Straßenbahndialogmonolog
Als wir noch in Sülz wohnten und zweimal täglich mit der Straßenbahn quer durch ganz Köln fuhren, hatte ich häufiger skurrile Geschichten aus dem öffentlichen Nahverkehr zu berichten. Seit wir in Dellbrück wohnen, hat sich das deutlich reduziert, da die Strecke Dellbrück-Holweide leider zu wenig Stoff für Anekdoten bietet. Aber heute ist es wieder mal soweit....
In Holweide steigt ein junges Mädel in die Straßenbahn ein, alles sehr rosa, Pulli, Schal, Handtasche, alles im Barbypuppenlook, lange blonde Locken, zu viel Mascara auf den Wimpern, Buffalotragetasche in der Hand, telefoniert mit ihrem Handy, das an einem rosafarbenen Band befestigt ist.
... hier in Köln ist mir alles viel zu assi und zu groß, da findet man sich ja gar nicht zurecht. Ich bleib jetzt noch ca. ein Jahr hier bis zum Examen, dann geh ich wieder zurück nach...
NA?
... DÜSSELDORF.
- Pause -
Ich wohne jetzt in Holweide ...
- Pause -
Ja, ich weiß. Aber die Wege, die ich hier zum Einkaufen zu beschreiten habe, sind alle okay und nicht so assi. Zuerst hatte mich mein Vater ins Studentenwohnheim gesteckt, damit ich was für's Leben lerne. Aber daran wäre ich ZERBROCHEN!
Was für eine Formulierung!
Als ich einer Freundin davon erzählte, hat das meine Mama mitbekommen, die hat mir dann Geld für eine Wohnung bezahlt, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Im Wohnheim hatte ich ein Zimmer mit 12,95 qm. Das sagt ja schon alles, wenn die Quadratmeterzahl mit Nachkommazahlen angegeben wird. Da war ja mein Badezimmer früher größer.
- Pause -
Nein, mein Badezimmer ZUHAUSE...
Leider konnte ich den Rest des Gesprächs nicht mehr weiterverfolgen, da wir am Wiener Platz aussteigen mußten. Wir wollten im
Scampino essen gehen. Mehr dazu kann ich morgen berichten.
// gebloggt von Dagmar @
22:36 |