In der 10. Klasse bekam ich für den Sportunterricht eine dunkelgrüne Jogginghose aus weichem Stoff mit hellgrünen und violetten Einsätzen. Die Jogginghose sah ganz furchtbar aus und viel lieber hätte ich eine dieser glänzend schwarzen Hosen gehabt, die zwar nicht so kuschelig waren wie meine grüne, aber dafür viel cooler aussahen. Außerdem trugen beinahe alle meine Klassenkameradinnen solche Jogginghosen beim Sportunterricht. Die Hose behielt ich trotzdem ewig. Die ging auch nicht kaputt. Richtig lieben lernte ich sie aber erst während meiner Studienzeit, als ich mich regelmäßig mit Kaffeetasse zum Lernen hinter meinen Büchern vergrub. Da war die Hose wirklich klasse: herrlich weich und völlig unempfindlich hat sie einige öde Lernphasen in meinem Zimmer mit mir verbracht.
Als Daniel und ich von Köln nach Stuttgart zogen, misteten wir vorher auch unsere Wohnung gründlich aus, um nicht allzuviel unnötigen Krempel mitzuschleppen. Dabei fiel Daniel meine alte Jogginghose in die Hände. Die Hose wurde kurzerhand von ihm als völlig untragbar aussortiert und wanderte in den Altkleidersack.
Das ist jetzt fast drei Jahre her. Ich hab auch schon längst mehrere neue Jogginghosen. Aber an Tagen wie heute, an denen das Wetter so richtig kalt und eklig ist, an denen es Bindfäden regnet, ich trotz Schirm völlig durchnäßt nach Hause komme mit durchgeweichten Schuhen und tropfnasser Hose, feuchten Haaren, an denen ich mich am liebsten wie früher mit Kaffeetasse im Arbeitszimmer vor dem Computer lümmel - ganz ehrlich, da vermiß ich meine häßliche, grüne Jogginghose.
Kann ich bitte irgendwo ein bißchen Sonnenschein für unseren Berlinbesuch reservieren?
// gebloggt von Dagmar @
17:37 |