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Sonntag, Februar 18, 2007

Ein Tag im Green Magic Resort
Montag, 11. Dezember 2006

Die Geräuschkulisse nachts im Green Magic Resort war einfach unglaublich. Das Rauschen des Baches war ohrenbetäubend, dazu kamen noch die Zikaden, deren Zirpen schlagartig bei Tagesanbruch einsetzte, als hätte sie jemand mit einem Schalter aktiviert. Während Daniel noch fest schlief, hörte ich am frühen Morgen schon Affen kreischen, zahlreiche Vögel zwitschern und dazu noch die Geräusche anderer Tiere, die ich nicht kannte.

Ausgeschlafen und bei Tageslicht sah am nächsten Tag alles schon wieder ganz anders aus als am Abend davor. Die Sonne schien, der Bach rauschte, die Vögel zwitscherten und ich hatte trotz der Kälte einigermaßen gut geschlafen.

Die Lage des Resorts war einmalig, grün soweit das Auge reichte, fernab von jeglicher Zivilisation. Andere Häuser oder gar ein Dorf waren weit und breit nicht zu sehen. Stattdessen konnten wir Giant Squirrels beobachten, die von Baum zu Baum hüpften. Der Himmel war strahlend blau und das Personal sehr freundlich.

Aber nichtsdestotrotz - ich bin ein verweichlichter Städter und freute mich daher sehr über die beiden amerikanischen Touristen aus Philadelphia. Mir schienen Tara und Mike in diesem Moment Gleichgesinnte, vielleicht sogar Leidensgenossen, mit denen ich mein mulmiges Gefühl teilen wollte, das mich seit unserer Ankunft am Vortag nicht gänzlich verlassen hatte. Oder von denen ich mir einfach nur Verständnis erhoffte. Hätten die Bus- und Taxifahrer nicht gestreikt, wären die Zwei schon einen Tag früher abgereist. Sie bewohnten das 2. Baumhaus, ca. 10 Minuten Fußmarsch vom Haupthaus entfernt. Als ich sie fragte, ob man die Strecke zu Fuß laufen könnte, bejahten sie das. Man müsse nur gut aufpassen wegen der vielen Blutegel, die im Gras unterwegs seien, und unbedingt feste Schuhe tragen. Tara erzählte uns außerdem, dass sie bereits ein Blutegel am Knie erwischt hätte.

Wie eklig!

Während Tara erzählte und uns ihren Biß zeigte, erblickte ich einen dicken Blutegel, der langsam und schwerfällig direkt vor mir über die Terrasse robbte und dachte so bei mir:
Der ist aber ganz schön fett...!
Just in dem Moment bemerkte ich meinen blutenden Fuß und stellte mit blankem Entsetzen fest, dass sich dieses wiederliche Vieh offensichtlich an meinem Zeh verköstigt hatte. Ich dachte in dem Moment nicht daran, dass sich mein Fuß vielleicht irgendwie entzünden könnte, es tat auch nicht weh, im Gegenteil, ich hatte von dem Biß überhaupt nichts mitbekommen. Aber ich fand die Tatsache so unglaublich ekelhaft, dass sich ein Blutegel an meinem Zeh festgesaugt und dass ich das noch nicht einmal bemerkt hatte. Meine Stimmung sank wieder rapide in den Keller. In diesem Moment wollte ich nur noch nach Hause in mein warmes, kuscheliges Bett, um mir dort die Decke über den Kopf zu ziehen.

bildbeschreibung

Stattdessen saß ich im indischen Niemandsland mit einem blutenden Fuß und einem betrunkenen Blutegel, der gemächlich davontorkelte, bis ihn Daniel von der Veranda kickte. Aber Tara beruhigte mich, ein solcher Biß sei gar nicht schlimm, sondern einfach nur eklig. Und allein die Tatsache, dass sie und ihr Mann (immerhin ein Arzt) genauso paranoid reagierten wie wir, beruhigte mich wieder ein wenig. Ich hatte das Gefühl, dass wenigstens die beiden nachvollziehen konnten, wie es mir ging. Mir fehlte vielleicht nur ein wenig die amerikanische Leichtigkeit.

Für eine Nacht hatte auch ein Mitarbeiter eines indischen Reiseveranstalters aus Mumbai im Baumhaus übernachtet (das wir ja gekündigt hatten, sonst hätte er über uns im 2. Stock schlafen müssen). Der Hotelmanager wollte ihm die gesamte Anlage zeigen und nahm uns und die beiden Amerikaner gleich mit. Die Anlage war deutlich größer als ich gedacht hatte. Es gehörten noch mehrere sehr hübsche Häuschen dazu, allerdings schien allem hier die Feuchtigkeit des Dschungels ziemlich zu schaffen zu machen. Von einem der Häuschen hatte man eine geradezu grandiose Sicht ins Tal. Diese Seite des Hauses bestand aus einer riesigen Fensterfront, die sich vollständig öffnen ließ. So bot sich einem ein herrlicher Blick hinab ins Tal und der Dschungel lag direkt vor der Tür.

Wir fuhren den Vormittag über alle zusammen mit dem Jeep über die holprige Straße von Haus zu Haus und ich fand es sehr angenehm und amüsant, in der Zeit mit den Amerikanern zu plaudern, die von ähnlichen Erlebnissen berichteten wie wir. Die Landschaft war atemberaubend, wir sahen einen Stsmm wilder Bienen, Orchideen wuchsen wie Unkraut einfach so am Baum. Es war kaum zu glauben, wenn man nur daran denkt, wie sie bei uns gehätschelt werden müssen, damit sie blühen.

Vorsorglich hatten wir uns für diesen Ausflug wegen der vielen Blutegel eigene Anti-Leech-Socken gebastelt.

bildbeschreibung

Zum Schluß wollten Tara und Mike uns und dem Mann von der Reiseagentur noch das Baumhaus zeigen, in dem sie übernachtet hatten. Ich war mir nachher nicht sicher, was ich wirklich schlimmer gefunden hätte: Unseren Lift, auf den wir nur bedingt Einfluß hatten oder die schaukelnde Hängebrücke, die zu dem 2. Baumhaus führte und die man natürlich auch im Stockfinstern überqueren mußte. Dieses Baumhaus war noch deutlich abgeschiedener als unseres, bei dem ich trotzdem schon das Gefühl gehabt hatte, wir seien ganz allein auf der Welt. Die beiden Amerikaner beschlossen ebenfalls, die letzte Nacht in einem der Häuschen am Boden zu verbringen und hofften, dass am nächsten Tag auch der Streik wieder vorbei sein würde.

bildbeschreibung

Den Rest des Tages verbrachten wir in erster Linie lesend auf der Veranda. Der Ausblick, den wir dabei in das grüne Tal hatten, war unheimlich schön. Abends veranstalteten unsere Gastgeber für uns vier Gäste ein Candlelightdinner auf der Veranda, bei dem alle elektrischen Lichter ausgeschaltet und stattdessen jede Menge Kerzen und Öllampen auf der gesamten Veranda verteilt wurden. So wurde es ein wirklich schöner Abend, an dem wir uns sehr nett mit den Amerikanern unterhalten konnten. Die beiden entsprachen übrigens überhaupt nicht den Klischeeamerikanern, die ich bisher in der Regel kennengelernt hatte, aber die trifft man wahrscheinlich auch nicht unbedingt im indischen Dschungel.

Da wir sehr früh in der Nacht aufstehen mussten, um in Calicut unseren Flug zu erreichen (3.30 Uhr), gingen Daniel und ich recht zeitig zu Bett und verbrachten eine weitere Nacht in klammen Laken.

Letztendlich kam ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass mir der Tag im Green Magic Resort sehr gut gefallen hatte, die beiden Nächte allerdings weniger. Insgesamt war es eine interessante Erfahrung für mich und ich würde das Resort auch durchaus weiterempfehlen. Allerdings denke ich auch, dass man etwas besser vorbereitet sein sollte, als wir das waren und in etwa wissen sollte, was einen hier erwartet.

Denn ein normales Hotel ist das Green Magic Resort ganz sicher nicht.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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