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Sonntag, Januar 14, 2007

Mit dem Auto nach Coimbatore
Samstag, 09. Dezember 2006

Der heutige Tag war ohne Programm, da wir etwa 7 Stunden bis nach Coimbatore im Nachbarstaat Tamil Nadu fahren mussten. Dort sollte der Zug nach Ooty abfahren und von dort aus wollten wir weiter ins Treehouse im Green Magic Resort.

Sabu teilte uns allerdings gleich zu Beginn der Fahrt mit, dass es mit der Zugfahrt ein Problem gäbe - eine der Brücken auf der Strecke sei aufgrund des Monsuns eingestürzt und der Zug könne nicht fahren. Er wollte das aber abends in Coimbatore noch genau klären. Letzteres verwunderte mich ein wenig, denn entweder war die Brücke kaputt oder eben nicht. Welche Alternative sollte es sonst geben? Ich fragte mich, ob uns Sabu möglicherweise nur noch ein wenig vertrösten und die schlechte Nachricht so lange wie möglich herauszögern wollte.

Die Strecke nach Coimbatore war zwar sehr lang, aber die meiste Zeit landschaftlich wirklich wunderschön. Wir fuhren durch leuchtend grüne Reisfelder an Bananenplantagen und Weingärten vorbei (die übrigens ganz anders aussehen als bei uns). Im Hintergrund sah man immer die hübschen krummen Kokospalmen, die einen schönen Kontrast zu den Reisfeldern boten. Außerdem gab es jede Menge Zuckerrohrfelder - der Anblick war traumhaft. Als wir Kerala verließen und nach Tamil Nadu kamen, reihte sich an der Straße ein Tempel am anderen. Die Straße erinnerte mich eher an eine einspurige Landstraße bei uns, war aber die Hauptverbindung nach Coimbatore und es war einiges an Verkehr unterwegs. Dazwischen sahen wir immer wieder Pilger, die zu einem Tempel marschierten oder Bauern mit Rinderkarren, Leute, die irgendwelche Sachen auf dem Kopf transportierten, spielende Kinder, dösende Hunde und immer wieder auch kleine Orte. Aber hier wirkte alles gänzlich untouristisch und zum Teil auch wirklich arm, ganz anders als die Orte in Kerala, die wir bisher gesehen hatten. Die Straße säumten viele armselige Wellblechhütten oder Zelte mit stinkenden Abwassergräben davor. Das war wohl Indien von seiner weniger schönen Seite in herrlicher Landschaft versteckt. In den Orten herrschte ein unglaublicher Trubel. Es fuhren jede Menge Busse, die immer in einem unglaublichen Tempo unterwegs waren und man mußte gut aufpassen, um ihnen rechtzeitig auszuweichen.

Markt

Um die Mittagszeit machte Sabu einen kurzen Stopp, um etwas zu essen. Wir verzichteten hier lieber auf einen Lunch und schauten uns stattdessen ein wenig den Ort an. Den haltenden Bussen bzw. den Passagieren wurden von Händlern immer wieder Essenswaren auf Tabletts durch die offenen Fenster angeboten - Nüsse, Ananasstücke, Kokosnüsse etc. Der Gestank war teilweise atemberaubend, insbesondere in der Nähe der Abwasserrinne. Überall lag Unrat herum, aber trotz des schmutzigen Eindrucks, den die Stadt insgesamt machte, waren die Waren an den kleinen Markständen hübsch aufgestapelt. Es gab alles mögliche zu kaufen, die Frauen trugen leuchtende Saris und es herrschte ein buntes Treiben auf der Straße. Auch hier wurden wir wieder sehr neugierig gemustert, angesprochen hat uns aber niemand.

Marmeladenfleck

Als wir uns Coimbatore näherten, veränderte sich auch die Landschaft. Es gab weniger Plantagen, das Umfeld wurde eher städtisch. Während mich in Deutschland und auch im Ausland Städte bisher immer sehr fasziniert hatten, waren es in Indien eher die kleinen Orte, die mir gut gefielen. Die Städte dagegen sind in der Regel laut, schmutzig und hektisch.* So war auch Coimbatore. Im Reisebüro hatte man uns allerdings schon darauf vorbereitet, dass Coimbatore selbst wenig spektakulär sei und da wir vom frühen Aufstehen und der langen Fahrt ohnehin sehr müde waren, hatten wir auch weiter nichts vor, als mal wieder ausgiebig zu duschen, etwas zu essen und anschließend früh ins Bett zu gehen. Sabu infordmierte uns, dass wir - sollte der Zug fahren - um 6.00 Uhr los müssten.
"Sharpish"
Von unserer deutschen Pünktlichkeit war es bisher wohl noch nicht so recht überzeugt.

M

Wie sich herausstellte, fuhr der Zug aber wirklich nicht und wir konnten eine Stunde länger schlafen.

Das Residency (Coimbatores finest hotel) war ein großes indisches Luxushotel, vielleicht nicht ganz nach deutschem Standard, aber die Einrichtung war sehr komfortabel und der ganze übliche Schnickschnack wie Fernseher, Badewanne, Fön etc. war natürlich dabei. Dem Hotel fehlte lediglich das persönliche Flair eines Wildernests, aber insgesamt fand ich es eine Nacht ganz angenehm, all die Annehmlichkeiten nutzen zu können.

Das Personal war unglaublich freundlich und hilfsbereit und der Mann am Empfang sehr zuvorkommend. Ein Nichtraucherzimmer mit Doppelbett war leider erst ab 18.00 Uhr frei, so dass man uns zunächst in ein Zimmer mit zwei Einzelbetten brachte und später unser Gepäck in das andere Zimmer bringen wollte. Da das natürlich unsere Zeit etwas einschränkte und wir solange weder duschen noch uns sonst irgendwie in dem Zimmer ausbreiten konnten, versuchte Daniel, auf das Zimmer mit den zwei Einzelbetten umzubuchen. Das verursachte wohl ein wenig Aufruhr an der Rezeption mit dem Ergebnis, dass zum einen wirklich jeder Bedienstete unsere Zimmernummer wusste und wir zum anderen sofort ein Zimmer mit Doppelbett erhielten - ein Raucherzimmer direkt am Fahrstuhl. Nicht immer ist es einfach, sich verständlich zu machen und irgendwie hatten der Mann am Empfang Daniels Wunsch wahrscheinlich in den falschen Hals bekommen. Für die eine Nacht war uns das dann aber auch egal, zumal wir sowieso todmüde waren und nach dem afghanischen Essen wie ein Stein ins Bett fielen.

M

Einige Fotos sind verlinkt, weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (auf der folgenden Seite weitere, ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).
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* Kochin hat zwar auch über eine Million Einwohner, davon hatten wir allerding mehr oder weniger nur Fort Kochin gesehen, was völlig anders aussieht als der Rest der Stadt.

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