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Mittwoch, März 07, 2007

In der Villa Rivercat
Mittwoch, 13. Dezember 2006

Am frühen Morgen wurde ich von Meeresrauschen und Vogelzwitschern aufgeweckt. Es war noch nicht richtig hell, die Sonne ging gerade erst auf. Wir hatten ein wirklich schönes Zimmer im obersten Stock der Villa Rivercat, direkt vor der Balkontüre raschelten leise die Kokospalmen.


Nach einer endlich mal wieder ausgiebigen Dusche spazierten Daniel und ich ein wenig ums Haus herum und weiter ins Dorf*, kauften in dem kleinen Supermarkt Getränke ein und verschickten im nebenan gelegenen Internetcafé ein paar Mails an die Verwandschaft zuhause. Anschließend wanderten wir lange am Meer an einem schönen Sandstrand entlang, der im Hintergrund mit Kokospalmen gesäumt war. Dort waren viele winzige Krebse unterwegs, die ganz hektisch auseinanderspritzen, wenn man ihnen zu nahe kam. Der Sand war stellenweise wirklich mit kleinen Krebslöchern übersät und teilweise konnten wir sehen, wie sich die Krebse auch dichter am Wasser blitzschnell im Sand eingruben.


Rinoo hatte uns das nahegelegene Fischrestaurant 'La Plage' empfohlen, das wollten wir uns mal ansehen. Allerdings hatten wir nicht genügend Geld dabei und wegen eines Stromausfalls waren auch nicht alle Gerichte verfügbar (vielleicht waren in dem Moment auch nicht alle zu empfehlen). Rinoo hatte uns erzählt, dass einige seiner Gäste üble Lebensmittelvergiftungen inklusive Krankenhausaufenthalt gehabt hätten, da das Essen am Strand schlechter geworden sei. Gerade die billigen Stände benutzten häufig altes, schlechtes Öl, das Eis in den Getränken wäre aus Leitungswasser gemacht und der Fisch sei teilweise verdorben und ungenießbar. So verließen wir uns lieber auf Rinoos Empfehlungen, denn auf eine Lebensmittelvergiftung waren wir wirklich nicht scharf.

Die Sonne schien herrlich und mir fiel auf, dass einige ausländische Touristen mit kleinen Kindern unterwegs waren. Für Kinder mußte dieser Strand das reinste Paradies sein.

bildbeschreibung

Nachdem es nun mit dem Essen im 'La Plage' diesmal nicht geklappt hatte, gab es wieder ein leckeres, frisch zubereitetes Mittagessen in der Villa. Anschließend ging es ab in den Garten zum Lesen und Relaxen. Nachdem ich einige Mühe hatte, zwischen all den zur Verfügung stehenden Liegeplätzen den mir angenehmsten herauszufinden schlief ich letztendlich in der großen Hängematte tief und fest ein und fühlte mich anschließend deutlich fitter als vorher. Am frühen Abend beschlossen wir, uns den Sonnenuntergang vom Strand aus anzuschauen - ein wirklich schönes Schauspiel und ich genoß die ausgesprochen friedliche Stimmung hier.

bildbeschreibung

In der Villa Rivercat waren mittlerweile indische Gäste eingetroffen, die meiner Meinung nach hier gar nicht so recht hinpassten. Rinoo erzählte uns später, dass offensichtlich der Sohn übers Internet die Zimmer für die Familie gebucht hätte, aber alle etwas völlig anderes erwartet hätten. Rinoo schien sich darüber sehr zu amüsieren. Die Gäste wollten unbedingt Zimmer im 5. Stock, den es in der Villa aber gar nicht gibt. Rinoo erzählte uns auch, dass es Inder immer laut und hektisch haben möchten, doch dafür war die Villa natürlich der völlig falsche Ort. Die indischen Gäste wollten natürlich auch viel schärferes Essen, aber in der Villa Rivercat ist man da eher auf europäische Touristen eingestellt und kocht nicht so scharf. Da die Gäste auch eine gehbehinderte Frau ohne Beine dabei hatten, war der nicht vorhandene Fahrstuhl allerdings wirklich ein Problem. Die Frau hatte keinen Rollstuhl, sondern bewegte sich auf dem Boden mit den Armen vorwärts. Das war in der Tat ein sehr ungewöhnlicher Anblick, mir kam sie vor wie ein Hund. Zu allem Überfluß gab es im Gegensatz zu einem großen Ressort auch keinen Pool. Rinoo meinte:
'Das ist der Nachteil des Internets - man weiß nicht, wer da bucht.'
Abends gab es frischen Pomfret zum Dinner, der ausgezeichnet schmeckte und mit einer kleinen brennenden Kerze sehr hübsch dekoriert war. Zum Nachtisch gab es eine Art frittierte Bananen, die wir in ähnlicher Form schon auf dem Hausboot gegessen hatten. Nach dem Essen gesellte sich Rinoo zu uns und unterhielt sich eine ganze Weile mit uns. Ich war sehr angetan von diesem Mann, der genauso war wie ihn mir Daniel letztes Jahr bei seinem ersten Besuch geschildert hatte.

Schließlich gingen Daniel und ich auf unser Zimmer. Auf dem Schreibtisch stand ein kleiner Elefant aus Stein und daneben saß ein Frosch, der uns beiden bisher noch gar nicht aufgefallen war. Während Daniel überlegte, ob der Frosch echt sei, war ich mir sehr sicher, dass wir ihn bisher nur noch nie beachtet hatten. Immerhin stehen in der Villa ja allerhand Steinfiguren herum. Etwas verunsichert war ich aber doch, so dass ich den Frosch eine Weile beobachtete. Als er sich schließlich doch bewegte, war die Sache klar: Eine Steinfigur war das nicht. Mit einem echten Frosch wollten wir aber nur ungern das Zimmer teilen, also bat ich daraufhin Rinoo und Mary um Rat. Beide lachten und Mary kam uns mit einer Zeitung zu Hilfe. Aus sicherer Entfernung beobachtete Daniel unsere etwas ungeschickten Versuche, den Frosch mit einer Zeitung dingfest zu machen. Doch so leicht wollte der sich nicht einfangen lassen. Stattdessen warf er sich lieber Daniel mit einem beherzten Sprung an die Brust, worauf dieser erst einmal bis auf weiteres mental außer Gefecht gesetzt war. Nach noch ein paar weiteren wilden Sprüngen durch unser Zimmer gelang es Mary und mir schließlich, den an der Gardine hängenden Frosch aus dem Fenster zu schubsen. Mit einem gewagten Hechtsprung hopste dieser über das Balkongeländer, worauf Mary mit ihrem gediegenen britischen Akzent ganz trocken meinte:
'Goodbye froggy. I think you jumped a little bit too far.'
---
* Dorf ist eigentlich schon zuviel für die Ansammlung von ein paar winzigen Geschäften und ein paar Hotels.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zooomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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