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Freitag, Januar 26, 2007

Mit dem Bähnchen Mit dem Auto nach Ooty
Sonntag, 10. Dezember 2006

Um 7.00 Uhr machten wir uns mit Sabu auf den Weg nach Ooty. Unser Weg führte uns wieder durch wunderschöne Landschaft, die Straßen gingen steil bergauf, aber trotzdem fuhren die Busse in einem mörderischen Tempo.

ooty

Das war wirklich noch viel schlimmer als in Italien. Vor jeder Kurve wird einfach langanhaltend gehupt, ob man etwas sehen kann oder nicht und ein Bus wird trotzdem überholt. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie der Verkehr in Indien funktioniert, aber in Teilen ist es wohl mehr ein Miteinander als ich das von Deutschland kenne. Will man beispielsweise einen Bus oder LKW überholen, gibt der Busfahrer Handzeichen, ob man fahren kann oder nicht. Kommt ein überholendes Auto in Bedrängnis, da unerwarteter Gegenverkehr auftaucht, hält nicht etwa der Überholende, sondern die beiden anderen Fahrzeuge bremsen ab, damit der Überholvorgang durchgeführt werden kann. Gehupt wird in der Regel nicht (meine ich zumindest), um dem anderen zu signalisieren, wie beschissen sein Fahrstil ist, sondern um jemanden zu warnen oder einen Überholvorgang anzukündigen. An Bussen und LKWs sieht man sehr häufig auch ein Schild Sound horn, da die Fahrer selten in den Rückspiegel oder anderweitig nach hinten schauen.

Sound horn

Und es schert sich auch keiner darum, wenn man mit einem 10-cm-breiten Abstand an ihm vorbeipfeift, das gehört hier dazu. Ich wäre als Fahrer schon längst einem Herzinfarkt nahegewesen und zog es daher vor, gar nicht weiter nach vorne zu schauen, sondern lieber die Landschaft zu genießen.

bildbeschreibung

In Indien wird ja überlicherweise alles mit Manpower erledigt, da das günstiger ist als viel Technik. So sahen wir zum Beispiel einmal an einer Mautstelle, wie man gleich drei Personen beschäftigen kann: Einer händigte den Passierschein aus, einer kassierte und einer hielt das Stoppschild hoch, bis der Autofahrer bezahlt hatte. Aus meiner Sicht wären auch zum Fahren zwei Personen optimal gewesen: Einer der lenkt (und dabei gelegentlich noch telefoniert) und einer der die Hupe betätigt.


Während der Fahrt nach Ooty teilte uns Sabu mit, dass wir mit dem Auto nicht über die Mainroad fahren konnten, da auch hier eine Brücke eingestürzt war. Sabu wusste aber zum Glück noch einen anderen Weg und konnte uns auf dieser Strecke wieder einiges zeigen, unter anderem die vielen Affen, die sich immer wieder am Straßenrand tummelten.

bildbeschreibung

In einem kleinen Ort machten wir einen kurzen Zwischenstopp, damit Sabu frühstücken konnte. Wir schlenderten in der Zwischenzeit über den kleinen Markt und kauften für Tobi einen kitschigen Jesuskalender sowie etwas Tee.

Als wir schließlich in Ooty ankamen, war es dort schon ein wenig kühler. Ooty liegt ca. 2200 m hoch, war aber trotzdem noch ohne Jacke gut auszuhalten, zumindest solange die Sonne schien. Nicht ohne Grund war Ooty früher Sommerfrische der Briten. Deren Einfluß war in Teilen auch noch gut erkennbar, z. B. im Botanischen Garten, der sehr hübsch an einem Hang angelegt war. Für Inder war das natürlich etwas Besonderes, daher waren auch nicht wenige indische Touristen unterwegs. Für uns wirkte der Garten dagegen sehr vertraut mit seinen italienischen Gärten, den Geranien und dem gepflegten Rasen. Direkt neben dem Botanischen Garten befand sich ein tibetanischer Markt, auf dem Sabu ein knallbuntes Kuscheltier erstanden hatte. Den zeigte er uns auch gleich ganz stolz und er erzählte uns von seinem kleinen Sohn, für den das Spielzeug gedacht war. In Ooty gab es auch noch einen großen See mit einem kleinen Vergnügungspark davor, hier konnte man Boote mieten und Karusell fahren, außerdem gab es daneben mehrere Essstände, an denen Süßigkeiten und Eis verkauft wurden. Die Karusells sahen wenig vertrauenerweckend aus, aber das schien außer uns niemanden zu stören.

bildbeschreibung

Hinter Ooty war die Straße wirklich abenteuerlich und Sabu hangelte sich von Schlagloch zu Schlagloch. Da reichte selbst Schlangenlinienfahren nicht aus. Zum ersten Mal hörten wir Sabu beim Fahren leise fluchen. Uns fiel auch auf, wie er während der Fahrt immer wieder an ein kleines Kreuz faßte, dass an einem Rosenkranz am Rückspiegel hing. Anschließend bekreuzigte er sich jedesmal. Ab dem 2. Tag berührte er anschließend auch noch immer das Armaturenbrett, für uns ein recht merkwürdiges Ritual, das wir bis zum Ende unserer Reise nicht ganz durchschaut hatten. Allerdings gab es während unserer gemeinsamen Fahrt durchaus verschiedene Situationen, bei denen auch ich ganz gerne mal das Kreuz berührt hätte.

Unser Weg führte uns wieder durch wunderschöne Teeplantagen hindurch, die oft von wildem Pfeffer unterbrochen wurden. Die Landschaft war wirklich ein Traum und der Kontrast, den die leuchtend rote Erde zu all der grünen Pracht bildete, war einfach nur herrlich, so dass ich die meiste Zeit damit beschäftigt war, aus dem Fenster zu schauen und zu staunen (oder ab und zu ein Nickerchen zu machen). Zwischendurch fuhren wir noch mal durch ein Wildresort, nur leider sahen wir auch hier keine Elefanten, aber immerhin Rehe direkt neben unserem Auto, verschiedenste Affen, Giant Squirrels und Schlangenhäuser. Sabu zeigte uns außerdem Everlasting Flowers, die ewig blühen und außerdem eine Blume, die nur etwa alle 12 Jahre blüht. Er passte immer ganz genau auf, damit er uns das alles zeigen konnte.

Etwa drei Stunden dauerte die Fahrt bis wir an der Stelle ankamen, an der uns ein Jeep vom Green Magic Resort abholen und in einer 30-minütigen Fahrt quer durch den Dschungel zum Treehouse bringen sollte.

bildbeschreibung

Sabu hatte ab jetzt frei, bis er uns in der Nacht auf Dienstag zum Flughafen bringen musste. Die Übergabe klappte auch reibungslos, aber die Fahrt zum Treehouse war wirklich abenteuerlich. Mittlerweile war es nach 17.00 Uhr und ich hatte schon Sorge, daß wir die Strecke im Dunkeln fahren müssten. Der Weg war teilweise sehr steil und unheimlich holprig und führte immer wieder über wenig vertrauenerweckende Holzbrückchen, die einfach nur wie quergelegte Holzpaletten aussahen und über die wir mit dem schweren Jeep fahren mußten. Aber dem Fahrer und seinem Begleiter war das ganze offensichtlich vertraut.
'Die kennen das und auch der Jeep ist hier sicher schon 1000 mal hochgefahren.'
So dachte ich mir das. Aber 1001 mal ist eben doch einmal zuviel. An einem besonders steilen Stück sprang der Gang heraus, so dass der Fahrer den Jeep ein sehr langes Stück zurückrollen lassen musste, um wieder anfahren zu können. Danach wollte allerdings der 1. Gang nicht mehr so richtig, so dass ab sofort der Beifahrer den Job erhielt, die Gangschaltung gut festzuhalten. Es dauerte danach aber nicht mehr allzu lange, bis das Getriebe ganz schauerliche Geräusche von sich gab, die irgendwann auch die beiden Inder nicht mehr ignorieren konnten. Dieser Jeep war nicht mehr fahrtauglich - zumindest nicht mehr bergauf. So wurde er kurzerhand mit einem von oben entgegenkommenden Jeep des Resorts ausgetauscht, der abreisende Gäste nach unten bringen sollte.

bildbeschreibung

Runterfahren konnte unser Jeep ja noch. Dazu braucht es schließlich nur funktionierende Bremsen.

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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