Als ich heute gerade beim Klavierspielen war, es war so gegen 19.37 Uhr, klopfte es an unserer Wohnungstür. Zuerst dachte ich noch, es sei Daniel, mußte allerdings mit Entsetzen feststellen, daß es sich um unsere
Nachbarin handelte, die mit herabgezogenen Mundwinkeln und verschränkten Armen vor der Tür stand. Klare Sache, sie kam nicht, um Kuchen zu bringen oder ein Schwätzchen zu halten, sondern die halbjährliche Standpauke unseren abendlichen Lärmpegel betreffend war mal wieder fällig. So hielt sie mir also einen ausführlichen Vortrag, wie furchtbar das alles sei seit wir in dieser Wohnung wohnen, daß sie den ganzen Tag arbeiten würde und abends auch mal ihre Ruhe haben wollte, daß sie sich nicht erklären könnte, wie wir durch unsere Wohnung laufen und daß es doch nicht sein könne, daß sie jetzt ausziehen müßte, weil es seit unserem Einzug nun so laut geworden sei bei ihr. Und daß sie sich wohl an den Vermieter wenden und ihm die Miete kürzen müßte.
Aus lauter Mitleid wollte ich ihr gerade versprechen, daß wir
- mein Klavier verkaufen (nur noch überlegen, wie ich das Valerij klarmache),
- nur noch auf Zehenspitzen durch die Wohnung laufen,
- uns beide nach einem Nachtjob umsehen werden,
- nur noch im Wohnzimmer auf dem Teppichboden essen werden, um nicht mehr mit den Stühlen zu klappern,
- unseren Fernseher verkaufen und abends nur noch im Bett lesen werden (das Schlafzimmer befindet sich über der Wohnung einer anderen Nachbarin),
- unsere Klamotten nur noch in die Reinigung bringen und
vom Büro aus telefonieren, damit wir das Telefon abstellen lassen können.
Zum Glück mußte ich das Gespräch kurzfristig beenden, bevor ich mich auf diesen Deal einlassen konnte. Unser Telefon klingelte :-)
// gebloggt von Dagmar @
21:49 |