Das verflixte 7. 6. JahrDaß mein Daniel ein Schussel ist, hat er mir schon des öfteren bewiesen. Daß sich die insgesamt doch bewährte Arbeitsteilung von strategischen Aufgaben
(= Daniel: Wir müßten mal...)
und operativer Tätigkeit
(= Daggi: Ich erledige das...)
dabei manchmal zu meinem Nachteil auswirkt, war mir auch nicht wirklich neu. Gestern hat mir Daniel aber zusätzlich noch gezeigt, wie ungeschickt er sich in solchen Momenten verhalten kann.
Folgende Situation:
Daniel saß auf dem Sofa, die gesamten Zeitungen der letzten Wochen hatte er liebevoll um sich herumdrapiert, die ungelesenen Teile auf dem Sofa, die bereits gelesenen auf dem Fußboden. Ebenfalls auf dem Fußboden zwischen all dem Altpapier standen einige leere und noch volle Sprudelflaschen, die er brauchte, um seinen enormen Wasserbedarf während der Zeitungslektüre jederzeit stillen zu können, ohne dabei aufstehen zu müssen.
Es war klar, was irgendwann passieren mußte.
Daniel stand vom Sofa auf und stolperte dabei über eine der Sprudelflaschen, natürlich nicht über eine leere, sondern über eine noch fast volle, die - diesem Ansturm nicht gewachsen - sofort mit lautem Knall auf den Fliesen zerbrach. Während sich der gesamte Inhalt in Sekundenschnelle unter Sofa, Couchtisch und um den Teppich herum verteilte, verharrte Daniel - noch im Aufstehen begriffen - regungslos mitten in der Bewegung und schaute mit entsetztem Gesicht auf die Bescherung, die er angerichtet hatte.
Daggi:
Ist das jetzt wieder eine dieser 'Oh, oh, oh Daggi....!'-Momente, in denen ich ganz schnell etwas tun soll?Daniel:
Ähm....ich kann nicht. Ich glaube, eine Glasscherbe liegt auf meinem Fuß, an der schneide ich mich sonst...Als Daniel die immer größer werdende Zornesfalte auf meiner Stirn entdeckte, entschloß er sich doch ganz schnell, mit mir gemeinsam das Desaster auf dem Fußboden zu beseitigen. Sein Arbeitseifer hielt zwar nicht allzu lange an, aber schließlich konnte er ja auch nichts dafür, daß er gerade jetzt so unglaublich dringend auf Toilette mußte. Letztendlich war das ja genau der Grund gewesen, warum er ursprünglich aufstehen wollte.
Wir waren fast fertig, als Daniel doch noch eine Scherbe unter dem Sofa zu erkennen glaubte und versuchte, sie mit dem Besen hervorzuholen. Mittendrin brach er sein Vorhaben aber wieder ab, ließ die vermeintliche Glasscherbe liegen und sagte:
Ach, ist ja gar keine Scherbe. Nur eine Salamischeibe.
Wir sind jetzt seit
sechs Jahren zusammen. Manche von Daniels Macken sind mir erst im Laufe der letzten Jahre so richtig bewußt geworden und manchmal frage ich mich, was er noch für mich bereit hält.
Ich werde das einfach noch ein paar Jahre weiter testen.
Labels: Szenen einer Beziehung
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