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Daggis Leben - Notizen aus der Vorstadt

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Donnerstag, November 11, 2004

Nochmal Altstadt - aber diesmal zu zweit

Okay, ich gebe ja zu, in letzter Zeit waren meine Blogeinträge etwas rar, dafür die wenigen aber doch ziemlich lang *rausred*

Weiter geht's mit ein paar Worten zu Prag, denn noch haben wir ja erst den 2. Tag hinter uns.

An unserem ersten gemeinsamen Urlaubstag wurde erst einmal richtig lange ausgeschlafen und anschließend die nähere Umgebung unseres neuen Hotels erkundet, was allerdings nicht allzuviel Zeit in Anspruch nahm: Direkt daneben das Kongreßzentrum mit Diskothek Hany Bany davor, einem kleinen Supermarkt, der gerade so das Nötigste anbot und bei dem offensichtlich eher selten neue Ware bestellt wurde: Die Schokolade, die wir kauften, lag ganz eindeutig schon länger dort im Regal. Eine Metrostation ganz in der Nähe, das war auch schon alles, aber da das Hotel auf einer Anhöhe lag, hatte man einen schönen Blick auf den Hradschin und die Prager Burg.

Mittags kehrten wir in der Neustadt in ein uriges Restaurant ein, dem Beograd in der Vodickova 5/12 oberhalb des Wenzelsplatzes. Hier in Köln würde man wohl Brauhaus dazu sagen, das Essen war auf jeden Fall deftig und lecker, die Einrichtung rustikal und die Preise im Gegensatz zu einem Kölner Brauhaus ausgesprochen günstig.

Nachdem ich mir am ersten Tag die Prager Altstadt alleine angesehen hatte, sollte nun auch Daniel in den Genuß all der Sehenswürdigkeiten kommen, die ich schon am Vortag gesehen hatte. Endlich konnte ich auch mal ein bißchen mit meinem Wissen rumstrunzen und doch das eine oder andere Mal meinen Lieblingsklugscheißer belehren :-)

Altstädter Ring

Am späten Nachmittag, es war schon dämmrig, bekamen wir beide einen ersten Eindruck von der berühmten Karlsbrücke, dem Hradschin und dem wunderschönen Moldaupanorama. Durch Unmengen von Touristen bahnten wir uns einen Weg über die Karlsbrücke und wieder zurück und bummelten anschließend im Licht der Straßenlaternen an der Moldau entlang bis zum Tanzenden Haus (entworfen von dem kanadischen Architekten Frank Owen Gehry), einem der wenigen modernen Gebäude in Prag. Von dem Zusammenspiel alter und neuer Fassaden war ich sehr fasziniert.

Tanzendes Haus

Auf dem Rückweg ins Hotel fiel mir auf verschiedenen Werbeplakaten in den Straßenbahnunterführungen auf, daß in der tschechischen Sprache auch ausländische Frauennamen eine andere Endung erhalten als die Namen der zugehörigen Männer: Hillary Clintonova, Bridget Jonova, Jane Austonova....

Mal ehrlich, was klingt besser: Tischerova oder Bottova?

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Sonntag, November 07, 2004

Von der Altstadt nach Vysehrad

Die Sirenen der Polizei- und Krankenfahrzeuge, die man im Carlo IV nachts permanent durch die Prager Innenstadt heulen hörte, hatten fast schon etwas New-York-mäßiges. Ein breites Bett ohne Ritze in der Mitte ist eine ganz feine Sache, eine große Decke dazu steigert noch die Behaglichkeit. Wenn allerdings beide Personen, die in diesem Bett schlafen, die Angewohnheit haben, sich im Laufe der Nacht Richtung Bettkante zu drehen (und zwar der eine nach rechts, der andere nach links), spannt irgendwann die Decke in der Mitte und dann zieht's am Rücken.

Nichtsdestotrotz hatte ich wie ein Stein geschlafen und war am nächsten Morgen nicht gewillt, freiwillig dieses herrlich bequeme Bett so ohne weiteres wieder zu verlassen. Daher brauchte ich in der Tat mehrere Stunden, um mich anzuziehen und unsere Sachen einzupacken, was allerdings auch damit zusammenhing, daß man in einer 50 qm großen Suite einfach viel zu viel Platz hat, um all seinen Krempel ordentlich auf die gesamte Fläche zu verteilen. So war ich dann gerade noch rechtzeitig kurz vor 12.00 Uhr fertig zum Auschecken.

Daniel hatte an diesem Tag noch eine Tagung, daher machte ich mich mit Reiseführer und Proviant alleine auf den Weg in die Prager Altstadt, anfangs wohl noch ein wenig übervorsichtig, man hatte ja viel Schlimmes gehört von Taschendieben, die so fix sind, daß sie einem das Geld aus dem Portemonnaie stehlen, bevor man es überhaupt geöffnet hat. Schon bald stellte ich allerdings fest, daß das Einhalten weniger Grundregeln durchaus ausreicht, ansonsten schien mir Prag nicht gefährlicher als Köln. Anders sieht es wohl beim Autoklau aus. Lt. Reiseführer werden nicht täglich, sondern stündlich Autos gestohlen, vor allem teure Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen. Einem Tagungsteilnehmer, der mit seinem Audi Cabrio vor dem Hotel parkte, wurde auch prompt nachts die Autotüre aufgebrochen.

Altstädter Ring mit Rathaus

So zog ich also durch die kleinen Straßen der Prager Altstadt, bewunderte die wunderschönen Fassaden der Häuser und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Obwohl mir vor meiner Reise schon mehrmals erzählt wurde, Prag sei eine schöne Stadt, war diese Pracht und Schönheit dennoch unvorstellbar und überwältigend. Vom Gemeindehaus mit dem Pulverturm zog ich durch die verwinkelten Gassen zum Altstädter Ring (der auf tschechisch auch ganz anders heißt) mit Rathaus, Hus-Denkmal, der imposanten Teinkirche, die sämtliche Gebäude auf dem Platz bei weitem überragt sowie das Haus zur Steinernen Glocke mit der kleinen Kafkabuchhandlung davor.

Haus zur Steinernen Glocke

Wie der eine oder andere wahrscheinlich weiß, lebte und schrieb Franz Kafka (1883 - 1924) in Prag. Wie wir im Reiseführer lesen konnten, ist er innerhalb Prags sehr oft umgezogen, so daß es heute einige Häuser gibt, die zu Sehenswürdigkeiten deklariert wurden, da Kafka darin irgendeins seiner Bücher geschrieben hat. Mittlerweile werden schon Stadtführungen angeboten, die nur sämtliche Wohnungen Kafkas im Programm haben und damit die Touristen stundenlang beschäftigen können. Aber Kafkas Geburtshaus am Franz-Kafka-Platz haben wir natürlich auch gesehen.

Teinkirche

Viele der hübschen, kleinen Seitengassen sind auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar, da sie von vorne eher wie eine Einfahrt oder ein Weg zu einem privaten Innenhof aussehen. Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall, gerade wenn diese wie im Fall der Melantrichova von einer sehr belebten in verwinkelte, ruhigere Seitenstraßen führen, die nicht alle der zahlreichen Touristen gleich entdecken. Apropos Touristen, die gibt es in Prag zuhauf. Mir persönlich würden in der Regel genau zwei Touristen ausreichen, nämlich Daniel und ich, aber mich fragt ja keiner und vermutlich hätte der Tourismus als Wirtschaftszweig keine große Zukunft mehr.

Nach Tagungsende traf ich mich mit Daniel im Hotel, wir holten unser Gepäck und machten uns im Privattaxi zu unserem zweiten Hotel in der Nähe des Kongreßzentrums in Vysehrad, leider nicht ganz so prächtig und auch von der Lage her nicht mehr ganz so günstig, aber vier Tage im Carlo IV wären leider finanziell nicht darstellbar gewesen und nach unserer kleinen Buchungspanne hatten wir kurzfristig kein schnuckeliges Hotel mehr in der Innenstadt gefunden. Aber auch das Holiday Inn ließ es an Komfort nicht mangeln, daher will ich mich nicht beklagen.

Ein leckeres Abendessen gab es abends im Hospoda U nováka (V jirchárích 2, Tel.: 224930639, Haltestelle Národní trída), einem kleinen, eher rustikal eingerichteten Restaurant mit guter böhmischer Küche zu attraktiven Preisen, das fast nur von Einheimischen aufgesucht wird. Zum Glück gab es aber trotzdem eine englische Speisekarte :-)

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Donnerstag, November 04, 2004

Alter Hefezopf, künstliche Kniegelenke und ein Abendessen im Prager Gemeindehaus

Nachdem sich Daniel schon am Vortag auf den Weg nach Prag gemacht hatte, begann für mich die Reise einen Tag später am Mittwoch. Noch schnell den letzten traurigen Rest von Sieglindes leckerem Hefezopf verdrückt, Koffer geschnappt und ab mit dem Taxi zum Flughafen. Unterwegs ließ ich klaglos die Ergüsse der Taxifahrerin bzgl. künstlicher Kniegelenke, neugieriger Nachbarn und den Schönheiten Prags über mich ergehen und freute mich einfach nur auf den bevorstehenden Kurzurlaub mit Daniel.

Auch im Flugzeug mußte ich feststellen, daß man als alleinreisende Frau deutlich ungehemmter von fremden Leuten angesprochen wird. So lehnte ich den angebotenen Schokoriegel meines Sitznachbarn zwar dankend ab, konnte aber nicht verhindern, daß er mich detailliert über meine Pläne in Prag ausfragte und mich mit Informationen über die Stadt versorgte, während ich mich krampfhaft an meiner Zeitung festhielt, immer wieder einen verzweifelten Blick hineinwarf und zum ersten Mal wirklich nachempfinden konnte, wie es Daniel oftmals beim Zeitunglesen ergeht.

Vom Prager Flughafen aus ging es mit dem Minibus-Shuttleservice direkt zum Hotel, was mir gleich einen ersten Eindruck von Prag vermittelte. Wohlwollend nahm ich das leise Tuscheln der anderen Mitreisenden beim Anblick meines schönen 5-Sterne-Hotels zur Kenntnis. Bloß nicht anmerken lassen, daß ich nicht regelmäßig in solchen Edelschuppen absteige.

In unserem Zimmer angekommen, verbrachte ich dann selber erst einmal ca. eine Stunde mit Staunen, Schränke aufreißen, Auf-das-herrlich-breite-Bett fallenlassen, Badutensilien auspacken und was man sonst eben so alles macht, wenn man das allererste Mal in einer Juniorsuite nächtigen darf.

Unser Zimmer und die ganze Einrichtung waren zwar nicht so pompös wie im Ritz in Berlin, aber wesentlich stilvoller und mit deutlich mehr Flair: Hohe Decken, edler Parkettboden, große Flügeltüren, ein herrlich weiches Kingsizebed, große Fenster mit einem Vorhang wie in einem kleinen Theater, dazu ein elegantes Marmorbad und ein kleines Ankleidezimmer mit einem großen Spiegel und mehreren beleuchteten Kleiderschränken.

boscolo carlo IV
bett
tuer

Irgendwann trudelte schließlich auch Daniel ein. Den Abend verbrachten wir bei einem feinen Vier-Gänge-Menü im Prager Gemeindehaus Obecní dum, dem Repräsentationsgebäude der Stadt, einem wunderschönen Jugendstilbau mit einem Restaurant, einem Kaffeehaus, einer Kneipe und mehreren Sälen.

In diesem Zusammenhang noch eine kleine Anmerkung zur tschechischen Sprache bzw. den Ausspracheregeln. Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, daß man in einem fremden Land wenigstens ein paar Worte in der Landessprache parat haben sollte, weshalb ich mir auch in unserem empfehlenswerten Prag-Reiseführer das Kapitel 'Kleine Sprachschule' aufmerksam durchgelesen hatte. Leider kam ich zu dem Ergebnis, daß ich, obwohl ansonsten sprachlich nicht völlig untalentiert, der tschechischen Sprache nicht gewachsen bin und mir die Namen der ganzen Sehenswürdigkeiten in der Stadt einfach nicht merken konnte. Da es Daniel ähnlich ging, beschränkte sich unsere Unterhaltung meist auf ein schlichtes: "Wir gehen jetzt zum namestidingens und schauen uns dort das Obetskisonstwas an." In meiner Reisebeschreibung spare ich mir daher die komplizierten Sonderzeichen und nenne jeweils nur die deutsche Bezeichnung der gesehenen Sehenswürdigkeiten.

Bei meinem Studium der Sprachregeln habe ich allerdings festgestellt, daß ich mit den tschechischen Sonderzeichen ganze zwei Buchstaben in meinem Namen einsparen könnte, indem ich das sch einfach durch das passende S-Zeichen ersetze. Leider gibt das aber meine Computertastatur nicht her und der Browser könnte es wahrscheinlich auch nicht richtig anzeigen, also lassen wir das.

Das einzige tschechische Wort, das ich in den sechs Tagen gelernt und behalten habe, war übrigens Výstup, was auf deutsch 'Ausgang' heißt. Mal sehen, ob mir diese Information mal irgendwann nützlich sein wird.

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