Höchste Zeit für ein paar Worte im Blog... Diese kleine Anekdote wollte ich ja eigentlich gestern schon erzählen, aber die Planung unseres Umzugs machte mir leider einen Strich durch die Rechnung. Dafür wird der heutige Eintrag etwas länger.
Gestern morgen hatte ich einen Termin bei der Bank, um in das Sparbuch für die Mietkaution noch ein Pfandrecht für unseren neuen Vermieter eintragen zu lassen. Marschier ich also Punkt 9.00 Uhr in die Filiale der Kreissparkasse am Wiener Platz, freu mich noch, weil es so leer war, geht sicher schnell. Dachte ich. Etwas orientierungslos ging ich zum ersten Serviceschalter und fragte die Dame, ob ich hier ein Pfandrecht in mein Sparbuch eintragen lassen könne. Sie schaute mich fragend an und meinte: 'Nachtragen?' Schön, daß sie mich gleich verstand, also nickte ich freundlich lächelnd und schob ihr Sparbuch samt Unterlagen zu. Sie nahm das Sparbuch, legte es in ihren Drucker ein, zog es nach ein paar Sekunden wieder heraus und schüttelte den Kopf: 'Ist nichts zum Nachtragen.' Ich wiederholte meine Bitte etwas deutlicher, worauf sie mich an einen Beraterplatz verwies.
Zweiter Versuch. Ein Berater bat mich gnädig lächelnd Platz zu nehmen und ich sagte erneut mein Sprüchlein auf. Er schaute erst ratlos auf mein Sparbuch, danach auf die Unterlagen und stellte anschließend messerscharf fest: 'Das Sparbuch haben Sie schon.' Soweit so gut, darin waren wir uns einig. Mit den Unterlagen konnte er nicht viel anfangen, stand auf und nuschelte ein kurzes 'schusejömashusegull', worauf ich nach zweimaligem Nachfragen verständnislos meinte, ob ich mitkommen sollte. Endlich kapierte ich, daß er nur seinen Kollegen um Rat fragen wollte. Das dauerte eine kleine Weile, während der mein persönlicher Berater ziemlich nervös mit den Fingern auf dem Schreibtisch seines Kollegen trommelte. Ich dachte nur, wenn der so bei der Sache ist, muß er sicher noch ein weiteres Mal um Hilfe bitten. Ich sollte Recht behalten.
Als mein Berater wieder zurückkam, fragte er mich, ob ich die Gebühr für das Mietkautionskonto schon bezahlt und meinen Personalausweis dabei hätte. Offensichtlich hatte er zwischendurch noch einen Crashkurs in Kundenorientierung abgelegt. Ich war beeindruckt, verneinte die Frage nach der Gebühr, holte meinen Personalausweis hervor und machte ihn darauf aufmerksam, daß die Formulare einschließlich Legitimationsprüfung bereits ausgefüllt worden seien. Er wollte dennoch sichergehen, daß ich auch ich bin. Mittlerweile hatte mein Berater offensichtlich wieder vergessen, was der Kollege ihm erklärt hatte (ich hatte es ja befürchtet), stand auf und sagte wieder 'schusejömashusegull', worauf ich nach zweimaligem Nachfragen wiederum verständnislos meinte, ob ich mitkommen sollte und dann wieder kapierte, was er vorhatte. Als er endlich wieder von seinem Kollegen an seinen Schreibtisch zurückkehrte, setzte er mit bürokratischem Eifer einen Stempel auf jedes der drei Formulare, unterschrieb das ganze, kassierte die 10 Euro Gebühren (nachdem er mir fein säuberlich einen Beleg dazu geschrieben hatte), gab mir Quittung und Formulare und wünschte mir einen schönen Tag. Nachdem er mir noch auf meinen ausdrücklichen Wunsch mein Sparbuch aushändigte, machte ich mich endlich auf den Weg zur Arbeit.
Aber wen wundert es da noch, daß bei einem Umzug soviel Zeit auf der Strecke bleibt? :-)
// gebloggt von Dagmar @
22:49 |