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Donnerstag, Januar 04, 2007

Nach Allepey zum Hausboot
Dienstag, 05. Dezember 2006

Sabu, unser Fahrer, holte uns morgens um 10.00 Uhr am Hotel ab. Während er wieder sehr pünktlich war, schafften wir es erneut, uns ordentlich zu verspäten und zerstörten damit wahrscheinlich endgültig das Bild von der deutschen Pünktlichkeit.

Auf der Autofahrt nach Allepey hielt Sabu zum Tanken an einer Tankstelle. Benzin fand ich verhältnismäßig teuer und etwas irritiert war ich, dass Sabu nach dem Tanken das Auto mehrmals ordentlich durchschüttelte. Auf meine Frage hin erläuterte er mir, dass so mehr Benzin in den Tank passen würde. Hmm. Entgegen der mir bekannten Autos befindet sich im Ambassador die Tanköffnung hinten im Kofferraum. Vermutlich hält das besser davon ab, den Tankinhalt abzusaugen. Danach fragen wollte ich ehrlich gesagt nicht mehr.

bildbeschreibung

bildbeschreibung

In Allepey bestiegen wir unser Hausboot. Mir kam unser Urlaub bisher schon sehr unwirklich vor, was sicherlich daran lag, dass es mein 1. Indienaufenthalt war. Die Fahrt auf dem Hausboot hatte aber geradezu etwas Surreales für mich.


Das Boot war wirklich mit allem ausgestattet, was man sich so vorstellen kann, das Bad gefliest mit einem beleuchteten Waschbecken, in unserer großzügigen Kabine stand ein Doppelbett mit Moskitonetz, Fensterscheiben gab es keine, so dass man das Rauschen des Wassers hören konnte, während man im Bett lag.

bildbeschreibung

Auf dem Boot selber wurden wir beide mit einer frisch aufgeschlagenen Kokosnuss begrüßt. Unser Hausboot war definitiv eins der schönsten auf den gesamten Backwaters und als eines der ganz wenigen Boote mit einem Oberdeck ausgestattet. Dort standen zwei Liegestühle, die wir natürlich sofort in Beschlag nahmen. Unsere Crew bestand aus dem Reiseleiter Valentine, einem Koch (der sich immer ausgesprochen darüber freute, dass uns sein Essen so gut schmeckte) und zwei Steuerleuten. Ausser Valentine hielt sich die Crew insgesamt eher im Hintergrund, aber alle waren unheimlich freundlich zu uns.

Später stieg noch eine weitere deutsche Touristin hinzu, die die nächsten Tage mit uns auf dem Boot verbringen sollte. Als sie uns ihren Namen nannte, verstanden wir beide Fatima, richtig war wohl Martina, aber da sie sich in mancher Hinsicht indischer benahm als mancher echte Inder, blieb es für uns bei Fatima. Als allererstes machte sie uns darauf aufmerksam, dass sie das Essen lieber mit der Hand ißt. Denn von einem Bananenblatt mit Besteck essen?
'Das krieg ich jetzt echt nicht hin.'
Wir schon.

bildbeschreibung

Während unserer Fahrt veränderte sich die Landschaft eigentlich ständig. Mal fuhren wir an Reisplantagen vorbei, mal wurden die Backwaters schmaler, dann wieder breit wie ein großer Strom, mal war das Ufer dicht von Palmen gesäumt und anschließend hatte man weiten Blick ins Hinterland. Immer wieder sahen wir winkende Kinder, andere Hausboote, die Landschaft war bizarr und exotisch zugleich, wie ich es bisher nur von Bildern und vom Fernsehen her kenne. Manchmal kamen wir auch an kleineren oder größeren Entenansammlungen im Wasser vorbei. Hierbei handelte es sich um Entenfarmen, außerdem sah man immer wieder Ziegen oder Kühe. Alles hier wirkte ausgesprochen ländlich und friedlich.

Inmitten der Idylle erinnerte mich lediglich das ab zu ertönende Handyklingeln an schlechte Jambawerbung.

Einmal sahen wir wie ein Mann am Ufer auf seinem Fahrrad entlang fuhr, der in regelmäßigen Abständen immer 'hooo' rief. Valentine erzählte uns, dass es sich dabei um einen Fischverkäufer handelte, der Fisch verkaufen wollte. So direkt am Wasser war er offensichtlich nicht besonders erfolgreich, da es für die meisten wahrscheinlich einfacher und günstiger war, ihren eigenen Fisch direkt vor der Haustüre zu fangen.

Das Flussufer war rechts und links gesäumt von Kokos- und Bananenpalmen, dazwischen kleine Häuschen, Frauen, die ihre Wäsche im Fluss wuschen, Kinder tollten am Ufer entlang, ab und zu hörte man Hundegebell oder das Schnattern von Enten. Hin und wieder konnte man sehen, wie sich jemand im Fluß die Zähne putzte und immer wieder konnte man Fischer beim Angeln oder bei der Muschelsuche beobachten. Ansonsten hörte man nur das leise Motorgeräusch der Hausboote und ab und zu mal ein kleines Motorboot vorbeiziehen.

bildbeschreibung

Zur Mittagszeit bzw. genauer während des Essens lag unser Boot immer vor Anker, so daß der Koch das Essen zubereiten und anschließend in Ruhe gegessen werden konnte - zunächst die Gäste und danach die Crew. Ich fragte mich, ob sie für sich separat kochten oder unsere Reste bekamen. Essen gab es reichlich, immer wieder auf einem Bananenblatt serviert, fast immer war Fisch dabei, den unser Koch frisch auf einem der umliegenden Märkte eingekauft hatte, außerdem viel Gemüse und den typischen Keralareis (deutlich dicker und bissfester als der mir bekannte Reis, sehr gut). Valentine gestand uns, dass nur für die deutschen Touristen so mild gekocht wird und die typische Keralaküche eigentlich viel würziger sei.

Während des Essens stand eigentlich fast immer jemand von der Bootscrew in der Nähe, allerdings nicht, um uns beim Essen zu beobachten, sondern um sicherzugehen, dass es uns an nichts mangelt. Auf der einen Seite war es schön, so umsorgt zu werden, auf der anderen Seite machte ich mir Gedanken, dass ich möglicherweise unhöflich wirke, wenn ich etwas ablehne und fragte mich, welchen dekadenten Eindruck wir wohl bei der indischen Crew hinterlasse mochten.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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