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Montag, Februar 19, 2007

Auf dem Weg ins Paradies
Dienstag, 12. Dezember 2006

Als mitten in der Nacht unser Weg klingelte, war der Generator noch nicht eingeschalten, so dass wir uns zunächst im Schein von Taschenlampen und Kerzen ankleiden mußten. Ich war ja noch ein wenig skeptisch, ob mit dem Fahren alles so klappen würde, wie wir es am Vortag mit dem Manager abgesprochen hatten und ob Sabu wirklich unten an der Straße auf uns warten würde. Aber pünktlich um 3.30 Uhr sprang der Generator an und alle fünf Mann des Hotels waren wach. Zwei von ihnen, um unser Gepäck zum Auto zu tragen, zwei um uns ins Tal zu fahren und der Manager selber, um uns zu verabschieden. Alles klappte reibungslos. Die Fahrt im Dunkeln ins Tal war wieder spektakulär und ich überlegte, ob diesmal bergrunter statt dem Getriebe vielleicht die Bremse versagen würde. Wir erreichten aber ohne irgendwelche Zwischenfälle um 4.30 Uhr die verabredete Stelle, wo der gute Sabu bereits auf uns wartete. Er war mindestens genauso müde wie wir und auch das Fahren im Dunkeln offensichtlich nicht gewohnt, was man seinem Fahrstil anmerken konnte. Er fuhr deutlich langsamer als sonst, die Hupe kam im Dunkeln allerdings genauso oft zum Einsatz wie tagsüber.

bildbeschreibung

Ich war überrascht, wie viel hier auf dem Land um diese frühe Uhrzeit schon los war. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass es überall noch dunkel und daher alles noch ganz ruhig ist. Aber es waren zahlreiche Busse und auch schon etliche Fußgänger unterwegs. Als wir nach langer Fahrt endlich den winzigen Flughafen von Calicut erreichten, war es bereits hell.

Am Flughafen wurde uns mitgeteilt, dass unser Gepäck nicht bis Goa durchgecheckt werden könne, sondern dass wir es in Mumbai abholen und noch mal neu einchecken müssten. Außerdem müssten wir dort vom internationalen zum nationalen Flughafen wechseln. So etwas Blödes war mir noch selten beim Fliegen passiert und dieser Umweg kostete uns natürlich deutlich mehr Zeit als geplant.

Einigermaßen pünktlich erreichten wir den internationalen Flughafen von Mumbai. Der Flughafen war aus meiner Sicht eine Katastrophe: Völlig unübersichtlich, es gab kaum vernünftige Wegbeschreibungen und die, die wir fanden, waren auch noch falsch. Zwar standen überall Securityleute herum, die die Passagiere weiterleiteten, aber das trug eher zum allgemeinen Durcheinander bei als das es half und daher wußten wir schließlich überhaupt nicht mehr, wo wir eigentlich hinsollten. So standen wir schließlich am entgegengesetzten Ende des Flughafens am völlig verkehrten Gepäckband und lediglich ein sehr wütend schimpfender Inder* machte uns mit seinem Gezeter gegenüber einem Flughafenmitarbeiter darauf aufmerksam, dass auch wir hier völlig falsch waren. Während uns langsam die Zeit davonlief, machten wir uns also eiligst auf zum entgegengesetzten Ende des Flughafens. Unser Gepäck stand bereits da, an dem kostenlosen Bustransfer zum nationalen Flughafen hatte sich allerdings schon eine lange Schlange gebildet.

Als der nächste Shuttle endlich eintraf, war der Bus voll bevor wir überhaupt einsteigen konnten, so dass wir weiter warten mussten. Als wir nach langem Warten doch noch endlich am richtigen Flughafen ankamen, flitzten wir sofort los, um Gepäckabgabe und Securitycheck zu erledigen, bis uns der Mann bei der Gepäckabgabe sagte, dass unser Flug sowieso eine Stunde Verspätung hätte. Aus der einen Stunde wurden schließlich vier, die wir somit auf dem Mumbaier Flughafen verbrachten. Aufgrund starken Nebels über Delhi hatten sämtliche Maschinen von und nach Delhi starke Verspätung bzw. konnten nicht starten oder landen.

bildbeschreibung

Die vier Stunden am Mumbaier Flughafen waren so ziemlich das Nervigste, was uns in diesem Urlaub passiert ist. Es war unglaublich laut, ein Geschrei und Gedränge, überall klingelten Mobiltelefone, die anderen Passagiere riefen durch die Gegend, fuchtelten und gestikulierten wild mit den Händen, Kinder schrien ohrenbetäubend, so dass ich mich kaum auf mein Buch konzentrieren konnte. Immerhin hatten wir zwei der knappen Sitzplätze im Wartesaal ergattert und mußten wenigstens nicht stehen oder auf dem schmutzigen Boden sitzen. Zwischendurch fiel immer wieder der Strom aus und die Anzeigetafel mit den Flugzeiten war für eine ganze Weile überhaupt nicht mehr funktionsfähig.

Richtig los ging das Gedränge, als gleichzeitig mit unserer Maschine der Securitycheck für zwei weitere Maschinen begann. Beim Securitycheck waren Frauen und Männer immer hübsch gedrängt und ich konnte es kaum fassen, wie rücksichtslos sich die indischen Frauen vordrängelten. Ich hatte schon Sorge, mir könnte mein Rucksack abhanden kommen, der den Securitycheck deutlich schneller passierte als ich.

Aber endlich saßen wir im Flugzeug nach Goa und konnten erleichtert aufatmen. Als wir in Goa ankamen, hatte ich den Eindruck, eine völlig andere Welt zu betreten. Auf dem Flughafen waren diesmal die nichtindischen Touristen deutlich in der Überzahl. Der Flughafen war klein und übersichtlich und während ich mit unserem Gepäck auf Daniel wartete, der ein Taxi organisieren wollte, erschien mir das Treiben um mich herum wie ein wildgewordener Hühnerhaufen. Der kleine Flughafenshuttle hatte vorne auf der Ablage eine Art Hausaltar liebevoll dekoriert mit Ganesha und Jesus in friedlicher Koexistenz neben einem glimmenden Räucherstäbchen, das das gesamte Taxi in eine esoterische Rauchwolke einhüllte.

Schon auf der etwa 1 ½ stündigen Fahrt zu unserem Hotel fiel mir auf, dass hier in Goa alles völlig anders war als Kerala. Auf den Straßen ging es deutlich trubeliger zu. Trotz der Dunkelheit herrschte überall noch lebhaftes Treiben und zahlreiche junge Leute waren noch mit Motorrädern oder -rollern unterwegs. In Kerala dagegen war es in der Regel mit Einbruch der Dunkelheit überall sehr still geworden. Landleben eben.

Nach der langen Reise war ich sehr froh, als wir endlich die Villa Rivercat erreichten, in der Daniel schon im Vorjahr ein paar schöne Tage verbracht hatte. Als ich das mit Lampions und Kerzen beleuchtete Haus inmitten lauter Kokospalmen betrat, kam ich mir vor wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Der Anblick war bezaubernd und die Villa erschien mir wie eine Oase der Ruhe und Entspannung. Von Rinoo, dem Hotelbesitzer, und seiner Lebensgefährtin Mary wurden wir sehr freundlich begrüßt.

Den Rest des Abends verbrachten wir auf der wunderschönen Terrasse bei Kerzenlicht, es gab noch ein leckeres Abendessen mit Apfel- und Zitronenquarkkuchen zum Nachtisch. Eine von Rinoos zahlreichen kleinen Katze war direkt neben uns nach einer ausgiebigen Katzenwäsche tief und fest eingeschlafen. Rinoo selber setzte sich später noch für einen Moment zu uns und erzählte von der dänischen Hochzeit, die er im Vorjahr in der Villa ausgerichtet hatte. Während wir uns unterhielten, streunten seine Hunde und Katzen zum ersten Kennenlernen an uns vorbei. Alles wirkte unheimlich friedlich und ruhig.

Erst spät gingen wir zu Bett. In der Nacht konnten wir das Meer hinter der Villa rauschen hören. Ab und zu bellte leise ein Hund.

Ich hatte das Gefühl, ich war im Paradies angekommen.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zooomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).
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* Übrigens der erste und einzige, den ich während unseres Urlaubs zu Gesicht bekam.

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