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Montag, Mai 08, 2006

Barcelona - die Reise nimmt kein Ende

An unserem 3. Tag in Barcelona beschlossen Daniel und ich, morgens nur frisches Obst aus der Markthalle zu frühstücken, um uns tagsüber genügend Platz für all die Leckereien zu lassen, die wir unterwegs ausprobieren wollten. Auch wenn katalanisch mittlerweile wieder offizielle Sprache in Barcelona ist, schlug ich mich wacker mit meinen rudimentären Brocken Spanisch durch und war nur im Notfall bereit, auf die englische Sprache auszuweichen. In der Regel waren die Barceloneser dabei auch sehr hilfsbereit. Besonders einer der älteren Verkäufer in der Markthalle von Barceloneta hatte einen unheimlichen Spaß daran, sich mit uns mit Händen und Füßen und kleinen Zettelchen zu verständigen.

diallibre

Der 23. April war Sant Jordi, das Fest des Nationalheiligen von Katalonien. An diesem Tag werden traditionell Rosen und Bücher ausgetauscht, die rund um die Ramblas zuhauf angeboten werden.

daggirose

Daniel verzichtete freiwillig auf sein spanisches Buch, ließ es sich aber nicht nehmen, mir eine leuchtendrote Rose zu schenken, die er anschließend den gesamten Tag im Rucksack durch die Gegend schleppte und mit der er dabei immer wieder im Vorbeigehen den dichtgedrängten Passanten durchs Gesicht streifte. Und jedesmal, wenn ich ihn erzürnt darauf aufmerksam machte, konnte ich mir seine Lieblingsausrede anhören: 'Ich habs doch nicht mit Absicht gemacht!'

rosenkavalier

Die Tatsache, daß die Ramblas sowieso völlig verstopft waren, kam unserer Tagesplanung entgegen, uns das Viertel l'Eixample näher anzuschauen. Gaudí und dem katalanischen Modernisme, einer Art katalanischem Jugendstil, kann man hier kaum entgehen, ein Gebäude ist kunstvoller und verspielter als das andere. Durch das Viertel führte uns ein schöner Rundweg, der natürlich auch die Sagrada Família nicht außen vor ließ.

diallibre

Wie schon erwähnt versuchte ich mich immer wieder mit meinen wenigen Brocken auf spanisch zu verständigen und unterlag bereits nach zwei Tagen dem irrigen Glauben, man könnte mich kaum von einem echten Spanier unterscheiden, da mir schon nach einer kurzen Übungszeit die (zum Teil allerdings sehr reduzierten) Sätze wieder ganz flüssig über die Lippen kamen. Umso größer war meine Enttäuschung, als mir die Ticketverkäuferin an der Sagrada Família auf englisch antwortete, nachdem ich in schönstem Spanisch ("Dos entradas combinadas, por favor" - die Worte entradas combinadas hatte ich vorher auf dem Plakat am Eingang abgelesen) zwei Tickets kaufen wollte. Mit einem empörten 'Menno!' drehte ich mich zu Daniel um, der nur die Schultern zuckte. Die Kassiererin hatte mich offensichtlich verstanden, lachte und wiederholte ihre Antwort auf spanisch und fügte noch einen weiteren Satz hinzu, den ich annähernd verstehen konnte. Wieder auf englisch sagte sie, daß ich ein sehr gutes Spanisch sprechen würde, übersetzte ihren spanischen Satz aber doch vorsichtshalber wieder auf englisch für mich. Ich hatte sie tatsächlich richtig verstanden, war mir aber doch etwas unsicher, ob sie sich vielleicht über mich lustig machte.

Unser Spaziergang führte uns bis zum Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, dessen grüner Innenhof mir wie eine grüne, stille Oase inmitten der trubeligen Stadt vorkam. Von dort fuhren wir mit dem Taxi noch weiter nördlich zum Park Güell, einem wunderschönen Park (eine Meinung, die ich leider mit viel zu vielen anderen Touristen teilte), der mich insbesondere durch seine herrliche Aussicht auf die Stadt und das Meer sowie mit seinen grünen Papageien begeisterte.

diallibre

Mittags gab es eine kleine Stärkung in der der Bar Tapa Tapa in der Passeig de Gràcia. Aufgrund der für uns nur schwer verständlichen Speisekarte (auch der englischen) erhielt Daniel versehentlich einen Schinkenteller anstelle des gewünschten Schinkenbocadillo. Das war uns aber zunächst egal, vor allem da der Schinken ausgezeichnet schmeckte. Ein wenig schluckten wir aber doch, als wir hinterher auf der Rechnung feststellen mußten, daß es sich um Iberischen Schinken handelte, der gleich mal das Dreifache der teuersten Tapas kostete.*

diallibre

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Barri Gotic, wo wir ausgiebig durch all die kleinen Gäßchen bummelten, durch die zum Teil winzigen Geschäfte stöberten und abends schließlich unsere erste baskische Tapasbar ausprobierten. Hier heißen die Tapas Pintxos (gesprochen: Pintschos), kleine, hübsche auf einem Stück Weißbrot angerichtete Häppchen mit Schinken, Fisch, Käse, Gemüse und verschiedenen Pasten, bei denen der Belag mit einem Zahnstocher auf dem Brot befestigt wird. Man bedient sich direkt an der Bar, an der große Teller mit den verschiedenen Pintxos angerichtet sind. Die eigentliche Kunst besteht dabei meines Erachtens darin, sich bei einem der Kellner einen Teller zu ergattern, was ich bei meiner Größe und den meistens gut gefüllten Bars manchmal etwas anstrengend fand. Aber auch wenn ich es aus den genannten Gründen trotz der durchaus leckeren Speisen vorziehe, an einem Tisch zu sitzen und mir von einem Kellner Teller und Speisen bringen zu lassen, war das Essen in diesen Bars auf jeden Fall ein Erlebnis.

Auf dem Heimweg nach Barceloneta stießen wir mehr zufällig auf den etwas versteckt gelegenen Palau de la Música Catalana im Viertel La Ribera, ein völlig verrücktes Modernisme-Gebäude, diesmal nicht von Gaudí, sondern von Domènech i Monaner, aber für meinen Geschmack nicht weniger spektakulär. Der kleine Abstecher lohnt sich besonders nachts, da das Gebäude durch die üppige Beleuchtung im Dunkeln wirklich sehr prächtig aussieht.

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* In der Markthalle entdeckten wir später Iberischen Schinken für über 60 Euro pro Kilo, was aber kein Einzelfall war.

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