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Samstag, Mai 28, 2005

Fliegende Ameisen oder mein persönliches Antville

Seit ich kürzlich von den Ameisen in unserer Wohnung berichtet hatte, ist dies nach Weihnachtsmannweitwurf der häufigste Suchbegriff in meinen Referrern. Offensichtlich besteht noch Informationsbedarf zum Thema Ameisen.

Was sollte man über Ameisen in der Wohnung wissen? Ich bin nun sicher kein Spezialist, aber der Kammerjäger, der mich damals in meiner Stuttgarter Wohnung zweimal besuchte, hat mir nicht nur von Ameisen einiges erzählt, sondern auch von den Rattenproblemen in der Stuttgarter Innenstadt und von einem wohlhabenden Kunden, der fast hysterisch wurde, als er sich durch die Kartonverpackung seines neuen Fernsehgeräts Kakerlaken in seine schicke Luxuswohnung geholt hatte.

Der Kammerjäger beruhigte mich:
"Sie haben Glück, diese Ameisen sind nicht gefährlich und beißen auch nicht. Sie pinkeln einen nur an."
Ein sehr tröstlicher Gedanke. Wie Ameisenurin riecht, habe ich seither nicht mehr vergessen.

Aber warum gleich ein Kammerjäger?

Wenn sich der Ameisenbefall noch in Grenzen hält, kann man das Problem mit den herkömmlichen Ameisenfallen grundsätzlich in den Griff bekommen. Sobald sich aber ein ganzer Ameisenstamm gemütlich niedergelassen hat, wird die Sache deutlich schwieriger. Die Königin hält sich gut versteckt und da sie ständig neuen Nachwuchs produziert, kommt es ihr auf eine Ameise mehr oder weniger auch nicht an. Um also die Ameisen in der Wohnung loszuwerden, muß man entweder deren Wanderwege verlegen (was im 4. Stock einer Stadtwohnung mangels Alternativen nicht ganz so einfach ist) oder die Königin vernichten. Auch kein leichtes Unterfangen.

Die Königin ist meiner Meinung nach eine ziemlich faule Socke, sie verläßt den Bau nicht, sondern läßt sich von ihren Arbeiterinnen Nahrung bringen. Ameisen sind ein hochkompliziertes Völkchen, daher reicht es nicht aus, einfach nur Gift zu verteilen. Was von den fleißigen Arbeiterinnen nicht für gut befunden wird, wird auch der Königin nicht vorgelegt, sondern durch eine Art Vorkostersystem wie im Mittelalter schon vorher aussortiert.

Mir hatte der Kammerjäger damals einen hochattraktiven Lockstoff mitgebracht, der so giftig war, daß er schon in kleinen Mengen ein Kind hätte töten können. Ein Tropfen davon auf meinem Küchenboden bewirkte zwar, daß sich innerhalb von wenigen Minuten eine schwarze Traube von Ameisen im Durchmesser von ca. 50 cm um diesen Kleks scharte, ob aber etwas davon zur Königin gelangte, konnte ich leider nicht mehr feststellen, da ich vor Abschluß des Experiments die Wohnung wechselte.

Mein Problem war wahrscheinlich, daß sich bereits mehrere Ameisenstämme niedergelassen hatten, die nun friedlich nebeneinander lebten. Laut Kammerjäger sei das durchaus möglich, auch daß sich diese Stämme irgendwo draußen im Garten befänden und ihr Weg für die tägliche Nahrungs- und Materialsuche nur durch einen dummen Zufall mitten durch meine Dachgeschoßwohnung im 4. Stock führte. Das Haus hatte nicht einmal einen Aufzug.

Für mich bedeutete das:
  • einmal jährlich im Frühjahr einen massiven Ameisenbefall über mehrere Wochen
  • ca. 4 Wochen davon fliegende Ameisen in der gesamten Wohnung (auch im Bett)
  • Ärger mit dem Vermieter, der sich überhaupt nicht um mein Problem kümmerte
  • ungebetene Ratschläge meines Hausmeisters, der insgeheim argwöhnte, meine Wohnung sei einfach zu schmutzig
  • mehrmaliger Besuch des Kammerjägers als einziger Lichtblick (sehr netter Mensch!)
  • eine immer aufgeräumte Wohnung, da wirklich nichts Eßbares offen herumliegen durfte
  • täglich mehrmaliges Staubsaugen
  • kein Besuch in dieser Zeit
  • blankliegende Nerven
Klar, ich hätte gegenüber dem Vermieter gute Karten gehabt. Da er nach eigener Aussage schon vor meinem Einzug von der Problematik wußte, hätte ich sicherlich einiges an Schadenersatz für Umzug und Nutzungsausfall der Wohnung von ihm verlangen können. Ich hätte sicherlich auch durchsetzen können, daß die gesamte Wohnung aufgerissen, neu versiegelt und mit Gift überzogen wird.

Aber eigentlich wollte ich nur meine Ruhe haben.

Im Sommer des 2. Jahres lernte ich Daniel kennen. Danach schien es mir endgültig am besten, eine neue Wohnung zu suchen.

Gemeinsam mit Daniel.

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Sonntag, April 10, 2005

Krisenmanagement

Die Waschmaschine wäscht wieder ohne Pfützen zu bilden und die Herkunft der Ameisen konnten wir auch ausfindig machen: Unter einem Blumentopf, den ich vom Balkon hereingeholt hatte, hatte sich ein kleines Ameisenvolk eingenistet. Pech für sie, daß ich an Ameisen als Untermieter überhaupt nicht interessiert war. Wo sie schon einmal so nett zusammensaßen, kam daher unverzüglich die Heißwassermethode zum Einsatz.

Wären sie halt zu unserer Nachbarin gegangen!

Jedenfalls konnten wir uns anschließend ganz in Ruhe Star Wars (Teil V) widmen.

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Antwatching

Den heutigen Morgen habe ich mit einer sehr langweiligen Beschäftigung verbracht, dem Antwatching. Nachdem seit gestern immer wieder kleine Ameisen durch unser Wohnzimmer krabbeln und ich nicht nachvollziehen kann, wo sie herkommen, habe ich mich erst einmal vor unserem Wohnzimmerschrank postiert.

Nun mag das durchaus etwas befremdlich klingen. Gleich so panisch reagieren wegen ein paar Ameisen? Dazu muß ich erzählen, daß ich in Bezug auf Ameisen schwer traumatisiert bin. 2 1/2 Jahre lang teilte ich meine Wohnung in Stuttgart mit einem Ameisenstamm, der mit schöner Regelmäßigkeit jedes Frühjahr seine etwa 10 cm breite Straße durch meine Wohnung zog. Unter dem Kühlschrank hervor durch die Küche, rein ins Wohnzimmer an den Balkontüren entlang bis zur Decke hoch. Kein schöner Anblick, wenn man nach Hause kommt. Es half selten, in diesen Momenten an die zahlreichen gutgemeinten Ratschläge zu denken, die ich natürlich regelmäßig erhielt, wenn ich von meinem Ameisenproblem erzählte. Wer einmal fliegende Ameisen in der Wohnung hatte, wird vielleicht wissen, daß sie sich nur sehr ungern mit Backpulver bestreuen oder mit heißem Wasser übergießen lassen.

Im ersten Jahr war ich noch optimistisch, daß der hinzugezogene Kammerjäger das Problem beseitigen könnte. Im zweiten Jahr begrüßte er mich mit der Bemerkung, er hätte mit einem Wiedersehen gerechnet. Er konnte mir leider nicht wirklich helfen, der Ameisenschar Herr zu werden und so verbrachte ich auch das zweite Frühjahr mit ausgiebigen Putzaktionen. Meine damaligen Nachbarn dachten mit Sicherheit, ich leide an einer Putzneurose. Zumindest würde ich das von meinen Nachbarn denken, wenn sie regelmäßig mitten in der Nacht ihre Wohnung saugen würden.

Der Kammerjäger erzählte mir, daß er Paral nicht benutzen dürfe, das sei viel zu giftig. Nachdem ich damit im ersten Jahr noch fleißig meine Wohnung eingesprüht hatte, stellte ich im Folgejahr fest, daß Ameisen, die durch meine Küche liefen, oftmals nach 1-2 Metern plötzlich umfielen und tot liegenblieben. Bei Besuchen der Familie gewöhnte ich mir daraufhin an, meine kleine Nichte immer sehr aufmerksam zu beobachten, wenn sie durch meine Wohnung krabbelte.

Durch den Kammerjäger habe ich damals zwar einiges über Ameisen gelernt, aber da ich nie wirklich am Geruch von Ameisenurin interessiert war, kapitulierte ich nach 2 1/2 Jahren und zog aus meiner Wohnung aus. Es mag ja durchaus sein, daß Ameisen sehr nützliche Tiere sind, aber im Zusammenleben mit mir konnte ich das nicht bestätigen.

So, genug erzählt. Es ist Zeit, mich wieder auf meinen Beobachtungsposten zu begeben.

[Update]
Mehr über Ameisen habe ich hier geschrieben

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