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Samstag, März 31, 2007

Mit dem Scooter durch Goa
Samstag, 16. Dezember 2006

Für den heutigen Tag hatte uns Rinoo einen Scooter organisiert, damit wir noch etwas vom Hinterland von Goa sehen konnten. Meine letzte Fahrt mit einem Scooter war in der Tat schon 16 Jahre her, ich hatte auch nicht unbedingt viel Übung im Fahren und schon gar nicht mit zusätzlichem Ballast in Form von Daniel hinter mir.



Aber immerhin war es ein Scooter mit Automatikschaltung, dass machte die Sache etwas einfacher. Trotzdem bewegten wir uns anfangs kaum schneller als ein Fußgänger, aber mit der Zeit bekam ich etwas mehr Übung und dann klappte es auch super. Es war ein Heidenspaß so querfeldein durch Goa zu fahren, völlig fernab von den Touristenzentren. Wir wollten zuerst nach Fort Terakol und anschließend zum Paradise Beach, Rinoo hatte uns die Strecke genau erklärt. Irgendwann trafen wir auf dem Weg dorthin überhaupt keine anderen Touristen mehr, sondern nur noch die einheimische Bevölkerung. Viele Leute, an denen wir vorbeifuhren, riefen hello und winkten uns zu, insbesondere die Kinder. Manche von ihnen liefen sogar ein Stückchen mit uns mit, riefen uns hinterher und lachten, wenn wir sie letztendlich doch abhängten. Es war ein völlig anderes Gefühl, hier auf diesen Straßen mit dem Scooter zu fahren als mit dem Auto.

Trotz Rinoos Wegbeschreibung mußten wir unterwegs öfter nach dem Weg fragen, was aber kein Problem war. Die meisten Inder verstanden uns und zeigten uns direkt die Richtung, in die wir fahren sollten. Nur Frauen ließen sich nicht ansprechen, sondern gingen einfach weiter. Ich fragte mich, ob sie uns nicht verstanden oder ob es ihnen unangenehm war, von Fremden angesprochen zu werden. Vielleicht gehörte es sich auch einfach nicht, daher hielten wir uns lieber wieder an die männliche Bevölkerung.

Das Hinterland von Goa ist wirklich bezaubernd und sieht ganz anders aus als alles, was wir bisher gesehen hatten. Die Landschaft ist sehr urtümlich, man sieht viele winzige Hütten und dazwischen immer wieder Seen und ab und zu im Vergleich zu Kerala sehr kleine Reisfelder. Manche Straßen waren in einem unglaublich schlechten Zustand, nicht nur unaspaltiert, sondern auch mit riesigen Schlaglöchern versehen. Hier war das Fahren mit dem Scooter wirklich kein Spaß und mit meinen Kontaktlinsen machte mir auch der Staub sehr zu schaffen. Aber die meiste Zeit empfand ich das Fahren unheimlich unbeschwert, was sicher auch daran lag, dass wir weder Helm noch Schutzkleidung trugen und es für uns auch keine wirklich erkennbaren Verkehrsregeln gab. Kein Vergleich zum Fahren in Deutschland.



Mit der Fähre setzten wir nach Fort Terekol über. Fort Terekol liegt ganz oben auf einem Berg, von dem man eine grandiose Aussicht auf das Meer hat. In dem Fort befindet sich auch ein schönes Hotel und laut Rinoo servieren sie dort tollen Icetea. Den haben wir allerdings nicht ausprobiert, wir wollten lieber zum Paradise Beach weiterfahren.

Nach mehrmaligem Nachfragen kamen wir auch endlich dort an, fast hatten wir schon nicht mehr damit gerechnet, den Strand wirklich zu finden. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir schon viel früher zum Meer hätten abbiegen können - offensichtlich hatten wir die Wegbeschreibungen der Inder nicht immer richtig verstanden. Der Strand ist unheimlich lang und völlig touristenfrei. Insgesamt war kaum eine Menschenseele an diesem Strand unterwegs, lediglich in der Ferne sahen wir ein paar Inderinnen mit ihren Kindern. Ich musste unwillkürlich an Maspalamos auf Gran Canaria denken. Was für ein Unterschied.

bildbeschreibung


Nachdem wir eine Weile die Ruhe und Einsamkeit am Paradise Beach genossen hatten, ging es weiter. Richtig viel Benzin hatten wir nicht im Tank und auch wenn Rinoo gesagt hatte, dass uns zwei Liter locker für den ganzen Tag ausreichen, war uns doch nicht ganz wohl, mit fast leerem Tank durch so weitab gelegene Gegenden zu fahren. So machten wir uns auf die Suche nach einer Tankstelle. Irgendwie mussten ja auch die ganzen anderen Motorräder, Scooter und Tuk Tuks an Benzin kommen. Eine Tankstelle konnten wir allerdings nirgendwo entdecken. Ein Mann, den wir daraufhin ansprachen, erklärte uns, dass der eine oder andere Laden in dem Dorf um die Ecke Benzin verkaufen würde. Also fragten wir uns durch und fuhren dabei mit unserem Scooter mitten durch die engen, mit Fußgängern, Tuk Tuks und anderen Zweirädern vollgestopften Straßen. Es war schon ein ungewöhnliches Gefühl, hier mitten durch zu fahren, aber alle Leute, mit denen wir sprachen, waren ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Schließlich hatten wir uns bis zu besagtem Laden durchgefragt, erkannt hätten wir ihn nicht, denn er sah nicht annähernd wie eine Tankstelle aus, genau gesagt noch nicht einmal wie ein Geschäft, in dem man überhaupt etwas einkaufen kann. Aber dort bekamen wir einen Liter Benzin aus einer Plastikflasche, der Inhalt sah aus wie Lipton Icetea, den uns der Verkäufer in den Tank füllte, 50 Rupien dafür und schon konnten wir weiterfahren, wieder zurück ins Hotel.

Anschließend wollten wir mit der Fähre wieder auf die andere Seite des Flusses übersetzen. Teilweise trafen wir an der Anlegestelle wieder die gleichen Leute wie auf der Hinfahrt. Schon auf der Hinfahrt war mir ein Scooterfahrer aufgefallen, der neben seinem Beifahrer noch zwei Hunde dabei hatte. Wie sich die Hunde dabei auf dem Scooter hielten, war mir ein Rätsel. Aber als wenn das noch nicht genug wäre, transportierte er auf dem Rückweg noch zwei zusammengebundene Schweine auf dem Trittbrett. Dieser Aufzug verursachte allerdings einigen Aufruhr bei den zahlreichen Hunden, die an der Fähranlegestelle herumstreunten. Mit wütendem Gebell rannten sie den Hang hinauf, um dort den Scooterfahrer abzufangen und ihm mit anhaltend wütendem Gebell hinterherzujagen.

bildbeschreibung



Wieder in der Villa angekommen, entschieden wir uns nach einer kurzen Pause, die Fahrt mit dem Scooter noch eine Weile fortzusetzen und unser Mittagessen im Restaurant La Plage einzunehmen. Rinoo hatte uns dieses französische Fischrestaurant mehrmals ans Herz gelegt und in der Tat war das Essen auch sehr gut. In zwei Wochen in Indien hatte ich bereits soviel Fisch gegessen wie in all den letzten Jahren nicht. Aber langsam gewöhnte ich mich daran, denn der Fisch war immer frisch und sehr lecker.

Nach einer kurzen Lesepause im Hotel packten wir schweren Herzens unsere Sachen zusammen. Abends wollten wir uns Ingos Nightmarket ansehen, der mich allerdings nicht sehr beeindruckt hat: Sehr viel touristischer Nepp mit deutlich überhöhten Preisen und sehr aufdringlichen Händlern.

bildbeschreibung


Am Eingang bot einer der Händler Daniel ein Holzsspiel an, das Daniel aber nicht brauchte. Nach mehrmaligem erfolglosen Anbieten hatte das auch der Händler verstanden und schwenkte daher kommentarlos auf seine Briefmarkensammlung um. Aber auch dafür zeigte Daniel kein Interesse, so dass der Händler letztendlich noch ein kleines Kamasutra hervorzog.

Diese Verkaufsstrategie hat mich schon fast wieder amüsiert.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zooomr (auf den folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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