Ambient Festival in St. ApostelnEr so:Ambient Festival in einer der alten romanischen Kirchen - klingt spannend, dachte ich mir und daher gingen wir am Freitag relativ spontan ins Konzert. Die Kirche war sehr schön ausgeleuchtet, der DJ am Anfang legte entspannende Ambientklänge auf und ich war schon auf die "Computer-Live" Performace gespannt. Im Vorfeld hatte ich Daggi ein paar
Pop Ambient Platten vorgespielt, die ihren Gefallen fanden und ich dachte leider nicht daran, dass auch noch ein "anderes" Ambient gepielt werden könnte - was dann der Fall war. Ich fand die Performance sehr spannend, die Geräuschkulisse spannte für mich eine Geschichte auf und auch den Rahmen der Kirche fand ich sehr passend für diese
Art von Musik. Leider konnte ich das anschliessende Set nicht mehr anhören, da Daggi genug hatte.
Zum Glück konnte ich sie aber zu einem weiteren Versuch überreden, Marsen Jules (
neue Platte auf seiner
Webseite kann man auch ein
mp3 anhören/runterladen) anzuhören und so machten wir uns am Samstag wieder auf nach St. Aposteln. Diesmal gab es zwei Konzerte, zuerst
Marsen Jules solo, dann in
Begleitung von zwei Geigen. VJs waren auch dabei. Das Konzert war super (beide Teile), ein sehr schöner und entspannender Abend, der auch Daggi besser gefallen hat.
Sie so:Die erste Stunde am Freitag abend hat mir richtig gut gefallen. Die Musik präsentierte sich mir wie ein warmer Klangteppich, der sofort bewirkte, dass meine Gedanken ihre eigenen Wege gingen und völlig abschweiften. Das gedämpfte Licht in der Kirche und die Lichtspiele an den Wänden taten ihr Übriges dazu. Das Konzert hatte fast etwas Meditatives und die Welt schien für mich in Ordnung. Die eisige Kälte draußen war ganz weit weg.
In diesem Gemütszustand befand ich mich bis der zweite Künstler mit seiner Darbietung begann. Es dauerte nur wenige Minuten und ich hatte das Gefühl, für meine Ohren war die Schmerzgrenze des Hörbaren längst überschritten und ich schwankte zwischen dem Gedanken an einen Bahnhof, durch den eben mal ein langer Güterzug raste, und an ein Flugzeug, bei dem gerade die Turbinen angeworfen wurde. Und ich direkt daneben. Das einzige Gefühl, dass
diese Musik dieser Lärm bei mir hervorrief, war pure Aggression und als ich nach einer weiteren Stunde* die Kirche verließ, war ich einfach nur richtig wütend, bis mich Daniel langsam wieder beruhigen konnte.
Am Samstag sind wir trotzdem nochmal hin. Und nachdem ich diesmal die Musik mit Geigen und Klavier wirklich genießen konnte, war ich auch wieder ein kleines bißchen versöhnt.
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* Eine halbe Stunde, weil ich irgendwie doch die ganze Zeit dachte, dieses Inferno muß gleich aufhören und dann fängt es richtig an. Mit Musik.
// gebloggt von Dagmar @
22:13 |