren recht eintönigen Musik, dem gedämpften Licht und dem Geruch der umstehenden Öllämpchen. Ein wenig bekam ich noch von der sehr aufwändigen Schminkphase der Künstler mit, aber richtig wach wurde ich erst, als einem der Zuschauer hinter uns mit lautem Krachen die Rückenlehne brach. Ab da konnte ich mich auch wieder auf die skurrile Veranstaltung konzentrieren. Die Story ist schnell erzählt. Mann bedrängt Frau, diese wehrt sich, so dass er Gewalt anwendet. Frau heult sich bei Bruder aus, der daraufhin umgehend den Vergewaltiger umbringt.

Zunächst schminkten sich dazu die Tänzer sehr aufwändig mit verschiedenen Farben aus verschiedenen Materialien (z. B. Umbra), die zunächst gemahlen wurden, damit die Farbe weich wurde. Anschließend wurde anhand einer separaten Vorstellung gezeigt, welche Gesten, Gesichtsausdrück und Tanzschritte für einzelne Aussagen stehen, denn das gesamte Schauspiel findet ohne Worte statt. Man sollte sich also im Schnelldurchlauf alles merken, was anhand dieser kurzen Einführung erläutert wurde. Für Touristen ist das kaum möglich, aber früher war Kathakali auch noch keine Touristenattraktion, sondern richtiges Schauspiel, das bis zu sechs Stunden dauern konnte. Nach der Erläuterung ging das Stück los, sehr exotisch, erstaunlich, skurril, die einzigen Zuschauer waren Touristen. Wahrscheinlich ist dieses Spektakel für Inder heute so etwas Ähnliches wie für uns Steiners Theaterstadel. Ein wenig kam ich mir vor wie in einer Traumschiff-Folge: Man schaut sich Dinge an, die einem, wenn man ehrlich ist, nicht wirklich gefallen, aber da sie aus einem fremden Land kommen, klatscht man trotzdem hinterher und ist beeindruckt.

strand


Nach ca. 2 ½ h war das Spektakel vorbei und ich wieder richtig ausgeschlafen. So begaben wir uns direkt nach nebenan ins Old Port, das uns unser Reiseführer und unser Hotel empfohlen hatte. Das Essen war rustikal und lecker, inbesondere das Butternaan hatte es mir angetan.

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Dienstag, Januar 02, 2007

Ankunft in Fort Kochi
Sonntag, 03. Dezember 2006

Bei der Ankunft in Kochi erwartete uns ein aus unserer Sicht* kleiner Provinzflughafen mit zahlreichen fremden Gerüchen, viele Reisende hatten Kinder dabei, die uns anlachten und winkten. Es waren kaum nicht-indische Touristen dabei, alle warteten geduldig in der endlos langen Schlange am Immigration-Office, die unglaublich langsam kürzer wurde. Der Immigration-Officer freute sich, dass er auf deutsch "Guten Morgen" sagen konnte.

Wir uns auch.

Am Flughafen wurden wir von einem Taxifahrer abgeholt, dessen Name so ähnlich wie Richie klang und der mich bei der Begrüßung als Daniels weibliche Begleitung geflissentlich übersah. Auch mal etwas ganz Neues für mich, woran ich mich aber die nächsten Wochen gewöhnen musste (das wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht). Abgesehen davon, dass ich als Frau für ihn keine bedeutende Rolle spielte, war er aber ansonsten ausgesprochen freundlich und erzählte uns Daniel auf der ca. 1-stündigen Fahrt zum Hotel schon einiges über die Stadt und Indien an sich. Während der Fahrt schnallte er sich etwa viermal an und wieder ab, was mir die Gewissheit gab, dass er sich definitiv nicht zu seiner eigenen Sicherheit anschnallte (was aus meiner Sicht dringend notwendig gewesen wäre), sondern lediglich weil irgendwo ein Polizist in der Nähe war. Obwohl es Sonntag war und daher der Verkehr nur halb so wild wie an einem Werktag, überzeugte mich schon der erste Eindruck, dass in Indien wirklich jeder fährt wie er kann. Laut unserem Taxifahrer benötigt man drei Dinge beim Autofahren:
'A good brake, a good horn and good luck.'
Das klang für mich einleuchtend, nur war mir noch nicht ganz klar, wozu die Hupe nutzen sollte. Hupen tat hier jeder und zwar ständig und aus meiner Sicht auch ohne ein entsprechendes Konzept dabei.

ambassador

Ich nahm mir vor, das weiter zu beobachten.

Schon auf der Fahrt zum Hotel bekamen wir einen recht bunten Eindruck von unserer neuen Umgebung. Wegen des Abfalls, der vielfach am Rand der Straßen herumlag, waren etliche Krähen unterwegs, herrliche Häuser standen direkt neben eingefallenen Baracken, dazwischen immer wieder Kokospalmen und exotische Landschaft. So wechselte sich Schönes mit Hässlichem ab und ich wurde nicht müde, aus dem Autofenster heraus alles zu beobachten.

Schließlich kamen wir im Hotel Raintree Lodge an, einem netten, kleinen Hotel mit sehr freundlichen Mitarbeitern. Der junge Mann, der unser Gepäck scheinbar mühelos die Treppe zu unserem Zimmer hinauftrug, war weniger als halb so breit wie ich und ich musste daran denken, wie ich rumgemault hatte, als ich den Koffer in Köln die Treppe hinaufschleppen musste. Unser Zimmer war schön, sehr sauber und hatte einen kleinen Balkon auf die Straße hinaus. Da wir mittlerweile doch ziemlich müde waren, schliefen wir erst einmal eine Runde auf dem breiten Bett. Immerhin fehlte uns eine Nacht, die wir im Flugzeug bzw. in Dubai auf dem Flughafen verbracht hatten.

raintree

Nach unserem Mittagschlaf waren wir beide ziemlich unentschlossen, was wir nun als nächstes tun sollten. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nirgendwo so fremd gefühlt wie hier in dieser indischen Stadt in der für mich alles unbekannt war und wo ich überhaupt nicht wusste, was man tun kann und was man lieber lässt, ich sprach die Sprache der Menschen hier nicht, wusste ihre Gesten nicht zu deuten und mir gingen so blöde Gedanken durch den Kopf, ob es möglicherweise gefährlich sei, zu Fuß durch die Stadt zu laufen. In dem Moment wäre ich am liebsten einfach nur im Bett liegen geblieben, schob diese Gedanken glücklicherweise aber auf Müdigkeit und Jetlag.

Der sehr nette junge Mann am Empfang erklärt uns geduldig und ausgiebig, was wir alles in Fort Kochi machen konnten und wir merkten erst jetzt, wie nah wir am Wasser wohnten. So entschieden wir uns also für einen ersten Spaziergang und waren wirklich in fünf Minuten schon am Meer.

strand

Da Sonntag war, waren viele Inder am Strand (der kein Strand nach unserem Verständnis war) unterwegs, etliche von ihnen sehr hübsch herausgeputzt und auch wieder sehr viele Kinder dabei, die sich unbändig freuten, wenn sie uns sahen. Sie winkten uns zu oder probierten ihre Englischkenntnisse aus, während uns die Erwachsenen in der Regel unverhohlen anstarrten. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich der Exot bin, denn allzu viele nicht-indische Touristen sah man hier nicht und ich hätte mir vorher auch nicht träumen lassen, dass mich der Anblick von Touristen in der Fremde mal so erfreuen würde. Hier in Fort Kochi war mir aber so vieles fremd, dass ich beinahe erleichtert aufatmete, als mir der erste Tourist über den Weg lief. So hatte ich wenigstens das Gefühl, dass sich hier auch noch andere Menschen genauso mit all dem Fremden auseinandersetzen mussten wie ich.

Daniel und ich liefen einmal am Strand an der schmalen Promenade entlang, uns bot sich ein völlig anderes Bild als wir es bisher von unseren Reisen kannten, die Geräusche waren neu, die Gerüche unbekannt und mir schien alles so fremd, dass ich mich in meiner Müdigkeit am liebsten in meinem Hotelzimmer verkrochen hätte.

strand

Auf dem Rückweg zum Hotel wollten wir auch kurz in einen Andenkenladen einkehren. Hier lernten wir allerdings die weniger schöne Seite des freundlichen Services kennen, denn der Verkäufer bedrängte uns auf kaum vorstellbare Art und Weise, doch unbedingt etwas bei ihm zu kaufen. Er war fast nicht abzuschütteln und wir konnten ihm schwer klarmachen, daß auch wir nicht einfach mal so im Vorbeigehen einen Pashmina für 60 Euro mitnehmen. Aber für indische Verhältnisse sind wir als Touristen natürlich Goldesel, die es unbedingt zu schröpfen gilt. Das sollten wir während unserer Reise leider noch öfter feststellen.


Nach unserem Spaziergang gönnten wir uns erst einmal eine kleine Lesepause auf der hübschen Dachterrasse des Hotels, von der man einen wunderschönen Blick auf Palmen, eine Kirche, verwinkelte Gärten und andere Dachterrassen hatte. Wir beobachteten den relativ kurzen Sonnenuntergang mit seinem typischen leuchtenden Dämmerlicht, den wir in nächster Zeit noch häufiger sehen sollten. Ein wirklich herrlicher Anblick.

dach

Abends aßen wir im Malabar House mit Lifemusik. Das Restaurant war ausschließlich von Touristen besucht und während wir dort saßen, dachte ich mir, daß wir gerade genauso in einem indischen Restaurant am Prenzlauer Berg sein könnten. Ich verwarf den Gedanken allerdings sofort, als wir nach dem Essen wieder auf der unasphaltierten Straße standen, den kreuz- und querfahrenden Motorrädern auswichen und die aufdringlichen TukTuk-Fahrer abwiegeln mußten, da wir die paar Meter doch lieber zu Fuß gehen wollten. Das Essen war übrigens ausgezeichnet. Ich war begeistert von meinem Fischcurry, da ich bisher nur selten so feinen Fisch gegessen hatte. Aber auch das sollte in den nächsten Wochen häufiger vorkommen.

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* ein Begriff, der mir so oder ähnlich in den nächsten Wochen noch häufiger durch den Kopf gehen sollte.

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Montag, Januar 01, 2007

Indien - es geht los

Als Ende November unser Urlaub begann, schienen mir die 4 ½ freien Wochen, die vor uns lagen, unglaublich lang, Weihnachten war ganz weit weg, die Arbeit schon ab dem 1. Urlaubstag in weite Ferne gerückt. Stattdessen stand unser Indienurlaub vor der Tür.

Heute liegt alles leider schon wieder hinter uns, der Flug nach Kochi in Kerala ist lange vorbei, auch Weihnachten mit alle seinen Geschenken und Besuchen ist zu Ende gefeiert und in zwei Tagen heißt es wieder arbeiten.

Es gibt aber einiges zu erzählen, denn ich habe im Urlaub fleißig mitgeschrieben und so nach und nach werde ich jetzt mein Blog mit Indienbeiträgen füllen. Schade für diejenigen, die das nicht so interessiert, aber dazwischen ist mit Sicherheit auch immer wieder mal etwas für die weniger Reiselustigen dabei :-)

Flug von Düsseldorf über Dubai nach Kochi

Samstag, 02. Dezember 2006

Samstag, der 02. Dezember, heute war der große Tag, an dem Daniel und ich endlich nach Indien fliegen sollten, mit Emirates nach Kochi, der 'Perle' Indiens etwa in der Mitte des Bundesstaats Kerala an der Küste gelegen. Die Inder sagen in der Regel Kerla, das "A" in der Mitte hört man kaum bis gar nicht. Das hatte ich mir schon im Vorfeld gemerkt, ansonsten brachte ich aber die alten britischen und die neuen indischen Namen regelmäßig durcheinander.

Am Flughafen trafen wir ein deutsches Paar, das für 5 Monate durch Indien reisen wollte. Der Mann erzählte uns natürlich sofort, dass er sich vor 15 Jahren in Indien eine schlimme Malaria eingefangen hatte:
'Muss in Kochi gewesen sein.'
So etwas hasse ich ja.

In Dubai hatten wir einen kurzen Zwischenstopp und der Flughafen war so überkandidelt wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Überall blinkte es nur so vor lauter Gold und Silber, man konnte unglaublich teuren Schmuck kaufen und sogar die Flughafenuhr war eine Rolex. Die Plumpsklos haben mich dann doch etwas überrascht. Eigentlich hatte ich hier stattdessen mit einem beheizbaren Thron mit Samtüberzug gerechnet.

Dubai

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Montag, Dezember 18, 2006

Grüße aus Siolim

Nur noch 5 Tage Urlaub übrig, heute ist der letzte Tag vor dem Transfer nach Mumbai und wir sind im Siolim House eingetroffen. Sehr schön hier, ein ganz anderes Flair als in der Villa Rivercat, aber auch sehr ruhig (obwohl wir diesmal in der "Ortsmitte" wohnen...).

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Samstag, Dezember 09, 2006

Kurzes Lebenszeichen aus der Ferne

Uns geht es gut, wir erholen uns prächtig!

Rest der Stachelpalme

Ein ausführlicher Bericht folgt...

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Sonntag, November 05, 2006

Leben wie Gott in Frankreich im Piemont IV

Vier Tage Schlemmen am Stück sind gar nicht so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellt. Selbst mein Magen stieß am letzten Tag unseres Piemonturlaubs an seine Grenzen, so daß ich das letzte aller leckeren Dolces für dieses Jahr fast unberührt zurückgehen lassen mußte - ein Jammer, keine Frage.

bildbeschreibung

Von erfahrenen Läufern erhielt ich nun den klugen Ratschlag, daß ich direkt mit dem Training für einen Halbmarathon im Frühjahr beginnen und anschließend für den Kölner Marathon im Herbst trainieren solle. Danach wäre ich angeblich in der Lage, eine ganze Kuh am Stück zu vertilgen.

Ein wirklich wertvoller Tipp. Wo ich derzeit doch schon froh bin, wenn ich eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer überstehe.*

Folgende Leckereien gab es an unserem letzten Tag im I Caffi in Aqui Therme:

Antipasti:
- Entenleberpastete mit Mostarda und Brot
- Carne cruda mit Parmesan, Zitrone und Ricotta
- Steinpilzcreme mit gebackenem Robbiola de Roccaverano

Primo:
- Tagliatelle mit Butter und weißen Trüffeln

Secondo:
- Perlhuhn mit Maronen, Polenta und Karotten

Dolce:
- verschiedenen Pralinen
- gefüllter Schokoladenkuchen, dazu Lavendeleis in einer Schokoladenform
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* Buchtipp: Schlank im Schlaf :-)

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Freitag, November 03, 2006

Leben wie Gott in Frankreich im Piemont III

Weiße Trüffel

Von weißen und schwarzen Trüffeln hatten wir schon einiges gehört und wollten daher dem Piemont auch mal während der Trüffelzeit einen Besuch abstatten.* Trüffelsucher sind recht finstere Gestalten, alles secreto, jeder behält für sich, wo er seine Trüffeln gefunden hat.

Kastanien und Maronen
Weitaus trubeliger geht es auf der bekannten Trüffelmesse in Alba zu, bei der gefühlte tausend Leckereien angeboten werden. Überall kann man probieren, Schokolade, Nüsse, Salami, Käse, Kastanien und Wein - das reine Schlemmerparadies. Irgendwie beneide ich die Italiener schon um diese herrliche Küche.

Natürlich haben wir uns die Trüffeln nicht nur angeschaut, sondern abends bei einem feinen Essen auch selber probiert. Gianni aus dem Casa nel Bosco läutete jeden neuen Gang mit einem geseufzten 'alora' ein und schon wußten wir, daß jetzt gleich wieder etwas ganz Leckeres auf den Tisch kommen würde. Und auch davon haben wir uns selbstverständlich ein Bild gemacht.

Trüffelmesse in Alba

Folgende Leckereien gab es an unserem dritten Tag im Casa nel Bosco in Cassinasco:

Antipasti:
- süßes Gewürzbrot mit Salami und Schinkenspeck
- Rindercarpaccio mit frischen Steinpilzen
- Steinpilzkartoffeltörtchen auf einer Tomatensoße

Primo:
- Tajarin mit Butter und weißen Trüffeln (Daggi - 7 gr) bzw. Kastanientagliatelle mit Speck und Kraut (Daniel)

Secondo:
- Ente mit Kartoffeln und Karotten in Muskatellersoße (Daggi) bzw. Wacholderschmorbraten mit Kartoffeln und Karotten (Daniel)

Dolce:
- Panna Cotta aus Haselnuß (Daniel, zur Hälfte ich, nachdem ich probiert hatte und wieder feststellen mußte, daß Daniel beim Dolce den besseren Riecher hatte) bzw. Pfirsich mit Amaretti gebacken (Daggi)

Frische Steinpilze

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* Buchtipp: Schwarzer Trüffel

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Samstag, Oktober 28, 2006

Leben wie Gott in Frankreich im Piemont II

Sogar die Tiere in Italien sind kleine Gourmets. Lotta, die Katze von Carina und Stefan, versucht mittlerweile schon, mit den Pfoten den Kühlschrank zu öffnen, um an all die dort aufbewahrten Leckereien heranzukommen (zum Glück bisher erfolglos) und Agata, die quirlige Hundedame von Paolo Mascarino in der Käseaffinerie Arbiora, frißt ihren feinen Käse am liebsten selber.

bildbeschreibung

Eigentlich war die Käserei geschlossen, als wir dort vorbeifuhren, aber Signore Mascarino, der gerade vor der Türe stand, öffnete trotzdem extra für uns nochmal seinen Keller, nachdem er erfuhr, daß wir von der Cascina Grassi kamen. So kamen wir in den Genuß einer ausgesprochen unterhaltsamen Führung durch die kleine Käseaffinerie, gemischt auf englisch, italienisch und mit ein paar Brocken deutsch und erfuhren so einiges, wie der Käse behandelt wird und daß nicht nur Feuchtigkeit und Alter, sondern auch die Form unterschiedliche Auswirkungen auf den Geschmack haben.

Nachdem wir nun den Käsegeruch lange genug in der Nase gehabt hatten, mußten wir natürlich auch noch probieren. Dabei erzählte uns Signore Mascarino von der großen SlowFood-Messe in Turin und freute sich, daß wir schon von Slow Food gehört hatten. SlowFood kommt ja ursprünglich aus Italien und da Signore Mascarino sehr von Slow Food überzeugt ist hat er sich sehr viel Zeit genommen, uns mehr davon zu erzählen.*

Heute morgen nun war ich in Dellbrück zum Einkaufen unterwegs und dachte dabei wieder daran, wie lecker im Piemont alles schmeckt und wie sehr ich die große Auswahl dort genossen habe.

Zufällig kam ich dabei an einem kleinen italienischen Lädchen gleich bei uns um die Ecke vorbei, das ich bisher ehrlich gesagt nie so richtig beachtet hatte, da es im Schaufenster vor allem viel Zubehör und Geschirr hat. Heute stand dort ein großes Schild vor der Türe, daß es gerade frische Pasta im Angebot gibt. Das wollte ich mir doch genauer anschauen, also gleich mal rein und Pasta ausgesucht (mit Gorgonzola und Nuß). Dabei warf ich auch einen Blick auf die winzige Käseauswahl und was sehe ich da? Dieser kleine Laden bezieht seinen Käse doch tatsächlich von der Käserei Arbiora in Bubbio.

Hab ich mich gefreut :-)

bildbeschreibung

Folgende Leckereien gab es an unserem zweiten Tag im La Dogliola in Bubbio:

Antipasti:
- kleiner Vorspeisenteller mit Hasenroulade, kleiner Kohlroulade und Peperoni mit Thunfisch gefüllt
- Tomatencreme mit Wachtelei
- Eierschaum mit Zwiebeln und Kräutern

Primo:
- Kräuterrisotto

Secondo:
- Huhnroulade mit Haselnüssen und Chicoree (Daniel) bzw. Rinderbraten in Barberasoße und Krautauflauf

Dolce:
- Mousse au Chocolat (Daniel. Zur Hälfte ich, nachdem ich den ersten Bissen davon probiert hatte) bzw. Apfel Charlotta

Auf italienisch klingt das alles natürlich noch viel schöner.
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* Buchtipps:
- I Sapori del Piemonte. Rezepte und kulinarische Geschichten aus piemontesischen Küchen
- Formaggi d'Italia

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Donnerstag, Oktober 26, 2006

Leben wie Gott in Frankreich im Piemont I

Ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die immer wieder nur an ein und denselben Urlaubsort reisen, denn dazu gibt es viel zu viele interessante Plätze, die ich schon gesehen habe und viele weitere, die ich noch gerne besuchen möchte.

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Eine Ausnahme gibt es aber doch. Die Cascina Grassi von Carina und Stefan im Piemont ist für mich schon fast eine Art Rückzugsgebiet geworden, wenn es mir hier in Köln zu laut, die Arbeit zu hektisch, der Alltag zu dröge wird oder wenn ich einfach nur für ein paar Tage ganz gemütlich relaxen möchte. Dann genieße ich es, an diesen schönen Ort mit seinen netten Besitzern zurückzukehren, ohne all den 'Touristenstreß', weil man das gesamte Programm in drei Tagen unterbringen muß. Hier kann ich unbesehen einfach nur die schöne Landschaft, das leckere Essen (und Daniel die Katzen) genießen.

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So haben Daniel und ich die letzten Tage im wesentlichen mit Lesen, Spazieren, Schlafen und Essen verbracht. Die Touristenattraktionen schauen wir uns ein anderes Mal wieder an. Wenn wir nochmal für ein paar Tage ins Piemont fahren...

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Folgende Leckereien gab es am ersten Tag im Castello di Bubbio:

Antipasti:
- Schinken mit marinierten Maronen
- Entencarpaccio mit Äpfeln in Apfelessig auf Feldsalat mit Wachtelei
- Warme Birne im Blätterteig auf einer Gorgonzolasoße

Primo:
- Maronengnocchi in einer Käsesoße
- Agnolotti

Secondo:
- Perlhuhn auf Feldsalat mit Pinienkernen und Kartoffeln in Muskatellersoße

Dolce:
- Schokoladentorte bzw. für Daniel ein Käseteller mit Robbiola de Roccaverano.

Lecker!

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Donnerstag, Oktober 19, 2006

Wir kommen wieder, keine Frage

sind die nächsten Tage aber erst einmal hier - genauer gesagt hier und werden einiges von dem hier vertilgen - und zwar da, dort und auch noch da.

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Donnerstag, Mai 25, 2006

Diskriminierung auf spanisch

Offensichtlich darf in Barcelona nicht jeder mit der Rolltreppe fahren.

Männer verboten:

Männer verboten

Frauen erlaubt?

Frauen erlaubt

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Sonntag, Mai 14, 2006

Barcelona - was an den beiden letzten Tagen geschah

Unser letzter Tag in Barcelona war nochmal einem ausgiebigen Stadtbummel gewidmet. Wie schon erwähnt, kann man Barcelona sehr gut zu Fuß erkunden, allerdings empfiehlt es sich, bequeme Schuhe einzupacken.

So ganz ohne Stärkung wollten wir dieses Mal doch nicht mehr losziehen, daher gab es für jeden in einer der zahlreichen Bäckereien eine kleine Leckerei. Ensaimadas hatte ich seit meinem letzten Besuch in Spanien vor knapp 15 Jahren nicht mehr gegessen und hatte schon fast vergessen, wie gerne ich die süßen Dinger damals mochte. Das zumindest hat sich nicht geändert.

Ensaimadas

Laut unserem Reiseführer hat das Viertel El Raval westlich der Ramblas auch heute noch keinen besonders guten Ruf, auch wenn einiges getan worden war, um das Image des Viertels zu verbessern. Während der Siesta und später am Abend sollte man danach die Gegend besser meiden. Unser Vermieter zerstreute allerdings unsere Bedenken, so daß wir auch hierhin einen kurzen Abstecher vornahmen und uns das alte Hospital de la Santa Creu hinter dem Mercat de la Boqueria anschauten und eine Weile das bunte Treiben in dessen hübschen Innenhof mit den Orangenbäumen beobachteten.

El Raval

Da wir mittlerweile Gefallen an den baskischen Tapasbars gefunden hatten, nutzten wir den letzten Tag auch noch einmal für einen Abstecher in eine der zahlreichen Lokalitäten, um ein letztes Mal all die verschiedenen Pintxos-Sorten durchzuprobieren.

Pintxos

In Barcelona gibt es natürlich jede Menge Schuhgeschäfte, verschiedenste Spezialgeschäfte, die in einem ausführlichen Artikel der ZEIT aufgeführt wurden, an jeder Ecke kann man eine Kleinigkeit essen oder einen Café solo trinken. Und selbstverständlich kehrten auch Daniel und ich beide mit einer Schuhtüte nach Hause. Aufgrund der fehlenden Englischkenntnisse der gesprächigen Verkäuferin und unseren rudimentären Spanischkenntnissen gelang uns das leider nur mit Händen und Füßen. Was die Kommunikation anbelangt, hatten Daniel und ich uns allerdings sehr schnell wieder auf eine gute Arbeitsteilung geeinigt: Während ich dafür zuständig war, mit den wenigen Worten Spanisch, die mir noch im Gedächtnis geblieben war, halbwegs sinnvolle Sätze zu bilden, war er in der Regel derjenige, der die spanischen Antworten trotz der Schnelligkeit, in der sie vorgebracht wurden, meistens besser verstehen konnte als ich. So verstanden wir immerhin, daß die Dame eine Freundin in Düsseldorf hat und unbedingt von uns wissen wollte, wie uns Barcelona gefällt.

Schuhe

Nachdem wir noch die sehr schöne Basilica Santa Maria del Mar aufgesucht hatten, wanderten wir in einem großen Bogen die Strandpromenade am Meer entlang bis zum Port Olímpic.

Uferpromenade

Von dort ging es weiter Richtung Norden bis zum Parc de la Ciutadella, einem sehr hübschen Park, der zwar leider gerade 'renoviert' wurde, mich aber insgesamt sehr positiv an den New Yorker Central Parc erinnerte, da jeder tun und lassen konnte, was er wollte. So sahen wir eine Weile einer Capoeiragruppe beim Training zu, während andere Jugendliche dazu sangen und musizierten, sahen andere Spaziergänger, eine Entenmutter mit ihren Jungen und beobachteten die ausgelassenen Hunde, die unermüdlich Bällen hinterherrannten oder ihre Besitzer anderweitig zum Spielen zu animieren versuchten.

Zum Abschluß des Tages kehrten wir noch einmal bei Origen 99.9 zum Essen ein und deckten uns anschließend für zuhause mit spanischen Leckereien ein.

Im Origen 99,9

Am Dienstag war dann Abflugtag, den wir bei herrlichstem Sonnenschein mit einem letzten Strandbummel ausklingen ließen.

Am Strand

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Montag, Mai 08, 2006

Barcelona - die Reise nimmt kein Ende

An unserem 3. Tag in Barcelona beschlossen Daniel und ich, morgens nur frisches Obst aus der Markthalle zu frühstücken, um uns tagsüber genügend Platz für all die Leckereien zu lassen, die wir unterwegs ausprobieren wollten. Auch wenn katalanisch mittlerweile wieder offizielle Sprache in Barcelona ist, schlug ich mich wacker mit meinen rudimentären Brocken Spanisch durch und war nur im Notfall bereit, auf die englische Sprache auszuweichen. In der Regel waren die Barceloneser dabei auch sehr hilfsbereit. Besonders einer der älteren Verkäufer in der Markthalle von Barceloneta hatte einen unheimlichen Spaß daran, sich mit uns mit Händen und Füßen und kleinen Zettelchen zu verständigen.

diallibre

Der 23. April war Sant Jordi, das Fest des Nationalheiligen von Katalonien. An diesem Tag werden traditionell Rosen und Bücher ausgetauscht, die rund um die Ramblas zuhauf angeboten werden.

daggirose

Daniel verzichtete freiwillig auf sein spanisches Buch, ließ es sich aber nicht nehmen, mir eine leuchtendrote Rose zu schenken, die er anschließend den gesamten Tag im Rucksack durch die Gegend schleppte und mit der er dabei immer wieder im Vorbeigehen den dichtgedrängten Passanten durchs Gesicht streifte. Und jedesmal, wenn ich ihn erzürnt darauf aufmerksam machte, konnte ich mir seine Lieblingsausrede anhören: 'Ich habs doch nicht mit Absicht gemacht!'

rosenkavalier

Die Tatsache, daß die Ramblas sowieso völlig verstopft waren, kam unserer Tagesplanung entgegen, uns das Viertel l'Eixample näher anzuschauen. Gaudí und dem katalanischen Modernisme, einer Art katalanischem Jugendstil, kann man hier kaum entgehen, ein Gebäude ist kunstvoller und verspielter als das andere. Durch das Viertel führte uns ein schöner Rundweg, der natürlich auch die Sagrada Família nicht außen vor ließ.

diallibre

Wie schon erwähnt versuchte ich mich immer wieder mit meinen wenigen Brocken auf spanisch zu verständigen und unterlag bereits nach zwei Tagen dem irrigen Glauben, man könnte mich kaum von einem echten Spanier unterscheiden, da mir schon nach einer kurzen Übungszeit die (zum Teil allerdings sehr reduzierten) Sätze wieder ganz flüssig über die Lippen kamen. Umso größer war meine Enttäuschung, als mir die Ticketverkäuferin an der Sagrada Família auf englisch antwortete, nachdem ich in schönstem Spanisch ("Dos entradas combinadas, por favor" - die Worte entradas combinadas hatte ich vorher auf dem Plakat am Eingang abgelesen) zwei Tickets kaufen wollte. Mit einem empörten 'Menno!' drehte ich mich zu Daniel um, der nur die Schultern zuckte. Die Kassiererin hatte mich offensichtlich verstanden, lachte und wiederholte ihre Antwort auf spanisch und fügte noch einen weiteren Satz hinzu, den ich annähernd verstehen konnte. Wieder auf englisch sagte sie, daß ich ein sehr gutes Spanisch sprechen würde, übersetzte ihren spanischen Satz aber doch vorsichtshalber wieder auf englisch für mich. Ich hatte sie tatsächlich richtig verstanden, war mir aber doch etwas unsicher, ob sie sich vielleicht über mich lustig machte.

Unser Spaziergang führte uns bis zum Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, dessen grüner Innenhof mir wie eine grüne, stille Oase inmitten der trubeligen Stadt vorkam. Von dort fuhren wir mit dem Taxi noch weiter nördlich zum Park Güell, einem wunderschönen Park (eine Meinung, die ich leider mit viel zu vielen anderen Touristen teilte), der mich insbesondere durch seine herrliche Aussicht auf die Stadt und das Meer sowie mit seinen grünen Papageien begeisterte.

diallibre

Mittags gab es eine kleine Stärkung in der der Bar Tapa Tapa in der Passeig de Gràcia. Aufgrund der für uns nur schwer verständlichen Speisekarte (auch der englischen) erhielt Daniel versehentlich einen Schinkenteller anstelle des gewünschten Schinkenbocadillo. Das war uns aber zunächst egal, vor allem da der Schinken ausgezeichnet schmeckte. Ein wenig schluckten wir aber doch, als wir hinterher auf der Rechnung feststellen mußten, daß es sich um Iberischen Schinken handelte, der gleich mal das Dreifache der teuersten Tapas kostete.*

diallibre

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Barri Gotic, wo wir ausgiebig durch all die kleinen Gäßchen bummelten, durch die zum Teil winzigen Geschäfte stöberten und abends schließlich unsere erste baskische Tapasbar ausprobierten. Hier heißen die Tapas Pintxos (gesprochen: Pintschos), kleine, hübsche auf einem Stück Weißbrot angerichtete Häppchen mit Schinken, Fisch, Käse, Gemüse und verschiedenen Pasten, bei denen der Belag mit einem Zahnstocher auf dem Brot befestigt wird. Man bedient sich direkt an der Bar, an der große Teller mit den verschiedenen Pintxos angerichtet sind. Die eigentliche Kunst besteht dabei meines Erachtens darin, sich bei einem der Kellner einen Teller zu ergattern, was ich bei meiner Größe und den meistens gut gefüllten Bars manchmal etwas anstrengend fand. Aber auch wenn ich es aus den genannten Gründen trotz der durchaus leckeren Speisen vorziehe, an einem Tisch zu sitzen und mir von einem Kellner Teller und Speisen bringen zu lassen, war das Essen in diesen Bars auf jeden Fall ein Erlebnis.

Auf dem Heimweg nach Barceloneta stießen wir mehr zufällig auf den etwas versteckt gelegenen Palau de la Música Catalana im Viertel La Ribera, ein völlig verrücktes Modernisme-Gebäude, diesmal nicht von Gaudí, sondern von Domènech i Monaner, aber für meinen Geschmack nicht weniger spektakulär. Der kleine Abstecher lohnt sich besonders nachts, da das Gebäude durch die üppige Beleuchtung im Dunkeln wirklich sehr prächtig aussieht.

diallibre


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* In der Markthalle entdeckten wir später Iberischen Schinken für über 60 Euro pro Kilo, was aber kein Einzelfall war.

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Mittwoch, Mai 03, 2006

Barceloneta, 2. Tag - ein Akrostichon

B eim Morgengrauen von Möwengeschrei geweckt.

Möwengeschrei

A lles frisch in der Boqueria - und grüner Spargel für 1 Euro!

Markt

R amblas rauf und runter.

C afé solo im Café de l'Òpera.

E ntspannung am Hafen - heute wird gefeiert, getrommelt und getanzt.

Fiesta am Hafen

L einen los - durch den Hafen mit der Golondrina.

O hne Sonnenmilch geht es doch nicht.

N och ein Tänzchen vor der Kathedrale.

Sardane - katalanischer Tanz vor der Kathedrale

E inkaufsbummel im Barri Gòtic.

Shoppen im Barri Gòtic

T apas und Plaudereien mit zwei Schweizerinnen im Origen 99,9.

Origen

A bendspazierung zurück nach Barceloneta.

Barceloneta

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Montag, Mai 01, 2006

Barcelona - es geht weiter

Daß unser Appartment in Barcelonata ein echter Geheimtipp war, erwähnte ich bereits (wir konnten nur nicht klären, warum der offensichtlich deutsche Vermieter im Vorfeld per Mail immer auf englisch mit uns kommunizierte).

Daggi in Barcelona

Barcelona faszinierte uns gleich vom ersten Tag an, auch wenn dieser nach unserer Ankunft nicht mehr allzu lang war - allzu lang nach unserem Verständnis, denn die Barcelonesen selber legen ja erst ab 23.00 Uhr richtig los. Allerdings stellte sich unser Biorhythmus in unserem Alter in so kurzer Zeit leider nicht auf völlig andere Wach- und Schlafenszeiten um.

Zuerst stärkten wir uns nach der Reise in einer der zahlreichen Tapasbars, Can Ganassa am Placa Barceloneta, die laut Reiseführer einfache und günstige Gerichte anbietet und in die sich vorwiegend Einheimische verirren. Letzteres konnten wir zwar nicht bestätigen und auch die ausgesprochen unverständliche deutsche Speisekarte sprach dagegen, aber das Essen war gut und für uns in dem Moment genau das Richtige.

Blick auf Barceloneta

Nach dem Essen reihten wir uns vor der Seilbahnstation am Hafen in die ziemliche lange Touristenschlange ein und warteten geduldig auf die nächste Seilbahn, die uns quer über das Hafengebiet hinauf auf den nahegelegenen Montjuic bringen sollte. Eine tolle Fahrt mit großzügigem Blick auf den Hafen und das Stadtgebiet! Am Montjuic angelegt, kamen wir gerade rechtzeitig, um mitansehen zu können, wie der riesige Springbrunnen Font Màgica zu Klängen von Tschaikowski und ABBA (jaja, in der Tat eine ausgefallene Kombination) mit Wasserfontänen und Lichteffekten in einer Art Wasserballett sämtliche Touristen in seinen Bann zog.

Font Magicà

Ein beeindruckendes, aber auch unglaublich kitschiges Spektakel, das Daniel unbedingt nach seinem Verständnis interpretieren mußte.*

Daniels Wasserballett

Den Rest des Tages bummelten wir durch die Stadt, die wir auch in den folgenden Tagen in erster Linie zu Fuß erkundeten. Entgegen meiner Vermutungen ist Barcelona eine sehr dichtbesiedelte Stadt, in der man die meisten Sehenswürdigkeiten relativ bequem zu Fuß erreichen kann und so nebenbei auch noch einen guten Eindruck von der Stadt bekommt. Der Strand von Barceloneta lag fast vor unserer Haustür, so daß wir vor dem Schlafen noch einen kurzen Abstecher ans Meer machten. Wir waren bei weitem nicht die Letzten!

Während unserer Abwesenheit hatte der Nachbarshund zwei Balkone schräg unter uns damit begonnen, sich seine Langeweile durch anhaltendes Heulen zu vertreiben. Ich erwog kurz, ihn trotz meiner großen Hundeliebe mit Steinen zu bewerfen, verwarf diesen Gedanken aber gleich wieder. Nicht nur weil ich keine Steine in passender Größe zur Verfügung hatte, sondern weil auch dieser heulende Hund für mich ab dem ersten Tag irgendwie zu unserem Viertel dazugehörte.

Hund in Barcelona

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* mit einer Vittelflasche

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Donnerstag, April 27, 2006

Barcelona, Barceloneta

Obwohl ich relativ oft verreise, bin ich bei der Ankunft am Reiseziel immer wieder aufs Neue erstaunt, wie schnell man heutzutage in ein anderes Land reisen kann. Gerade eben noch auf dem Kölner Flughafen und kurze Zeit später ist man schon in Mailand, London oder eben Barcelona. Früher war das eine halbe Weltreise, die Tage dauerte und immer sehr aufregend war. Heute ist das nur noch ein Katzensprung.

Die Zeiten ändern sich eben.

Goethe hat damals über seine Italienreise gleich ein ganzes Buch geschrieben. Heutzutage schreibt man darüber einen Blogeintrag.

bildbeschreibung


Der sehr gute Tipp bzgl. Unterkunft kam von Stefan - an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, das Appartment war wirklich toll, die Lage mitten im Hafenviertel Barceloneta einmalig und fast touristenfrei - außer uns. Eine Häuserecke weiter gab es eine große Markthalle, in der wir zusammen mit den spanischen Hausfrauen täglich frisches Gemüse und Leckereien fürs Frühstück einkauften (auch wenn es mit meinen rudimentären Spanischkenntnissen nicht immer ganz einfach war). Morgens wurden wir vom Gekreische der Möwen geweckt, die Balkone waren von Wäscheleinen geschmückt und in den Straßen wurde gewerkelt, diskutiert und gestikuliert. Die vielen kleinen Gassen waren schmal und verwinkelt, in der Mitte gab es einen hübschen Platz, auf dem sich abends die Leute aus dem Viertel trafen, rundherum einfache Bars und Restaurants, in denen man leckere Tapas essen und dazu ein Gläschen Wein trinken konnte.

bildbeschreibung


Genau die Atmosphäre, die ich mir vorgestellt hatte.

Als Daniel allerdings zum ersten Mal die Eingangstür des Appartmenthauses öffnete, die etwa 1-Mann-breite, steile Treppe vor sich sah und sich mit entsetztem Gesicht zu mir umdrehte, kam mir der Gedanke, daß ich mich offensichtlich schon beim Buchen des Appartments etwas zu sehr von diesem Flair hatte bezaubern lassen. Und jedes Mal, wenn wir danach die 87 engen Treppenstufen hinaufstiegen, mußte ich mir anhören, wie bekloppt es doch sei, eine Wohnung im 5. Stock zu buchen, ohne mal darüber nachzudenken, ob das Haus eigentlich einen Aufzug besitzt.

bildbeschreibung

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Mittwoch, Februar 08, 2006

Indien - Panjim oder wie ich wieder lernte, nein zu sagen

Goa

Goa war super, Mandrem Beach, ein Platz an dem man sich in Ruhe vom Stress der letzten Tage, der Hektik der Weihnachtszeit und dem des Jahresendes erholen konnte.

Goa

Super Idee, jedem anzuraten, hält aber nur solange vor, wie man nicht auf die Idee konmt, auf der Rückfahrt die Fahrt zum Flughafen mit einer kleinen Rundfahrt durch Goa zu kombinieren (Schwabenansatz: spart Zeit und Geld, wenn man sowieso schon zurückfährt, dann kann man auch gleich den ganzen Tag dafür nutzen und sich die Gegend ansehen).

Alt-Goa

Alt Goa war beeindruckend, die alten Kirchen und Anlagen, man konnte sich richtig vorstellen, wie das alles zur Zeit der Portugiesen mit Leben erfüllt war.

Alt-Goa

Panjim war, wie soll ich es nur sagen, "special". Der Taxifahrer hat mich, wir hatten nur noch eine Stunde, nach Panjim in die Nähe der Kirche gefahren. Die Kirche ist beeindruckend, am Berg gelegen, 1000000 Stufen, die ich bei 30 Grad nicht erklimmen wollte. Daher war Shopping angesagt, Geschenke für die Familie, Tobi den gewünschten Buddah; dann noch den nicht gewünschten, als Überaschung geplanten indischen Rum (Old Monk).

Panjim

Also die Einkaufstrasse hoch und runtergelaufen, um mal zu sehen, was die Läden so im Angebot haben. Der eigentliche Einkauf hätte dann auch schnell durchgeführt werden können, hätte ich nicht alle 5 Meter einen fliegenden Händler mit n+1 "NO" vergraulen müssen. Jeden Händler mindestens 4 mal, jeweils beim Erkunden der Läden, dann auch beim eigentlichen Einkauf.

Glück im Unglück: Meine Kollegen können sich freuen, mein Vorrat an no habe ich jetzt schon an die Goaner Verkäufer verbraucht, das heisst, die bekommen jetzt eine Weile nur noch ein ja, aber :-)

Nachtrag: Auch hier gilt wieder: Nachts um 3 am weltbesten Flughafen geschrieben (wie auch die anderen Beiträge), daher evtl. etwas verzerrt, wenn man mehr Zeit in Panjim verbringt (z.b. wie das Wortschnittchen) bekommt man sicher einen besseren/anderen Eindruck von Panjim...

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Montag, Februar 06, 2006

Indien - Goa, Teil 2

Hotel Rivercat

Die Villa Rivercat hatte anfangs bei der Auwahl einen schweren Stand bei mir. Die Bilder sahen fantastisch aus, aber der Preis passte irgendwie nicht dazu. Dagmars erste Vermutung (Jugendherberge) erwies sich allerdings als falsch, dazu gleich mehr. Darüberhinaus wurde auch noch eine Vorauszahlung via Western Union verlangt, dass roch doch arg nach 419 Scam. Habe dann aber doch kurzentschlossen gebucht, laut Wikipedia sollte das Hotel auch an einem sehr ruhigen Strand liegen. Wie schon gestern angedeutet, war das Hotel perfekt für mich.

Villa Rivercat

Nach einer 90 minütigen Fahrt vom Flughafen erwartete mich eine Oase der Ruhe, mit zahlreichen Hunden und Katzen, idyllisch an einem Fluss gelegen.

Villa Rivercat

Da der Flug schon um 5:30 startete (Begründung der Organisatoren: damit ich noch was vom Tag hätte) und ich daher schon um 3:30 aufstehen musste, setzte ich mich erst mal in den am Fluss gelegenen Garten und schlief eine Runde. Dann Auspacken, Lesestoff raus, in die Hängematte rein, Lesen, von der Hängematte in den Hängestuhl, danach in den Liegesessel, wieder in den Hängestuhl, oh, schon dunkel?

Villa Rivercat

Na gut, dann sich vom sehr freundlichen und extrem entspannten Chef beraten lassen (Chicken Tikka, this time) und zusammen mit ihm essen.

Lecker

Dabei habe ich erfahren, dass er das Hotel als Steckenpferd betreibt und eigentlich eine Firma mit Export von indischem Kram und 500 (roundabout) Filialen in 3 Kontinenten besitzt. Die Firma läuft jetzt ohne ihn und er kann sich ganz seiner Muse hingeben: seinem Hotel. Eigentlich seinen Hotels, denn er arbeitet schon an einem zweiten, ganz in der Nähe.

Villa Rivercat

Das Haus ist wirklich cool, Hängematten überall, die Zimmer schlicht eingerichtet, aber liebevoll gestaltet, wie auch der ganze Eingang. Der Garten ist allerdings der Blickfang, direkt am Fluss, mit diversen Liegemöglichkeiten. Der Strand erwies sich ebenso als perfekt, keine Trödler wie ein paar Kilometer weiter nördlich, die einem irgendwas andrehen wollen, keine Trance-Beats und Hütten sondern Sand und Meer, ganz für dich mich alleine.

So stellte sich schnell ein Tagesrhythmus ein. Aufwachen, in den Garten legen, etwas Lesen, Mittags an den Strand, Spaziergang zur weissen Pyramide (3 km Strandspaziergang), da eine Flasche Wasser und ein Sandwich und lesen, wieder am Strand entlang, auch mal die andere Richtung, zurück zum Hotel, ab in die Hängematte und schwupps ist es schon wieder abends 8 Uhr, die Kellner kommen, Qual der Wahl, was will ich zum Abendessen?

Strand

Alles in allem, sehr enstpannte 3 Tage, die ich gerne etwas ausdehnen würde, muss nur noch Daggi dazu überreden.

Strand


Nachtrag: Auch dieser Text ist wie die anderen Nachts um 3 Uhr am armseligen Flughafen von Bombay geschrieben, das "Daggi-überzeugen" scheint nach der Präsentation der Bilder erfolgreich verlaufen zu sein.

Daggi: "Da will ich auch hin!"


Villa Rivercat

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Sonntag, Februar 05, 2006

Indien - Goa

Goa

Goa hat zur Zeit anscheinend zwei Zielgruppen. Die immer verstrahlten Alt-Hippies und Neu-Hardtrance Fans, die alles Geld für Pilze, Pappen, Pillen, und Seelenheil verbraten und daher auch für 3$ die wackelige Bambushütte am Strand mieten. Toilette braucht es da keine, der liebe Gott hat es gegeben und wird es auch wieder nehmen, ein Busch/eine Palme findet sich immer. Rastas sind dann auch ein "must", oder eine schicke wilde Frisur/Haarfarbe und Tattoos - ganz wichtig, man ist ja anders, ausgeflippt, unangepasst in seiner Uniformität, irgendwie muss ja die Peer Group dann doch passen. Dann noch ein paar Jonglierbälle, Feuerkram und Fahnen und man ist der König der Welt Bambushüte.

Hütten


Oder man hat viel Geld durch Drogen (bei Zielgruppe 1), Öl oder andere dubiose Geschäfte verdient und kann sich die 200+ Dollar/Tag Beach Ressorts leisten, abgeschirmt von all dem Elend (nicht nur Zielgruppe 1, vor allem den Einheimischen selbst) abgeschottet in seinem Strandabschnitt, eigenem Pool (den man ja auch braucht, weil das Meer 200 Meter von der Liege enfernt ist) und Vollpension. Nur nicht rausgehen, reality bites, ob DomRep, Malle oder Gran Canaria, Hauptsache die Sonne scheint und die Peer Group stimmt (hier unterscheiden sie sich wenigstens nicht von der anderen Zielgruppe).

Goa


Dummerweise höre ich kein Trance oder Hendrix und habe auch keine Ölfirma in Rußland, wollte aber trotzdem nach Goa, wenn auch nur für 3 Tage. Zielgruppe Spiesser, der einfach mal ohne Zwangsparty (sei es Goa-Trance oder Clubanimation) in Ruhe etwas entspannen wollte. Beachressort war kein Thema, Strandhütte auch nicht, die Studentenzeiten sind vorbei, man ist alt und bequem geworden. Also die übliche Vorgehensweise, Internet anwerfen (=googlen) und kleine Hotels suchen. Vier waren in der engeren Auswahl und guess what, Haupttreffer. Mehr dazu allerdings morgen im nächsten Teil.

Goa


Anmerkung: Evtl. beeinträchtigte das erschreckende Erlebnis am Flughafen Mumbai die Objektivität der Berichterstattung, da ich den Text (mangels Zeitung) dort nachts am Flughafen getippt habe...

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Samstag, Januar 21, 2006

Indien - Teil II

Sound horn

Was bedeutet der Hinweis sound horn an einem Auto/LKW in Indien?

Auflösung in den Kommentaren

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Montag, Januar 09, 2006

BombayMumbai - Indien, Teil I

(geschrieben um 2 Uhr nachts, vor Ort)....
Stadt der 16 millionen einwohner, Weltstadt, die neben einer grossen Zahl an 5+Sterne Hotels auch 2 Flughäfen besitzt, einen nationalen und eine internationalen ist:
Ein Dreckloch.
Ein kleines, mieses Vorstadtnest.
Provinz.
Utterly, utterly Frankfurt Hahn.
Nein, nicht nur, weil der Weltstadtflughafen die Atmosphäre einer Bahnhofskneipe versprüht (hier wurde ich schon vorgewarnt), vielmehr wegen eines entscheidenden Umstands:
Der gesamte Flughafen hat KEINEN Zeitungsladen.
KEINEN
EINZIGEN
Zeitungsladen
.
Keinen.

Ich dache zuerst, der Oberaufseher der Immigrations-Behörde wollte mich auf den Arm nehmen, musste ihm dann aber nach einer kurzen Suche Recht geben.
Zum Glück hatte ich noch eine eiserne Notreserve im Rucksack.

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Freitag, Dezember 16, 2005

Goa, 32 Grad, Sonne, leerer Strand.
:-)

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Montag, Oktober 24, 2005

Dublin FAQ

1. Sind die bekannten bunten Haustüren in Dublin nur ein Klischee?

Die farbigen Haustüren gibt es wirklich, sie sind an praktisch jedem Haus in der Stadt zu finden: Von schlichtem Weiß, sonnigem Gelb und Orange über knalligem Rot, leuchtendem Blau und sattem Grün bis hin zu blassem Violett und zartem Rosé sind alle Farben vertreten.

Türen in DublinTüren in DublinTüren in Dublin

Lediglich die zahlreichen Kirchen und mittelalterlichen Gebäude inmitten der Stadt sind einfach nur grau, was aber zwischen den bunten Bäumen und leuchtend grünen Wiesen dennoch wie ein Farbtupfer wirkt.

St Patricks Cathedral

Und wer kein Geld für Farbe hat, hängt einfach bunte Wäsche auf den Balkon raus.

Wäsche

2. Warum nennt man Irland auch 'die grüne Insel'?

Grün ist definitiv eine dominierende Farbe auf der Insel - das gilt auch für Dublin mit seinen zahlreichen Parks.

Parks in Dublin

Man merkt allerdings nicht unbedingt, daß Dublin direkt am Meer liegt. Hier lohnt sich ein Ausflug mit der DART-Bahn auf die nahegelegene Halbinsel Howth - hier findet man viel Natuer, steile Klippen, wildes Meer, grüne Berge....genauso wie ich mir Irland vorgestellt habe.

Halbinsel Howth

3. Ähneln sich New York und Dublin?

Nein, keineswegs! - Nun gut, was die Preise angeht schon und Drive-In-Kirchen scheint es auch in Dublin zu geben. Aber die Iren in der Stadt sind ausgesprochen freundlich und helfen einem auch gerne mal ungefragt, wenn man mit verwirrtem Gesichtsausdruck und Karte in der Hand an einer Straßenkreuzung steht. Im Vergleich zu New York ist in Dublin wenig modern und schick, nichts gigantisch und groß, aber die schmalen Seitenstraßen mit ihren winzigen, bunten Boutiquen haben viel Flair und strömen eine freundliche Atmosphäre aus.

Straße in Dublin

4. Ähneln sich Dublin und London?

Schon eher, zumindest gibt es in beiden Städten viele Pubs. Ein irisches Pub haben wir - und als absoluter Bierhasser bitte ich hier um Verständnis - zwar noch immer nicht von innen gesehen, aber dennoch fiel auch uns auf, daß es abends in der Temple Bar immer sehr ausgelassen und lebhaft zuging.

In der Temple Bar

5. Ist eigentlich viel los in Dublin?

Ja doch, auf jeden Fall. Ich hatte gedacht, mich erwartet eine beschauliche Kleinstadt, aber weit gefehlt. Dublin ist hektisch, laut und trubelig, der Verkehr ging mir ziemlich schnell auf die Nerven, weil ich hier einfach nicht damit gerechnet hatte. Besondere Bedeutung kommt mittlerweile auch dem Tourismus zu - auch im Herbst wurde wieder ein Tourist gesichtet, gut erkennbar an dem Reiseführer in der Hand.

Tourist in Dublin

6. Sind alle Iren schlank?

Keine Ahnung - ich hab hier jedenfalls nicht mehr durchgepaßt.

Dicke Daggi

7. Ist es in Irland wirklich immer windig?

Ohne Worte...

Windig

8. Gibt es irgendwelche Merkwürdigkeiten, die hier erwähnt werden sollten?

Aber sicher: Ich habe in Dublin meine erste, echte Unisex-Toilette entdeckt.

Unisextoiletten

Wahrscheinlich wurde Ally McBeal aus Kostengründen ursprünglich im Fitzers in der Temple Bar von Dublin gedreht. Außerdem gibt es zahlreiche, seltsame Verkehrsschilder und die Straßenschilder sind alle zweisprachig gehalten, obwohl nur noch 10% der Bevölkerung die Landessprache Gälisch lernen.

Straßenschild

Dublin Castle

Das Dublin Castle ist auf der Rückseite in schrillen Farben angestrichen und die Iren laufen immer auf der rechten Seite der Straße, für mich ein sicheres Indiz, daß der Linksverkehr wider ihre Natur ist. Außerdem machten die Fußgängerampeln immer einen Heidenspektakel und in der Rotphase zeigte ein Zähler an, wieviele Sekunden man noch warten muß, bis die Ampel wieder auf Grün umschaltet.

Ampel

9. Und das Wetter?

Natürlich müssen an dieser Stelle auch ein paar Worte über das irische Wetter fallen: Es war kalt und windig, aber fast kein Regen und nicht ganz so schlimm wie in London, aber auch hier liefen die jungen Mädels mit T-Shirt und kurzen Röckchen herum. Wie sie das ohne Gänsehaut und grausamem Erkältungstod durchstehen, ist mir immer noch ein absolutes Rätsel. Als wir uns in St. Patricks Cathedral eine Weile mit der netten Kirchenführerin unterhielten und sie darauf ansprachen, zeigte sie ebenfalls keinerlei Verständnis für dieses unvernünftige Verhalten und ich war wieder beruhigt - bis mir die Frau später erzählte, daß sie zur Zeit jeden Morgen im Meer baden geht....

10. Ist Dublin eine Reise wert?

Ja, aber man sollte sich dabei nicht nur auf Dublin beschränken, sondern auf jeden Fall auch dem Rest der Insel einen Besuch abstatten.

Wir holen das vielleicht nächstes Jahr nach!

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Samstag, Oktober 15, 2005

Dublin - die Kurzversion


bildbeschreibung




bildbeschreibung




bildbeschreibung

Schön wars, besonders auch die Halbinsel Howth (Bilder). Bald gibts auch noch einen Bericht...

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Donnerstag, Oktober 13, 2005

Eine Hommage an den Düsseldorfer Flughafen
- für Stefan -

Stefan aus Düsseldorf hat sich bis heute noch nicht von dem Schock erholt, daß der Kölner Provinz-Flughafen den Düsseldorfer mittlerweile durch stark gestiegene Passagierzahlen von seinem Spitzenplatz verdrängt hat und daß es ausgerechnet die Rheinische Post war, die darüber berichtete.

Was für eine Schmach für einen eingefleischten Düsseldorfer!

Und dann müssen Daniel und ich als unsensible Kölner Imis auch noch herzlos auf seinen verletzten Gefühlen herumtrampeln und uns in Stefans Gegenwart über dieses Ergebnis lustig machen.

Nun gut. Bei unserer Reise nach Dublin vom Düsseldorfer Flughafen aus hatten Daniel und ich nun erstmalig Gelegenheit, uns vor Ort selber ein Bild zu machen:

In Düsseldorf gab es....
  • die definitiv langsamste Schlange beim Einchecken sowie
  • Etiketten an unseren Koffern, die so festgeklebt waren, daß wir sie hinterher fast nicht mehr entfernen konnten.
In Düsseldorf gab es aber auch....
  • einen Skytrain - mächtig beeindruckend, da er einem gleich die Größe des Flughafens demonstriert,
  • freundliche Polizisten, die durchaus ihren Job machen, aber trotzdem mal für ein Späßchen zu haben sind und auch abends um 20.00 Uhr noch reichlich Energie für ein Lächeln aufbringen und
  • zu guter Letzt liebe Bekannte, die einem um den Hals fallen, wenn man von der Toilette zurückkommt.
Ich muß gestehen, das kenne ich von Köln nun nicht.

Trotz dieser sehr sympathischen Vorteile des Düsseldorfer Flughafens ist es letztendlich aber doch der schnöde Mammon, der uns immer wieder dazu bewegen wird, von Köln aus zu fliegen.

Die Taxifahrt nach Hause hätte von Düsseldorf nämlich stolze 70 Euro gekostet...

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Mittwoch, Oktober 12, 2005

Einmal Dublin und zurück

Bei den vielen Flugreisen, die Daniel und ich in letzter Zeit unternommen haben, ist es uns schon zur lieben Gewohnheit geworden, am Flughafen des Urlaubsortes vom letzten Bargeld Zeitschriften zu kaufen - ganz egal, ob es sich bei dem Restgeld um eine ausländische Währung handelt, die man daheim nicht ausgeben kann und bei der ein Umtausch nicht mehr lohnt, oder ob es Euro sind, die man eigentlich auch ganz in Ruhe und zweckmäßig zuhause verbrauchen könnte.

Ein wenig peinlich ist es mir schon immer wegen all der Vogues und Elles und Instyles, die ich mir jedes Mal kaufe, statt irgendetwas Anspruchsvolles auszuwählen, weil diese Modezeitschriften doch nur belangloser Frauenkram sind und ich mir die Sachen in den Zeitschriften sowieso nicht leisten kann.

Daniel kauft sich immer die Edge oder Games. Nun könnte man vielleicht denken, daß das ja auch nicht unbedingt anspruchsvolle Blätter sind, ist aber egal, das kann man ruhig erzählen, ist Männerkram, ist cool. Da gab es auch schon mal neidische Kommentare anderer Leser.

Dazu kommt noch, daß Daniel insgesamt immer mehr liest als ich: Zeitungen, Fachzeitschriften, Artikel aus dem Internet, englische Texte - alles was ihm in die Finger kommt.

Nur keine inhaltslosen Modezeitschriften, die zu 90% aus Werbung und Bildern bestehen und ganz wenig Text enthalten.

Als wir nun vor zwei Tagen am Dubliner Flughafen saßen und auf unseren Flieger warteten, blätterte ich beschämt in meiner immerhin englischen Elle-Ausgabe und schaute immer wieder verstohlen auf den wichtig aussehenden, mehrseitigen Ausdruck in Daniels Händen. Skripte der Tagung, an der er teilgenommen hatte, englische Fachliteratur oder möglicherweise Mails aus dem Büro, die er noch durchlesen wollte?

Ich war kurz davor, meine Elle zuzuklappen und die beigefügte englische Ausgabe von How to be good aufzuschlagen oder wenigstens die Süddeutsche von letzter Woche zu lesen, die ich noch in meiner Tasche hatte. Aber vorher wollte ich doch Gewißheit haben.
Daggi: Sag mal, was liest Du da eigentlich?
Daniel: Perry Rhodan. Konnte man kostenlos im Internet herunterladen.

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Samstag, September 24, 2005

Very British Teil II

Greenwich

Sonntag war unser letzter Tag, wir verabschiedeten uns von unserer netten Gastgeberin und nutzten die verbleibende Zeit sowie das schöne Wetter für eine ausgedehnte Schiffstour nach Greenwich Village.

Tunneleingang

Von Greenwich aus durchquerten wir die Themse durch einen unterirdischen Tunnel, fuhren anschließen mit der DLR durch die Docklands zurück in die Londoner City und statteten zu guter Letzt noch dem Viertel um die Brick Lane einen Besuch ab. Die Brick Lane zeigte uns ein völlig anderes, sehr exotisches Bild von London. Im Bengal Cuisine gab es noch leckeres Mittagslunch und danach mußten wir uns leider schon wieder auf den Weg zum Flughafen machen.

Brick Lane

Was mir noch auffiel: In London waren unheimlich viele Deutsche unterwegs; man sollte sich also durchaus in Acht nehmen was Kommentare über andere Personen im näheren Umkreis angeht. Das dachte sich wahrscheinlich auch der Kunde in einem Damenblusengeschäft, der gerade lautstark mit seiner besseren Hälfte am Telefon darüber diskutierte, ob sie die Bluse in rot, gepunktet oder gestreift oder doch gleich in allen Kombinationen haben wollte. Als eine andere Kundin nach den vor ihm liegenden Hemden greifen wollte, zog er sie energisch zurück und meinte empört zu seiner Frau, daß ihm gerade jemand die ausgewählten Blusen wegnehmen wollte. Darauf erwiderte die andere Kundin freundlich 'Entschuldigen Sie bitte.'

Oder Daniel, der an einer Subwaystation einem jungen Mädel auf englisch anbot, ihren Koffer die Treppen herunterzutragen, was sie auch dankbar akzeptierte. Nachdem Daniel den Koffer anhob und sein ganz ordentliche Gewicht registrierte, rief er mir lachend zu 'Und schon bereu ich es, Daggi.' Die junge Frau, ebenfalls eine Deutsche, meinte entschuldigend, daß Daniel ihr den Koffer wirklich nicht zu schleppen bräuchte.

Einen Punkt hat Daniel in seiner Aufzählung aller Merkwürdigkeiten allerdings noch vergessen. Trotz gefühlter 10°, liefen in London irgendwie viel zu viele Frauen mit Rock ohne Strümpfe und T-Shirts herum. Und das nicht nur tagsüber, wo wenigstens noch die Sonne schien, sondern bis in die Nacht hinein.

Ob mich das vielleicht vor der Erkältung bewahrt hätte, die ich aus London mitgebracht habe?

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Freitag, September 23, 2005

Very British Teil I

Nachdem Daniel schon all die Merkwürdigkeiten aufgezählt hat, die uns in London über die Weg gelaufen sind, bleibt mir noch, ein paar Worte zu den Sehenswürdigkeiten zu schreiben.

Mit über einer Stunde Verspätung kam ich am Freitag gegen Mittag an der Victoria Station an. Das Tempo dort ist atemberaubend und mit dem Kölner Bahnhof keinesfalls zu vergleichen. Ich hatte ständig den Eindruck, ich stehe irgendjemandem im Weg.

B&B
B&B

Nachdem wir mein Gepäck in unserem B&B abgeliefert hatten und ich mit Entzücken unser Zimmer mit Schrankbad bestaunt hatte, wollte ich natürlich erst einmal die nähere Umgebung erkunden. Portobello RoadWir schlenderten über den Portobello Market und ich war sofort völlig begeistert von Notting Hill - Kinofilm hin oder her, die Gegend hat einfach unheimlich viel Atmosphäre. Hübsch, aber nicht zu stylish, schräg, aber nicht abgerissen, trubelig, jedoch nicht lärmend. Sausage & Mash gab es auch. War gar nicht mal so schlecht.

Den Nachmittag zogen wir durch die Londoner Innenstadt: Downing Street, Trafalgar Square, Buckingham Palace, Westminster Hall - das gesamte Programm. Richtig fröhlich ging es abends rund um die Carnaby Street zu. Hier trifft man sich abends zum Trinken in den umliegenden Pubs beziehungsweise davor - die meisten Gäste standen draußen auf der Straße. Hier in der Gegend entdeckten wir auch einige interessante Boutiquen zum Einkaufen, so daß wir den Rest des Tages mit einem Einkaufsbummel verbrachten und abends zu einem recht preisgünstigen leckeren Dinner in der Masala Zone einkehrten.

Der nächste Tag begann mit herrlichem Sonnenschein und einem eher unbritischen Frühstück, da wir uns statt für Bacon, Eggs und Orangenmarmelade für Müsli und Croissants entschieden - bei der freundlichen Vermieterin hatten wir freie Auswahl statt Standardprogramm. Am Vormittag stand nochmal Shoppen rund um Oxford Street auf dem Programm, außerdem ein ausgiebiger Bummel durch den Hyde Park (mit ausgesprochen neugierigen Eichörnchen - bei einem hatte ich ernsthaft Sorge, es würde mir gleich ans Bein springen, nur um etwas zu Fressen zu kriegen). Neben der Fortbewegung zu Fuß zogen wir das Busfahren der Subway vor, weil wir schon während der Busfahrt einiges von London zu sehen bekamen (vor allem als wir die Logenplätze oben in der 1. Reihe ergattern konnten).

London

Später spazierten wir durch das Bankenviertel, an St. Pauls Cathedral vorbei und zum Tower und der Tower Bridge. Hier lauschten wir eine Weile einem Konzert auf dem Mayor Thames Festival auf der anderen Seite der Themse und schauten den letzten Booten des Great River Race zu (22 Meilen rudern). Abends nahm der eigentlich unter Höhenangst leidende Daniel all seinen Mut zusammen, um mit mir vom London Eye aus eine grandiose Aussicht auf die Londoner City bei Nacht zu genießen. Abendessen gab es anschließend bei einer der zahlreichen wagamama-Filialen, durchaus empfehlenswert und für Londoner Verhältnisse auch einigermaßen bezahlbar.

London Eye


Weitere Bilder gibt es hier, Fortsetzung folgt.

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Mittwoch, September 21, 2005

Cross Cultural Workshop - again

Frohgemut machte ich mich auf die lange, abenteuerliche Reise nach London, um alle meine hart gelernten Kenntnisse mal in die Praxis umzusetzen. Dabei durfte das wichtigste Utensil für einen Aufenthalt in UK natürlich nicht fehlen:

muss sein

In England angekommen fielen mir die seltsamsten Dinge auf.

Nicht nur, dass alle auf der falschen Strassenseite fahren, dass wusste ich ja schon,

?????

nein, die machen auch noch Musik mit komischen Instrumenten,

?????

essen komische Dinge (Sandwiches, diesmal haben wir aber ganz leckere gefunden, white pudding und sausage&mash)
?????

yam?

und wohnen im Keller (da war in den meisten Häusern die Küche) und im Schrank (da war in unserem B&B das Bad, das B&B ist aber sehr zu empfehlen).

??????????

Dann auch noch Daggi verloren - zum Glück gab es neben all den Merkwürdigkeiten auch eine gute Einrichtung: die Kinderfundstelle!

schnueff

Zu guter Letzt gab es diesmal sogar für mich einen großen Berg Zeitschriften am Flughafen!

muss sein

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Donnerstag, September 15, 2005

Berlin - was sonst noch war

Am letzten Wochenende im August fand in Berlin nicht nur die Lange Nacht der Museen statt, sondern es war auch offener Tag der Bundesregierung.

Von Kunst und Museen hatte ich bereits erzählt, außerdem lauschten wir im Berliner Dom noch einem herrlichen Chor. Diese Musik in so faszinierender Umgebung sowie die Broschüre über die Tournee von Jan Garbarek & The Hilliard Ensemble brachte uns auch auf die Idee, Karten für deren im November stattfindendes Konzert in der St. Agneskirche in Köln zu kaufen.

Es gibt zwar im Oktober auch ein Konzert im Berliner Dom, aber das paßte leider zeitlich nicht.

Im Kanzleramt

Am nächsten Tag ging es direkt zum Bundeskanzleramt. Dieses Gebäude hat mich schon von außen immer mächtig fasziniert - nun wollte ich es mir mal von innen anstehen. Das Gebäude ist innen ausgesprochen schlicht eingerichtet, einziger, aber außergewöhnlicher Blickfang ist das Gebäude selbst. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, daß ich - wäre ich Kanzlerin - hier auch nicht gerne wieder ausziehen würde.

Kanzleramt

Den Blick auf die nicht weniger imposante Rückseite konnten wir schon ein paar Wochen vorher während einer ausgedehnten Spreefahrt bei herrlichem Sonnenschein genießen. Ich möchte an dieser Stelle die ca. 3-stündigen Spreefahrten wärmstens empfehlen, da die Ausflugsboote hier nicht nur traurig rund um die Museumsinsel in der Spree dümpeln, sondern die Berliner Innenstadt einmal großzügig umschifft wird und einem Ausblicke geboten werden, die man bei einem Stadtbummel nicht so ohne weiteres zu sehen bekommt.

Kanzleramt

So, gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Kurztripp (London) fertig geworden...

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Freitag, September 09, 2005

London

Es war einfach, einen billigen Flug nach London zu bekommen, schwieriger war es allerdings, ein schönes Zimmer zu finden.
Da in unserer Reisezeit die Fashion-Week in London ist (ich höre Daggi schon: "Ich hab´ nix anzuziehen... - siehe Mailand), waren die von uns ausgewählten B&B/Hotels schon sehr ausgebucht (zum Teil zwischen Anfrage und Buchungswunsch). Bei bed-breakfast hatten wir einige sehr schöne B&B gesehen, allerdings waren die entweder zu weit draussen (da ich teilweise schon morgens um ( in London sein muss).

Wir sind dann bei at home in London fündig geworden, ein B&B in Notting Hill.

Wer auch auf der Suche ist:
Die Washington Post hat ein paar Tipps, ebenso die NY Times, Net4com eine gute Übersicht über gute Budget-Hotels/B&Bs, Tripadvisor war wie immer eine große Hilfe.

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Donnerstag, September 01, 2005

Kunstwertke aus Berlin

Nicht nur aufgrund der Langen Nacht der Museen stand unser letztes Wochenende in Berlin ganz im Zeichen von Kunst und Kultur, sondern auch weil unsere Wohnung dringend neuer Farbtupfer bedurfte.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Okay, das erste Bild, das wir erstanden haben, ist nicht wirklich groß, aber nicht jeder hat Platz (und Geld), um sich einen ausgewachsenen Rubens ins Wohnzimmer zu hängen. Das Kunstkaufhaus bietet für solche Fälle ausgefallene Kunst im Hosentaschenformat.

Kunstkaufhaus Ost

Kunstwert

Auch nicht gerade klassische Gemälde, aber dennoch ansehnliche Kunstwerke fanden wir im Lumas, einer Galerie in Mitte, deren Konzept darin besteht, Fotokunst zu einem erschwinglichen Preis zu verkaufen. Bereits zweimal waren wir um das schließlich erstandene Bild herumgeschlichen, bevor wir endlich zugriffen - wirklich gelernt haben wir aus unseren Erfahrungen auf der Artfair offensichtlich nicht.

Volker Schrank/Kuba

bildbeschreibung
(Bildausschnitt)

Das netteste Erlebnis hatten wir aber bei Evelin, einer jungen Berliner Künstlerin. Evelin waren wir mehr zufällig in ihrem kleinen Atelier in der Lychener Straße (Prenzlauer Berg) über den Weg gelaufen, sie lud uns aber prompt zu ihrer Ausstellung am selben Abend in einem kleinen Café ein. Als Daniel und ich abends in dem Café ankamen, hatte ich den Eindruck, wir waren Evelins einzige 'echte' Gäste, also keine Freunde, Bekannte oder Verwandte. Schade eigentlich. Umso größer war aber ihre Begeisterung, als wir uns schließlich für eines ihrer Bilder entschieden:
Ihr wollt ein Bild kaufen? Wirklich? Das ist ja super. Toll. Super!
Um bei einem unserer nächsten Berlinbesuche wieder bei ihr vorbeischauen zu können, gab sie uns gleich ihre Telefonnummer:
Die Öffnungszeiten sind ganz blöd, ich schreib Euch einfach meine Telefonnumer auf.
...
Oder ist das jetzt blöd?
Bei soviel echter Freude hätte ich am liebsten gleich noch ein weiteres Bild gekauft.

Evelin
bildbeschreibung

Bei der Langen Nacht der Museen waren wir schließlich auch noch, es reichte gerade für einen Blick ins Pergamonmuseum und eine Führung durch die Brücke-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie (letzter Tag).

Aber das hat sich gelohnt!

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Mittwoch, August 31, 2005

Reisefieber

Es ist wirklich schwierig, in London ein einigermassen zentrales, schönes und bezahlbares Hotel/B&B zu finden. Wir haben jetzt schon zwei Geo-Saison, einen Reisführer und ein paar Onlineauftritte verschiedener Zeitungen konsultiert, sind aber noch immer unentschlossen.

Der Flug ist einfacher. Idealerweise ist mir vor ein paar Tagen der Skyscanner über den Weg gelaufen. Hier kann man sich alle Billigflugdestinationen anzeigen lassen, es gibt zudem eine Übersicht über die billigsten Flüge für jeden Tag des Monats - super zum Planen!

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Montag, August 29, 2005

Berlin, Berlin

Lange Zeit war das Blog doch eher ruhig - aber das hatte seinen Grund:
Zuerst der erste Berlin-Trip im Juli, dann direkt danach Piemont, dann der Kirchentag mit unseren Pilgern und zum Abschluß das letzte Wochenende wieder in Berlin.

Da die beiden Berlin-Ausflüge den Rest so schön einrahmen, beginne ich jetzt mal mit dem ersten Teil einer auf drei Teilen angelegten Serie, dem "Daggi und Daniel - Berlinguide".

Teil 1 beschäftigt sich mit einem wichtigen Thema - Essen -wo waren wir denn die letzten Male essen in Berlin?

Naan
Einfacher Inder, viele Studis. Billiges Essen, optimal für eine schnelle Mahlzeit beim Shoppen. War schon schlechter da, war schon mal besser, immer noch solide, wenn man für wenig Geld etwas Aktzeptables essen will.

Konnopke
Junkfood. Touristisch. Currywurst. Trotzdem lecker, manchmal. Bin aber Quartalscurrywurstesser - wenn in Berlin, dann hier.

Aigner
Lecker. Klassisch lecker. Ich bin hier öfters geschäftlich und finde das Konzept sehr schön: klassische Gerichte in guter Qualität, bodenständige Atmosphäre (im positiven Sinn), fühle mich hier aber fast zu - wie soll ich sagen - jung wäre falsch, zuwenig gesetzt. Dagmar gefällt es auch sehr, das Essen ist immer gut. Das nächste Mal gehen wir aber ins Alte Zollhaus.

Drei
Lecker. Definitiv nicht bodenständig, das Publikum ist aber manchmal zu sehr "Mitte/new economy" für mich. Fusionfood ("californischen-panasiatisch"), ist ja gerade modern (siehe Publikum), war aber bisher immer ein "no-brainer": reingehen, bestellen und es schmeckt.

Fischers Fritz
Auch lecker. Aber steif. Ganz anderes Publikum als im Drei, old economy - very old. Edelrestaurant im Regent, normalerweise kein Thema für uns, aber das Mittagsmenu für 30/40 Euro machte uns dann doch neugierig. Das Fischers Fritz versucht, sich als bestes Fischrestaurant der Stadt zu etablieren. Das Niveau der Speisen war excellent, der Fisch super, das Ambiente allerdings sehr gediegen. Sehr. So habe ich zum ersten Mal ein Tischkehrblech in Aktion gesehen. Die Vorspeisen waren nicht so unser Ding, die Hauptspeisen sehr gut, die Nachspeisen waren göttlich - Daggi hat nur noch verzückt gestrahlt - sowohl beim Nachspeisen ameuse geule als auch bei der eigentlichen Nachspeise, der Käse war sehr gut sortiert. Dafür sind wir definitiv noch zuwenig gesetzt.

Maultäschle
Ein Tipp von restaur.antville: Schwäbisch/türkische Kost in Berlin. Ideal für Exilschwaben (wie uns), die mal wieder Maultaschen oder Linsen essen wollen.

Bio-Linsensuppe beim Kanzler
Passend zum Maultäschle haben wir dann im Park des Kanzleramts (Tag der offenen Tür) 4 Wochen nach dem Besuch im Maultäschle eine Bio-Linsensuppe gegessen. War jetzt keine klassische Linsensuppe, hat uns aber gut geschmeckt und uns für die Rückfahrt gestärkt.

Die nächsten Tage dann die Folgen:
Kunst in Berlin sowie
Aktivitäten in Berlin.

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Samstag, Juli 30, 2005

Urlaub, Teil II

Berlin war super, wir waren sogar auf einer Spreefahrt.

Unser Sonnendeck der nächsten zwei Wochen:

Cascina Grassi

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Mittwoch, Juli 20, 2005

Reisefieber

Das Urlaubsfieber ist inzwischen auch bei uns angekommen.

Eigentlich sollten wir uns auf den Sommerurlaub im wunderschönen Piemont vorbereiten. Eigentlich, denn gerade sind wir dabei, ein Bed&Breakfast in Dublin zu suchen (ein Tipp, anyone?), damit mir Daggi nach der Virusbulletin all die schönen Orte zeigen kann, die sie sich dann schon angesehen hat.

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Montag, April 04, 2005

NY

Schild Korea
Schild 911

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Sonntag, April 03, 2005

Sightseeing in New York

Ich scheine es mir wohl zur Gewohnheit zu machen, den letzten Teil meiner Reiseberichte immer erst Wochen später fertig zu stellen. Es fehlt ja noch etwas in meinen Ausführungen über New York, denn wir waren nicht nur Shoppen, Essen und Spazieren im Central Park, es blieb auch noch ausreichend Zeit für Sightseeing.

Downtown

Unser erster Rundgang führte uns nach Downtown, leider mit einem noch etwas erkältungsgebeutelten Daniel, der doch recht teilnahmslos hinter mir hertrottelte. Brooklyn BridgeZum Glück schien die Sonne, das ließ einen die arktischen Temperaturen einigermaßen ertragen. City Hall, Brooklyn Bridge, New Yorker Börse (deutlich stärker verbarrikadiert als vor sechs Jahren) und Ground Zero bis zum Battery Park. Die Fähre nach Staten Islands verschoben wir allerdings auf einen anderen Tag, stattdessen entschiden wir uns Chinatown mit Canalstreet und Neujahrsfest. Das munterte auch Daniel wieder ein wenig auf, außerdem konnten wir hier leckere, günstige Apfelsinen kaufen. Mit viel Vitaminen drin. Und an jeder Ecke boten Straßenverkäufer neben gefakten Designertaschen und Parfums Filme auf DVD an, die noch nicht einmal in den Kinos liefen.

Unseren ersten Versuch, New York vom Empire State Building aus von oben zu besichtigen, verschoben wir aufgrund der angekündigten zwei Stunden Wartezeit und holten erst einmal bei strahlend blauem Himmel die Fahrt mit der Fähre nach Staten Island nach.
Staten Island Ferry
Außer der trotz fehlendem World Trade Center immer noch grandiosen Sicht auf Downtown mit seinen Wolkenkratzern läßt sich die Freiheitsstatue vom Schiff aus wesentlich besser betrachtenFreiheitstatueund man erspart sich die auch von weitem noch deutlich sichtbaren Schlangen davor und die horrenden Eintrittspreise.Die Fahrt nach Staten Island ist dagegen kostenlos. Auf der Fähre kamen wir gleich mit einer freundlichen Amerikanerin aus Boston ins Gespräch, die sich auch durch den vorwurfsvollen Hinweis ihrer kleinen Enkelin 'Grandma, don't talk to strangers' nicht davon abhalten ließ, uns noch auf verschiedene Sehenswürdigkeiten in New York hinzuweisen.

Mit Museumsbesuchen waren wir dieses Mal ein wenig zurückhaltend. Was das Metropolitan- und das Guggenheimmuseum betraf, begnügten wir uns damit, bei unserem 2. Spaziergang durch den Centralpark einen Blick auf die imposanten Gebäude zu werfen. Das neueröffnete MoMA wollten wir uns aber nicht entgehen lassen. MuseumBeim Anblick der Schlange vor der Tür verwarfen wir allerdings den Gedanken, den kostenlosen Eintritt am Freitagnachmittag zu nutzen, da uns eine mehrstündige Wartezeit bei dieser Kälte wirklich nicht besonders reizvoll erschien. Nebenbei war uns natürlich auch unsere knapp bemessene Zeit dafür zu schaden, so daß uns nichts anderes übrig blieb, als den wahrhaftig stolzen Eintrittspreis von 20$ zu bezahlen. Das neue Gebäude ist aber wirklich beeindruckend, mir gefielen insbesondere die großzügige Architektur und die durch zahlreiche Fenster sehr hellen Räume ausgesprochen gut. Man ist schon ein wenig geschafft, bis man im obersten Stock ankommt, allerdings fand ich die unteren Stockwerke auch wesentlich interessanter.

UNO

Skyscraper galoreUnsere nächste Tour durch die Stadt führte uns vom Chrysler Building zur heute leider ebenfalls ordentlich verbarrikadierten UNO, die man mittlerweile auch nur noch durch Metalldetektoren betreten darf. Die Mitnahme von Essen und Getränken ist ebenfalls nicht erlaubt, weshalb wir auf diesen Besuch verzichteten. Nach einem ausgiebigeren Bummel durch Midtown begaben wir uns am frühen Abend wieder zum Empire State Building. Dieses Mal hatten wir wohl mehr Glück, abends ist der Andrang offensichtlich doch geringer, wobei ich den Blick auf New York bei Vollmond einfach grandios fand. Allerdings veranlaßte uns der eisige Wind und ein blöder Japaner, der mich mit einem unfreundlichen 'I want to make a picture from this place' von meinem Standort vertreiben wollte, doch recht bald wieder zum Abstieg. Für den Abend war Kino geplant. Passend zu einem New York Aufenthalt kann man sicher Montauk von Max Frisch lesen, wie das so mancher Reiseführer empfiehlt. Kurzweiliger und erheiternder fand ich The Hitch mit Will Smith, der in New York spielt und daher noch einmal einen schönen Rückblick auf verschiedene Sehenswürdigkeiten bot, die wir während unseres Besuchs schon gesehen hatten.

Etwas ausführlicher möchte ich an dieser Stelle noch von Mildred erzählen, unserer Stadtführerin von den Big Apple Greeter. Wir erlebten im Vorfeld recht interessante Reaktionen, als wir von dieser kostenlosen Art der Stadtführung erzählten. Vom Erstaunen darüber, daß in New York irgendetwas kostenlos sein soll über die Vermutung, es könne sich um Resozialisierungsmaßnahmen für ehemalige Häftlinge handeln bis hin zu der Befürchtung, die Big Apple Greeter seien eine als ehrenamtlicher Verein getarnte Sekte, die harmlose Touristen für ihre Zwecke mißbraucht, war eigentlich alles dabei.

Aber weit gefehlt. Mildred entpuppte sich als eine ältere Dame aus Brooklyn, ursprünglich von den Bermudas kommend, die es sich wie die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Big Apple Greeter zum Ziel gemacht hat, über Stadtführungen in den verschiedenen Vierteln bei den Touristen ein besseres Außenbild von New York zu erreichen. Wenn alle Mitarbeiter der Organisation wie Mildred sind, sollte ihnen das nicht besonders schwerfallen.

Mildred wollte uns im Hotel abholen. Sie kam ein wenig zu spät, da sie ihren Neffen am Morgen ganz unerwartet ins Krankenhaus bringen mußte, wofür sie sich mehrmals bei uns entschuldigte. Obwohl ihr Tag schon recht turbulent angefangen hatte, nahm sie sich ausgiebig Zeit, uns das von uns ausgewählte Greenwich Village zu zeigen. Als erstes schenkte sie uns zwei Metrocards, später lud sie uns noch in John's Pizzeria ein, was eigentlich wir vorgehabt hatten. Einladungen und Trinkgeld nehmen die Big Apple Greeter aber ausdrücklich nicht an, daher empfiehlt es sich, vielleicht eine Kleinigkeit aus dem eigenen Land mitzubringen. Mildred zeigte uns die zahlreichen Boutiquen und kleinen Läden in Greenwich Village, ließ uns überall ausgiebig stöbern, nutzte auch gerne für sich die Gelegenheit, in den kleinen hübschen Kaffeeläden und Pharmacies zu stöbern, beantwortete bereitwillig all unsere Fragen und lauschte interessiert unseren Erzählungen über Deutschland. Trotz der Eiseskälte Greenwich Villagegenossen wir die Zeit mit Mildred, die uns aus lauter Mitleid mit dem erkälteten Daniel (you should wear a hat) unbedingt noch zu einem wärmenden Kaffee oder einer heißen Schokolade einladen wollte. Durch ihre Erzählungen bekamen wir einen ganz guten Eindruck von Greenwich Village und wir konnten uns beide recht gut vorstellen, wie es in diesem Studentenviertel bei schönerem Wetter zugehen muß, wenn all die kleinen Straßencafés und Restaurants geöffnet sind. Bis zu diesem Tag hatte ich die New Yorker oft als recht brüsk und kurz angebunden empfunden. Mildred konnte nun doch dazu beigetragen, diesen Eindruck wieder ein wenig zu revidieren.

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Samstag, März 19, 2005

New York - the Gates

Gates, NY

Daggi hat in einem der vorherigen New York-Beiträge schon ein einige Worte über die Gates gebloggt, ich will daher gar nicht zuviel schreiben, sondern eigentlich nur ein paar Bilder posten, um einen ungefähren Eindruck zu vermitteln (soweit das funktioniert).

Wir hatten das Glück, den Central Park (und damit auch die Gates) bei gutem, sonnigen Wetter und bei Schnee zu sehen/erlaufen, der Gesamteindruck hat sich durch die unterscheidlichen Verhältnisse schon deutlich verändert, es war sehr beeindruckend, auch wenn die ganze Aktion auch sehr viele kontroverse Diskussionen und Aktionen mit sich brachte.

Gates, NY
Gates, NY

So gab es neben der von Daggi erwähnte Cracker-Parade auch noch weitere Parodien auf die Aktion, in der Süddeutschen wurde über noch das Projekt Sommerville Gates (die Gates 10 cm hoch, selbstgebastelt) und die Duplo Gates (von einem Dreijährigen aus Duplosteinen gebaut) berichtet.

Gates, NY

Ich fand das Projekt sehr beeindruckend, hat mir gefallen - und ich habe sowohl in Berlin (Reichstag) als auch in NY Christo und seine Frau themselves gesehen - der einzigste Wehmutstropfen ist, dass ich diesmal leider keine Stoffprobe bekommen habe.

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Dienstag, März 08, 2005

Shoppen New York - Nachtrag

In New York wäre es eigentlich auch möglich gewesen, zu sehr günstigen Preisen sehr schicke Schuhe zu kaufen. Daher fand ich es ausgesprochen ärgerlich, daß ich kein einziges passendes Paar gefunden habe und mußte gleich im Kollegenkreis davon erzählen. Darauf stellte eine Kollegin nüchtern fest: 'Wirkliche Not leidest Du aber deshalb jetzt nicht...'

Daß mir ausgerechnet eine Frau so in den Rücken fallen muß.

Das Faß zum Überlaufen brachte der heutige Beziehungsdialog:

Daggi blättert in ihren 1.600 Seiten Modezeitschriften.
Daggi: Daniel, ich brauch noch zwei Paar Schuhe.

Daniel: Aber Du hast doch schon zwei.
Immerhin ist doch heute Weltfrauentag!

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Chrysler

DaimlerChrysler-Building

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Montag, März 07, 2005

Shop till you drop

Daß New York ein Shoppingparadies ist, war mir bei meinem letzten Besuch vor sechs Jahren gar nicht so bewußt geworden, wobei ich nicht glaube, daß es nur an dem sehr günstigen Dollarkurs lag, sondern vor allem daran, daß Daniel einfach der beste Einkaufsberater ist.

Mein Lieblingsbegleiter (außer Daniel) war dabei Macy's International Shopper Savings Card, die man sich als Besucher der Stadt kostenlos im Visitor Center bei Macy's holen konnte. Die Karte gilt bis Ende des Jahres und man kriegt damit immerhin ganze 11% Prozent Rabatt auf die meisten Waren bei Macy's.

Macys Internationel Shopper Savings Card

Leider nicht auf Kosmetik. Die kaufte ich aber nicht nur deshalb bei Bloomingdales, sondern auch weil es dort ein Special Free Gift von Clinique gab (bestehend aus einem Beautycase mit einer Fußcreme, einem Parfum, einer Feuchtigkeitscreme, einer Tagescreme, einem Lipgloss und einem vierfarbigen Lippenstiftset und einer Massagebürste für die Füße), wenn man für mindestens 20$ einkaufte. Da ich für die doppelte Summe shoppte, gab es für mich gleich zwei davon.

Cliniques Free Gift at Bloomingdales

Trotzdem konnte ich der ansonsten freundlichen Verkäuferin nicht nachsehen, daß sie meine Haut als 'a little bit oily' bezeichnete.

Daggis Frage:
Warum sind Kosmetikverkäuferinnen eigentlich immer so unglaublich undiplomatisch?

Daniels Vorschlag für eine diplomatischere Aussage:
Wenn alle Frauen eine Haut hätten wie Sie, hätten wir Amerikaner den Irak nicht angreifen müssen.


Meine erste, größere Shoppingtour begann allerdings bei GAP. Eigentlich wollten Daniel und ich auf das Empire State Building, aber wen wundert es, daß wir beide beim Anblick der ellenlangen Schlange automatisch auf Toilette mußten und beim Anblick der nicht minder langen Schlange vor den Toiletten beschlossen, den Besuch des Empire State Buildings auf einen anderen Tag zu verschieben? Bei GAP wurde mir wieder bewußt, wie herrlich das Einkaufen in Amerika ist und wie sehr ich die Dienstleistungen in diesem Land zu schätzen weiß. Besonders wenn man alleine unterwegs ist, kann es ausgesprochen hilfreich sein, daß einem die Verkäufer die gewünschten Waren in die Umkleidekabine bringen, z. B. wenn die Größe nicht paßt. Dachte ich so bei mir. Bis zu dem Moment, als die Verkäuferin mit lauter Stimme rufend in die Umkleidekabine kam: 'Where is the lady with the 10 ankle?' - Was übersetzt soviel heißt wie: 'Wo ist die kurzgeratene Dame mit Hosengröße 42?' Bei Gap gab es übrigens 15$ Rabatt, wenn man für 75$ kaufte. Dies galt allerdings nicht dreimal, wenn man für insgesamt 225$ einkaufte. Da wir aber dennoch in den Genuß von 45$ Rabatt kommen wollten, mußten wir uns dreimal an der Kasse anstellen.

Der absolute GAU war TOYS'R'US. Empfinde ich diese Kette schon in Deutschland als völlig überdimensioniert, sprengte der Laden am Times Square meine gesamte Vorstellungskraft und ich war schon völlig damit überfordert, nur die Toiletten zu finden. Mittendrin ein Riesenrad für Kinder gibt es hier wahrscheinlich alles, was Kinder brauchen oder zu brauchen meinen. Als ich dort einmal ein paar Minuten auf Daniel wartete, beobachtete ich einen braunen Spielzeughund, der statt einen Salto zu schlagen am Hintern eines schwarzen, bellenden Hundes schnupperte, während ein buntes Schwein grunzend danebenstand, ein kleines Frettchen hinter einem Ball herjagte und mir beinah ein Ufo an den Kopf flog. Barbiepuppen gibt es hier übrigens in Lebensgröße. Also Kinderlebensgröße, aber das ist ja auch schon was. FAO Schwarz faszinierte mich allerdings mehr, da man hier m&ms einzeln nach Farben sortiert kaufen konnte.

Apropos Toiletten. Bei Bergdorf Goodman hat man von den Damentoiletten im 7. Stock aus einen ganz guten Blick auf den Rand des Central Parks und damit auch auf die Gates. Die Herren müssen sich mit dem Fenster gleich nebenan in der Dekoabteilung begnügen. Aber von hier aus kann man schon mal ganz gut aus dem Fenster schauen, da sowieso nur Dinge herumstehen, die man zum einen nicht wirklich braucht und sich zum anderen auch nicht leisten kann.

Unsere letzten Dollar gab ich am John F. Kennedy Airport aus. Daniels großzügiges Angebot, mir ein paar Zeitschriften davon zu kaufen, nahm ich natürlich bereitwillig an. Erst hinterher wurde mir klar, daß da ein durchdachter Plan dahintersteckte: Während ich mich in ca. 1600 Seiten Mode (eine Instyle, eine Vogue, eine Elle) vertiefen sollte, wollte sich Daniel mit seinem neuen Nintendo DS beschäftigen. Ganz ungestört von irgendwelchem Geplapper meinerseits oder gar der Bitte, doch auch mal damit spielen zu dürfen...

1600 Seiten Mode

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Sonntag, März 06, 2005

8 Tage New York - ganz ohne Burger King

Einer der zahlreichen Gründe, warum mir New York so gut gefällt, ist die Vielfalt an Restaurants und Imbißbuden, die einem dort zur Verfügung stehen. Es muß nicht immer Burger King sein und so schafften wir es mühelos, einen Urlaub in Amerika zu verbringen, ohne einen einzigen Hamburger zu essen.

Da wir im koreanischen Viertel wohnten mit zahlreichen guten Restaurants gleich um die Ecke, lag es natürlich nahe, daß wir in erster Linie asiatisch speisten. Am meisten hat mir das Pho32 zugesagt, das nicht nur ausgesprochen leckere japanische Speisen anbot, die man vielfach direkt am Tisch garen und zubereiten konnte, sondern auch sehr stylish eingerichtet war. Mein persönlicher Tipp ist die Vermicelli Bowl mit Chicken, auch wenn hier im Gegensatz zu Shabu-Shabu der Eventcharakter des Essens nicht ganz so ausgeprägt ist, da es einfach in einer Schüssel serviert wird. Meine Lieblingsvorspeise waren sogenannte Chicken Dumplings (mit Huhn gefüllte Teigtaschen).

Im Kum Ryong, einem chinesisch-koreanischen Restaurant ein paar Meter weiter (30 West 32nd Street, Tel.: 212.629.6450), gehören Noodles with Brown Sauce zur Spezialität des Hauses. Auch wenn der Name eher unappetitlich und wenig ansprechend klingt, kann ich dieses Gericht unbedingt empfehlen. Leider kenne ich bis heute den Unterschied zwischen Brown Sauce und Special Brown Sauce nicht, denn das englisch der Bedienung war so schlecht, daß ich deren Beschreibung auch nach dreimaligem Wiederholen wahrscheinlich nicht verstanden hätte. Zum Glück hatte ich nicht die große Portion bestellt, da ich schon nach der Hälfte der kleinen aufgeben mußte. Außerdem war es das erste Mal, daß ich mich weigerte mit Stäbchen zu essen, nachdem ich mich bei der Crispy Duck, die mit Knochen zerlegt war, schon wie ein Idiot angestellt hatte. Keine Ahnung, wie man die geschickt mit Stäbchen essen soll, ich hab mir bei dem Versuch fast Blasen an den Fingern geholt. Aber immerhin hatten die übrigen Gäste - fast ausschließlich Asiaten, die natürlich ausgesprochen virtuos mit Stäbchen umgehen konnten - während des Essens was zum Kucken. Völlig fasziniert war ich von dem Nudelmacher, der im Schaufenster des kleinen Restaurants stand und den gesamten Abend damit beschäftigt war, frische Nudeln zuzubereiten. Unbedingt probieren - wir kamen leider nicht mehr dazu. Ich hatte ja gehofft, ich könnte mir den einen oder anderen Trick beim Nudelnmachen abschauen, aber das ging so fix, ich hatte keine Chance. Ähnlich wie im Pho32 waren die frisch zubereiteten Chicken Dumplings ausgesprochen lecker.

Als letztes Restaurant in unserem Viertel haben wir das KumGangSan (49 West 32nd Street, Tel.: 212.967.0909) auprobiert, ein koreanisches Restaurant und das teuerste in unserer Straße, meiner Meinung nach aber nicht das beste. Vielleicht kenne ich die asiatische Küche einfach zu wenig, um die Exklusivität der Speisen schätzen zu können. Allerdings möchte ich erwähnen, daß uns zahlreiche Vorspeisen kostenlos serviert wurden. Ausgesprochen gut gefallen hat mir außerdem die Einrichtung mit Wasserfall und Klavier auf einem Mauervorsprung.

Food market Chinatown

Malayische Küche haben wir im Nyonya (194 Grand Street in Chinatown, Tel.: 212.334.3669), zusammen mit Esther und Christoph ausprobiert. Bei der asiatischen Küche empfiehlt es sich übrigens, statt eines großen Hauptgerichts viele kleinere Vorspeisen zu wählen, da man dadurch gleich eine Vielzahl verschiedener Speisen ausprobieren kann. Die Pancakes mit Ernußsoße sowie die kleinen Frühlingsrollen waren sehr lecker und auch mein Mangohuhn hat mir gut geschmeckt. Allerdings waren die Gerichte allesamt weniger überraschend bzw. der chinesischen Küche recht ähnlich. Sehr interessant fand ich, daß die Bedienung hinterher gleich fragte, ob wir mit irgendetwas nicht zufrieden seien, da wir uns beim Trinkgeld verrechnet hatten. Man merkt schon, daß das Trinkgeld in Amerika einen völlig anderen Stellenwert hat als in Deutschland, so daß man sich unbedingt an die einfache Regel 'doppelte Tax dazu' halten sollte. Es sei denn, man war wirklich mit dem Essen oder dem Service unzufrieden.

Zur Abwechslung gab's am vorletzten Tag unseres Aufenthalts noch einmal mexikanische Küche, denn auch diese ist für New Yorker Verhältnisse recht günstig und eigentlich immer lecker. Das Cilantro ist zwar in erster Linie wegen seiner frozen margaritas bekannt, allerdings war auch das Essen nicht zu verachten.

Für einen kleinen Mittagssnack kann ich Hale & Hearty Soups empfehlen, die laut Werbeprospekt über halb New York verteilt zu sein scheinen. Wir fanden zufällig eine dieser kleinen Suppenküchen in der 466 Lexington Avenue (Tel.: 212.599.7220). Hier kann man verschiedene leckere Suppen in unterschiedlichen Größen zu sich nehmen - und small ist hier ausnahmsweise mal wirklich small. Leider wieder keine eigene Website, aber bei Google fand ich verschiedene Links, unter anderem auch einen mit Kritiken. Sehr schön fand ich folgenden Kommentar: ' Their food is great but they were unable to tell me how many calories are in their low fat carrot ginger dressing.' Für uns war es genau das richtige bei dieser Kälte und dem kleinen Hunger zwischendurch.

Den leckersten und größten Muffin, den ich je gegessen habe, gab es bei Zamz Pizza in Downtown (50 Broadway, Tel.: 212.825.1555). Mußte ich auch gleich zweimal vorbeischauen.

Dickster Muffin bei Zamz Pizza

Mit Mildred von den Big Apple Greetern waren wir in Greenwich Village bei John's Pizzeria (278 Bleecker Street, keine Telefonnummer), aber das ist eine andere Geschichte, die ich später mal erzählen werde.

Natürlich gab es auch Kaffee bei Starbucks, einmal zum Frühstück, einmal als Kaffeepause zum Aufwärmen. In Köln bzw. insgesamt in Deutschland ist Starbucks ja nicht unbedingt mein Ding, zuviel Schickimickisehenundgesehenwerden. In New York ist Starbucks doch eher einfach ein Kaffee, das es an jeder Ecke gibt, in dem man lesen und surfen kann (wireless lan). Und eben Kaffeetrinken. Außerdem ist es in New York wahrscheinlich der einzige Ort, an dem die Verkäuferinnen noch honey zu einem sagen.

Little Italy

Ach, und dann war da noch 'the best tasting pizza in New York', Bravo Pizza (1367 Broadway, Tel.: 212.268.4499), an der ich auch nur schwer vorbeikam. Während mir die Pizzen großartig schmeckten war Daniel weniger begeistert. Bei einem nachmittäglichen Stadtbummel konnte ich der Versuchung mal wieder nicht wiederstehen und mußte mir ein Stück Pizza kaufen. Daniel hingegen hatte keinen Hunger und beim letzten Mal war ihm seine Pizza zu kalt. Dies hinderte ihn allerdings nicht daran, von meiner Pizza etwa die Hälfte zu essen. Das letzte Viertel ließ er versehentlich auf den Boden fallen.

Das gefiel mir dann weniger...

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Samstag, März 05, 2005

New York - The Gates

Natürlich waren wir während unseres New York Aufenthalts auch im Central Park und haben uns The Gates angeschaut. Trotz der unglaublichen Kälte waren außer uns derartig viele weitere Besucher unterwegs, wie ich sie nicht einmal bei herrlichem Sonneschein im Mai 1999 angetroffen habe. Alle wollten The Gates sehen, aber auch Christo und Jeanne-Claude, die scheinbar regelmäßig im Garden joggen. Wir trafen sie allerdings bei einem Spaziergang am Sonntagnachmittag.

The Gates bei Sonnenschein

Außerdem trafen wir den kleinen Hund Pepper (Rasse noch nicht identifizierbar), der für viel Erheiterung im Park sorgte. Unter anderem veranlaßte er eine aufgebrezelte Frau (viel Pelz) dazu, ihren kleinen Chihuahua (wenig Pelz) im Nacken zu packen und ihn Pepper wie einen leckeren Frühstückshappen direkt vor die Nase zu halten.

Da der Winter in New York noch nicht vorbei war, hatten wir auch Gelegenheit, die zahlreichen Schlittschuhläufer im Central Park zu beobachten, später auch die am Rockefeller Center, das viele sicher aus Kino und Fernsehen kennen, aber den Anblick im Park vor dieser Skyscraperkulisse fand ich wesentlich hübscher.

Eislaufen im Central Park

The Gates haben wir übrigens einmal mit und einmal ohne Schnee gesehen. Ich persönlich fand nicht den gesamten Anblick der Tore überwältigend, sondern immer wieder einzelne Blickwinkel sehenswert. Vor den grauen Granitfelsen, zwischen den kahlen Bäumen, dann wieder bot der Schnee einen hübschen Kontrast zu den safranfarbenen Stoffen. Ich denke, jeder muß sich selber ein Urteil bilden, ob ihm diese Art von Kunst gefällt. Ganz sicher wären The Gates aber ohne die intensive Vermarktung im Vorfeld kein so großer Erfolg geworden.

The Gates im Schnee

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Freitag, März 04, 2005

Amerikaner sind ganz anders als wir - sie sehen nur ähnlich aus

Nachdem mein letzter Amerikaaufenthalt schon einige Jahre her ist, hatte ich ganz vergessen, wie oft ich mich immer über die Amerikaner gewundert habe. Nun ist Amerika doch durchaus als fortschrittliches Land zu bezeichnen, aber manche Dinge versetzen einen schon ein wenig ins Staunen. Auf die fehlenden Toilettenbürsten will ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Wieso es aber keine vernünftigen Heizungen gibt, ist mir doch ein Rätsel, da gerade der Winter in New York empfindlich kalt sein kann. Wenn die Heizung in unserem Hotelzimmer eingeschaltet war, blies sie auch. Immer. Bis zu einer bestimmten Temperatur warm, anschließend kalt. Die Kaltphase ließ sich leider auch durch ein Abschalten der Heizung nicht einfach überspringen, beim nächsten Einschalten blies die Heizung trotzdem erst einmal kalt.

Der Lüfter im Bad unseres Hotelzimmers dagegen machte zwar mächtig Lärm, blies aber überhaupt nicht, so daß man nach der morgendlichen Dusche vor lauter Nebel trotzdem die Hand vor Augen nicht sehen konnte.

Ebenfalls für Verwunderung sorgte der Kaltwasserhahn, der in die entgegengesetzte Richtung zu drehen war, als wir es von zu Hause kennen. Beim Warmwasserhahn widerum war es genau umgekehrt. Das führte regelmäßig dazu, daß man den Kaltwasserhahn statt zu- jedesmal erst richtig aufdrehte. Je nach Reaktionsgeschwindigkeit bekam man dabei zwangsläufig einen kräftigen Schwall kalten Wassers ab. Ich hatte es nach etwa drei Tagen raus. Daniel brauchte etwas länger, aber der hatte zum Glück auch zwei Schlafanzüge dabei.

Viel Spaß haben die Amerikaner offensichtlich an Dingen, die man nicht wirklich braucht und die auch nur unnütz Platz wegnehmen, wie z. B. der Bagelschneider, den wir im Frühstücksraum entdeckten (und den offensichtlich außer uns auch alle anderen Gäste benutzten) oder der Bananenhalter in verschiedenen Ausführungen (gesehen bei Macys).

Ich will nun damit wirklich nicht sagen, daß wir in einer Absteige wohnten, die wenig Komfort bot. Nein, diese Dinge findet man überall in Amerika. Sie sind dort völlig normal.

Nicht umsonst war wahrscheinlich das Leitthema der Apple Core Hotels: 'Everything you need and some things you don't.'

Winter im koreanischen Viertel in New York
Winter im koreanischen Viertel

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Donnerstag, März 03, 2005

If I can make it there - Bericht über New York

Nach fast sechs Jahren saß ich mal wieder länger als zwei Stunden am Stück in einem Flugzeug, gähnend langweilig, zum Essen gab es Spinat (armer Daniel), nebenbei lief ein dämlicher Film (Finding Neverland) und Telefonieren war erlaubt. Leider haben wir aus lauter Sorge vor den hypersensiblen amerikanischen Behörden unsere leckeren Kekse im Flugzeug gelassen, hätten wir wohl gar nicht müssen.

Ankunft in New York am Flughafen abends kurz nach 09.00 Uhr: 'We pledge to cordially greet and welcome you!' - So geschrieben auf einem Schild direkt vor dem Häuschen des immigration officers, der das Schild allerdings von seinem Platz aus wohl nicht lesen konnte. Sonst hätte er uns sicher nicht so einsilbig angeblafft, wohin wir wie lange und aus welchem Grund wollten. Auf Fingerabdrücke und Irisscan verzichtete er allerdings (wie Daniel schon geschrieben hatte) . Offensichtlich war es kurz vor seinem Feierabend, denn als ich mich nach drei Schritten doch etwas irritiert umdrehte, war der Officer schon verschwunden.

Koreanisches Viertel

Unser Hotel mitten im Koreanischen Viertel war zwar keine Luxusunterkunft, aber für New Yorker Verhältnisse absolut in Ordnung (Preis-Leistung) und die Lage sehr zentral.

Straßenschild im koreanischen Viertel

Fortsetzung folgt.

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Montag, Februar 28, 2005

New York City - alphabetisch

Ankunft - Freitagnacht um 11.00 Uhr

Big Apple Greeter - Stadspaziergang mit Mildred

Central Park - unser 1. Programmpunkt

Dollarkurs - so günstig, daß sich ausgiebiges Shoppen lohnt

Empire State Building - bei Vollmond noch viel schöner

Frühstück - darauf haben wir im Hotel lieber verzichtet

Ground Zero - eine große Baustelle

Hitch - sehr kurzweiliger Kinofilm

Internationale Küche - Auf Mc Donalds & Co konnten wir leicht verzichten

Jamster - amerikanisches Jamba, genauso penetrant

Koreanisches Viertel - hier haben wir gewohnt

Little Italy - eins der zahlreichen Viertel, die wir besucht haben

Madison Square Garden - mein erstes Basketballspiel der

New York Knicks - die sogar gewonnen haben

Ooooh - Daggis Reaktion beim Anblick des dicksten Chocolate Chip Muffins

Pharmacy - hier haben wir Daniel mit Hustenbonbons eingedeckt

Quadratisch - in New York kann man sich leicht orientieren

Red Roof Inn - unser Hotel, einfach, aber für New Yorker Verhältnisse günstig

Staten Island Ferry - kostenlos mit Blick auf Downtown und Freiheitsstatue

Tip - einfach doppelte Tax im Restaurant dazuzählen

U-Bahn - heißt hier Subway und bringt einen überall hin

Verwandtschaft - Treffen mit Cousin und Frau

Wetter - lausige Kälte, z. T. mit Schnee

Xenophobie - sollte man in New York nicht haben

Yps - gab's hier nicht, aber dafür 1600 Seiten Instyle, Vogue und Elle

Zeitung - jeden Tag für Daniel die New York Times

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Donnerstag, Februar 17, 2005

Reisefieber

Uns erwarten


In der FAZ wurde Christos Aktion schon mal positiv erwähnt.

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Donnerstag, Februar 10, 2005

Ganz Paris träumt von der Liebe...

Nachts auf jeden Fall, so sollte man meinen.

Fast ganz Paris, denn wer den Eiffelturm nachts fotgrafiert, träumt eher von Abmahnungen, Rechtsanwälten und Lizenzzahlungen, denn der Eiffelturm darf Nachts ohne entsprechende Gebührenzahlungen nicht fotographiert werden. Klingt wie ein Witz, ist aber keiner, das Copyright für die nächtliche Beleuchtung gibt es, seitdem diese erneuert wurde.
(via de:bug)

Weitere Gebäude, bei denen es Restriktionen gibt, sind bei istockphoto aufgelistet:
Für unseren New York Aufenthalt sind also folgende Gebäude problematisch:
Chrysler Building, NYC (isolated images), Empire State Building (isolated images), Flatiron Building, NYC (isolated images)
Bitte nicht wundern, wenn auf den Bildern immer einer von uns zu sehen ist - reine Vorsichtsmaßnahme!
Hier habe ich eine Zusamenfassung der deutschen Rechtslage gefunden.

Zurück zu Paris - legale Paristipps hat uns vor einiger Zeit unser damaliger Auslandskorrespondent aus Paris berichtet:

L'Apparemment Café:
Nettes Cafe mit entspannter Atmosphäre

La Coupole:
Sehr gutes Restaurant, früher Treff von James Joyce, Sartre etc. Immer noch original im Stil der 20er Jahre. Ausgezeichnetes Essen, aber nicht ganz billig (auch nicht überteuert: 3 Gänge mit Wein/Wasser für 32 Euro)

Eher durch Zufall entdeckt: Im jüdischen Viertel von Paris kann man lecker Zeug auf die Hand essen (z.B. koschere Falaffel und so Zeug). Wurde auch schon in der NY Times empfohlen

Weitere Tipps:
Musee Carnalvalet (Stadtmuseum, ist umsonst und frei von Touristen, schön, um etwas über die Stadt zu erfahren).

Spaziergänge durch Marais (Place des Vosges und Garten des Hotel Sully als "Ruhezonen") und Montparnasse (incl. Friedhof); abends durch Saint Germain des Pres und Quartier Latin laufen, dort gibt es aber auch ganz schlimme Touri-Ecken.

Schön auch der Jardin de Luxembourg, die Rue Rivoli und (hippe Kleidung) die Gegend um den Place des Victoires.

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Mittwoch, Februar 02, 2005

Rom: Ein letztes Mal Pasta

An unserem letzten Romtag mußten wir leider Tobi verabschieden, der einen Tag früher als Daniel und ich nach Hause fuhr. Gemeinsam mit ihm besichtigten wir noch den Petersdom, dieses Mal von innen, und machten uns anschließend zu zweit auf den Weg zur Piazza del Popolo, um das herrliche Wetter zu einem kleinen Spaziergang zur Spanischen Treppe zu nutzen.

Blick auf die Piazza del Popolo


Ohne den weltbesten Reiseführer entschieden wir uns danach für das Touristenstandardprogramm :-) Einmal auf der Spanischen Treppe sitzen ist da natürlich ein Muß. Die Zeit dort nutzten wir, um am letzten Urlaubstag noch die obligatorischen Postkarten zu schreiben.

Typischer Anblick


Wie es sich für einen Rombesucher gehört, warfen wir eine Münze in den Trevibrunnen (wie wir hinterher feststellten allerdings über die falsche Schulter), wir besichtigten San Giovanni in Laterano, die wichtigste römische Kirche (da Bischofssitz), Daniel bekam ein leckeres Eis und ich einen kostenlosen Keks, da das Gebäck in den Cafés wohl üblicherweise in größeren Mengen gekauft wird und die Verkäuferin überhaupt nicht wußte, was sie mir für einen einzelnen Keks berechnen sollte.

San Giovanni in Laterano


Außerdem machten wir bei einer Führung durch die Callixtus-Katakomben mit, spazierten am Torre Argentino vorbei, an dem vor langer Zeit Cäsar ermordet wurde, der heute aber im wesentlichen nur noch als großes Katzenklo dient und ich fand endlich die von mir lang gesuchten Schuhe. Bei der Gelegenheit stellten wir fest, daß rauchende Schuhverkäufer in Rom offensichtlich völlig normal sind. Sehr seltsam.

Da sich im Laufe des Tages bei mir eine richtige Erkältung bemerkbar gemacht hatte, zogen wir es abends vor, zum Essen eine kleine Trattoria gleich in der Nähe unseres Hotels aufzusuchen. Sehr italienisch, sehr günstig und gut. Nur den Namen habe ich leider vergessen :-/

Am Mittwochmorgen deckten wir uns in der Markthalle ein letztes Mal mit Mandarinen, frischer Pasta und Parmaschinken ein, verpaßten am Bahnhof leider die Schweigeminute anläßlich der Flutkatastrophe, kauften ein Päckchen Halls für meinen Hals und nahmen schließlich den Germanwings-Shuttle zurück zum Flughafen.

Halls für den Hals


Ein großer Topf frischer Tagliatelle machte uns abends das Wiedereingewöhnen in Köln ein kleines bißchen leichter...


Unsere Reiseführer

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Dienstag, Februar 01, 2005

3. Tag
in Rom: Kunst, Kultur und Französisch


Der 3. Tag unseres Romaufenthalts stand ganz im Zeichen von Kunst und Kultur. Gleich morgens reihten wir uns in die lange Schlange rund um die Vatikanischen Museen ein. Nach etwa einer Stunde Wartezeit hatten wir es schließlich geschafft.

Vatikanische Museen

Tobi zeigte sich wieder als sehr belesener und gut informierter Reiseführer.

Pfau mit häßlichen Füßen

So lernten wir alles über die Laokoongruppe, wir erfuhren, daß der Pfau trotz seiner herrlichen Federn ein Zeichen der Demut darstellt, weil er so häßliche Füße hat, wir kennen nun den unterschied zwischen dorischen, korinthischen und ionischen Säulen, wir haben Porphyr gesehen und wissen jetzt, was Telamone sind.

Die verschiedenen Säulenformen

Ich habe außerdem noch gelernt, daß mit Herakles und Herkules ein und derselbe griechische Sagenheld gemeint ist. Meinen kleinen Faux pas kommentierte Tobi mit einem leicht resignierten 'jetzt hat sie wieder ihre Finnlandphase'.

Die Sixtinische Kapelle war natürlich das Highlight unseres Museumsbesuchs. Hier hätte Tobi uns sicherlich noch einiges mehr erzählen können, nur war der Saal leider so voll, daß wir doch recht schnell das Weite suchten in Anbetracht der Besuchermassen, die uns noch folgten. Die Lautsprecherdurchsage, die einen in regelmäßigen Abständen anwies, leise zu sein, erschwerte auch Tobis Ausführungen zu den imposanten Wand- und Deckengemälden.Tobi im Vatikanischen Museum

Nach unserem Museumsbesuch stärkten wir uns in der nahegelegenen Markthalle mit frischem,
günstigem Obst und italienischen Leckereien. Den Nachmittag verbrachten wir mit Shoppen, allerdings getrennt, da Tobi unsere Qualitäten als Shoppingguide leider nicht zu würdigen
wußte :-/ Ich erstand immerhin ein Paar schicke Lederhandschuhe in der wahrscheinlich winzigsten Handschuhboutique der Welt.

Für das Abendessen hatte Tobi noch einen Geheimtipp parat (den er selber noch nicht ausprobiert hatte): Ein Essen im L'Eau Vive bei französischen Nonnen. In Erwartung eines schlichten Mahls in ein einem kargen Raums wurden wir schnell eines Besseren belehrt. Die Nonnen, französischsprechende Karmeliterinnen aus aller Welt, begrüßten uns sehr freundlich, der Speisesaal entpuppte sich als großer Raum mit beeindruckenden Deckengemälden und das Essen war ausgesprochen lecker.

Da ich als einzige von uns Dreien leidlich französisch spreche, erläuterte mir die Obernonne nach dem Hauptgang, daß es jetzt gleich Tanz und Gesang gäbe. Ich übersetzte wörtlich 'Wir singen jetzt und tanzen', was bei Tobi ziemliches Entsetzen auslöste. Erst nachdem ich ihn wieder einigermaßen beruhigt hatte - natürlich würden nur die Nonnen tanzen -, wurde mir bewußt, daß ich meinen Sprachvorteil ungenutzt hatte verstreichen lassen. Sehr ärgerlich, aber was das Tanzen anbetraf, sollte ich Recht behalten.

Nach wenigen Minuten begann eine unglaublich bizarre Vorstellung. Zu scheppernder Lautsprechermusik tanzte eine der Nonnen in weißem, bodenlangem Kleid und Ballettschuhen, nachdem sie sich vorher einen bronzenen, etwa 50 cm großen Kerzenleuchter auf den Kopf gesetzt hatte. Normalerweise wären bei bei diesem Anblick wohl alle in lautes Lachen ausgebrochen, aber die Nonnen waren alle mit soviel Würde und Anmut bei der Sache, daß wir nur staunen konnten. Als der Tanz vorbei war, wurde der Nachtisch an alle Gäste verteilt und gemeinsam ein Marienlied gesungen.

Direkt anschließend folgte eine Durchsage auf italienisch, die wir nun alle Drei nicht mehr verstanden. Also löffelten wir ganz still und friedlich unseren Nachtisch bis Tobi völlig entgeistert
feststellte: 'Die anderen Gäste essen gar nicht, sondern haben alle ihre Hände gefaltet und Beten.' Damit war es nun leider doch um unsere mühsam erhaltene Fassung vorbei. Daniel grinste von einem Ohr zum anderen, Tobi schaute so gelassen wie möglich an die Zimmerdecke, während mir vor lauter unterdrücktem Lachen die Tränen kamen und ich mein Gesicht zur Tarnung hinter einem Taschentuch verschwinden ließ.

Es gelang uns noch einigermaßen, bis zum Ende des Essens Haltung zu bewahren, wir gaben ein großzügiges Trinkgeld, das (wie die gesamten Erlöse des Restaurants) einem guten Zweck zugute kommt, und erlaubten es uns erst draußen auf der Straße, mal ganz herzlich über diesen gelungenen Abend zu lachen.

Weitere Infos:

L'Eau Vive
Via Monterone, 85 (Piazza S. Eustachio)
00186 Roma
Tel.: 06.68802101 - 06.68801095
Email: eauvive[at]pen.net

Mieli Gloves
Via S. Claudio, 70
00187 Roma
Tel.: 06.6785979

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Samstag, Januar 22, 2005

Noch einmal Rom - 2. Tag
Am Sonntag, unserem 2. Tag in Rom, ging es nach dem Frühstück
direkt zum Petersdom und dort zum Campo Santo, dem Deutschen
Friedhof.

Campo Santo Teutonico

Sehr schön waren die erstaunten Blicke der übrigen Touristen, die nicht wußten, daß man mit den Worten zum Campo Santo an den Schweizer Garden vorbeikommt.

Campo Santo

Der Campo Santo selber wirkt wie eine unheimlich friedliche Oase mitten im trubeligen Rom.

Campo Santo mit Blick auf Petersdom

Mit ein bißchen Glück gelangt man sogar noch etwas weiter auf das Vatikangelände, wo man Beispielsweise sehen kann, daß auch ein Papst ab und zu mal Lust auf ein leckeres Eis hat.

Eiswagen

Anschließend ging es rauf auf die Kuppel, natürlich die Treppen hoch, da billiger und laut Tobi auch nicht langsamer als mit dem Aufzug. Ich glaub es ihm ja immer noch nicht, aber die zahlreichen Treppenstufen waren doch ganz gut zu schaffen und der Blick von oben in den Petersdom und auf die Stadt einfach grandios.

Petersdom von oben

Pünktlich um 12.00 Uhr waren wir dann bereit, vor dem Petersdom den Angelussegen direkt vom Papst zu empfangen.

Papst beim Angelussegen

Verstanden haben wir natürlich nichts, hätten wir wahrscheinlich auch nicht mit besseren Sprachkenntnissen, denn der Papst hat ordentlich genuschelt. Es hatte schon etwas Bizarres, als in den Privatgemächern des Papstes an einem Fenster der Vorhang zurückgezogen, der Papst ans Fenster geschoben und nach Beendigung des Segens wieder weggeschoben und der Vorhang
zugezogen wurde. Aber trotz aller Kritik an der katholischen Kirche war der Platz vor dem Petersdom dicht gedrängt von Touristen und Einheimischen, die sich den wöchentlichen Segensspruch des Papstes nicht entgehen lassen wollten. Sehr beeindruckend.

Papst beim Angelussegen

Danach machten wir uns auf zum nächsten Spaziergang durch die Stadt: Vom Campo de' Fiori zum Pantheon (die Kirche durch deren großes Loch oben in der Decke in Illuminati keine Leiche hineingeworfenwurde - weiß eigentlich jemand, ob die Öffnung in der Deckeauch bei Regen offen bleibt), und weiter zum Kapitol mit dem Nationaldenkmal Vittorio Emanuele II davor. Wir haben einen Blick auf das Forum Romanum geworfen und versucht, uns das alte Rom vorzustellen.
Forum Romanum

Forum Romanum

Wir lauschten Tobis Erläuterungen über den von Michelangelo entworfenen Kapitolsplatz und als wären wir an diesem Tag nicht schon genug Treppen hoch- und runtergelaufen, versuchten wir auch noch, einen Blick von der Restaurantterrasse oben innerhalb des Nationaldenkmals auf das Forum Romanum zu werfen. Leider war die Terrasse bereits geschlossen, aber das merkten wir natürlich erst, als wir schon sämtliche Treppenstufen erklommen hatten.

Nationaldenkmal Vittorio Emanuele II

Wir besichtigten Tobis Lieblingskirche in Rom, die Jesuitenkirche Sant' Ignazio mit ihren eindrucksvollen Deckenfresken und vor allem der Kuppel, die lediglich auf eine Leinwand aufgemalt ist, aber durch ihre Perspektive perfekt eine echte Kuppel vortäuscht. Außerdem besuchten wir die größte Jesuitenkirche Il Gesù, dieStammkirche der Jesuiten.

Da wir abends vom vielen Laufen so platt waren, waren wir ganz froh, mit der Taverna Angelica ein nettes Restaurant direkt in der Nähe unseres Hotels zu finden - natürlich gingen wir auch hierhin wieder zu Fuß.

Daggi und Daniel im Campo Santo

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Donnerstag, Januar 20, 2005

Rom in 5 Tagen

Keine leichte Übung, bei diesem Unwetter an das sonnige Rom zu denken, aber ein paar Zeilen zu unserem Kurzurlaub Anfang Januar wollte ich doch noch schreiben.

Bereits während des Fluges konnte ich Tobi deutlich machen, was ihn die nächsten Tage so erwarteten sollte. Als er mich auf den herrlichen Ausblick auf die Alpen aufmerksam machte, sagte ich völlig unüberlegt: 'Die Alpen konnten wir bei einem unserer letzten Flüge auch so gut erkennen. Ich glaube, das war auf dem Weg nach Helsinki.'

Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir auf der Fahrt vom Flughafen zum Bahnhof schon einen Blick auf die ersten Sehenswürdigkeiten der Stadt werfen. Das protzige EUR-Viertel im Süden der Stadt, die Caracalla-Thermen, der Titusbogen und das Kolosseum lagen direkt am Wegesrand, so wie man in Rom ja insgesamt von einer Sehenswürdigkeit über die nächste stolpert.

Mit dem S. Anna war unsere Hotelauswahl absolut nicht zu beanstanden: Nicht zu neu, nicht zu schick, sondern eher klein, niedlich und verwinkelt mit einem hübschen Innenhof war es für mich genau das richtige Hotel für eine Stadt wie Rom. Die Lage war natürlich fantastisch, zentral gelegen direkt am Petersdom, der Pizzabäcker gleich nebenan, die kleine Trattoria um die Ecke und der nächste Brunnen zum Wasserholen nur ein paar Gehminuten entfernt (zur Info: Wasser zu kaufen ist in Rom wirklich überflüssiger Luxus).

Aqua


Den Rest des ersten Tages in Rom nutzten wir noch zu einem ausführlichen Stadtbummel von der Engelsburg über die Piazza Navona, weiter zum Pantheon und zur Marc-Aurel-Säule, über die Via del Corso zur Spanischen Treppe und zurück zum Trevibrunnen, wo wir schließlich in dem kleinen Restaurant Scanderberg (keine Webseite, Telefonnummer: 06.6793826) in der Vicolo Scanderberg zum Abendessen einkehrten und ich bei Tobi ein wenig vom wahrscheinlich leckersten Tiramisu naschen durfte, das ich bis dahin jemals gegessen hatte.

Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie es die Italienerinnen nur aushalten, den ganzen Tag auf diesem unebenen Kopfsteinpflaster in Highheels herum zu laufen, wo ich doch schon mit meinen Adidas-Sneakern permanent umknickte. Selbst 5 Tage intensiver Forschung konnten mir bei dieser Frage leider keine Klarheit verschaffen, so daß ich mir während unseres gesamten Aufenthalts in Rom neben all den grazil daherstolzierenden Damen vorkam wie ein ungehobelter Klotz.

Ach, und noch ein Tipp für weibliche Leser: Wenn einem an der Spanischen Treppe ein Blumenverkäufer allzu penetrant eine rote Rose in die Hand drückt, will er Euch diese nicht schenken, sondern von Eurer männlichen Begleitung das Geld dafür zurück. Hier können rüde italienische Schimpfwörter helfen, den aufdringlichen Verkäufer zu vertreiben. Ich kenne allerdings nur deutsche.

Petersdom

Mein Lesetipp für einen Rombesuch:

Illuminati

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Montag, Januar 10, 2005

So was, eigentlich wollte ich doch heute endlich ein paar Worte über unseren Aufenthalt in Rom schreiben, aber jetzt sind wir schon wieder mit den nächsten Urlaubsbuchungen völlig beschäftigt :-)

Ein paar Tage nach New York....
...und im Sommer nochmal ins Piemont *träum*

Hab daher heute leider wieder keine Zeit zum Bloggen :-)

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Samstag, November 27, 2004

Lessons Learned (aka "Reisen bildet" Teil II):

1. Wenn man auf dem Dienstreisebestellformular "unternehmensnahes Hotel" anklickt, bekommt man auch ein Hotel in der Nähe des Unternehmens. Ist praktisch. Ist aber genau dann nicht mehr praktisch, wenn sich mehr als eine Lokation des Unternehmens in der Stadt befindet, wenn sich "unternehmensnah" prompt auf die falsche bezog und man letztendlich 10 Meilen ausserhalb der Stadt wohnt.

2. Eine Playstation im Zimmer ist prinzipiell eine tolle Sache ... wenn sie nicht 7 Pfund am Tag kosten würde.

3. Englisches Frühstück ist ... speziell.

4. Ebenso englisches Essen.

5. Das beste englische Essen wird von Indern zubereitet.

6. Handball als Sportart ist Engländern nur schwer zu erklären. Sätze wie 'it's like basketball without rules and with goals' reichen zur Erklärung nicht wirklich aus.

7. Ein 'Metroid Prime'-Bildschirmhintergrund erleichtert die cross-cultural-communication :-)

8. Wenn man für den Stoppover in Amsterdam 2 Stunden Zeit hat, ist das nur dann viel Zeit, um vom Ankunftsgate zum Abflug zu schlendern, wenn
a) das erste Flugzeug nicht wegen techn. Probleme durch eine langsamere Fokker ersetzt wird, dadurch das Flugzeug erst 45 Minuten später abhebt und eine halbe Stunde länger als geplant für die Strecke benötigt und
b) keiner in der Passkontrolle ein Visaproblem hat.

Wenn man dann völlig abgehetzt punktgenau zum Beginnn der Abfertigung am Gate eintriff ist es allerdings beruhigend, dass das Anschlußflugzeug bzw. dessen Toilette ebenfalls ein technisches Problem hat (Toilette war defekt/verstopft), so daß man sich anschliessend eine Stunde von der Rennerei über den Flughafen ganz in Ruhe erholen kann.

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Reisen bildet

Reisen erweitert nicht nur den Horizont, sondern füllt auch den Kulturbeutel. Nachfolgend habe ich mal die Highlights unserer letzten Hotelaufenthalte aufgezählt:

Badesalz - Hilton Bristol, Carlo IV Prag
Duschgel - SAS Radisson Helsinki, Hilton Bristol, Carlo IV Prag, Ritz Berlin
Conditioner - SAS Radisson Helsinki, Hilton Bristol, Carlo IV Prag, Ritz Berlin
Haarshampoo - SAS Radisson Helsinki, Hilton Bristol, Carlo IV Prag, Ritz Berlin
Seife - Hilton Bristol, Carlo IV Prag (pure vegetable soap!)
Bodylotion - Hilton Bristol (mit Seidenproteinen), Carlo IV Prag, Ritz Berlin
Mundwasser - Ritz Berlin
Relaxing water - Hilton Bristol
Parfümiertes Wasser - Carlo IV Prag
Alpecin Hair Energizer (für Männer)- Sorat Berlin
Vanity Set - Carlo IV Prag (dahinter verbergen sich Q-Tipps, Reinigungspads und eine kleine Nagelfeile)

ausbeute....

Weit verbreitet sind ja heutzutage immer diese unattraktiven Seifen- und Shampoospender (Sorat, Holiday Inn), mag ich gar nicht, kann man auch nicht mitnehmen (der eine oder andere tut's allerdings trotzdem). Sehr üppig, aber nicht unbedingt originell, waren die Toilettenartikel im Hilton. Fruchtig und stylish fielen dagegen Seife, Shampoo und Conditioner im SAS Radisson aus. Leider neigen die Behälter dazu, im Koffer auszulaufen und sind daher nur bedingt zum Mitnehmen geeignet. Am edelsten war zweifellos das Angebot im Ritz, z. B. war die Bodylotion von la prairie. Offen blieb allerdings, ob das Badezimmer am 2. Tag wieder neu bestückt worden wären. Da wir nur eine Nacht blieben, konnten wir das leider nicht in Erfahrung bringen. Am ausgefallensten war die Ausstattung definitiv im Carlo IV, da gab es sogar einen kleinen Massageschwamm zum Mitnehmen und eine Flasche Wein als Präsent des Hauses sowie Kerzen, um es sich in der Badewanne gemütlich zu machen. Mein absoluter Favorit sind ja die kleinen Flaschen mit Intimlotion :-)

Um aber irgendwelchen Mißverständnissen vorzubeugen: Anders als in diesem ZEIT-Artikel beschrieben, klauen wir keine Bademäntel und Schuhputzautomaten und plündern auch nicht die Minibar!

Die sogenannten Amenities mitzunehmen ist ja zum Glück erlaubt. Wir haben diese Sachen lediglich für UNSERE Gäste mitgenommen und die dürfen die Sachen auch gerne mit nach Hause nehmen. Solange sie bei uns nur keine Handtücher klauen :-)

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Donnerstag, November 11, 2004

Nochmal Altstadt - aber diesmal zu zweit

Okay, ich gebe ja zu, in letzter Zeit waren meine Blogeinträge etwas rar, dafür die wenigen aber doch ziemlich lang *rausred*

Weiter geht's mit ein paar Worten zu Prag, denn noch haben wir ja erst den 2. Tag hinter uns.

An unserem ersten gemeinsamen Urlaubstag wurde erst einmal richtig lange ausgeschlafen und anschließend die nähere Umgebung unseres neuen Hotels erkundet, was allerdings nicht allzuviel Zeit in Anspruch nahm: Direkt daneben das Kongreßzentrum mit Diskothek Hany Bany davor, einem kleinen Supermarkt, der gerade so das Nötigste anbot und bei dem offensichtlich eher selten neue Ware bestellt wurde: Die Schokolade, die wir kauften, lag ganz eindeutig schon länger dort im Regal. Eine Metrostation ganz in der Nähe, das war auch schon alles, aber da das Hotel auf einer Anhöhe lag, hatte man einen schönen Blick auf den Hradschin und die Prager Burg.

Mittags kehrten wir in der Neustadt in ein uriges Restaurant ein, dem Beograd in der Vodickova 5/12 oberhalb des Wenzelsplatzes. Hier in Köln würde man wohl Brauhaus dazu sagen, das Essen war auf jeden Fall deftig und lecker, die Einrichtung rustikal und die Preise im Gegensatz zu einem Kölner Brauhaus ausgesprochen günstig.

Nachdem ich mir am ersten Tag die Prager Altstadt alleine angesehen hatte, sollte nun auch Daniel in den Genuß all der Sehenswürdigkeiten kommen, die ich schon am Vortag gesehen hatte. Endlich konnte ich auch mal ein bißchen mit meinem Wissen rumstrunzen und doch das eine oder andere Mal meinen Lieblingsklugscheißer belehren :-)

Altstädter Ring

Am späten Nachmittag, es war schon dämmrig, bekamen wir beide einen ersten Eindruck von der berühmten Karlsbrücke, dem Hradschin und dem wunderschönen Moldaupanorama. Durch Unmengen von Touristen bahnten wir uns einen Weg über die Karlsbrücke und wieder zurück und bummelten anschließend im Licht der Straßenlaternen an der Moldau entlang bis zum Tanzenden Haus (entworfen von dem kanadischen Architekten Frank Owen Gehry), einem der wenigen modernen Gebäude in Prag. Von dem Zusammenspiel alter und neuer Fassaden war ich sehr fasziniert.

Tanzendes Haus

Auf dem Rückweg ins Hotel fiel mir auf verschiedenen Werbeplakaten in den Straßenbahnunterführungen auf, daß in der tschechischen Sprache auch ausländische Frauennamen eine andere Endung erhalten als die Namen der zugehörigen Männer: Hillary Clintonova, Bridget Jonova, Jane Austonova....

Mal ehrlich, was klingt besser: Tischerova oder Bottova?

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Sonntag, November 07, 2004

Von der Altstadt nach Vysehrad

Die Sirenen der Polizei- und Krankenfahrzeuge, die man im Carlo IV nachts permanent durch die Prager Innenstadt heulen hörte, hatten fast schon etwas New-York-mäßiges. Ein breites Bett ohne Ritze in der Mitte ist eine ganz feine Sache, eine große Decke dazu steigert noch die Behaglichkeit. Wenn allerdings beide Personen, die in diesem Bett schlafen, die Angewohnheit haben, sich im Laufe der Nacht Richtung Bettkante zu drehen (und zwar der eine nach rechts, der andere nach links), spannt irgendwann die Decke in der Mitte und dann zieht's am Rücken.

Nichtsdestotrotz hatte ich wie ein Stein geschlafen und war am nächsten Morgen nicht gewillt, freiwillig dieses herrlich bequeme Bett so ohne weiteres wieder zu verlassen. Daher brauchte ich in der Tat mehrere Stunden, um mich anzuziehen und unsere Sachen einzupacken, was allerdings auch damit zusammenhing, daß man in einer 50 qm großen Suite einfach viel zu viel Platz hat, um all seinen Krempel ordentlich auf die gesamte Fläche zu verteilen. So war ich dann gerade noch rechtzeitig kurz vor 12.00 Uhr fertig zum Auschecken.

Daniel hatte an diesem Tag noch eine Tagung, daher machte ich mich mit Reiseführer und Proviant alleine auf den Weg in die Prager Altstadt, anfangs wohl noch ein wenig übervorsichtig, man hatte ja viel Schlimmes gehört von Taschendieben, die so fix sind, daß sie einem das Geld aus dem Portemonnaie stehlen, bevor man es überhaupt geöffnet hat. Schon bald stellte ich allerdings fest, daß das Einhalten weniger Grundregeln durchaus ausreicht, ansonsten schien mir Prag nicht gefährlicher als Köln. Anders sieht es wohl beim Autoklau aus. Lt. Reiseführer werden nicht täglich, sondern stündlich Autos gestohlen, vor allem teure Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen. Einem Tagungsteilnehmer, der mit seinem Audi Cabrio vor dem Hotel parkte, wurde auch prompt nachts die Autotüre aufgebrochen.

Altstädter Ring mit Rathaus

So zog ich also durch die kleinen Straßen der Prager Altstadt, bewunderte die wunderschönen Fassaden der Häuser und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Obwohl mir vor meiner Reise schon mehrmals erzählt wurde, Prag sei eine schöne Stadt, war diese Pracht und Schönheit dennoch unvorstellbar und überwältigend. Vom Gemeindehaus mit dem Pulverturm zog ich durch die verwinkelten Gassen zum Altstädter Ring (der auf tschechisch auch ganz anders heißt) mit Rathaus, Hus-Denkmal, der imposanten Teinkirche, die sämtliche Gebäude auf dem Platz bei weitem überragt sowie das Haus zur Steinernen Glocke mit der kleinen Kafkabuchhandlung davor.

Haus zur Steinernen Glocke

Wie der eine oder andere wahrscheinlich weiß, lebte und schrieb Franz Kafka (1883 - 1924) in Prag. Wie wir im Reiseführer lesen konnten, ist er innerhalb Prags sehr oft umgezogen, so daß es heute einige Häuser gibt, die zu Sehenswürdigkeiten deklariert wurden, da Kafka darin irgendeins seiner Bücher geschrieben hat. Mittlerweile werden schon Stadtführungen angeboten, die nur sämtliche Wohnungen Kafkas im Programm haben und damit die Touristen stundenlang beschäftigen können. Aber Kafkas Geburtshaus am Franz-Kafka-Platz haben wir natürlich auch gesehen.

Teinkirche

Viele der hübschen, kleinen Seitengassen sind auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar, da sie von vorne eher wie eine Einfahrt oder ein Weg zu einem privaten Innenhof aussehen. Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall, gerade wenn diese wie im Fall der Melantrichova von einer sehr belebten in verwinkelte, ruhigere Seitenstraßen führen, die nicht alle der zahlreichen Touristen gleich entdecken. Apropos Touristen, die gibt es in Prag zuhauf. Mir persönlich würden in der Regel genau zwei Touristen ausreichen, nämlich Daniel und ich, aber mich fragt ja keiner und vermutlich hätte der Tourismus als Wirtschaftszweig keine große Zukunft mehr.

Nach Tagungsende traf ich mich mit Daniel im Hotel, wir holten unser Gepäck und machten uns im Privattaxi zu unserem zweiten Hotel in der Nähe des Kongreßzentrums in Vysehrad, leider nicht ganz so prächtig und auch von der Lage her nicht mehr ganz so günstig, aber vier Tage im Carlo IV wären leider finanziell nicht darstellbar gewesen und nach unserer kleinen Buchungspanne hatten wir kurzfristig kein schnuckeliges Hotel mehr in der Innenstadt gefunden. Aber auch das Holiday Inn ließ es an Komfort nicht mangeln, daher will ich mich nicht beklagen.

Ein leckeres Abendessen gab es abends im Hospoda U nováka (V jirchárích 2, Tel.: 224930639, Haltestelle Národní trída), einem kleinen, eher rustikal eingerichteten Restaurant mit guter böhmischer Küche zu attraktiven Preisen, das fast nur von Einheimischen aufgesucht wird. Zum Glück gab es aber trotzdem eine englische Speisekarte :-)

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Donnerstag, November 04, 2004

Alter Hefezopf, künstliche Kniegelenke und ein Abendessen im Prager Gemeindehaus

Nachdem sich Daniel schon am Vortag auf den Weg nach Prag gemacht hatte, begann für mich die Reise einen Tag später am Mittwoch. Noch schnell den letzten traurigen Rest von Sieglindes leckerem Hefezopf verdrückt, Koffer geschnappt und ab mit dem Taxi zum Flughafen. Unterwegs ließ ich klaglos die Ergüsse der Taxifahrerin bzgl. künstlicher Kniegelenke, neugieriger Nachbarn und den Schönheiten Prags über mich ergehen und freute mich einfach nur auf den bevorstehenden Kurzurlaub mit Daniel.

Auch im Flugzeug mußte ich feststellen, daß man als alleinreisende Frau deutlich ungehemmter von fremden Leuten angesprochen wird. So lehnte ich den angebotenen Schokoriegel meines Sitznachbarn zwar dankend ab, konnte aber nicht verhindern, daß er mich detailliert über meine Pläne in Prag ausfragte und mich mit Informationen über die Stadt versorgte, während ich mich krampfhaft an meiner Zeitung festhielt, immer wieder einen verzweifelten Blick hineinwarf und zum ersten Mal wirklich nachempfinden konnte, wie es Daniel oftmals beim Zeitunglesen ergeht.

Vom Prager Flughafen aus ging es mit dem Minibus-Shuttleservice direkt zum Hotel, was mir gleich einen ersten Eindruck von Prag vermittelte. Wohlwollend nahm ich das leise Tuscheln der anderen Mitreisenden beim Anblick meines schönen 5-Sterne-Hotels zur Kenntnis. Bloß nicht anmerken lassen, daß ich nicht regelmäßig in solchen Edelschuppen absteige.

In unserem Zimmer angekommen, verbrachte ich dann selber erst einmal ca. eine Stunde mit Staunen, Schränke aufreißen, Auf-das-herrlich-breite-Bett fallenlassen, Badutensilien auspacken und was man sonst eben so alles macht, wenn man das allererste Mal in einer Juniorsuite nächtigen darf.

Unser Zimmer und die ganze Einrichtung waren zwar nicht so pompös wie im Ritz in Berlin, aber wesentlich stilvoller und mit deutlich mehr Flair: Hohe Decken, edler Parkettboden, große Flügeltüren, ein herrlich weiches Kingsizebed, große Fenster mit einem Vorhang wie in einem kleinen Theater, dazu ein elegantes Marmorbad und ein kleines Ankleidezimmer mit einem großen Spiegel und mehreren beleuchteten Kleiderschränken.

boscolo carlo IV
bett
tuer

Irgendwann trudelte schließlich auch Daniel ein. Den Abend verbrachten wir bei einem feinen Vier-Gänge-Menü im Prager Gemeindehaus Obecní dum, dem Repräsentationsgebäude der Stadt, einem wunderschönen Jugendstilbau mit einem Restaurant, einem Kaffeehaus, einer Kneipe und mehreren Sälen.

In diesem Zusammenhang noch eine kleine Anmerkung zur tschechischen Sprache bzw. den Ausspracheregeln. Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, daß man in einem fremden Land wenigstens ein paar Worte in der Landessprache parat haben sollte, weshalb ich mir auch in unserem empfehlenswerten Prag-Reiseführer das Kapitel 'Kleine Sprachschule' aufmerksam durchgelesen hatte. Leider kam ich zu dem Ergebnis, daß ich, obwohl ansonsten sprachlich nicht völlig untalentiert, der tschechischen Sprache nicht gewachsen bin und mir die Namen der ganzen Sehenswürdigkeiten in der Stadt einfach nicht merken konnte. Da es Daniel ähnlich ging, beschränkte sich unsere Unterhaltung meist auf ein schlichtes: "Wir gehen jetzt zum namestidingens und schauen uns dort das Obetskisonstwas an." In meiner Reisebeschreibung spare ich mir daher die komplizierten Sonderzeichen und nenne jeweils nur die deutsche Bezeichnung der gesehenen Sehenswürdigkeiten.

Bei meinem Studium der Sprachregeln habe ich allerdings festgestellt, daß ich mit den tschechischen Sonderzeichen ganze zwei Buchstaben in meinem Namen einsparen könnte, indem ich das sch einfach durch das passende S-Zeichen ersetze. Leider gibt das aber meine Computertastatur nicht her und der Browser könnte es wahrscheinlich auch nicht richtig anzeigen, also lassen wir das.

Das einzige tschechische Wort, das ich in den sechs Tagen gelernt und behalten habe, war übrigens Výstup, was auf deutsch 'Ausgang' heißt. Mal sehen, ob mir diese Information mal irgendwann nützlich sein wird.

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Mittwoch, September 08, 2004

Cult 7: Sommerzeit ist Urlaubszeit ? Ab in die Sonne!

1. Der Klassiker: Du gehst auf eine einsame Insel. Welche drei Sachen nimmst Du mit?
Ein Buch zur Unterhaltung, Schokolade zum Essen und mein Beautycase - man weiß ja nie, wen man trifft :-)

Daniel muß ich auch noch mitnehmen, denn einer muß die ganzen Sachen tragen.

2. Was ist Dein absolutes Reise-Traumziel? Warum?
Es gibt ja unheimlich viele Reiseziele, die ich unbedingt noch besuchen möchte. Aber so ein richtiges Traumziel - ich glaube, das ist für mich Mauritius, seit ich dort als Teenager einige Jahre lang eine Brieffreundin hatte. Ich stelle mir die Insel sehr exotisch und idyllisch vor. Vielleicht sollte es ein Traum-Reiseziel bleiben?!

3. Das erste, was Dir der Page in Deinem Hotel erzählt, ist, dass Dein Hotel auf einem alten Indianerfriedhof steht. Wie reagierst Du?
Ähm ... *gulp* .... keine Ahnung, ich hab vor langer Zeit auch mal Friedhof der Kuscheltiere gelesen, was soll ich da von einem Hotel auf einem alten Indianerfriedhof denken? Ich würde bestimmt ..... völlig COOL reagieren :-)

4. E.T. landet vor Deiner Haustür und lädt Dich zu einem 14-tägigen intergalaktischem Trip ein, gehst Du mit?
Nö, denn wie jeder weiß, ist E.T. spuckehäßlich. Da würde ich mir doch lieber eine andere Begleitung aussuchen.

5. Du gewinnst eine Reise und hast die Wahl: Safari oder Grönland-Trip. Für was entscheidest Du Dich?
Auf jeden Fall der Grönland-Trip, wenn es nicht gerade im Dezember ist, da haben wir schon so unsere Erfahrungen in Island gemacht. Safari klingt mir zu sehr nach Touristen.

6. Gibt es etwas, dass Du vor oder in einem Urlaub immer machst?
Klar, vor dem Urlaub werden immer Koffer gepackt, obwohl ich das hasse wie die Pest. Urlaub geht aber nicht ohne - oder hat mir jemand einen brauchbaren Tipp? Natürlich gibt es noch einiges mehr an typischen Reisevorbereitungen, die mir aber allesamt keinen großen Spaß machen und die ich deshalb hier erst gar nicht erwähne. Im Urlaub selbst schreibe ich immer Reisetagebuch, das dann auch früher oder später mal auf meiner Website erscheint. Okay, in letzter Zeit meistens später...Und einmal gibt es immer ein selbstgemachtes Bild von uns beiden. Klappt allerdings auch mal besser, mal schlechter...

Daggi und Daniel in Helsinki

7. Was ist Dein nächstes Urlaubs-Reiseziel?
Wir hatten bei unserem Kurzbesuch in Helsinki bzw. Tallin schon überlegt, ob wir nächstes Jahr eine zweiwöchige Rundreise im Norden machen: Oslo, Stockholm, Alandinseln, Helsinki, Tallin, irgendwie so in der Art. Aber bisher haben wir die meisten Pläne kurzfristig über den Haufen geworfen: Gran Canaria statt Bali, Südfrankreich statt Skandinavien, Piemont statt Ligurien...

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Dienstag, September 07, 2004

Das Reisen nimmt kein Ende

Am Freitagmittag machten wir uns schon wieder auf die Reise, dieses Mal mit einem gemieteten Smart Roadster nach Witterda. Kennt keiner? Glaub ich sofort, auch wir mußten erst einmal suchen, wo unser Tischer-Familienfest stattfand. Witterda ist knapp 20 km von Erfurt entfernt und mit der Bahn nicht ganz so toll zu erreichen. Mit dem Auto haben wir letztendlich aber auch über 6 Stunden gebraucht dank gesperrter Brücke bei Gummersbach und zahlreichen Baustellen. Jaja, Freitagnachmittag, hätten wir wissen müssen, aber passionierten Bahnfahrern, die einmal mit dem Auto unterwegs sind, mußte das ja passieren. Normalerweise kennt man das nur umgekehrt.

So ein Smart Roadster mit aufklappbarem Dach ist bei Sonnenschein ja herrlich - wenn man nicht gerade bei Temperaturen um die 30° im Stau steht, einen langen Rock trägt und sich ständig Wespen in den Fußraum stürzen oder sich anderes Getier im Wagen tummelt, das man üblicherweise nicht zu sehen kriegt und auch gar nicht sehen will. Nachdem wir 2 Stunden später noch nicht einmal in Siegen angekommen waren, aber die Nase vom gemütlichen Cabriofahren schon ziemlich voll hatten, klappten wir unser Dach zu, um etwas schneller als mit Tempo 120 doch noch pünktlich bis 20.00 Uhr in der Pension "Zum Roß" anzukommen, einem gemütlichen Bauernhof, der auf seiner Speisekarte für die kleinen Gäste auch "Tiere aus unserem lustigen Bauernhof" für 3,10 Euro anbietet.

Wir verbrachten ein sehr relaxtes Wochenende mit der ganzen Tischer-Verwandtschaft, ca. 50 Hasen (inkl. der neugeborenen), zahlreichen Hühnern, Pferden, Ponies, einem Esel, zwei Hunden und zwei Katzen sowie mehreren Ziegen, mit Wandern, Erzählen und Karaokesingen - ob gerade Letzteres den anderen Gästen auch so viel Spaß gemacht hat wie uns? Auf jeden Fall geht an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meinen Vetter aus Berlin, der diese tolle Idee hatte und ein großes Lob an den erstklassigen Backgroundchor!

Seit Sonntagabend sind wir nun wieder Zuhause, wobei Daniel schon wieder unterwegs ist, dieses Mal nach Brüssel. Mit dem Zug :-)

Und aus den Flusen und Haaren, die bei uns in allen Ecken rumliegen, könnte man mittlerweile schon einen Pulli stricken *seufz* Kann hier nicht mal jemand ein bißchen saubermachen?


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Mittwoch, August 11, 2004

Wandertour - Fortsetzung

Bevor das völlig aus meinem Gedächtnis verschwindet, nachfolgend noch der 2. Teil unserer Wandertour.

Nachdem wir am ersten Abend völlig k.o. - traf zumindest auf mich zu - schon vor 21.00 Uhr in unsere Betten (10-Mann-Matratzenlager) fielen, war ich am nächsten Tag doch tatsächlich kurz nach 7.00 Uhr wieder auf den Beinen. Eigentlich eine Uhrzeit, zu der ich nie freiwillig aufstehe. Muß wohl an der gesunden Bergluft gelegen haben.

Frühstück gab es nur bis 8.00 Uhr, zünftige Mahlzeit, anschließend Rucksack packen, rein in die Bergstiefel und schon ging es wieder weiter - aber zunächst mal ganz entspannt bergab :-)

Für einen kleinen Abstecher ließen wir unsere Rucksäcke völlig einsam hinter einem Stein liegen, was mir (klar, ich wohne in Köln) zunächst sehr suspekt war. Das war allerdings ganz schnell vergessen, als ich merkte, wieviel leichter es sich doch ohne Rucksack so läuft. Unsere erste Rast machten wir an einem spiegelklaren Bergsee, der mich stark an den Mirror Lake in Neuseeland erinnerte (wenn ich ehrlich bin, muß man sicher nicht erst bis Neuseeland fliegen, um einen See zu sehen, in dem sich das umliegende Bergmassiv spiegelt, aber ich dachte, diese Bemerkung macht sich hier vielleicht ganz gut *g*).

Albonabach

Danach ging es weiter am Albonabach entlang, später am Rosannafluß, ca. 15 km fast (!) immer nur bergab, worüber ich zunächst schon sehr froh war. Als ich allerdings die zahlreichen Radler sah, die uns entgegenkamen, während wir praktisch als einzige den Weg in die andere Richtung bergab gewählt hatten, war mir das fast ein wenig peinlich. Auf dieser Tour lernte ich auch, daß es Fahrradstrecken mit eingeplanten Schiebe- und sogar Tragepassagen gibt. Und nicht wenige Radler, die tatsächlich solche Touren unternehmen. Ich war sehr beindruckt!

Konstanzer Hütte

Zeitig am Nachmittag erreichten wir die Konstanzer Hütte. Immerhin hatten wir an diesem Tag so ca. 600 Höhenmeter zurückgelegt, vielleicht läßt das ja irgendjemanden vor Ehrfurcht erstarren (ist ja jetzt mal egal, daß wir sie runterliefen statt rauf). Wir verdrückten erst einmal eine ordentliche Portion Apfelstrudel und während Daniel den Nachmittag zum gemütlichen Chillen nutzte, machte der Rest noch einen Spaziergang ums Haus (bitte beachten: Das bedeutet etwas anderes als im platten Köln einmal um den Block zu laufen).

Seit diesem Abend auf der Konstanzer Hütte weiß ich übrigens, wie lecker Spätzle mit Kraut schmecken, daß man durchaus auch nach einem anstrengenden Tag auf eine Dusche verzichten kann, wenn das Wasser nur kalt ist, daß sich 5 Retriever auch in einem eiskalten Bergbach sauwohl fühlen, ich weiß, wie 5 gestandene Männer nach einer Tagestour mit dem Rad nach Schweiß riechen können und daß EIN frisch Geduschter in einem 10-Mann-Lager mit NEUN ungeduschten Personen wirklich nicht auffällt.

Und an diesem Tag haben wir nur noch ein Murmeltier gesehen.

Eindrücke von der Bergtour

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Donnerstag, August 05, 2004

Noch ein paar Worte zu unserer Wandertour vom letzten Wochenende:

1. Tag - Aufstieg vom Kopssee zur Heilbronner Hütte (2300 m)

Nach Tobis Aussage hatten wir uns ja für die Warmduschertour für Untrainierte entschieden. Allerdings muß ich gleich bemerken, daß wir nicht zu christlicher Uhrzeit aufstehen durften, daß es nicht nur bergab ging und daß man auf den Hütten definitiv nicht warm duschen konnte. Da hatte uns Tobi ganz schön was erzählt!

Tobi, der Sklaventreiber :-)

Statt um 8.30 Uhr starteten wir am ersten Tag schon um 7.00 Uhr von Weinsberg aus nach Galtür bzw. genauer zum Kopssee am Zeinisjoch (liegt bei ca. 1800 m). Hier ließen wir das Auto stehen und schon ging es erst einmal steil bergauf. Ja, wenn ich es mir so genau überlege, ging es den ersten Tag nur bergauf, zwischendrin gab's kaum mal Gelegenheit zum Verschnaufen.

Steiler Aufstieg

Aber dafür haben wir jede Menge Murmeltiere (junge, dicke, nasse, pfeifende, langsame...) gesehen. Laut Reiseführer sind diese Tiere sehr scheu und nur bei völliger Stille zu beobachten. Alles Quatsch, denn sonst hätten unsere permanenten Entzückensschreie (ich zitiere: Oh kuckt mal, NOCH ein Murmeltier!) die Tiere längst in die Flucht schlagen müssen.

Murmeltier

Am späten Nachmittag erreichten wir endlich die Heilbronner Hütte. Ich muß gestehen, am ersten Tag habe ich von der Wanderstrecke nicht allzuviel gesehen. Trotz Joggens konditionsmäßig stark überlastet, war ich die meiste Zeit damit beschäftigt, möglichst energieschonend mit gesenktem Blick auch noch den letzten, richtig steilen Berg zur Hütte zu erklimmen. Tobi stellte sich aber immer wieder sehr geschickt dabei an, mich mit üblen Tricks zum Weiterlaufen zu animieren. Als er mir beispielsweise erzählte, daß es auf einer nicht mehr weit entfernten Alm Eis gäbe, war ich natürlich ganz aus dem Häuschen: Die Aussicht auf ein kühles Eis ließ mich gleich wieder schneller werden. Als wir schließlich an der Alm angelangten, wurde mir allerdings klar, daß Tobi nie davon gesprochen hatte, dort ein Eis zu essen.

Heilbronner Hütte

Was die Heilbronner Hütte betraf, klärte uns Tobi auf, daß es sich um eine sehr luxuriöse Hütte handelte. Nein, nicht verglichen mit unserer 125 qm Dachgeschoßwohnung mit heißem Wasser und Betten mit Tellerlattenrost und angepaßter Matratze, sondern im Vergleich zu anderen Berghütten. Nun gut, ich lerne ja immer gern dazu. Das üppige Freizeitangebot veranlaßte uns dann, nach einem großen Berg Spaghetti sehr früh unser Nachtlager aufzusuchen :-)

Fortsetzung folgt.

Alpenrosen

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Dienstag, August 03, 2004

Freizeitstreß zuhause, so daß ich gar nicht mehr dazukomme, alle Highlights zu bloggen.

Von unserer Wanderung im Verwalltal kamen wir alle unversehrt zurück. Ich war ja fest davon überzeugt, daß ich mit diesem schweren Rucksack irgendwann rückwärts in eine Gletscherspalte kippe. Daniel meint allerdings, er hätte den deutlich schwereren Rucksack getragen. Pah!

Mehr Infos dazu und auch ein paar Bilder gibt es in den nächsten Tagen.

Coole Wanderer

Keine Frage - die coolsten Wanderer auf der gesamten Strecke waren natürlich Daniel und ich :-)

Etwas muß ich aber doch noch erwähnen: Bei Etagezwo habe ich einen Link auf den Kölner Blogplan gefunden und mich gleich mal eingetragen. Hat allerdings noch nicht so ganz geklappt; momentan findet man mich noch an der Anlegestelle in Entenhausen :-)

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