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Freitag, Mai 04, 2007

Letzter Tag in Indien
Donnerstag, 21. Dezember 2006

Auch heute standen wir wieder zeitig auf und waren daher bereits um 9.00 Uhr unterwegs. Auf das wirklich kaum empfehlenswerte Frühstück im Hotel hatten wir diesmal verzichtet und uns stattdessen von einem muffeligen Kellner ein paar Muffins für unterwegs einpacken lassen.

Der Colaba Causeway wurde um diese Uhrzeit erst langsam wach, viele Geschäfte hatten noch zu, so auch das Inshalla Mashalla, wo wir mal vorbeischauen wollten. So bummelten wir gemütlich weiter zum Taj und kauften dort Tickets für Elephanta Islands. Wir kauften extra Deluxe Tickets zu einem höheren Preis, da sie eine geführte Tour beinhalten sollten. Das sollte sich später aber als falsche Aussage herausstellen, denn anschließend machte keiner mehr einen Unterschied zwischen den verschiedenen Tickets. Ich muß ehrlich sagen, dass ich noch nie so oft das Gefühl hatte, so offensichlich übers Ohr gehauen zu werden wie in Mumbai, aber auch wenn dieser unangenehme Eindruck irgendwo im Hinterkopf blieb, wollte ich mich nicht ärgern. Die Beträge sind aus unserer Sicht ja doch sehr überschaubar.

bildbeschreibung

Die ca. 1-stündige Fahrt nach Elephanta Island in einem alten Kahn bei schönem Wetter war sehr beschaulich. In meinem gesamten Indienurlaub waren mir bewusst vielleicht so 10 deutsche Touristen über den Weg gelaufen. Als wir gerade auf dem Boot Platz genommen hatten und noch einen Blick auf das Gateway of India und das Taj warfen, hörten wir uns gegenüber eine männliche Stimme in breitestem Schwäbisch: ?Hannelore, willsch Du noch a Foddo macha??

Auf Elephanta Island angekommen fielen gleich wieder alle möglichen Händler und Verkäufer über uns her: Alte Frauen, die extra zerbeulte Blechtöpfe auf dem Kopf balancierten, um von uns gegen Geld fotografiert zu werden, zahlreiche Straßenhändler, die an ihren reichbestückten Verkaufsständen jede Menge Tand und Nippes verkaufen wollten, Kinder, die sich als Guide für die Insel anboten ... nur unser eigentlich schon bezahlter Guide war nirgends zu sehen. Die Strecke bis zum Eingang der Höhlen fährt eine kleine Bahn, die dabei einen Höllenlärm macht und kaum schneller ist als zu Fuß. Den Hinweg liefen wir, da die Bahn schon voll war. Überall konnte man kleine Snacks kaufen, gegrillte Maiskolben, Nüsse oder Zuckerrübensaft, aber darauf verzichteten wir lieber. Zu den Höhlen selber ging es noch gut 100 Stufen bergauf. Dass die Touristen hier automatisch langsamer wurden, hatten findige Verkäufer wieder für ihre Zwecke ausgenutzt: Dicht an dicht standen die Verkaufsstände die gesamten Treppen hinauf, hier wurde wieder alles verkauft, was man braucht oder auch nicht.

bildbeschreibung

Oben angekommen schauten wir uns die 2500 Jahre alten Höhlen an. Leider hatten die Portugiesen einige der Skulpturen zerstört, da sie sie als Ziele für ihre Schießübungen genutzt hatten. Aber es war trotzdem noch einiges zu erkennen. Erstaunlich, was man schon vor so vielen Jahren mit einfachstem Werkzeug gebaut hatte. Um die Inseln herum tummelten sich jede Menge Affen, zahlreiche Hunde und auch viele Touristen.

Zurück fuhren wir mit der Bahn, unter anderem um all die lästigen Verkäufer und insbesondere die alten Frauen mit ihren Blechtöpfen abzuschütteln. An der Ablegestelle angekommen erwischten wir auch direkt ein Boot und konnten ohne Pause zurück nach Mumbai fahren. Die Rückfahrt habe dann nicht nur ich fast vollständig verschlafen.

Wieder auf dem Festland angekommen, schauten wir kurz im Cottage Industrie Emporium vorbei, kauften ein paar Kleinigkeiten für die Familie zuhause und staunten über das umständliche und bürokratische Verfahren, nach dem man jeden einzelnen Gegenstand bezahlen muß: Zuerst bringt man den gewählten Artikel dem zuständigen Verkäufer (und davon gab es einige, so dass man erstmal den richtigen ausfindig machen mußte). Dieser stellt den 1. Beleg aus und schickt einen an die zuständige Kasse zum Bezahlen. Dort sitzt der nächste Inder und trägt genau in ein Buch ein, was man gekauft hat und was es kostet. Der Eintrag wird ordentlich gestempelt und signiert. Um die jeweiligen Posten säuberlich voneinander zu trennen, unterstreicht er das ganze mit einem großen Lineal. Beleg Nr. 2 wird ebenfalls sehr ordentlich mit dem Lineal vom Schreibblock abgetrennt und gegen Bezahlung dem Kunden ausgehändigt. Der gekaufte und schon bezahlte Artikel wird aber noch nicht herausgegeben, da er ja noch verpackt und abgehakt werden muß. Dazu geht man an die Ausgabestelle, an der Inder Nr. 3 Päckchen sortiert und gegen Rückgabe des Belegs Nr. 2 auch aushändigt. Vorher prüft er aber genau, ob Beleg und seine Liste bzw. der Vermerk auf dem Paket auch übereinstimmen. Anschließend wird das ausgehändigte Paket von der Liste abgehakt.

Da Daniel und ich bei zwei verschiedenen Verkäufern einkauften, durchliefen wir diese Prozedur übrigens zweimal...

Am Wellington Circle wollten wir im Restaurant Khyber ein kleines Mittagessen einnehmen, was dann aber doch deutlich größer ausfiel, da die Portionen sehr reichhaltig waren. Das Essen war ausgesprochen lecker, es gab noch ein letztes Mal PomFred für mich, diesmal die orientalische Variante mit Joghurt-Minz-Soße, für Daniel ein unglaublich zartes Hähnchen.

Anschließend schlenderten wir die Mahatma Ghandi Road entlang, nein eigentlich ist schlendern nicht der richtige Ausdruck, denn es ist doch automatisch mehr ein Hetzen und Eilen und Sich-zwischendurch-schieben, die Stadt ist doch unglaublich trubelig. Die Straßen waren gesäumt von winzigen Geschäften, Buchläden verkauften jede Menge Bücher auf engstem Raum, dazwischen sah man auch mal einen Blumen-, Friseur- oder Computerladen, dazwischen konnte man immer wieder verschiedenste kleine Snacks kaufen, auf der Straße wurden Nüsse in einem Topf mit Kohle geröstet oder Zuckerrohr zu Saft gepresst. Ich schwanke ständig, ob mir dieses Treiben wirklich gefiel oder mich doch eher nervte.

Im Strand Bookstore stöberten wir ausgiebig nach günstigen Büchern und nahmen einiges an englischer Reiselektüre mit, einige Zeit verbrachten wir außerdem in The Bombay Store, einem schönen Laden, der alle möglichen Souvenirs verkauft, aber auch nicht mehr wirklich billig ist.

Und weiter ging es Richtung Norden zum Victoria Terminus, da wir uns den schönen Bahnhof mal von der Nähe ansehen wollten. Hier waren wirklich Massen von Menschen unterwegs, die hier rein- und rauswuselten, es war kaum durchzukommen. Da wir uns von außen gar nicht richtig vorstellen konnten, dass hier wirklich ein Bahnhof ist, warfen wir auch einen kurzen Blick in den Bahnhof hinein. An und für sich ist Victoria Terminus ähnlich aufgebaut wie jeder andere Bahnhof, ein Kopfbahnhof, an dessen Ende sich einige kleine Läden befinden, die Snacks und andere Dinge verkaufen, die man möglicherweise für die Reise braucht. Aber das Treiben war wirklich atemberaubend und die unglaublich alten Züge sahen nicht gerade vertrauenerweckend aus.

bildbeschreibung

Gleich neben dem Bahnhof befindet sich das prächtige Rathaus. Das ganze Viertel besteht noch aus sehr schönen, alten Gebäuden im viktorianischen Stil, die zum Großteil auch noch wirklich gut erhalten sind.

Auf dem Rückweg zum Hotel schauten wir noch kurz im Inshalla Mashalla vorbei, aber dieser Laden mit seinen tausend verschiedenen Düften raubte mir bereits beim Betreten komplett den Atem. Wie soll man bei diesem betäubenden Duft noch irgendeinen Geruch erkennen geschweige denn den passenden für sich selbst herausfinden? Ich hatte das Gefühl, meine Nase sei schlimmer verstopft als bei der ärgsten Erkältung und daher verließen wir den Laden nach wenigen Minuten wieder, ohne etwas zu kaufen.

Danach merkte ich doch, dass mir Hitze, Gedränge und Lärm ziemlich zu schaffen machten, ich war ehrlich ziemlich genervt und wollte eigentlich zurück ins Hotel, aber irgendwie doch nicht, da es ja unser letzter Tag in Indien war. Aber wahrscheinlich ist es genau dieses Gefühl, was für Mumbai so typisch ist: Es macht einen fertig, aber irgendwie lässt einen die Stadt doch nicht ganz unberührt. Mit diesem Gefühl machte ich mich mit Daniel zum Koffer packen auf den Weg zurück ins Hotel.

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Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zooomr (auf den folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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