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Dienstag, Januar 02, 2007

Ankunft in Fort Kochi
Sonntag, 03. Dezember 2006

Bei der Ankunft in Kochi erwartete uns ein aus unserer Sicht* kleiner Provinzflughafen mit zahlreichen fremden Gerüchen, viele Reisende hatten Kinder dabei, die uns anlachten und winkten. Es waren kaum nicht-indische Touristen dabei, alle warteten geduldig in der endlos langen Schlange am Immigration-Office, die unglaublich langsam kürzer wurde. Der Immigration-Officer freute sich, dass er auf deutsch "Guten Morgen" sagen konnte.

Wir uns auch.

Am Flughafen wurden wir von einem Taxifahrer abgeholt, dessen Name so ähnlich wie Richie klang und der mich bei der Begrüßung als Daniels weibliche Begleitung geflissentlich übersah. Auch mal etwas ganz Neues für mich, woran ich mich aber die nächsten Wochen gewöhnen musste (das wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht). Abgesehen davon, dass ich als Frau für ihn keine bedeutende Rolle spielte, war er aber ansonsten ausgesprochen freundlich und erzählte uns Daniel auf der ca. 1-stündigen Fahrt zum Hotel schon einiges über die Stadt und Indien an sich. Während der Fahrt schnallte er sich etwa viermal an und wieder ab, was mir die Gewissheit gab, dass er sich definitiv nicht zu seiner eigenen Sicherheit anschnallte (was aus meiner Sicht dringend notwendig gewesen wäre), sondern lediglich weil irgendwo ein Polizist in der Nähe war. Obwohl es Sonntag war und daher der Verkehr nur halb so wild wie an einem Werktag, überzeugte mich schon der erste Eindruck, dass in Indien wirklich jeder fährt wie er kann. Laut unserem Taxifahrer benötigt man drei Dinge beim Autofahren:
'A good brake, a good horn and good luck.'
Das klang für mich einleuchtend, nur war mir noch nicht ganz klar, wozu die Hupe nutzen sollte. Hupen tat hier jeder und zwar ständig und aus meiner Sicht auch ohne ein entsprechendes Konzept dabei.

ambassador

Ich nahm mir vor, das weiter zu beobachten.

Schon auf der Fahrt zum Hotel bekamen wir einen recht bunten Eindruck von unserer neuen Umgebung. Wegen des Abfalls, der vielfach am Rand der Straßen herumlag, waren etliche Krähen unterwegs, herrliche Häuser standen direkt neben eingefallenen Baracken, dazwischen immer wieder Kokospalmen und exotische Landschaft. So wechselte sich Schönes mit Hässlichem ab und ich wurde nicht müde, aus dem Autofenster heraus alles zu beobachten.

Schließlich kamen wir im Hotel Raintree Lodge an, einem netten, kleinen Hotel mit sehr freundlichen Mitarbeitern. Der junge Mann, der unser Gepäck scheinbar mühelos die Treppe zu unserem Zimmer hinauftrug, war weniger als halb so breit wie ich und ich musste daran denken, wie ich rumgemault hatte, als ich den Koffer in Köln die Treppe hinaufschleppen musste. Unser Zimmer war schön, sehr sauber und hatte einen kleinen Balkon auf die Straße hinaus. Da wir mittlerweile doch ziemlich müde waren, schliefen wir erst einmal eine Runde auf dem breiten Bett. Immerhin fehlte uns eine Nacht, die wir im Flugzeug bzw. in Dubai auf dem Flughafen verbracht hatten.

raintree

Nach unserem Mittagschlaf waren wir beide ziemlich unentschlossen, was wir nun als nächstes tun sollten. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nirgendwo so fremd gefühlt wie hier in dieser indischen Stadt in der für mich alles unbekannt war und wo ich überhaupt nicht wusste, was man tun kann und was man lieber lässt, ich sprach die Sprache der Menschen hier nicht, wusste ihre Gesten nicht zu deuten und mir gingen so blöde Gedanken durch den Kopf, ob es möglicherweise gefährlich sei, zu Fuß durch die Stadt zu laufen. In dem Moment wäre ich am liebsten einfach nur im Bett liegen geblieben, schob diese Gedanken glücklicherweise aber auf Müdigkeit und Jetlag.

Der sehr nette junge Mann am Empfang erklärt uns geduldig und ausgiebig, was wir alles in Fort Kochi machen konnten und wir merkten erst jetzt, wie nah wir am Wasser wohnten. So entschieden wir uns also für einen ersten Spaziergang und waren wirklich in fünf Minuten schon am Meer.

strand

Da Sonntag war, waren viele Inder am Strand (der kein Strand nach unserem Verständnis war) unterwegs, etliche von ihnen sehr hübsch herausgeputzt und auch wieder sehr viele Kinder dabei, die sich unbändig freuten, wenn sie uns sahen. Sie winkten uns zu oder probierten ihre Englischkenntnisse aus, während uns die Erwachsenen in der Regel unverhohlen anstarrten. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich der Exot bin, denn allzu viele nicht-indische Touristen sah man hier nicht und ich hätte mir vorher auch nicht träumen lassen, dass mich der Anblick von Touristen in der Fremde mal so erfreuen würde. Hier in Fort Kochi war mir aber so vieles fremd, dass ich beinahe erleichtert aufatmete, als mir der erste Tourist über den Weg lief. So hatte ich wenigstens das Gefühl, dass sich hier auch noch andere Menschen genauso mit all dem Fremden auseinandersetzen mussten wie ich.

Daniel und ich liefen einmal am Strand an der schmalen Promenade entlang, uns bot sich ein völlig anderes Bild als wir es bisher von unseren Reisen kannten, die Geräusche waren neu, die Gerüche unbekannt und mir schien alles so fremd, dass ich mich in meiner Müdigkeit am liebsten in meinem Hotelzimmer verkrochen hätte.

strand

Auf dem Rückweg zum Hotel wollten wir auch kurz in einen Andenkenladen einkehren. Hier lernten wir allerdings die weniger schöne Seite des freundlichen Services kennen, denn der Verkäufer bedrängte uns auf kaum vorstellbare Art und Weise, doch unbedingt etwas bei ihm zu kaufen. Er war fast nicht abzuschütteln und wir konnten ihm schwer klarmachen, daß auch wir nicht einfach mal so im Vorbeigehen einen Pashmina für 60 Euro mitnehmen. Aber für indische Verhältnisse sind wir als Touristen natürlich Goldesel, die es unbedingt zu schröpfen gilt. Das sollten wir während unserer Reise leider noch öfter feststellen.


Nach unserem Spaziergang gönnten wir uns erst einmal eine kleine Lesepause auf der hübschen Dachterrasse des Hotels, von der man einen wunderschönen Blick auf Palmen, eine Kirche, verwinkelte Gärten und andere Dachterrassen hatte. Wir beobachteten den relativ kurzen Sonnenuntergang mit seinem typischen leuchtenden Dämmerlicht, den wir in nächster Zeit noch häufiger sehen sollten. Ein wirklich herrlicher Anblick.

dach

Abends aßen wir im Malabar House mit Lifemusik. Das Restaurant war ausschließlich von Touristen besucht und während wir dort saßen, dachte ich mir, daß wir gerade genauso in einem indischen Restaurant am Prenzlauer Berg sein könnten. Ich verwarf den Gedanken allerdings sofort, als wir nach dem Essen wieder auf der unasphaltierten Straße standen, den kreuz- und querfahrenden Motorrädern auswichen und die aufdringlichen TukTuk-Fahrer abwiegeln mußten, da wir die paar Meter doch lieber zu Fuß gehen wollten. Das Essen war übrigens ausgezeichnet. Ich war begeistert von meinem Fischcurry, da ich bisher nur selten so feinen Fisch gegessen hatte. Aber auch das sollte in den nächsten Wochen häufiger vorkommen.

Weitere Fotos zu diesem Tag gibt es bei Zoomr (ein Klick dort auf die Fotos vergrössert diese).

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* ein Begriff, der mir so oder ähnlich in den nächsten Wochen noch häufiger durch den Kopf gehen sollte.

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