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Dienstag, Juni 21, 2005

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann oder Hymne auf die Patenkinder

Ich weiß jetzt nicht genau, ob mich die kleinen Nachbarsmädel, die gerade etwa zum 11. Mal 'Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann' anstimmen oder aber Anke mit dem Geburtstagsbrief an ihr Patenkind dazu inspiriert haben, auch mal wieder etwas über mein Patenkind Katharina zu schreiben. Auf jeden Fall konnte ich mich durch Ankes Beschreibung gut an meinen 1. Ikeabesuch mit Katharina und ihrer Mutter erinnern.

Im Gegensatz zu Anke war ich während der frühkindlichen Prägungsphase sehr oft mit meiner kleinen Nichte zusammen. So oft, daß das Kind irgendwann nur noch Mama zu mir sagte. Selbst meine wüsten Beschimpfungen, daß ich so nie den passenden Mann fürs Leben finden würde, konnten sie lange Zeit nicht davon abhalten.

Katharina wird in einem Monat 7 Jahre alt und geht auch schon zur Schule. Wie alt sie damals bei Ikea war, weiß ich heute gar nicht mehr, aber ich erinner mich noch genau, daß sie gerade laufen konnte.

Leider.

Ihre Mutter hatte mir mit Betreten der Sindelfinger Ikeafiliale die gesamte Verantwortung für das Wohl und Wehe ihres kleinen Zwerges übergeben, ohne mir gegenüber ein einziges Wort darüber zu verlieren oder gar mein Einverständnis einzuholen - wie es Mütter übrigens meistens zu tun pflegen, sobald sie in Begleitung von Nicht-Müttern unterwegs sind. Während die Mutter also endlich mal ganz in Ruhe ausgiebig shoppen konnte, hatte ich nun ungefragt dafür zu sorgen, daß Katharina nicht sämtliche Söts aus den Krabbelkisten zog, keine Bondes und Ivars hochkletterte, nicht in Faktum-Küchenschränke kroch und auch nicht durch sämtliche Betten hopste. Und natürlich dafür, daß ihr kein Leid geschehe und sie bei guter Laune blieb. Die Mutter war schon längst nicht mehr in Sichtweite, während ich mit Katharina nur im Schneckentempo weiterkam, immer drei Schritte vor und zwei wieder zurück, da man doch noch etwas Spannendes übersehen hatte, das es genau zu inspizieren galt. Wenn die Kleine aber plötzlich mal loslief, mußte ich aufpassen, daß ich sie nicht aus den Augen verlor. Die Sindelfinger Ikeafiliale sah ich jedenfalls plötzlich mit ganz anderen Augen als früher.

Als ich schließlich dringend eine kleine Verschnaufpause benötigte, schnappte ich mir kurzerhand mein quirliges Patenkind, setzte es im nächsten Gitterbettchen ab und ließ mich erschöpft auf eins der umstehenden Klippan-Klappsofas fallen. Eigentlich hatte ich mit lautstarkem Protest gerechnet, aber die Kleine war in ihrem Elan nicht zu bremsen. Die herumliegenden Stofftiere wurden ordentlich sortiert und anschließend liebevoll mit verschiedenen Kissen zugedeckt. Ein Anflug von echtem Tantenstolz packte mich schon, als plötzlich zwei Frauen vor dem Gitterbettchen stehenblieben und die eine die andere mit den Worten anstieß:
Och, schau mal, ist die nicht süß!
Immerhin, dachte ich mir, ein kleines Bißchen ist sie ja doch von mir.

Irgendwann wurde Katharina von der vielen Lauferei doch endlich müde und wollte mit dem Einkaufswagen mitfahren. Allerdings nicht in dem dafür vorgesehenen Kindersitz, sondern stehend auf der Ladefläche zwischen all den schönen Sachen, die Mama zwischenzeitlich eingekauft hatte. Die Bedingung war allerdings, daß die Tante den Wagen schob. Also immer noch keine Pause für mich, denn nun mußte ich ständig aufpassen, daß mir Katharina nicht vom Wagen fiel. Das klappte solange auch ganz gut, bis mich ein Ruf der Mutter für den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam werden ließ und ich den Einkaufswagen abrupt anhielt. Leider konnte mein Patenkind dieses Bremsmanöver im Stehen nicht abfangen, so daß sie mir kopfüber vom Wagen fiel.

Das große Geschrei, das daraufhin einsetzte, konnte ich nur dadurch stoppen, daß ich meine kleine Nichte den restlichen Weg durch die SB-Halle trug. Nun gut, wir waren ja sowieso schon fast durch.

Der Einkauf bei Ikea war jedenfalls nicht nur für Katharina ein Erlebnis. Ich war abends so kaputt, daß ich wie ein Stein ins Bett fiel. Und nicht einmal die obligatorischen Teelichter hatte ich eingekauft.

Die Sache mit dem Mama-Sagen hat sich Katharina übrigens irgendwann abgewöhnt. Den passenden Mann habe ich mittlerweile auch gefunden. Aber mein Patenkind ist für mich trotz der mittlerweile deutlich größer gewordenen Entfernung unserer Wohnorte heute immer noch etwas ganz Besonderes.




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