Einmal Dublin und zurückBei den vielen Flugreisen, die Daniel und ich in letzter Zeit unternommen haben, ist es uns schon zur lieben Gewohnheit geworden, am Flughafen des Urlaubsortes vom letzten Bargeld Zeitschriften zu kaufen - ganz egal, ob es sich bei dem Restgeld um eine ausländische Währung handelt, die man daheim nicht ausgeben kann und bei der ein Umtausch nicht mehr lohnt, oder ob es Euro sind, die man eigentlich auch ganz in Ruhe und zweckmäßig zuhause verbrauchen könnte.
Ein wenig peinlich ist es mir schon immer wegen all der
Vogues und
Elles und
Instyles, die
ich mir jedes Mal kaufe, statt irgendetwas Anspruchsvolles auszuwählen, weil diese Modezeitschriften doch nur belangloser Frauenkram sind und ich mir die Sachen in den Zeitschriften sowieso nicht leisten kann.
Daniel kauft sich immer die
Edge oder Games. Nun könnte man vielleicht denken, daß das ja auch nicht unbedingt anspruchsvolle Blätter sind, ist aber egal, das kann man ruhig erzählen, ist Männerkram, ist cool. Da gab es auch schon mal neidische Kommentare anderer Leser.
Dazu kommt noch, daß Daniel insgesamt immer mehr liest als ich: Zeitungen, Fachzeitschriften, Artikel aus dem Internet, englische Texte - alles was ihm in die Finger kommt.
Nur keine inhaltslosen Modezeitschriften, die zu 90% aus Werbung und Bildern bestehen und ganz wenig Text enthalten.
Als wir nun vor zwei Tagen am Dubliner Flughafen saßen und auf unseren Flieger warteten, blätterte ich beschämt in meiner immerhin englischen Elle-Ausgabe und schaute immer wieder verstohlen auf den wichtig aussehenden, mehrseitigen Ausdruck in Daniels Händen. Skripte der Tagung, an der er teilgenommen hatte, englische Fachliteratur oder möglicherweise Mails aus dem Büro, die er noch durchlesen wollte?
Ich war kurz davor, meine Elle zuzuklappen und die beigefügte englische Ausgabe von
How to be good aufzuschlagen oder wenigstens die
Süddeutsche von letzter Woche zu lesen, die ich noch in meiner Tasche hatte. Aber vorher wollte ich doch Gewißheit haben.
Daggi: Sag mal, was liest Du da eigentlich?
Daniel: Perry Rhodan. Konnte man kostenlos im Internet herunterladen.
Labels: Dublin, Reise
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23:01 |