Wieder LitCologneLetzten Sonntag ging die 7. LitCologne zu Ende und wir waren auch diesmal bei zahlreichen Veranstaltungen dabei. Insgesamt hat mir das Programm in diesem Jahr allerdings nur teilweise gefallen, vielleicht war auch unsere
Auswahl nicht so geglückt, manches war mir doch zu seicht und brachte mich höchstens mal zum Schmunzeln, gelegentlich aber auch zum Nachdenken.
Gut gefallen hat mir der erste Abend im
Museum Ludwig mit Daniel Richter und Diethmar Dath, deren intelligente und mit viel Witz geführte Diskussion mich sehr beeindruckte - wenn ich auch gestehen muß, dass ich nicht immer ganz folgen konnte, das Niveau des Gesprächs empfand ich schon als sehr anspruchsvoll. Ein schönes Zitat von
Diethmar Dath ist mir aber hängengeblieben:
Ich möchte das nicht als Witz verstanden wissen, sondern als politisches Apercu.
Seitdem überlege ich, wie ich ähnliche Aussagen in meinem Wortschatz unterbringen kann.
Die
Lesung aus dem
Tagebuch von Anna Politkovskaja und die Diskussionsbeiträge dazu regten mich zum Nachdenken an und die Kulturkirche bot dazu das passende Ambiente.
Das
kulinarische Quartett in der Flora diskutierte auch ohne Vincent Klink kurzweilig und amüsant über die
besten und die
schlechtesten Kochbücher und auch wenn mir die in kleinen Bechern ausgeteilte Kuttelnsuppe nicht gerade ausgezeichnet schmeckte, fühlte ich mich an diesem Abend doch sehr gut unterhalten.*
Aber schon die nächste Veranstaltung in der Kulturkirche - ein
Diaabend mit den Rattelschneck-Zeichnern Marcus Weimer und Olav Westphalen - fand ich wirklich enttäuschend. Die Technik funktionierte nur mäßig, so dass die Dias vielfach zu hell oder zu dunkel angezeigt wurden, und die Idee, Comics vorzulesen, erwies sich aus meiner Sicht nur bedingt als umsetzbar. In der Regel hatte ich die Bilder mit den zugehörigen Texten schneller erfaßt, als die beiden Zeichner sie vorlesen konnten. So verpuffte die Pointe regelmäßig und erzeugte daher bei mir meistens nur ein schwaches Lächeln. Das 'Live-Zeichnen' machte das aber wieder ein wenig wett.
Die
Lesung von
Philipp Tingler im Theaterhaus fand ich ganz nett. Mehr aber auch nicht.
Interessant war dagegen die Diskussion mit dem
dm-Gründer Götz W. Werner im Gürzenich, der '
Grundeinkommen für alle' forderte. Ob das
Modell wirklich praxistauglich ist ... ich kann es nicht einschätzen, aber
seine Thesen fand ich interessant und sie zeigen meines Erachtens, dass vieles davon abhängt, ob man ein positives oder negatives Menschenbild hat. Geht man davon aus, dass der Mensch von Grund auf faul ist, kann das Modell nicht funktionieren. Geht man davon aus, dass der Mensch grundsätzlich arbeiten will - vielleicht?
Auch hier ist mir ein schöner Ausspruch des Autors hängengeblieben:
Wenn man will, findet man Wege. Wenn man nicht will, findet man Gründe.
Über unseren letzten Abend kann ich nicht mehr viel erzählen. Ich glaube ich hatte genug Veranstaltungen für diese Woche, ich war hundemüde und begeistern konnten mich die Witze von
Eckhard Henscheid und Gerhard Polt in diesem Zustand leider überhaupt nicht mehr, so dass wir uns nach der Pause auf den Heimweg machten.
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* Und in der
Mayerschen wunderte sich die Verkäuferin am nächsten Tag, wieso plötzlich so viele Kunden nach
Harrys Bar Kochbuch fragten...
Labels: Event, Litcologne
// gebloggt von Dagmar @
18:49 |