AntwatchingDen heutigen Morgen habe ich mit einer sehr langweiligen Beschäftigung verbracht, dem Antwatching. Nachdem seit gestern immer wieder kleine Ameisen durch unser Wohnzimmer krabbeln und ich nicht nachvollziehen kann, wo sie herkommen, habe ich mich erst einmal vor unserem Wohnzimmerschrank postiert.
Nun mag das durchaus etwas befremdlich klingen. Gleich so panisch reagieren wegen ein paar Ameisen? Dazu muß ich erzählen, daß ich in Bezug auf Ameisen schwer traumatisiert bin. 2 1/2 Jahre lang teilte ich meine Wohnung in Stuttgart mit einem Ameisenstamm, der mit schöner Regelmäßigkeit jedes Frühjahr seine etwa 10 cm breite Straße durch meine Wohnung zog. Unter dem Kühlschrank hervor durch die Küche, rein ins Wohnzimmer an den Balkontüren entlang bis zur Decke hoch. Kein schöner Anblick, wenn man nach Hause kommt. Es half selten, in diesen Momenten an die zahlreichen gutgemeinten Ratschläge zu denken, die ich natürlich regelmäßig erhielt, wenn ich von meinem Ameisenproblem erzählte. Wer einmal fliegende Ameisen in der Wohnung hatte, wird vielleicht wissen, daß sie sich nur sehr ungern mit Backpulver bestreuen oder mit heißem Wasser übergießen lassen.
Im ersten Jahr war ich noch optimistisch, daß der hinzugezogene Kammerjäger das Problem beseitigen könnte. Im zweiten Jahr begrüßte er mich mit der Bemerkung, er hätte mit einem Wiedersehen gerechnet. Er konnte mir leider nicht wirklich helfen, der Ameisenschar Herr zu werden und so verbrachte ich auch das zweite Frühjahr mit ausgiebigen Putzaktionen. Meine damaligen Nachbarn dachten mit Sicherheit, ich leide an einer Putzneurose. Zumindest würde ich das von meinen Nachbarn denken, wenn sie regelmäßig mitten in der Nacht ihre Wohnung saugen würden.
Der Kammerjäger erzählte mir, daß er Paral nicht benutzen dürfe, das sei viel zu giftig. Nachdem ich damit im ersten Jahr noch fleißig meine Wohnung eingesprüht hatte, stellte ich im Folgejahr fest, daß Ameisen, die durch meine Küche liefen, oftmals nach 1-2 Metern plötzlich umfielen und tot liegenblieben. Bei Besuchen der Familie gewöhnte ich mir daraufhin an, meine kleine Nichte immer sehr aufmerksam zu beobachten, wenn sie durch meine Wohnung krabbelte.
Durch den Kammerjäger habe ich damals zwar einiges über Ameisen gelernt, aber da ich nie wirklich am Geruch von Ameisenurin interessiert war, kapitulierte ich nach 2 1/2 Jahren und zog aus meiner Wohnung aus. Es mag ja durchaus sein, daß Ameisen sehr nützliche Tiere sind, aber im Zusammenleben mit mir konnte ich das nicht bestätigen.
So, genug erzählt. Es ist Zeit, mich wieder auf meinen Beobachtungsposten zu begeben.
[Update]
Mehr über Ameisen habe ich hier geschriebenLabels: Ameisen
// gebloggt von Dagmar @
10:48 |