In Dellbrück im Dunkeln
Nach dem
Weinseminar am Dienstag abend, wollte J. aufgrund seines im Vorfeld nicht einkalkulierbaren Alkoholpegels bei uns übernachten und Daniel hatte großzügig angeboten, uns notfalls nach der Veranstaltung abzuholen und sicher nach Hause zu geleiten. Daß sich Daniel dann kurzfristig geschäftlich nach Berlin absetzte, war nicht eingeplant, aber J. und ich fanden auch ohne ihn problemlos den Weg zurück - das Weinhaus ist nur eine Straßenecke von unserer Wohnung entfernt.
J. und ich waren gerade zuhause angekommen, plauschten noch ein wenig über den kurzweiligen Abend und ich zeigte J. sein Gästebett im Arbeitszimmer, als im Flur plötzlich die Deckenlampe erlosch. Schöner Mist - gerade am Wochenende davor hatte ich für unsere Wohnzimmerlampe für wenig Geld bei Ikea neue Halogenlampen gekauft. Hätte ich mal besser gleich drei mehr mitgenommen. Dachte ich mir so, bis ich feststellte, daß in sämtlichen anderen Zimmer ebenfalls das Licht nicht mehr funktionierte. Lediglich im Arbeitszimmer, in dem das Gästebett steht, schien noch alles zu in Ordnung. Das Licht brannte, der Computer lief und das Telefon war in Betrieb. Außerdem funktionierten die Spülmaschine, der Herd und die Waschmaschine, alles wenig nützlich bei Nacht, Kühl- und Gefrierschrank waren noch eingeschalten, worüber ich ausgesprochen erleichtert war. Leider galt das nicht für die Gastherme, weniger angenehm. Da hätte ich gerne eine Nacht auf die Spülmaschine verzichtet, zumal es auch wieder kälter werden sollte. Für J. hatte sich damit die Diskussion erledigt, ob er mit eingeschalteter Heizung schlafen wollte oder nicht. Im Gegensatz zu mir hatte er aber wenigstens Licht in seinem Zimmer.
Nun mag so ein Stromausfall ja ganz romantisch klingen. Mir wird allerdings in dunklen Räumen immer etwas mulmig zumute und der Gedanke, daß ich nicht auf Knopfdruck das Licht einschalten kann, löste leichte Panik bei mir aus, so daß ich ziemlich unentspannt reagierte und J. ca. sieben Mal fragte, was los sei und wie das passieren konnte.
Meine Klage-SMS, die ich umgehend an Daniel in Berlin verschickte, brachte mir nur den wenig hilfreichen Hinweis, ich solle die Sicherungen wieder einschalten.* Das hatte
J. ich natürlich als Erstes geprüft, aber am Sicherungskasten war nichts Auffälliges festzustellen, alle Sicherungen waren eingeschalten.
Mit zwei Batterielampen ausgerüstet und der Sorge im Kopf, die Heizung sei mal wieder kaputt, schlief ich ziemlich unruhig ein und wurde Schlag 3 Uhr von gleißendem Deckenlicht unsanft aus dem Schlaf gerissen - leider hatte ich vergessen, das Schlafzimmerlicht auszuschalten. So wußte ich immerhin schon nachts, daß wir wieder Strom hatten und konnte beruhigt weiterschlafen.
Am nächsten Morgen mußte ich leider feststellen, daß ich die Heizung immer noch nicht einschalten konnte und in der Küche zwar das Licht, aber keine der Steckdosen funktionierte. Gut, Letzteres war kein großes Problem, ich stellte die Kaffeemaschine zum Kaffee kochen einfach in den Flur. Aber kalt war es dort.
Ganz unkreativ war ich ja nicht und klickte mich im Internet mal kurz durch die aktuellen Meldungen der Rheinenergie - nur um dort auf den 24.03.2006 datiert folgende Schlagzeile als aktuellste Meldung vorzufinden:
Aktion 'Sherlock Home' in Lohmar: RheinEnergie hilft Stromfresser auszuschalten.
Zumindest bei uns war diese Aktion ein durchschlagender Erfolg.
Ein Anruf bei Rheinenergie gab schließlich Gewißheit: Stromausfall in Dellbrück, der im Laufe des Tages behoben werden sollte. In unserer Straße waren allerdings nicht alle Nachbarn davon behelligt - auf der anderen Straßenseite brannten nachts zuvor überall die Lichter und der Computernerd schräg gegenüber hatte wieder mal die halbe Nacht vor seinem Rechner gesessen.
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* Note to myself: Daniel hauen, wenn er heimkommt. Und diesmal auch merken, warum ich ihn hauen wollte.
// gebloggt von Dagmar @
21:30 |